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lüsterner Arei 8 blat 1 - Zchlüchternkr Tageblatt.

I^svreiS vorauszahlbar viertel), durch die Post Mk. 12., Unsere Träger Alk. 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10 -, L{öt an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag Mmeifter, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlüchtern.

65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäfts- verkehr mit der Firma Schlüchtern.

Gegründet im Jahre 1849 unter dem Titel

Dem Vszivkrbste

Anzeigen: kl. Zeile »der deren Raum 70 Pf,., AtName- zeile Mk. 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr einschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmszeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

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Asnnerstag, de» 30. Januar 1921

73. Jahrs.

Aus der Heimat.

s (Eine neue Gebühr.) Eine neue AbfertigungSKebühr epäck- und Expreßgutonkehr wird am 1. Februar hrr. Sie beträgt 40 Pfg. und wird für jede Ab- rg im Binnen- und Wechssloerkehr, auch im AuslandZ- derechnet, z. B. auch bei Umbehandlung und Rück- z von Gepäck und EWreßgut und bei der Nachsendung Fundsachen. Wenn zu einer Sendung Reisegepäck e Gepäckscheine verwendet werden, ist die Gebühr r eines Schein, dagegen wird bei Expreßgut für jede Ute die Gebühr erhoben. Bei Ahsertigusg von päck auf Freikarten oder FreischUne bleibt die Ab- ügHebühr für Sendungen innerhalb der Gewichts' des Freigepäcks außer Ansatz.

. (Zollbehandlung von Ausfuhrgütern.) Alle Gen- i nach dem Auslande, auch die ausfuhrfreien, müssen i<6t ab bei einer Zollstelle im Innern zollamtlich «fertigt und dürfen, wenn am Versandorte sich eine Je befindet, von der Eisenbahn erst nach der Vorab- ng zur Beförderung angenommen werden. In Hanau also alle Sendungen nach dem Auslande, deren eruug bei einer der Güterabfertigungen Hanau-Ost, oder -Nord erfolge» soll, vorher dem Havplzollamt dem Kanaltor 5) zur amtlichen Beschau nangeführt Für Sendungen nach Hamburg-Freihafen find die eren Bestimmungen von den GüLsrahfertigurgm zu n.

* Schlüchtern. Die in derSchlüchterner Zeitung" Jauuar 1921 unter der ÜberschriftFür Steuer« ' gebrachte Notiz bedarf der Berichtigung. Die in der Reichsabgabeordnung getroffene Bestimmung, dem Steuer; flichtige» die Punkte, in denen eine ich? Abweichung von, der Steuererklärung zu feinen ß« in Frage ksmmk^WMr^vsrherigM Aeußerung stien sind, ist bei den neuen Steuergsfetzen zum Zwecke ichlennigtea Durchführung des Veranlagungsverfahrens ch durchbrotzen worden, so auch in der kürzkich s« Novelle zum Reichsnoropfergesttz. Hiernach sind rauzämter für die vorläufigen Veranlagungen von der blutig zur vorherigen Erörterung bei Abweichungen eu Angaben der Steuererklärung entbunden worden, ist dadurch die in § 25 der Reichsabgabenordnung hriebene Mitwirkung von Ausschüssen bei der vor R Veranlagung yi ht erforderlich. Eine ungesetzliche wz der Finanzämter liegt daher, insoweit sie hiervon ch^ machen, keineswegs vor. Ebensowenig ist eine Heiligung der Steuerpflichtigen zu befürchten, da in fäL», j» denen der Steuerbescheid nicht das Richtige sollte, das Rechtsmittelversahren offen steht.

* Schlüchtern. Der Wintersportvere.» Gersfeld (Rhön) lügt, bei guten Schmeverhältniffen in der zweiten ^d-z Januar einen Juaendwettlauf auf Schneeschuhen

für Schüler, Schülerinnen und Schulentlassene bis zum 20. Jahr zu veranstalten. Der Wettkampf soll sich auf Lang-, Hindernis- und Sprunglauf erstrecken. Bedingungen und genauer Zeitpunkt der Veranstaltung werden noch mitgeteilt. Der Herr Unterrichtsminister Hat zu diesen Veranstaltungen für Lehrer und Schüler Urlaub bewilligt.

* Frankfurt x. M. Vor drei Monaten wurden bei dem Arbeiter Georg Pfeuffer, genannt Würzburger Schorsch, für 70 000 Mark falsche Fünfzig-Markicheine gefunden, die einer bis jetzt nicht ermittelten Falschgeldfabrik entstammten. Die fallen Banknoten tauchten in den letzten Tagen wieder an verschiedenen Stellen auf. Der Kriminalpolizei gelang es nunmehr, eine Bande von nicht weniger als elf Personen zu ermitteln und festzunehmen, die sich mit der Ausgabe der falschen Noten lebhaft beschäftigte. Als Haupt der Bande kam der 39jährige Metallarbeiter Wilhelm Schön aus Frankfurt a. M. in Haft.

