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Schlüchterner 3ireisb(att.

8chiüchlerner Tageblatt.

BezugSpreiS vorauszahlbar viertelj. durch die Post Mk. 12., durch unsere Träger Mk, 10.80, bei uns ab geholt Mk. 10.. Erscheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag C. Hohmeister, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlächtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschösts- verkehr mit der Firma Schlüchtern.

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Für unsere geschätzten Leser

Das Postabonnement auf unsere Zeitung kann auch für das laufende Quartal noch jetzt bei allen Postämtern aufgs- geben werden. Letztere erheben den ganzen Bezugspreis selbst, sodaß irgendwelche direkte Zahlungen an uns nicht in Frage kommen.

Viel Erfolg bietet jedem Geschäftsmann die Aufgabe selbst eines nur einmaligen Inserats in unserem Blatte, da letzteres in nahezu jedes Haus von Stadt und Kreis Schlüchtern gelangt und deshalb jedem Inserat die weiteste Verbreitung gewiß ist. Für wiederholt aufgegebene Inserate gewähren wir je nach der Anzahl der Wiederholungen einen bestimmten Rabattsatz, über dessen Höhe wir mit unserer Geschäftssteste sich direkt in Verbindung zu setzen bitten.

Kleine Beträge für Inserate ziehen wir, sofern dieselben nicht sofort bei Aufgabe des Inserats entrichtet werden, durch Nachnahme ein. Die Abrechnung größerer Jaserations- betrüge mit laufende« Inserenten erfolgt je nach Wunsch monatlich oder vierteljährlich.

Mitarbeit durch Berichte über lokale Ereignisse aus allen Orten, an denen unsere Zeitung verbreitet ist, ist uns jederzeit willkommen. Die Berichte müssen jedoch wahrheits­getreu fein und Klatsch sowie periSnliche Angriffe ausschließen. Auch ist stets ihre umgeheude Zusendung erforderlich, damit sie bis zum Tage des Erscheinens nicht veralten.

Aus der Heimat.

* (Inventur). Nachdem in den Geschäften das Weihnachtsgeschäft nunmehr abgtflaui hat und auch das sprichwörtliche Umtauschen vorüber sein dürfte, beginnt der Kaufmann nunmehr mit der Vornahme des Inventur. Eine solche ist alljährlich notwendig, denn nur unter Fest­stellung der noch vorhandenen Warenbestände kann ver Geschäftsmann überhaupt die Höhe des Umsatzes im ahge- lauf^tcu Jahre ermitteln und unter Aufstellung der vorge- schrtebene« Bilanz seinen Reingewinn feststellen. Daß bei einer solchen Inventur, die zur Aufnahme aller L-rgerbestände führt, stets mancherlei alte Waren entdeck« werden, deren baldige Abstoßung im Interesse des Platzschaffms für neue Waren notwendig ist, wird jedermann einleuchien. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstehen die sogenannten Inventurausverkäufe, die also nicht etwa, wie manche Hausfrau glaubt, lediglich als Lockmittel für weitere Heranziehung von Kunden dienen sollen. Denn tatsächlich wird beim JavenlurenauSverkauf manches Stück Ware erheblich unter dem normalen, regulären Preise abgegeben, nur um rasche Leerung der Läger zu erzielen. Je eher der Geschäftsmann mit neuer Ware arbeiten kann, umso schneller und gewinnbringender setzt sich natürlich sein Geschäfts­kapital um.

* (Die Rentabilität der Kalidüngung!) Die Kalisalze koste» dem Landwirt heute an Ort und Stelle etwa das sechs- und siebenfache von früher. Im Vergleich zu den Preisen für landwirtschaftliche Produkte sind sie demnach nicht teuerer, sondern billiger als früher. Es wäre daher auch große Kurzsichtigkeit, nicht überall, wo es nur eben angebracht erscheint, den Boden reichlich mit Kali zu düngen. Die Kosten der Kalidüngung spielen heute im Vergleich zu den Mehrerträgen durchaus keine große Rolle; 1 Zentner Stroh mehr vorn Morgen deckt unter Umständen schon die Kosten, 1 Zentner Futter oder gar ein Zentner Körner mehr bringt eine mehrhundertfache Verzinsung. Die Kalidüngung war noch nie lohnender als gegenwärtig.

