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Sametag, den 18. Dezember 1920
73. Jahrgang
Aus der Heimat.
—* (Weitere Erhöhung der Gerichtskosten.) Mit dem 1. Januar 1921 werden die Sätze um das dreifache erhöht. Die Gebühren für Gerichtsvollzieher- handlungen sind dann ebenfalls dreimal so hoch wie jetzt. Auch die Auslagen erhöhen sich, so werden für jeden Bogen statt 40 Pfg. zwei Mark in Anrechnung gebracht. Die Mindrugebühr an Gerichtskosten beträgt sechs Mark Die Erhöhung erfolgt zur Deck-rng der Beamtergehälter in der Justiz, die im laufenden Jahre einen Zuschuß von 562 Millionen Mark erfordern.
-* (Dankespflicht.) Eine selbstverständliche Pflicht des Staates ist es, den Kriegsbeschädigten oder ihren Hinterbliebenen den Dank der Allgemeinheit o.bzustatten, indem sie, wie das ReichsversorgungSgesetz es Vorsicht, in ausreichender Weise vor Not und Entbehrung geschützt werden. Das kaun durch Kranken- und Hausgeld (§ 12 bis 20 des Versorgungsgesetzes). durch Rente und Pflegezulage (§ 24 bis 31) und Hinterbliebenenrente (§ 36 bis 50) geschehen. Darüber hinaus aber ist es Zweck des Gesetzes, den Kriegsbeschädigte« durch Heilbehandlung und entsprechende soziale Fürsorge die Rückkehr in die Gemeinschaft der Iamilie, der ArbrÜsgevoffen, des Volkes überhaupt zu ermöglichen und die Arbeit zum Wohle des volkswirtschaftlichen Lebens zu erleichtern. Verstümmelte werde« durch zweckmäßige Heilbehandlung und künstliche Glied- maßen dem Erwerbsleben bis zu gewissem Grade Mückgegebrn. Aber auch der großen Zahl der Nerven-, Herzen-, Lungen und Rheumakranken, deren Leiden in nicht wenigen Fällen unheilbar sind, muß geholfen «erden. Insgesamt iß mit ruud 1350000 Rentenempfängern zu rechnen, für die Witwenrente dürften MYVO Witwen, für die Waisenrente 11b-i()00 Waisen und für die Elternrente ungefähr 164000 Personen in Betracht kommen, sodaf dem Reiche an laufenden jährlichen Ausgaben rund 4 178 000 000 Mark und
an einmaligen Ausgaben durch einmalige Abfindung rund 266 000 000 Mark erwachsen. Aus diesen Ziffern ersteht man am besten, daß das, was im
Gerichtskreis des Einzeln als außerordentliche und vereinzelte Erscheinung auftritt, im Leben der Volks- gemtinschast als Maffenschicksal gewettet werden muß. Aber ganz unabhängig von der Rente, die allen gemährt wird, deren ErwerbSfähigkeit um 10% oder | Wehr herabgemindert ist, muß alles getan werden, um dir noch vorhandene Arbeitskraft dieser Personen i snszünutze« einmal um ihrer selbstwisten, um ihnen I Lust und Liebe zur Arbeit zu erhalten und ihnen Gelegenheit zur Betätigung ihres Willens zu geben/ andererseits aber auch um der GesamtheitwiLen, die bei dem bedenklichen Zustande unseres Wirtschaftslebens I Sicht in der Lage ist, ohne weiteres so ihren Dank I abznstattrn, wie sie eS wünschte. Die soziale Fürsorge I soll den Kriegsbeschädigten den Weg zur Arbeit ebnen, I k dem sie ihnen* unentgeltlich berufliche Ausbildung Well werden läßt (§ 21 bis 23 des GesetzeS), indem I sie die Kriegsbeschädigten, wie schon der Artikel 155 der Verfassung fordert, bei Verteilung von Grund und I Boden für die Schaffung von Heimstätten besonderer | Berücksichtigung empfiehlt odr aber anderen durch I Ausstellung eines Beamteuscheines Berussmöglichkeit I Netft. Es handelt sich also bet allen Kriegsbeschädigten I »arum, sie als nützliche Glieder wieder in Familie- und I «taatsleben einzureihen. Die Wege, die tu einzelnen I Mm begangen werden müssen, sind durch die soeben ■ »schienen«« AussühruugSbestimmungen zum Reichsver- I MgrgungsR.G.Bl. Nr. 285 beschrieben. Bei allerem I M aber nicht vergessen werden, daß die Versorgung der I "riegsbeschädigten und der Hinterbliebenen dem Reiche I ^wültige Aufgaben auferlegt, und daß nur die Dank- I batlelt und Opferfreudigkeit des ganzen Volkes eS I Möglich machen wird, die notwendigen Mittel auf zu' I dringen.
