^TzpreiS vorauszahlbar Viertels, durch die Post Mk. 12.—, L unsere Träger Mk. 10.80, bet uns ab geholt Mk. 10.-. Meint an Wochentagen nachmittags, Druck u. Verlag Sofimeifter, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlüchtern. rnwi 65. Erfüllungsort für den gesamten. Geschäfts- verkehr mit der Firma Schlüchtern.
Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
Schlüchterner Tl geblstt
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P Aus der^Heimat.
Echlüchtern. Das Finanzamt ersucht uns, darauf Hin- seil, daß sich die Umsatzsteuer, sowie die ErbschastS- 1, SchenkungSsteuer- und Grunderwerbssteuerabteilung mies ab 22. Jaruar 1921 im Erdgeschoß des Grund Filldaerstraße Nr. 62 befindet.
Schlüchtern. Es sei nochmals darauf hingeiviesen, daß die arlscheine vom 30 11, 1918 mit Ende dieses Monats Gültigkeit verlieren. Da die Reichsbark die Scheine |§ Ende des Monats annimmt, muß ihr Umtausch bei' lieben Kasten spätestens bis zum 28. Januar erfolgt Es handelt sich um die Scheine, die man im Volks- mit „Tortenteller" bezeichnet. ,
Schlüchtern. Wie aus dem heutigen Jascrat ersichtlich ist der Fußball-Verein Schlüchtern 1910 seine Mit r zu einer Generalversammlung auf Mittwoch abend zusammen. In erster Linie gewinnt die Versamm- >uich die Neuwahl des gesammten Vorstandes einschl. ührer sämtlicher Mannschaften Bedeutung,.gilt es doch, « Mitte der Versammlung tatkräftige Herren an die des Vereins zu berufen, Männer, die mit Freude um übertragenen'Pflichten voll und ganz erfüllen, um eretn, der durch Ausfall einer Reihe guter Spieler ächt ist, zu neuer Blüte zu bringen. Aber was nutzt r beste Wille der Vereinsleitung, wenn seitens der lebet, und besonders der aktiven Mitglieder nicht das Jutereffe gezergt wird. Damm heraus aus eurer ü, ihr Jünglinge Schlüchterns, laßt euch nicht von ugmd der näheren und weiteren Umgebung beschämen, euren Körper und eure Nerven in Gottes freier an unseren Kampfspielen. Den Eltern, sei an dieser aus Herz gelegt, hindert die Jugend nicht an der uug ihrer sportlichen Tätigkeit, unterstützt sie vielmehr
Beziehung. Und dann machen wir inen Teil von^ Steins Jünglingen damuf aufmerksam, oaß im Sport- e jeglicher Kastengeist zurückgestellt werden sollte, im chen Gedanken sollten auch in Schlüchtern alle Brüder Zuletzt eine Bitte an alle älteren, sporrliche Interesse $ Herren, treten auch Sie ein für die gute Sache des ilsports sowohl wie der Leichtathletik, unterstützen Sie «ein moralisch. Sportvereine, die vorwiegend aus ; Männern zusammengesitzt sind, brauchen Sie als »diges Rückgrat, darum melden Sie sich am Mittwoch als unterstützendes Mitglied au. Allen aber sei zu a: „Der Sport marschiert mit Riesenschritten vorwärts >ird sich in seiner Ausdehnung nicht aufhalten lasten, ; laßt auch in Schlüchtern ihm die Wege frei machen. Nmhof. Das Privatpersonensuhrwerk mit Postsachen- ^erfonenbeförderung Neuhof—Heubach vor der Rhöa P 1. Februar an ausgchoben. An seine Stelle tritt F Strecke Neuhof—Oberkalbach täglich eine Güterpost, W allgetneinen nur der PostfacheabesöxdeNv, bünt.
Dienstag, den 25. Januar 1921
Die Beförderung von Personen mit dieser Post ist widerruflich nur in beschränktem Maße gestattet. Auf der Strecke Oberkalbach- Heubach über Uttrichshausen verkch-t vom gl-ichen Tage an an Werktagen eine mit Fuhrwerk ausgerüstete Landbriesträgerpost, die nach Möglichkeit eine einzelne Person befördern kann.
