ZchluchternerWmg
Anzeiger für öif amtlichen Kekannlmachnngen im .Kreise schlüchtern.
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Schkichterner ^reisßlatt
Uelte-e Seitaag im Artist; MrMst im Irhrr 1849.
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| Zahlkarle Frankfurt a. Main Nummer 11404.
M 152.
Samstag, den 2S. Dezember 1920.
W. Jahrgang
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eihnachten.
Ein Glanz von £teHi<i)feit, von reiner Menschenfreude lind Liebe umgibt des Weihnachtsfesi. Tannenduft und iderzenschimmer üben einen eigenartige« Reiz auf Jung und Alt aus. Weihnachten! Eine Welt voll Poesie und Schönheit liegt in dem einen Wort, das die Kinderherzen höher schlagen läßt.
„Friede auf Erden!" Zündend wirkte diese frohe Botschaft vor Jahrtausenden auf die Gemüter und Herzen; und hjit .Menschen der Gegenwart, die wir die Unrast und den .llpfne^ „empfunden haben, n^ luM^L^Muschen.- linder vor uns, kennen keinen heißeren und sehnlicheren Wunsch, als daß endlich diese Botschaft zur Tat werden möge, daß endlich ein wahrer, versöhnender Trieben unter den Em- ^iwcnschen und Völkern einkehren möchte.
Schwer seufzten die Völker Palästinas vor 2000 Jahren unter der harten Siegerfaust der Römer. Alles Hoffen und Wünschen, alles Träumen und Sehnen galt dem verheißenen Messias, der kommen werde, die Völker aus schwerer geistiger und ph'osischer Not zu erlesen.
Alex die Menschen erhofften lediglich einen Frieden, der ein rein irdischer und materieller war. Und sie glaubten an 'inen nastonalen Helden, der mit aller menschlichen Machtsülle ausgestattet, das Heil erkämpfen solle. Die gepeinigten Völker hatten jedoch vergessen, daß der Friede vor allem in der Menschenbrust wol neu muß, der die Vorbedingung ist für den Frieden unter den Völkern; sie hatten vergessen, daß nur ein- geistige und sittliche Erneuerung der Einzelmenschen auch die nationale Wiedergeburt der Völker bedeutet.
Weihnachten! Ein Hauch von ewiger Jugend umgibt die „stille heilige Nacht". Wie leuchten die Augen der Kinder beim strahlenden Weihnachtsbaum, wie werden die Herzen mild und versöhnend gestimmt! Sind die Zeiten auch ernst und schwer, sind die Gaben der Liebe auch dürftiger als früher, die rechte und heilige Weihnachtsfveude ist nicht abhängig von Gold und Silber.
Weihnachten ist ein echt deutsches Familienfest geworden. Wo immer sich Deutsche in der weiten Welt zusammenfinden, »glänzt der Weihnachtsbaum und erklingen die lieben alten, vertrauten Lieder. So ist das Weihnachtsfest für alle Volksgenossen in der Fremde das Band geworden, das sie auf immer mit der Heimat verbindet.
Freue» wir uns des trauten Weihnachksfestes als eines heiligen Volksschatzes, der uns auch in den unruhigsten Zeiten gebliebe» ist und Bleibt,
Reffet und wünschen wir, daß sich die Botschafi Ssm! Wtors *uf »dm bild erfüllen möget 1.3fr. I
Aus der Heimat.
—* Unsere Postbesteller machen wir ergebenst darauf aufmerksam, daß es sich empfiehlt, schon jetzt den Bezug der Zeitung für das Januar März Quartal bet der Postanstalt oder dem Postschaffner aufzugeden, wenn in der Zustellung über den ersten Januar hinaus keine Unterbrechung eintreten soll. Denn erfahrungsgemäß sind die Postämter gerade in den Neujahrstagen derart mit Arbeit überlastet, daß eine pünktliche Wetterbestellung von im Postwege bezogenen Zet- Augen nicht in Aussicht gestellt werden kaun, wenn die Verlängerung bezw. Neuaufgabe des Abonnements nicht uchtzettig, d h. mindestens 8 Tage vor Beginn des neuen Quartals, erfolgt.