* Gewänden. Den Unterricht eingestellt hat die hiesige Schule, weil der vorhandene Kohlenvorrat aufgebraucht ist. Alle Bemühungen der zuständigen Stellen, den Vorrat rechtzeitig zu ergänzen, waren erfolglos. Es ist also nicht abzusehen, wie lange diese Kohlenferien dauern werden.

* Rotmkirchsn (Sr Hünfekd ) Einen Ecvresssrbrief er­hielt dieser Tage der hiesige Müller. Er sollte eine größere Summe Güdes in einem Briefumschlag am Spritzenhaus niederlegm; anderenfalls sein Anwesen in Brand gesteckt würde. Den Drohbrief übergab man dem Landjäger und legte einen mit Papierschnitzeln gefüllten Briefumschlag an die bezeichnete Stelle. Gleichzeitig ward das Spritzenhaus und die Nachbarschaft von dem Landjäger und anderen Personen unauffällig beobachtet. Als Briefschreiber entpupvte sich ein Einwohner aus unserem Orte, der sich sogar nur mühsam an Krücken fortbew-'gen kann. Er wurde verhaftet und in das nächst- ^'»«^^^^^^*fl$»^^J"«~ »1,,^^ -^ ^

* Caffel. Bei der letzten Zi-bung der Sparprämisn- anleihe fiel ein Gewinn von 100 000 Mark auf einen kleinen Handwerker, der bei der flämischen Sparkasse 1000 Mark gezeichnet hatte.

Auszug aus dem MmsaHsteuergefeß 1920.

Die Umsatzsteuer-Erklärung für das Jahr 1920 ist bis zum 31. Januar 1921 bei dem zuständigen Umsatzsteueramt abzugeben. Für die Veranlagung find vom^Steueramt besondere Vordrucke zu haben.

Es dürfte deshalb von Interesse sein, nachstehend auf die hauptsächlichsten §§ des neuen Umsatzsteuergesetzes hinzuweisen.

Wer muß Umsatzsteuer zahle«?

§ 1 des Umsatzsteuergesetzes lautet:

Der Umsatzsteuer«nterliegea : Lieferungen und Leistungen, die jemand innerhalb der von ihm selbständig ausgeübten gewerblicherr oder beruflichen Tätigkeit im Inland gegen Entarlt mmsübrt "

Sturmkewegke Schicksale.

Roman von Max Esch. 12

Eine Woche war vergangen, seitdem Brannhofen mit iier Tochter auf Bannewitz weilte. Es war ein idyllisches ileben, daS beide, fern von dem Getriebe der Welt, in der . idlichen Einsamkeit führen konnten. In dieses paradiesi- i ( Erdenfleckchen drang nicht das Geräusch deS Alltags. | e acht Tage waren bem jungen Mädchen, trotzdem einer "ahe dem ändern in seinem Verlaufe glich, wie im Fluge laugen. j

Niemals zuvor hatte Mizzi die Woimen deS FrÜhauf- ieu§ so «nipfunden wie in diesen Tagen. Wie herrlich war ? ein Ritt in früher Morgenstunde durch die taufrischen der und den köstliches Odeur ausströmendeu Wald! Aber che Reize bot Bannewitz nicht auch in Flur und Hain! war ein Durchstreifen des hohen Laubwaldes auf Jägerpfaden durch das dichte, wirre Unterholz, das die Nlllen Wegstreifen heckenartig einzusäumen schien. Ge­gipst nur fiel das Tageslicht durch das Blättergewirr dort 11 m den prächtigen Naturdom, in dem es überall klang, i und jubilierte in vielhundertstimmigem Kantus der i nuefieberten Schar, die hier eine gastlich« Stätte erhalten >«. Welch reichhaltiges Leben pulsierte hier überall I Immer "" konnte Mizzi hier neue Eutdecknngen inachen.

Da Braunhofen die Frühspazierritte nicht liebte, begleitete "'"lg das junge Mädchen ständig aus diesen. Lasiir war zuerst dem Freunde sehr dautbar, glaubte er doch die W in gutem Schutze.