Postengang:
Anzeigen: kl. Zeile oder beten Raum 70 »e., ÄeHatne« zeile Mk 2.— fämtl. ohne besonderen Zuschürg. Wei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Rindrvgebdhr einschl. Bezug». Keine Gewähr für Platz, Aufnahmozeit. und Beleglteserung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zählkarte Frankfurt a. M Nu«mer 11482
73 Jaßrg.
9.0 W ab Neuhof—Postamt an ^. 8.15 " ' ' " ' 7.45
9 20
9.45
—Bahnhof
Niederkalbach Mittelkalbach
7.20
10.30 >jr au Oberkalbach
Sonntags WerktagsW ab
10.50 11.00 M
1.20
2.10
11.50
1.40
Oberkaibach
Uttrichshausen
an Hmbach
1 7.00 ab M 6.15
awA Sonnt, Werktags
1 5.10 abA 4.10
5.10
4.10
* Caffel. Der Preisrückgang in Fettwaren Halt an. Seit einigen Tagen ist ein nicht unbedeutender Rückgang der Preise für Schmalz, Del und Margarine zu verzeichnen. Auch die Preise süc Kaffee sind gesunken.
Kapitalabslndung
Die Ausführnngsbessimmungen über Kapitalakfindung, in den Allgemeinen Ausführungsbestimmungen zum lieichs-Versorgungsgesetz (RBG.) nicht enthalten waren, sind w. Reichsgesetzblatt vom 24. 12. 20 erschienen. Sie enthalten gegenüber den früheren Bestimmungen nur wenige Veränderungen, die bezwecken, daß sowohl die Anträge der eine Abfindung begehrenden -krieasbeschädigten und Kricaerwitr-en mit möglichster Beschleunigung behandelt, als auch die Zu ■miff btejes D'erlo^ÄreÜLZ ^w- erl-wird» Zweck oer^Kapsral- tbsindung darf nach wie vor nur Erwerb oder Stärkung ngenen Grundbesitzes sein. Von den Organisationen der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen war verlang! r-c-rden, daß die Kapitalabfindung auch für andere Zwecke gewahrt werden solle. Dieser Wunsch konnte keine Ersilllnnq finden. Die Möglichkeit der Geldbeschaffung für andere Zwecke — z. V. Einrichtung eines Geschäftes. Ankauf von Naschinen für Heimarbeit und dergl. — ist aber durch die im RVG. enthaltenen Bestimmungen über Verpfändung und Übertragung der Renten gegeben. Es ist Aufgabe der Für- nrgestellen für Kriegsbeschädigte und KriegerhmteWAHfne, fiesen bei der Beschaffung von Kapital durch llebert^aäung »der Verpfändung eines Teiles der Rente behilflich zu fein. 8s ist zu hoffen, daß diese Einrichtung für die Verwertung. >er Arbeitskraft vieler R-mtenemvfänger von b e s on d e r s
die
segensreicher Wirkung fein wird. Gegen ü her der Kapitalahfindung bat diese Art der Geidbeschaffuna ren Vor- mg, daß sie schneller vor sich gehen und sich den biel.nitalfi.ien hcrbäftmffen besser anpassen kann.
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MinifkerKrise in der Tschechei.
Im Kabinett ist eine Krise ausgebrochen, in sofern, als der Handelsminister Dr. H o t o wetz, durch deffeu Zuckerpolttik die Tschechei einen Schaden von 8% Milkt« we« Dkark erlitten bat, seine Demksswn glelchzcitiq mit dem Er- irährungsmi^nister eingereicht bat Als Nachfolger des Handelsmimsters gilt der Staatssekretär im Qandels- imnisterium Dr. Schuster, der auch das Wirtschaftsabkommen mit Deutschland abgeschlossen hat.
Streiks in Nordböhmen.
In der nordböhmischen Textilindustrie ist ein Streik au§< gebrochen. Die Betriebe der Reichenberger und Warns- dorser Textilfirmen stehen still.
Die Seuchengefahr in Polen?
In Polen und in den au Pole« abgetretenen deutschen Gebieten greift die Senchengefahr immer weiter um sich, üin Kreise Thor» sind Cholerasälle und Fälle von Fleckfieber- typhus vorgekommen, ebenso sind aus der Poscuer stdegeud Cholera- und Flecksieberfälle gemeldet. Das Dorf Obersitz- kow bei Birnbaum ist wegen Fleckfieber abge'perrt worden. Die Seuche ist durch Militär von der Front eingeschleppt worden. Auch im Lager Tuchel herrscht Fleckfiebertuphus Die englische Flotte nach den japanischen Gewässern
Sämtliche kampffähigen Geschwader der englischen Atlau- ticflotte sind aus Pottland nach den japanischen Gewässern in See gegangen. Es ist dies das grollte Flottenmanöver seit Ausbruch des Krieges. Unter den Schiffen befinden sich „O.ueen Elisabeth", „Hood", „The Pulses und der „Tiger" Die Geschwader werden zwei bis drei Monate auSbleibe».
Italien und die Anschlußfrage.