* (55 000 Kinder in 8 Monaten gestorben!) Nach der vorliegenden Aufrechnung des Statistischen Reichsamics sind in den ersten acht Monaten 1920 in 375 deutschen Städten 27 7000 Personen gestorben. Unter den Toten befanden sich 55000 Kinder im Alter bis zu einem Jahr.

* DasGelnh. Tgbl." schreibt:Aus Lohrhaupien kommt uns eine launige Beschwerde über das EleftrizitätSamt Peter Kunkel meint, daß bei den Installationen nach folgen dem Grundsatz verfahren wird:

Wer ein Schwein schlachr Und ein schönes Mädchen hat, Bekommt auch gleich Elektrisch Licht gemacht.

Da wir wissen, daß das Elcktrizitätsamt das Unterschieben eines solchen Grundsatzes sich ernstlich verbieten würde, so wollen wir es doch bitten, dem Einsender die elektrische In­stallation sobald als iegendmözlich zu machen, auch wenn er nicht geschlachtet und keine schönes Mädchen aufzuweisen hat."

* Hanau a. M. (Unbefugte Einmischung.) Als am 15. Juli ein Mann von der Bahnhofswache Hanan Ost einen Reisenden vorführte, der durch zu frühes Oeffnen seiner Wagentüre eine alte Frau auf dem Perron zu Boden ge­schlagen hatte, mischte sich auch der jetzt in Haft befindliche Metzger Wilhelm Wetchkopf von hier hinein. Er bedrohte

Eßgründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Der Bezieksv-te

Aormerstag, den 6. Januar 1921

und beleidigte den Wachmann. Als er nun selbst vorge­führt werden sollte, setzte er dies fort, drohte ihm auch mit einem Stöcke zu schlagen und stürzte auf dem Polizetbüro nach einem Säbel, um von diesem Gebrauch zu machen. Er war auch von seiner Begleiterin der Ehefrau Anna Schneider zu diesen Handlungen aufgeregt worden. Diese hatte die Wachmannschaft gleichfalls beleidigt. Sie wurde vom Schöffengericht Hanau zu 150 Mark, Weichkopf zu 2 Monaten und 1 Woche Gefängnis verurteilt.

* Falda, 4. Jan. Eine Delegation der Quäker weilte gestern in Fulda, um die hiesige Einrichtung der Kinder- unb Fraueuspeisung zu besichtigen. Die Quäker waren mit den hier getroffenen Maßnahmen in jeder Beziehung ein- verstanden.

Znternatienallfienmg der Donau.

Aus Budapest wird gemeldet: Gemäß den Statuten der Donaukommission tritt der bisherige Präsident Mmiral Troubridge zurück und der Vertreter Ungarns Geheimrat Miklos übernimmt das Präsidium auf sechs Monate. Admi­ral Troubridge erklärte der ungarischen greife anläßlich seines Rücktrittes, daß es unmöglich sei, mit den durch den Krieg vernichteten Verkehrsmitteln Europas den zum wirt­schaftlichen Wiederaufbau nötigen Warenverkehr abzu- wickeln. Die Donaustraße fei daher ein wahres Glück für Europa: sie könnte jedoch ihren Aufgaben nur durch Jnter- nationalisierung entfrechen. Er wünsche, daß die Donau­kommission stets für Verständigung und Zusammenarbeiten der Tonaustaaten tätig sein werde. Geheimrat Miklos be­tonte in der Sitzung der Donankommiflion, er werde, des internationalen Charakters der Kommission eingedenk, mit Hmtanstellung aller kleinlichen örtlichen Rücksichten allein für die großen Grundsätze der Donaukommission sümpfen, die ein Emporblühen der freien Donauschiffahrt bezweckten

Kleine volilißhe Aachrichien.

:- Urabstimmungen der Eisenbahner.

Wie die Reichsgewerkschaft deutscher Eisettbahnbeamten mittetlt, liegt das Ergebnis der Urabstimmung «ur aus ei»- zelne« Bezirken vor. Die bisherigen Zahluugeu ergaben, daß 141000 Stimmen abgegeben wurden, «o« denen 124 0^0 für bett Streik wäre«; das bedeutet also, daß ungefähr 85 Prozent der gezählten Stimme« für den Streik abgegeben mürbe«.

Ein Aufruf des Sechzehner-Ausschuffes.