| , —* Das Herz-Jefu-Heim der barmherzigen Brüder H la Fulda ist nach Aufhebung des Lazaretts einem gründliche« inneren Umbau unterzogen worden, um I "anmehr für Zivilkranke in größerem Umfang Ver- I Endung zu finde». Gemäß den Absichten, die zur U diündung des Hauses führten, werden zunächst männ- I Kranke mit verkrüppelten Güedmaßen zur Heilung I y Hflege ausgenommen. Sodann werden auch «oe Gesundheitsstörungen, die EcsahrungSgemäß häufig Z “ Deformitäten führe«, in Behandlung genommen, » ! KnochenbrÜchr, aente und chronische Entzün- ^"SM an Weichtdilen, Knochen und Gelenken. Ent
sprechend der Erweiterung der Räumlichkeiten kommen sodann außerdem innerlich Kranke jeder Art zur Aufnahme. Ein Stockwerk ist speziell für Lungenkranke eingerichtet worden, für welche große Liegehallen neu erbaut wurden. Die gesamten Einrichtungen entsprechen den Forderungen eines modernen allgemeinen Krankenhauses. Im Erdgeschoß befindet sich ein großer Uebungs- . saal mit heilgymnastischen orthopädischen Apparaten, sowie ein Baderaum für verfchiedmartiae Bäder, Heißluft- und elektrifch: Anwendungen- Nebsu dem Operatisnölaal ist eine Röntgeneinrichtung zu diagnostischen Zwecken vorhanden, sowie eine Höhensonne zu Bestrahlungen. Eine bemerkenswerte Aenderung ist auch im Werkstättengebäuds eingetreten. Der Betrieb der orthopädischen Schuhmacherei ist auf den seitherigen . Meister pachtweisssübergegangen. Ebenso istdie orthopädische Werkkätte an eineu erfahrenen Fachmann aus einer angesehenen rheinischen Firma abgegeben worden. Möge die Anstalt in der heutigen Umgestaltuns wie seither den Werken der CaritaS dienen, deren Pflege sich die barmherzigen Brüder zur Lebensaufgabe ge?
macht haben.
Hk. Ausfuhrsperre nach der Schweiz. Laut Be- kanutmachr-ng vom 13. b- Ms. find die im Ausfuhr- verkehr nach bet Schweiz für Papier, Pappe und Waren daraus (Abschnitt 11 des statist. Warenverzeich- S sowie für Gold- und SilberschMiedearbriten
. Ne. 771 a u. o, 776 a u. b) und unechte Bijouteriewaren erteilten Ausfuhrbewilligungen biß auf weiteres außer Kraft gesetzt. Ausgenommen sind Sendungen, die bis zum 12 Dezember einschl. zur Beförderung nach der Schweiz aufgegeben sind.