Wie der „Secolo" meldet, hat die italienische Regierung in Paris und London erklären lassen, daß sie gegen einen wirtschaftlichen Zusammenschluß Oesterreichs und DeuiÄ lan-ds keine Bedenken habe, um die Lage Oesterreichs zu sanieren.
Italiens starke Belieferung mit Kohlen.
„Stefani" verbreitet eine Nachricht der italienisihen Delegation bei der interalliierten Wiederherstellungskom- mPion. Darnach haben die Kohlenlieferungen Deutschlands au Italien in den Monaten Oktober und November die pflichtmäßige Menge bedeutend überstiegen. Deutschland lieferte im Oktober 272 885 Tonnen gegen 209 000 vor- geschriebene, im November 217 686 Tonnen gegen 209 000. Äe gesamten an die Alliierten gelieferten Mengen betrugen dagegen nur 1792 000 Tonnen anstatt 2 000 000 Tonnen.
König Konstantin an der Front.
Witte Konstantin hat sich an die griechisch-türkische Front Begehen. Eine große Anzahl Truppen wurde als Verstar- kmeg dorthin gesandt. Bis zu ihrem Eintreffen ist die Offen - fhw ««schob«« worden. General Papolas wird durch General Nieder ersetzt.
Line amerikanische Anleihe in Sicht?
Dt« „Morningpost" meldet aus Newyork: Entgegen seiner WWterige» Stellungnahme genehmigte das StaatSdeparte- ueatt Bertragsverhandlungen mit Deutschland über den Mschlub eines Rohstoffkreditabkomme«. Die „Mornrng-- t«»" tNmnrt als Höhe der Anleihe 800 Btiüionrn Dollar an.
Sturmöewegte Schicksale,
Roman von Max Esch.
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In Segtofnno Thurandots und einiget seiner neuen piße war er zu den Rennen nach Hoppegarten hinansge- k' n, in der festen Erwartung, dort ein gutes Geschäft zu pn.
®M Gefühl vollkommenster Sicherheit trat Wolff dreist kund ließ sich verschiedenen Kavalieren unter einem er» pu Namen vorstellen.
»Denn aber trat zu einer Gruppe Offizieren, bet hie beiden Üblichen Franzosen soeben vorgestellt waren, Leutnant I Bevern, kameradschaftlich von den Offizieren begrüßt. Mn aber hatte der Hinzniretende Wolff erblickt, als sich sein k^r strahiendeS Antlitz verfinsterte, um dann das höchste r'innn ividerzuspiegeln, als der Spieler ihm als sraiizö- p Ptosesjor vorgestellt wurde.
i ^ilch Benütien schien sichtlich betroffen, dem Offizier sich Küniber zu befinden. Seme Befangenheit währte aber nur j 1^ Zeit, sagte er sich doch, daß nur größte Kaltblütigkeit Wot einer Katastrophe bewahren konnte. Leicht lächelnd Folgte er sich vor Bevern, um sich dann lebhaft an Thu- P'oot in französischer Sprache zu wenden.
ptfntertfam beobachtete Bevern den angeblichen Pro Warum mochte sich der Herr von Wolff — ein Irrtum, es nicht war, blieb gänzlich ausgeschlossen — den Namen beigelegt haben? Und da fiel Bevern ein, von pjiebeneii Kameraden gehört zu habe», daß der Mann spiele und ihnen große Summen abgenoinmon habe,
N «, von Bevern. hatte ja die gleiche Erfahrung machen Stimmest stand es bei dem Offizier fest, daß Wolff !
r Hochstapler oder etwas derartiges sein müsse, jedenfalls . ber in Kameradeukreise» nichts zu suche» hatte. !
I 1 kehrte er dem Spieler den Rücken, die Kameraden »er- । k>üs gleiche zu tun.
Natürlich waren letztere über das Benehmen des Käme- p11 "berruschl. Stur ju derrtlich spiegelte sich das Erstaunen
darüber in ihren Gesichtern wid«, fsdaß von Bevern erkannte, eine Aufklärung zu geben $ulbig zu fein.
„Ich kenne den Herrn Profeffv» aus meiner Garnison her, nur nannte er sich dort von Wolff!" entgegnete er auf die ftagenben Blicke.
Aller Augen der Gruppe richteten sich nunmehr auf den Spieler, dem zwar äußerst ungemütlich zumute war, der aber feine Kaltblütigkeit keinen Augenblick verlor. Lächelnden Antlitzes erklärte er, daß der Herr Leutnant sich jedenfalls durch eine Aehulichkeit irreführen lasse.