^"^ Merkwürdige Wandlung war mit dem Gutsbesitzer vor-- Mehr und in ehr fühlte er sich zu dem jungeuMfidchen '''iler Liebe hingezogen. Aber gerade diese Erkenntnis be- nichts zu überstürzen, obgleich es ihm täglich schwe- ' Ä«^ den scherzenden Konversatfonstou beizuhalten, den her dem jungen Älädrhen gegenüber angeschlagen hatte " v«n letzteres stets lebhaft einsiel, ahnte es doch nicht im welche Gefühle es in der Brust des reifen Man- ^"Mfeli^ute.

bellen aUerbinafi tarnen fviizji einzeln« Redeweltdun« 1

i gen ihres stattlichen Begleiters doch sonderbar vor, aber eint | tiefere Bedeutung legte st« ihnen nicht bei. Sie blieb in ihrem Wesen stets unbefangen heiter

Das Bildnis des Bett«S schien bath ganz aus ihrem Ge­dächtnis gebannt zu sein. Ständig sich von der heiteren Seite zeigend, erwies sich daS neue Leben in der ländlichen Einsam­keit also als die beste Arznei, die dumme Geschichte, die der Vetter heraufbeschworen, endgültig zu begraben.

Mizzi glaubte das wenigstens. Den sonnigen Tagen aber folgte Regenwetter. Nur zioei Tage umzog sich der Himmel und sandte auS dunklem Wolkenkranze monoton plätscherndes Naß herunter. In düsteres Grau war die vorher noch so lachende Landschaft gehüllt, vor Nässe trieften Bamn und Strauch, in Wassermassen gehüllt, waren die Gräser aus dem Boden, die Wege eingeweicht, und auf den kiesbestreuten We­gen des Gartens und des Parkes, der sich nach dem See hin- zog, stauben große Pfützen.

Nun war man ganz auf sich angewiesen oder auf Lektüre. Oede und einförmig erschien dem jungen Mädchen nunmehr die ganze Gegend, trostlos öde. Und dann die Langeweile! Das »var ja geradezu entsetzlich, zmnal Mizzi nicht mußte, ivas sie in Ermangelung jeder Unterhaltung beginnen sollte.

Der Vater war mit Ladewig nach der Stadt gefahren, so- daß Mizzi bedauerte, sich beiden nicht angeschlossen zu haben. Am Nachmittage begab sich das junge Mädchen in die Wirt- schaftsränme, um zu sehen, ob sich ihm dort keine Möglichkeit bot, sich nützlich zu machen. Aber überall wurde es höflich abgeivieseu, sodaß es mißmutig feine Zimmer wieder auf- suchte.

Schließlich warf sich die Komtesse ihren ivasserdichteu Ne- genmautel über, zog die Kapuze über den Kopf und schien- ; derte durch den Park'nach dem See, vorsichtig den Pfützen auf den Wegen ansbiegend. Trostlos grau in grau lag der meite Seespiegel vor ihren Blicken, an den Ketten schaukelten die beiden Boote, zum Teil mit Wasser gefüllt, träge auf und f ab in der langsamen Dünung. Wie in weißliche Walten ge­hüllt, erschienen die den See einsäinneuden Weiden und Er­len. Nietnand schiet» in der weiten Flur zu weilen, alles ein­sam und tot. J

Doch was war da»? Saitgfam schob sich in der Ferne ein 1

Hierunter sind zu versiehe»: Kaufleute, Gewerbetreibende, Handwerker, Landwirte, Rechtsanwälte, Aerzte, Privatlehrer, Genosseoschaften, Gesellschaften usw. also alle diejenigen, die selbständig eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit gegen Bezahlung ausüben. Die UNsatzsteuer wird nicht nur vom Warenumsatz gefordert, sondern von Lieferungen und Leistungen, z. B.: Ein Glasermeister setzt irgendwo eine neue Scheibe ein und rechnet

1 neue Scheibe Mk. 25,00 Arbeitslohn Mk. 8,00 zus. Mk. 33,00

so muß er von dem Preis der Scheibe und vom Arbeitslohn, also von Mk. 33,00 Umsatzsteuer zahlen. Oder, ein Friseur, der feinen Laden hat und von K«nde zu Kunde geht, muß von seinem Verdienst Umsatzsteuer zahlen.

Nuslandsliefimngen sind umsatzsteuerfrei.

§ 1 Absatz b lautet:Entnahmen von Gegenständen aus dem eigenen Betrieb, um sie m Zwecken, die außerhalb der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit liegen zu gebrau­chen ober zu verbrauchen, find umsatzsteuerpflichtig."

d. h.