—* (Dörfer, die aus dem Waffer wachsen) Der Wasserspiegel des Stausees fÜL bltJ^rlalfp^
gefundn, daß die Ruinen bis untergegangenen Dorfes Berich mit seiner uralten Kirche wieder vollständig
freigelegt sind. Der Ort liegt jetzt wieder über dem Wasserspiegel des SeeS an dem Berghang. In | Scharen pilgern die alten Bewohnern nach ihrer 1 ehemalige Heimstätte. Auch von Bornhagen sieht man
wieder ein Gebäude über dem Wasserspiegel hervor-
ragen.
• Schlächtern. Bellachini-Gastspiel in der Turnhalle (Grabenstraße). Sonnabend abend 8 Uhr werden die Herren Svengalt-Bellachini ein einmaliges Gastspiel gebet« Dem Unternehmen geht ein sehr guter Ruf voraus. In der bloßen Hand wird das Nichts zu Etwas, das Eiwas aber zerrinnt zu Nichts. Zum Unterschied von anderen Künstler« ihres Faches werden keinerlei Apparate benutzt und die Wirkung ist um so verblüffender, die Experimente daher neu und eigen- arttq. Ein gesunder und sonniger Humor hilft zum restlosen Erfolg. Der Besuch des interessanten Abends sei allgemein empfohlen. (S. Inserat.)
KundgeSnngen der Sowjetregierung.
Die Sswjetre;ierung richtete folgende Mahnung an das Land:
Der bevsrsttchtM Wrreaaüstausch mit dem Westen wirb für Sowjetrußland nur möglich fein, wenn die Industrie unb Landwirtschaft im Lands wieder aufgebaut wird, andernfalls versiegt der Handelsfonds, und wir werden nichts ausführen können. Die Aufgabe eines jeden Arbeitenden in Sowjerrußland ist eine angestrengte, unermüdliche Arbeit. Die gegenwärtige hartnäckige Arbeit wird in der nächsten Zukunft glänzende Ergebnisse zeitigen. Der bevorstehende Räte- kongreß wird verschiedene wunde Fragen unseres
SiaatSbaues lösen.
Das Rsvolutionskomitee
der Krim hat beschlossen,
daß die Herausgabe sämtlicher Zeitungen durch das Pressekomitee zu erfolgen hat. In russischer Sprache werden erscheinen: Die Zeitung „Rote Krim", das führende Zentralorgan der ganzen Krim, die „Nachrichten deS Sewastopoler Revolutionskomitees". In Simferopol und Bachischaraj sollen zwei Zeitungen in tartarischer und in Simferopol eine in deutscher Sprache erscheinen,
In einer Kundgebung der SowjetregieLung heißt es: Die Arbeitenden Sowjetrußlands haben ihren letzten Gegner, Balachowitsch geschlagen. Jetzt'herrscht auf allen Fronten Ruhe. Trotzdem müsset wir auf der Hut sein, da wie von allen Seiten von uns feindlich gesinnten bürgerlichen Staaten umgeben ffird. Eine Atempause haben wir jedoch schon erreicht.
Der Vorsitzende der russischen Handelsdelegattzn in England, Krasstu,, hat sich an den brittischen Premier
minister Lloyd George und den italienischen Muster Sforza mit dem Hinweis aus die ernste Lage gewandt, die durch die Ankunft der bewaffneten Streitkräfte des General Wrangel in der Nähe von Konstantinopel ge* schaffen worden ist. I« dem Telegramm heißt es weiter, Krassin habe die Erwartung ausgesprochen, daß die englische Regierung Maßnahmen treffen werde, um zu verhindern, daß die Truppen des Generals Wrangel zu einem neuen Ueberfall aus die Sowjetrepublik verwendet würden. Die englische Regierung müsse Maßnahmen zur Entwaffnung und Auflösung der Armee Wrangel treffen.
— Der Hauptausschuß der preußische« Landesversammlung beschloß, daß die Lehrerseminare als höhere Lehranstaltea gelte« sollen. Die Regierung teilte einen Entwurf über dir künftige Lehrbildung mit den Universitäten vereinigter Institute mit.