Vom Sechzehner - Ausschuß des Deutsche« Eisenbahner- verbandes, der Reichsgewerkschaft Dentcher Eiseubahubcam- ten und -Anwärter, der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und Staatsbcdieusteter und des Allgemeine« Eisenbahner- verbandes wird ein Aufruf an die Eisenbahner veröffentlich!, worin es heißt: Die Regiern»« hat die Bereitwilligkeit ans- gesproche«. innerhalb der Grenze des Möglichen alles zu tu«, um die Notlage der Beamten und Arbeiterschaft zu be­heben. Sie ist auch gewillt. die Verhandlungen zu besch-e«- nrge« und im Benehmen mit den Ländern so ratch wie m-tt- lieb eine Vorlage an den Reichstag zu bringen, der sie qleH

mit Vorrang verabschieden wird Wir fordern sämtlich- Eisenbahner auf, das Zustandekommen befried!-ender Vm einbarnngen jetzt nicht zn stören und deshalb Aktionen e Unterlasten. Müßte es z» solcken kommen, so rufen die ür ganisationen rechtzeitig dazu auf.

Reue Roken an Deutschland.

Den Pariser Blättern vom Montag zufolge sind zwei roeU tere Noten der Alliierte« auf dem Wege nach Deutschland ftu eiltet der Noten wird die nicht genügende Kontrolle der privaten deutschen MuttttionSherstellung behandelt. Der Temps" meldet, daß die Noten der Alliierten an Deutich­land über die EAtwaffnung und Abstimmung endgültige Sir: schlöffe wiedergeben, über die keine neuen Verhändlungen mit Deutschland möglich sind.

Besprechungen in Berlin über die bayerische Einwohnerwehr.

Wie die9t. B. Z." erfährt, beabsichtigt die bayerische Regierung, sich mit den neuerlichen energischen Forderungen der Entente nach Entwaffnung der Einwohnerwehren kineswegs zufrieden zu geben. Man glaubt in München noch immer, durch neuerliche diplomatische Verhandlungen and entsprechende Vorstellungen eine Aenderung des En- lentesraudpunktes herbeizu'lihten. Um nach dieser Richtung hin weitere Schritte zu unternehmen, sollen in den nächsten Lagen Besprechungen in Berlin statt stoben. Der bayerische Ministerpräsident Dr. v. Kahr wird sich nach Berlin bege- ren, um diese Beratungen mit der Reichsregierung zu Ähren.

Der Reichstag gegen das Bovbrer.

Abgeordnete der verschiedenen Parteien haben im Reichs­tage beantragt, die der Bierindustrie zugedachten 482 000 Tonnen Gerste (dies sind üü Prozent'des zur Verfügung stehenden Gerstenvorretsl vorläufig zurückzuhalien, bis die unmitterbare Volksernährung durch Gerste . (Kaffeerfatz, stvchgraupe, Preßhefe, Mnbermehl, Malzextrakt, Suppen» iUfiebert ist. Die Antragsteller sind der Meinung, daß die Nahrungsmittel wichtiger sind alsVollbier" und Kranke, Kinder und stillende Mütter geschützt werden müssen.

Anzeigen: tl. Zeile oder deren Raum 70 Pfg., Acklomr-' geile Mk. 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr einschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezeit und Beleglieserung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zählkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

73. IaHrg.

Keine Besatzungszulagen für Kriegsbeschädigte.

Der RetchSarLeitsminister hat es abgelehnt, die Kr:ea-- beschädigten und Kriegshinterbliebenen im besetzten Gebiet mit den Beamten betreffs der Gewährung von Besatzungs- zulageu gleichzustellen und die Gewäh-rrmg von Besatzangs- zulage« ab gelehnt.

Die Fehlbeträge der Staatsbetriebe.

Die Einnahmen des Reiches für das Qrwrtal Oktober Dezember 1920 sind um fast 100 Prozent des Voranschlages Mrückgeblieben. Nach den bisherigen Ergebnissen betrag: für das letzte Vierteljahr der Fehlbetrag der Eiseubahuen 4^ Milliarden Mark, der Fehlbetrag der P-N über Milliarden.

Gute Konferenz der alliierten Ministerpräsidenten.

ImEcho de Paris" wird mitgeteilt: Die frauzvsMre Regierung sandte vorgestern eine Rote an die englische 8te- 'itermtS' worin eine Konferenz der alliierten Minurerprau- »euten in Paris zur Behandlung der deutschen und der orientalischen Frage vorgeschlagen wird. Die Koulereuz wu. zwtfth« dem 7. Januar und dem 12. Januar nattftnö.m Aus Soudon meldet dazu das ^Mmal", da» man don «» der Möglichest spreche, daß die Konferenz gegen Ende d«A MonarS Starthebe.