— * Wir machen die Leser auf das der heutigen Nu««er beiliegende Flugblatt für Stickstoff-Düngung auf- vertsa«.
—* (Postalisches.) Die neuen Verstcherungsmarken werden von jetzt ab zum doppelten Nennwert verkauft.
Hk. (Erhöhung des italienischen Goldzollzuschlages.) Durch Verordnung des italienischen Schatzministers ist der Goldzuschlag, der erhoben wird, falls die Zölle in Papier, gezahlt werden, mit Wirkung vom 20. Dezember d. Js. von 100 auf 200 Prozent erhöht worden.
—* In letzter Zeit ist das Reichsverkehrsministerium verschiedentlich um G-währung einer Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege und der Studierenden gebeten worden. Diesen vielfachen Anträgen konnte aus grundsätzlichen Erwägungen nicht entsprochen werden. Bet Gewährung der Beförderung zum halben Fahrpreise der III. Klasse, wie sie zugunsten der Jugendpflege zurzeit üblich ist, verzichtet unter den heutigen Verhältnissen die Verwaltung bereits auf die Deckung der Selbstkosten. Eine weitere Herabsetzung des Fahrpreises auf die Hälfte des Preises IV. Klaff-, die in gleicher Weise auch sur Schulfahrten usw. zugestanden werden müßte, wurde den Personenkreis noch erweitern, die finanziellen Ausfälle und die Beirtebsschwierigketteu noch vermehren. Ebenso hat sich die ständige Tariskommisston der deutschen Elfenbahnen bet aller Würdigung der wirt- fchaftlichen Beomsmsse der Studierenden urcht entschließen können, eine Ausnahme von den Tarifen für die Fahrt von und zur Universität zuzulassen. Eine solche Begünstigung würde sofort die Berufung anderer Bevölkerungskrerfe aus- lösen, namentlich solcher die aus beruflichen Gründen häufig die Eisenbahn benutzen müssen, ohnedaß sie den Mehraufwand durch Steigerung ihrer Entnimm ausgleichen können. Für regelmäßig tägliche Fahrten “ zwischen Wotznort üuL Universität können die Studierenden von den billigen Schülermonatskatten oder auch von den Wochenkarten IV. Klasse Gebrauch machen.
* Schlüchtern. Walter Harlan's Schauspiel „Das Nürnberglsch Ei", das das Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main am Dienstag, den 28. Dezember, abends 7 '/s Uhr in der Turnhalle (Grabenstraße) zur Aufführung bringt, ist eine Verherrlichung des ewigen Schöpfergeistes, der trotz Tod und Tränen seine Sendung in der Welt erfüllt. Im Mittelpunkt des Stückes, das übrigens eine wahrhaftige Begebenheit, die Opsertat eines Berliner Bildhauers zum Anlaß hat, steht der halb sagenhafte Erfinder der Tafchenuhr (erst „Nürnberglsch Ei" genannt) und geschworene Meister des SchlofferhandwerkS Peter Henlein (um löüO). Das Werk, das heute wegen seines kulturellen und dichterischen Inhalts schon an verschiedenen.Schulen im deutschen Unterricht eingesührt ist, hat seinen Weg über die meisten größeren Bühnen genommen. (Düsseldorfer Schauspielhaus, Remharb-Bühnen, Frankfurter Neues Theater usw.) Vom Verband deutscher Bühnenschriftsteller wurde es seinerzeit mit dem Verbandspreis für drei Jahre ausgezeichnet.
* Neuhof. (Autounglück.) In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch verunglückte der überall bekannte nud beliebte Arzt Dr. Brillertt mit seinem Auto. Er kam von einem Patienten. Zwischen Oderkalbach und MiUelkalbach mußte er eine etwas abschlüssige Stelle passieren. Infolge des Glatteises kam das Auto ins Rutschen, verließ die Straße und stürzte einen Hügel hinunter, den Führer unter fich begrabend. Leute, die am anderen morgen von der Bahn kamen, zogen den Verunglückten tot unter seinem Auto hervor.