Einen Augenblick nur stutzte Bevern, bann aber biß er die Zähne zusanrrnen. Das war ganz die etwas schnarrende Sprechweise des Herrn von Wolff, das waren auch die Mä- nieren dieses Herrn, besonders das tlnterftrei^eu einzelner Sätze durch Haudbewegu»tgen, unb inehr »och, der Me»sch trug sogar ei»en Anzug, den er auch zuweilen in der Garüi- son angelegt hatte. Die Dreistigkeit, mit der Der Mensch ihn zum Lügner stempeln wollte, ging dem Offizier über den Spaß. Empört erwiderte er Wolff: „Ein Irrtum meinerseits ist vollkommen ausgeschlossen. Der Herr Professor und der Herr von Wolfs sind idettiisch. Noch «iehr aber, der legere Herr war ein Spieler!"
„Das ist stark!" zischte dor so Beschuldigte. „Mein Herr, Sie werben mir Gemigtuung für diese unerhörte Beleidigiillg geben, wenn Sie nicht wollen, daß ich Sie für einen ehrlosen Wicht halten soll!" Fest richtete er seine tückisch bilden Den Augen auf Bevern, in dem eS kochte. Schon trat er mit hoch- erhobenem Arme auf den Spieler zu, diesen für die Unve, schänitheit zu züchtigen, doch zur rechten Z»it kehrte m n die ruhige Ueberlegung wieder; hastig wanbte er sich n sodaß es des Dazwischeirtreietts mehrerer Kameraden flu nicht bedurft hatte.
Das Ereignis eifrig besprechend, folgten die Offi.fi>'! > Bevern, Der wiederum einen Der Kameraden bat, ihm Sekn-. i banteubienfte zu leisten, wenn der Ehrenral sich für ein Dae ' alisspreche» sollte, was Bevern indes nicht glaube, da er den I Menschen als Spieler nur zu gut keime.
Kanin Hatleu sich die Offiziere entfernt, als Thurauda! Den Gefährten unter Den Arm nahm unb ihn ebenfalls fort« lührle.
„Was nun ?" fragte er narfi einiger Zeit. „Willst Dii'Dich mit dem Grünschnabel sckieße» ?"
„Fällt mir gar nicht ein!" entgegnete trocken Wolff.
„Ja, aber Menschenskind, ivas soll beim nun geschehen?" fragte iburaubot weiter.
„Nichts!" gab lakonisch Wolff zur Antivort. „Ich reise heme uvch ab. Um aber dem Lasten ein wenig Angst ein^u» jagen, mußt Du ihm eine Forderung von mir Überbringern Setz Dich mit ihm in Serbinaun j und berichte mir in meiner Wohnung das Nähere. Heute abeub reife ich bestimmt ab.“
Beide verabschiedeten sich darauf. Während Wolff Den Blatz verließ, schleuderte Thnrandot Darauf nmyer, nach Den Offizieren suchend.
Endlich hatte er die Gruppe wieder «ntdeckt und ging langsamen Schrittes darauf zu.
„Einen Aligeiiblick, Herr Leiltilant, wenn ich bitten Darf,“ rebete er Bevern höflich an. Legerer trat mit ihm beiseite, scharf von den übrigen beobachtet.
Nachdem Bevern vernommen, ivas Thur'auvot von ihm »volle, »vies er ihn an einen Kameraden und wanbte sich baun den übrigen wieder zu. Er war nicht gerade aufgeregt, doch war eö ihm unangenehm, sich mit einem Menschen wie diesem angeblichen Professor Duellieren zu müssen, aber zurückneh- meu konnte er feine Worte nicht Der Aienjch war ein Abenteurer, das staub mehr denn je bei ihm fest, und wenn er sich auch durch gefälschte Papiere legitimieren konnte, sodaß der Ehrsnrat, dem er Den Vorfall Vormittagen hatte, sich für baS Duell entschied, niemals wollte Bevern reovziere».
Darin gab er auch feinem Sekundanten und Den übrigen Kameraden Mitteilung von Diesem Entschlüsse.
Obgleich Bever>» sich, nad)bem Thnrandot sich verabschiedet, wieder beut Reimen zuwandle, koirM er d^ch ein iiiwe» !,agliches Gefühl nicht vaimeii, sodaß er sich lange vor Schluß der Rennen mm Den Kameraden »er ab schiedet« und Äi seinem Auto die Rückfahrt antrat.
Es mußten wohl gültige Papiere fein, die Der Sekundant des angeblichen Professors' Dem OifluerS»®)ren^ auf dessen .liifforderuug vorlegte, denn er emsüteb sich itr öas Duell, das darauf von betben Sekuudatüeu füi- M» »Esten Morgen festgesetzt würbe. 855,20