Po« Kaunrbaie* aufgefrefe«.

DerNew Kork Herold" meldet aus ^^^^^ drei amerikanische Seelen-- und eine große.^^^,'. ^^ ^^, word!n se^a Etue Uuterswchu^Aou"» HM Mve« Berichl dem -Staatssekretär für Startet r mitte®.

Der größte Teil des ÄttiendefitzvS d« L-G- AA^H ztapüSw ist « die amerrkannche d«rr-L«M-GeiüswaN Bxentier Oil üSergegaugeu. Die amerrkwaische *^. : «Achter worden, die «usdouuug der ^^^^b- i*, *.^ Porsche Radsda «teusiv M betretbe» uud icoM Mi «eM«e «*ce«w 8? <«***

Gin tleinasiaiisches Griechenland?

Aus Athe» wird gemeldet: Die von der Agentur Radio verbreitete« Erklär««gen des ehemalige« Miaifterpräsideu- te« Venizekos über die beabsichtigte Schaffung eines von Griecheuland ««abhängigen Reiches i« Kleinasien unter seiner Leitung hat hier die größte Erregung hervorqernfen. Der Direktor des Regierungsblattes, Lathimerini, bringt Enthüllungen, nach ivclche« ihm der verstoß ue König Alexander bereits im Mai mitgeteilt habe, Veuizekos habe ihm offen erklärt, daß, falls er bei den Wahlen »uterliegen würde, er Griechenland trennen und ein neues kleinasiaii ches Griechenland gründe» werde. Danach gewinnt das Treuen der venizelistischen Offiziere und der Agenten in Konstau- tinvpel eine gewisse Bedentung, jedoch hängt der Erfolg von dem Grade der Unterftntznng seitens der Entente ab. Veni listische Streife halten die angebliche Annrefenheit des Prinze von Co«ua«ght in Nizza für ein Zeichen dafür, da st Euglan i- ein Doppelspiel mit Griechenland treibe« wolle. Auderfeits legt man die Vertagung der Konferenz von Nizza als ein offensichtliches Zeichen eines günstigen Umschwunges der Ententepolitik gegenüber Griechenland aus.

Georgien bedroht!

Batum soll zur Räterepublik erklärt worden sein. ©inc georgische Note an Tichitscherin führt aus:

Die Stadt und der Bezirk Baium sind ein natürlicher nah untrennbarer Bestandteil der georgischen Revubirk. De'Süatd dürfen Kundgebungen für die Unverletzlichkeit von BoluM wenn diesem eine Gefahr drotren sollte, von keinem anderen herrühren, als von der Regierung (Georgiens.

Das georgische Volk, Euk- um den Press schwerster Prä fungen seine Freiheit errang, wird jeglichem Versuch, seine Hoheitsrechte anzutasten. enfebiebensten Widerstand leistev- Wenn Georgien in die-er Frage von irgendivelcder Sei:; Mitgefühl begegnen wird, wirb es dieses als Ausdruck freundschaftlicher Beziehungen zrim georgischen Volke daal- (mr entgegeitnebmen.

Jeglicher Versuch der Verletzung der Hvüeitsrechie Ge. orgiens muß als ein Ausfluß imperialistischer Bestrebungen erachtet werden, ebenso auch Kund>rebungen zum .' .-r e von Batum, die ohne Wissen und Einwilligung der gevraische» Regierung verursacht werden.

Ruman^We Mobismacklms.

Sechs rote Divisionen am Dnjepr.

Wie auS Paris gemeldet wird, verbreit«« einige Ak-enS- blätter ein Radivtele'grrmrn aus Wien, sechs rote T.vit-w n seien nach einer Depesche auS Bukarest am Tnieur uep sammelt. Der König von Rumänien habe inkohßxövWn »je Jahresklassen 1914 und 191' unter die Watten gerufen. Fo ««Sc» habe die Leitung der Eisenvostnen übernommen. Du Eisenbahner seien militarisiert worden.Journal des ~-: bats" gibt diese Raa rstl-t wieder und erklärt, sie sei iwAm*t bestätigt, klinge aber nicht unn UnWtolidb