Deutschland verlangt Stundung der Zahlung aus dem Msgleichsverfahrea.
Nach § 296 des Friedensvertrages find die Verbindlichkeiten der kriegführenden Staaten untereinander aus der Vorkriegszeit durch ein Ausgleichsverfahlen zu regeln. Der „Friede nsvertrag" bestimmt daß unsere Guthaben einfach gutgeschriede» und später verrechnet werden, während umgekehrt unsere Verdtndlrchketten alle Monate in ausränblfchen Devisen voll gezählt werden muffen und auch bisher gezahlt worden find. Die Geamtsumme unserer Verbindlichkeiten wird sich nun nachUmrechnung in die Auslandswährung auf etwa 9 Milliarden Mark stellen. Von deutscher Seite ist nun der Antrag auf Stundung der noch zu entrichtenden Schuldsummen gestellt worden. Dieser Antrag wurde jedoch von England und Frankreich abgelehnt, während von Italien die Antwort noch aussteht. Auch ein zweiter Antrag auf Stundung verfiel der Ablehnung. Im Augenblick wird noch weiter verhandelt. Eine definitive Entscheidung ist noch nicht gefallen. Da binnen kurzem wieder größere Summen fällig werden, wird durch die deutsche Regierung auf der in diesen Tagen in Brüffel beginnenden Kovserenz die Auge» legenheit aufs neue zur Sprache gebracht werden, da die Durchführung der Sache, so wie ste der „Friedensvertrag" vorsteht, unweigerlich den wirtschafUtchen Zusammenbruch Deutschland» zur Folge habm muß.
Anpolitische TageschroM,--
JSiO'geiime^ Füller, der den beurlaubten! Landra-t ^ jü&ertaumiSfrei^ vertritt, über die Vorgabe T
bett^nnttelamf Auskunft über die Untersuchungen! und ^ SA Ä yr^” formte vorläufig nicht feftgeftE Ä’ «Oft Beut Vergnügen, rn Vertretung des Landrates; geifere m öen Untersuchungen einMleiien, Sie immer n^ KrEr? Mitleidenschaft ziehen. Durch «e SE «em Radierungen wurde bei der FlsischvvHorglmcl die ^aMcheir 1M0M Mark verschleiert. An den vorhandenk r, ^ewern und Schuhen wird viel Geld verloren gebe«, R." »viedetf&olten Nachfragen hiesiger wohltätiger Vereine mit ^rlassung von Wäsche und KlÄArngWümr, insbeso nd^ - Kinderwaüchc wurde stets ablehnender Bescheid gegeben. L>!< mr den ganzen Kreis bestimmten Sachen wurden nur - Homburg verkauft." Stadtverordneter Wick stellte fest bar die Leitung vollständig versagte. Schon vor anderthalb Jgb^ ren irwd dieMängel in der Buchführung durch einen beei-Wen Bucherrevisor seitgestellt worden, und doch fei uiMK ' tchechKn, Die Untersuchung geht msite«, ^SJ^SieC^
Mainz. sZmei Betrüger) sind der hiesigen Krrm nral Polizei in die Hände gefallen. Es handelt sich erstens nur den Kaufmann Karl Perschthaler aus Kaltisch in Böhmen, der eine Reihe anderer Städte mit Scheckschwindeleieu unsicher machte und nun hier bei dem erneuten Versuch fefigenonnneu wurde. Des weiteren um einen Schwindler, der Mädchen die Heirat versprach und hierdurch Schmuck und Wertsachert ab- schwindelte. ■
Ostheim. (Beim Holzfrevel erschossett-l Äwei Lzisf»ft-E^ "u^ Iw-m ^?r»gschtL.u ütu-ÄLuLbe Zwei "Otfr-.rotier, ide mit Beil und Säge »n^Wrüstet, Bäume fällten. Sie. wandten sich zur Flucht und als auf mehrmaliges Anrufen die Männer nicht stehen blieben, schickten sie den Fliehender- einige Schüsse nach. Am andern Morgen wurde im Dickicht die Leiche eines Mannes mit einem Kopfschuß gefunden, öe^ Strauch heißt und aus Rourmelskmrsen stammt. Ein an Sein Suche sich beteiligender Nachbar des Erschossenen, namens! Berg, wurde als nächtlicher Begleiter festgestellt und verhaftet. Die Leiche des Erschossenen ist von der Stgatsa-l-walr schuft in Hessen beschlagnahmt worden. - < J