— (Gewalt gegen säumige Landwirte.) Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hat die preußische Regierung einen Erlaß herausgegebeu, durch den die Provinzial- h-börden befugt werden, mit größerer Entschiedenheit als bisher die Berordu, .g betreffend d' Ablieferung von Brotgetreide zur Durchführung zu .i»gen. Der Erlaß si-hr dem Ve" chmen nach Requisitionen auf dem flachen Lande im großem Umfange vor, zunächst in jenen Kreisen, die mit der Ablieferung stark im Rückstand« sind. Nötigenfalls foC der Tätigkeit und ben Anordnungen dieser Kommissionen '-«r uotwendig« Nachdruck durch die bewaffnete Mach; gegeben werde«. Mit der Durchsührung der Requisitionen dürfte schon unmittelbar nach Weihnachten heZ^nen werben —Di« HrratztM ReMüng gmutr -hrg r.»durch der bedarf an Brotgetreide wenigstens für die Frühjahrsmonate aus der JalandSerzeugung gedeckt werden kann.
— (Wegen Beleidigung der Reichsprästdentin verurteilt.) Die Strafkammer in Aurich verurteilte ben Leutnant zur See Karl Lawerenz wegen Beleidigung der Frau Ebert und Frau Noske zu 500 Mark Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte vier Monate Gefängnis beantragt. Lawerenz hatte gelegentlich des Kapp« Putsches behauptet, Frau Ebert und Frau Noske hätten sich das Silberzeug der Jacht Hohenzollern ««geeignet nud geteilt.
— (Fraueustudium in Deutschland.) An ben retchsdemschcu Universitäten studieren zurzeit 8000 Frauen. Das sind 200 weniger als im Vorjahre. Vor zehn Jahren studierten insgesamt etwa 2000 Frauen, und zwar in Berlin 1100, in München 700 in Freiburg und Bonn 500, in Frankfurt, in H^del- berg und Münster 400, in Breslau, Leipzig, Ha: l -rg, Göttingen, Jma, Köln, Marburg, je etwa 300, in Tübingers -Mgrzburs und Halle je etwa 200, in Rostock, Kiel) G:eß^/Greffswald je etwa 100 und in Erlangesi M Die Fkauen wenden fich jetzt stark der Nationalökonomie und der Rechtswissenschaft zu, ebenfo der Pharmazie.
— (Kein Reichskriminalpolizeiamt.) Nach einer Berliner Meldung fanden im Reichsrat Befprechungen über einen Gesetzentwurf betreffend Errichtung eines ReichskriminalpolizeiamteS sowie von Landeskrimival- poltzetbehörden statt. Die Schwierigkeite«, die von ben einzelnen Ländern der Erricht»"-; einer derartigen ihrer Ansicht nach nur neue Koste» und Zersplitterung der Kriminalpoltzetverwalmugea verursachenden Einrichtung eines ReichskcimtnalpolizeiamteS für die nächste Zukunft nicht erwarte«.
— (Der biologische Wert der Töchter.) Der Welt- krieg hat unzählige Familien auf der ganzen Welt W eS Stammhalters beraubt. Nach der herkömmliche n ficht müßte nun in solchen Fällen ein Aussterben der betreffenden Familie besonders auch insofern eintreten, als die Talente und guten Eigenschaften der letzten Nameninhader numehr nicht mehr weiter vererbt werden können. Für diese Ansicht besteht jedoch, nach den in der „Aerztüchen Rundschau" dargelegten Ausführungen des bekannte« Halllschen Zoologen Haecker kein triftiger Grund, da die Frage, „ob die starke Betonung, die das Vater-Sohn-VerhältniS im Erbrecht, der Ra- mengebung und nicht in der ganzen E^wtcklrrnz. des Familienbegriffs erfahren hat", berechtigt ist, im? biologischen Standpunkt aus verneint werden muß. Die neuesten UntersuchungSergebniffe der Vererbungs- forschung haben gezeigt, daß von einem Aussterben 'm