Lchlüchtcrncr Zeitung
TLriftleitkkng und Geschäftsstelle i^^^^l^l itff 1 Druck uad Verlag C Ho hm erst er
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Vierteljährlich 5,80 Mark. Dienstags, Donnerstags und SamstagS. Die II. Zeile 70 Pfg., Reklsmezeils 8 Mk.
S 153 Dienstag, 28. Dezember 1920 72. Jahrgang.
Aus der Heimat.
—* Alle Empfänger von Renten aus der Javalideuver- stcherung, die am 1. Januar 1921 neben Krer Rente eine Zulage beziehen, erhalten von diesem Zeitpunkt ab eine außersrdentlicheBcihtlfedie Empfänger einer JnvKlideN-.Alters-, Kranken', Witwen- und Witwenkrankenrente monatlich 40 Mark und die Empfänger einer Waisenrente monatlich 20 Mark außer den bisherigen Bezügen. Besondere Beihilfen- quittungen sind nicht erforderlich. Die Beihilfe w cd viel- Kehr g-meiusam mit der Rente und Zulage verrechnet.
—* (Der Bezug von Kalisalzen.) D'e Kalisalze sind zwar an sich nicht teuer; sie kosten ab Werk nur das fünf* bis sechsfache von früher. Aber der Einkauf im kleinen verteuert sie bei den heutigen hohen Arbeitslöhnen imAechin wesentlich. Es richte sich deshalb jeder Landwirt darauf ei«, die Kalisalze für sich allein oder im Verein mit anderen waggonweise zu beziehen. Dann kann er sich zur Hand, wenn er sie gebraucht und nisö dann auch von der Kalidüngung den größten Nutzen haben. Denn unter den heutigen Verhältnissen lohnt sich die Kalidüngung fast überall. Der kleinste Mehrertrag »deckt die Kosten und bringt reichen Gewinn.
Hk. Ueber Verpfändung deutschen Eigentums in den Verein. Staaten erteilt Interessenten Auskunft die Gkeschäft- stelle Hanau der Vereinigten Handelskammern Frau ::; a Main—Hanau.
Hk. Ueber Liquidation deutschen Eigentums in Rumänien erteilt Interessenten Auskunft die Geschäftsstelle Hanau der Vereinigten Handelskammern Frankfurt a. M — Hanau.
Hk. Die Ausfuhrsperre nach der Schweiz bezicht sich nicht auf Waren und Edelmetalle und auf vergoldete oder versilberte Unedelmetallwaren, welche im Ausbesserungsver kehr nach der Schweiz ausgeführt werden.
Hk. Für Sendungen nach dem Saargebiet wird ab 1. Januar 1921 ausnahmslos die Beibringung des Berechtigungsscheines bezw. des Verbleibszeugniffes der Handelskammer Saarbrücken erforderlich sein. Vor dem 31 Dez. ohne solchen Schein ausgestellte Ausfuhrbewilligungen behalten bis zum 15. Januar Gültigkeit. Bei Holz- und zentralisierten Waren verbleibt es bei den bisherigen Bestim mutigen, für Textilwaren regelt die zuständige Reichsstelle die Handhabung.
* Schlüchtern. (Frankfurter Künstlerthrater für Rhein und Main.) Bei der am Dienstag, der 28. D.zenbec abends 7Vr Uhr stattsind enden Aufführung» „Das Nüen- bergisch Ei" von Walter Harlan spielt die tragende Rolle des Peter Henlein Willi Umminger. Weiter sind beschäftigt die Drnm: G!ktrud Prulua, M r Krchhoff Dira Donato und Herta Grazmer, die Herren: Hrns D;t». Leo Delsan, Günther Harnel, Franz Klebusch und Martin
Gleisner. Die Spielleitung hat Dr. Adam Kackhoff. )as Bühnenbild, das den hellen Gmndton des Spieles andeutet, entwarf und malte Ernst Schnee.
* Flieden. Freitag Nacht wur:^ dem Kegemann Leonhard Staubach zwei schöne Gänse aus oem Stalle gestohlen. Die Leute hätten jede Naht den 5:il qui verschlossen und zufällig einmal v-rreffm. vo: D ehe« abw• schließen.
Zeitung für eilige Lefer.
Der Abschluß des russisch-polnischen Abkommens HR durch Meinu«gsverschiederrheiten über die wirtschaftliche« Klauseln des Abkommens verzögert werden.
Infolge der StiLegung zahlreicher WuwoLfsKrfksn in Lancashire sind 25 003 Arbeiter beschäftig»«! Sl- aew-rden.
Nach einer Blättermeldung aus Newnork hat sich in Zau- So« in China ein Erdbeben ereignet. Man spricht von 20 0 Toten.
Der amerikanische Senator CormiH der Bcr-reter Har- dings, ist in Berlin eingetroffen.
Die Genfer Konferenz soll vom 5. bis 28. Februar statt- finden.
Seit Donnerstag Mitternacht ist die Regentschaft von Fiume im Kriegsznstand mit Italien. Zwei Dekrete d'A«- nunzios bestätigen das.
Ver neue prüKsn: von Shtte.
Artuvo Atessandri, der neugewahtte Präsident von Chile, tritt Heure sein oerantwortungsvolies Amt an. Während der nächsten fünf Zähre werden die Geschicke dieses aufstrebenden Landes seiner Obhut anvertraut sein. Die Entscheidung zu Gunsten des Herrn Alefsandrt ist erst nach erbitterten Wahlkämpfen gefallen. In den Wahlen vom 25. Juni und 25. Juli hatte jeder der beiden Parteien, die Alianza Libersi, deren Kandidat er war, und die Union Liberal, die den bekannten konservativen Politiker und früheren Minister Luis Barros Porgollo, auf den Schild erhoben hatte, ungefähr die gleiche Stimmenzahl erhalten. Die Anzweiflung der Gültigkeit einiger Mandate machte das Endergebnis unsicher und schien zu einer Krise zu führen, die das vEliche und wirtschaftliche Leben der Nation mit schwerer Schädigung bedrohte.
Es gelang indeß, einen Ausweg zu finden, der der obU- tischen Schulung des chilenischen Volkes hohe Ehre macht. Ein aus Vertretern der Parteien bestehendes Ehrerkgenan wurde eingesetzt, um lärmende Disknisioneu, und Dbitnü- ticnen im Parlament und sonstige bedenkliche inneuwUtische Verwicklungen zu vermeiden. Der Spruch dieses Ehren gerichts fiel zu Gunsten von Alessandris Anhänger aus In der Sitzung des vereinigten S onn reffen vom 6. Oktober wurde dieser dann mit großer Mehrheit gewählt und vom Vorsitzenden als Präsident der Republik proklamiert. Nn ist der Kampf beendet, und Arturo Alessandri kann bei der Durchführung seines Regiernngsprvgrammes umh: auch nur der Mitarbeit einer großen Zahl von ehemaligen Gegnern