Friedena». (D a 8 Ende einer E h e.) Vor dem Hanse' Kaiserallee 131 in Friedena« bei Berlin spielte sich sin Ehe-^ drama ab. Der Hauptmann der Berliner Schutzpolizei, Frei-! Herr v. Hoffmann, war mit seiner Gattin in einen Heftigen.: Streit geraten, in dessen Verlauf Hoffmunn seinen Revelver zog und aus seine Frau einen Schuß abgab. Die Getrofüneu brach auf der Stelle tot zusammen. Freiherr v. Hofffmarru. brächte sich dann selbst einen Schutz in die Brust bei, der die Lunge so schwer verletzte, daß er in hoffnungslosem Zufürnde: nach einem Sanatorillm geschafft werden munte. Es soll sich, tm eine Eifersuchtstat des Offiziers gehandelt haben, .
Essen. (Hu n ge r st r e i k dss R e ch t s an mal t s^ 8 aWp L) Der unter dem Verdacht des Hochverrats seit zwei Monaten in Haft in Essen befindliche Rechtsanwalt Laurpl- ^lberfeld, der auch durch den Weißenseer Kommunistenputsch n Berlin bekannt ist, ist in einen Hungerstreik cingetreten-
Berlin. (Eine frivole Schieß e r e i.) In der vergangenen Nacht um 1 Uhr geriet der Kaufmann ©manuelc. Ricci aus Pianella in der Jnvalidenftras e in der RKho eines Wohnhauses angetrunken mit einem Fräser in einen festigen Wortwechsel. Er zog plötzlich einen Revolver und chotz aus den Fräser, der an der rechten Hand üernntndct vurde. Der Verletzte flüchtete nach der Vorhalle des Stet- iner Bahnhofs. Ricci folgte ihm und schoß blindlings in die halle. Durch die Schüsse wurden noch drei Personen ner= vundet. Der Täter wurde seftgenommen und dea Pouzei. ibergeben-
Anfrage zum Marburger StuöenkenprvjaL
Die Abgeordneten Dr. Kalle, Dr. Rasch und Stenvel haben in der Preußischen Landesversammlung folgende Anfrage eingebracht: „In einem Artikel vom 7. Jul 1üüü "her die Verwilderung unsrer politischen Sitten hat der Minister Haenifch von den „feigen Meuchelmördern «der Marburger Buben an den 15 Arbeitern von Thal" ge- sprvcheu. Der Staatsanivalt vor dem Schwurgericht in Kassel hat die Freisprechung der Marburger «Studenten beantragt, und das Schwurgericht hat aus Freisprechung erkannt. Billigt die Staatsregrerung das Verhalten eines Ministers, der unbescholtene Leute, die in erster Instanz freigesprochen werden, bind) Presseangriffe in unerhörtestep Weise beleidigt? Wird die Staatsregierung aus dem Frei- fprud) des Kasseler Schwurgerichts die notwendigen Folgerungen ziehen und den Minister Haenisch veranlassen, den' schwergekrankten Marburger Studenten öffentlich Gennr^^ inung zu geben?" . :
Eisenberg. Eine ungeheuere Verheerung hat der Rauhreif in den Wäldern und an den Obstbäumen angerichtet. In den Wäldern liegen die stärksten Bäume tu Haufen umgeknickt. An den Stämmen und Asten hat sich eine Eisschicht gebildet. Von einem derartig schweren Waidschaden- wissen selbst die ältesten Leute nicht zu berichten. Durch den Rauhreif gab es viele Störungen in der Fern« sprcchlettnng und in den Stromnetzen. Orte waren zwei Tage ohne elektrische Energie. Unsere Stadt war teilweise Sonntag und Montag stromlos.