Wenn Schreinermeister L. für sich selbst ein Schlaf- k^mmer Gefertigt, so muß er von dem Betrag Umsatzsteuer zahlen. Berechnet werden solche Entnahmen zum Großisten- preis. Oder, wenn der Kolonialwarenhändler X aus seinem Laden Reis, Linsen, Bohnen usw. für seinen Haushalt entnimmt, dann muß er dafür Umsatzsteuer zahlen. Ent­nahmen zur Unterhaltung des Personals, adgeseh n aller­dings von zur Arbeitsleistung im Betriebe des Steuerpflich­tig« vertraglich nicht verpflichteten Angehörigen, find ums-rtzsteuerfrei. Hinsichtlich der Sclbstentnahmen kommt übrigens insbesondere die Landwirtschaft in Betracht.

Ste«ersreihe»t des Zwische«ha«dels.

1 7 besagt:BeNMwialnng mehrerer von v-rfchtedene» Unternehmern über dieselben Gegensiände oder über Gegen­stände gleicher Art abgeschlossenen Umsatzgeschäfte find nur die Lieferungen derjenigen Unternehmer steuerpflichtig, die den unmittelbaren Befitz übertragen."

Diese Bestimmung bezieht sich wesentlich auf Kommissio­näre (Agenten), soweit sie eine lediglich vermittelnde Ge- schckftstätigkeit auSühen. Die ihnen zustehende Provision ist jedoch in jedem Falle umsatzsteuerpslichtig.

Für die Luxussteuer gilt die Steuerfreiheit bei Zwischen Handels nicht.

§ 8 lautet:Die Umsatzsteuer wird von dem für die steuerpflichtige Leistung versinnahmten Entgelte berechnet."

d. h.

Von den Einnahme für Lieferungen und Leistungen. Bei dem Kaufmann und Gswerbetreibenden von feinen Ein­nahmen für Warenlieferungen, bei dem Handwerker von seinen Einnahmen für gelieferte Arbeitcu, bei dem Arzt für seine Es««abmen für ArMäe $Hhn usw Borgelegte WWW» I- »> MH il S^-L»LR aaPIIIB.HIHK 3MaXflBMMlaBESaaXB1 dunkler Schatten über den See. Was konnte das zu bedeute» haben?

Angestrengt spähte das junge Mädchen in die Ferne. ®# war ein Kahn, der schattenhaft über das Wasser glitt. Plötz­lich stand er still. Die Person, die darin saß, beivegte flch und dann erschien es der Beobachterin, als ob sie ein größeres Pa­ket in den See versenke. Kaum spritzte indes das Wasser auf, als das Boot auch wieder dem Ufer zuglitt, in dessen einer Ailsbuchiung es bald darauf verschw>»lden war.

Was mochte die Erscheinung zu bedeuten haben? Diese Frage beschäftigte das Mädchen intauSgefeßt, umsomehr, da es wußte, daß außer den Booten zu seinen Füßen teilte an­deren sich auf dein See befinden sollten. Die beiden Kähne, die zum Befischen deS Sees dienten, lagen auf dem kleinen Gutsteiche, was Mizzi vorher noch selbst gesehen hatte.

Hier lag ein Geheimnis vor, dem Mizzi auf den Grimd gehen wollte. Sie merkte sich an Zeichen auf beiden Ufern die Stelle, an der von dem Kahne aus der Gegenstand in den See versenkt ivorden war und kehrte dann nach dem Guts­gebäude zurück, um ihrem Gedächtnis durch AufzeichilUilgen zu Hilfe zu sommern

Dem Regenwetter war wieder Sonnenschein gefolgt, lachender blauer Himmel umrahmte wiederum die mit flüssi­gem Gold überzogene Natur. Bald genug waren die legten Spuren deS Regens getilgt, sodaß die Komleß sich entschtuß, dein GehernliiiS üss Sees nachzuspüren. 255,20

.Unauffällig hatte sie sich durch den Bitrschen deS VaterS eine längere Teilte mit einem Haken beschaffen lassen. Samt bat sie sich den Burschen von ihrem Vater zu einer Bootnar« sie aus, damit er das Boot rudere. Doch ihre Nachforsr. lag blieb vergeblich. Obgleich das junge. Mädchen an der ge­merkten Stelle den Seegrund »ach allen Richtungen absu gre, fand es nichts. Auch in Der Bucht, in der de^geheimniso.nls Kahn verschwunden war, konnte Mizze keine Spur von einem solchen entdecken, doch fand sie auf dieser Fahrt eine : ie Eülbüchtttng, die, wie der Bursche ihr erklärte, einen stark ge­gangenen Wildpfad nach bem Wasser auf:mes. Da .. '>er Wildwechsel zum Teil von Weiden- und @deu6ükt>itMim- fäumt war, bot sich hier eine Wone Ge wdeik. >>»« stiere des Waldes, wenn sie zur Tränke tarnen, zn ^edo-i gwit.