»chlüchlerner Rrei 8 dsatl. - - — Zchlüchlerner Tageblatt.
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s Die Krheöung des Weichsnotopfers.
t. §s bestehen bei der Bevölkerung noch vielfach Unklar- über die Verrechnung der Kriegsanleihe bet der Be- — uz des Reichsnotopfers, und es ist auch vielfach Beun- ung darüber eingetreten, daß die UeL-rtraauuq von dbuchforderungen auf das Konto der Reichskasse zur i S chiung des Reichsnotopfers solange Zeit dauert. Dem- Mr sei festgestellt, daß nachweislich selbstgezeichnete tei stverschretbungen und Schatzanweisungen der Kriegsan- ^ des deutschen Reiches, die nach dem 31. Dezember 5 bis zum 31. Januar 1921 einaereicht sind, zu dem 13 Absatz 1 bezeichneten Vorzugskurse auf das Refchs- »f« in Zahlung genommen werden. Als vor dem 31. || ar 1921 eingereicht gelten die Schuldverschreibungen y Schatzanweisungen der Krieasanleihen auch dann, wenn steuerpflichtige bis zum 31. Januar 1921 die Bank, Sparkasse usw. bei der fich die Kriegsanleihestücke in ^'«ahrungchefinden, beauftragt, einen ziffermäkig bestimmten dieser Stücke zur Bezahlung seiner Reichsnotopfer- aellb einer amtlich bestellten Annahmestelle für Wertpapiere .bleichen und die Bank usw. diesen Auftrag ordnuuos- bis spätestens zum 31. Juli 1921 ausführt. Wird Nust,ag nach dem 31. Januar 1921 erledigt, so hat ZMank usw. zu bescheinigen, daß ihr der Auftrag vor Jl. Februar 1921 erteilt worden ist ; diese Bescheinigung —Mßcr den sonst vorgeschriebenen Bescheinigungen über o-Weichnung usw. der Annahmestelle einzureichen.
—Wenss werden nachweislich selbstgezeichnete Schuldbuch- ^Lrungen der Kriegsanleihen des Deutschen Reichs zu dem 43 Abs. 1 Ges. bezeichneten Vorzugskurse auf das Lsnotpfer in Zahlung genommen, wenn der Uebertra- Isontrag bis zum 31. Januar 1921 bei der Rsichs- Lenverwaltung (Schuldbuchangelegenheit) gestellt ist.
Mer Eingang der Anträge auf Ue&ertragung von Schul- Lnderungen auf das Konto der Retchskafle zur Ent- ■n8 des ReichSnoLopfers bei der Reichsschulvenverwaltun^ Mnen solchen Umfang erreicht, daß die Bearbeitung | Anträge mehrere Wochen beansprucht. Auf diesen Mnd wird bei der Einziehung des Reichsnotspfers genommen, wenn die noch nicht erfolgte Erledigung Mrbettragungsantrags glaubhaft gemacht wird.
^gI" Neigen macht die Reichsschuldenverwaltung darauf Herksam, daß sie Anfragen über den Eingang von An- W nur beantworten kann, wenn ihnen mit Freimarken ...UEständiger Adreff; des Anfragenden versehene Brief- »Wlägc oder Postkarten bekgefügt sind. Es empfiehlt sich —I die Uebertragungsanträge unter „Einschreiben" einzu- pE und den Postschein als Bestätigung der Antragsstellung ^^Wlwmdcn.
I Aus der Heimat.
W-* (Die Notwendigkeit der SLickstoffsüngung.) Wir
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| Sturmbewegte Schicksale.
Roman von Max Esch. 19
I Tiefer Frieden lag in diesem schlafenden grünen Dome L^^ssUet, nur das Froschkonzert schallte oom See und von f E.sin gedämpft herüber. Zykaden und Grillen ließen W e emsormigen Liebeslieder ertönen, aber jede andere Srea- F i^roteg.
I «türlid) blieb Ladewig stehen. Zum ersten Male L , ** während eines Mondscheinaberrds an dieser Stelle L . «efitztunres. „Wie schön ist das, gerade als ob man W m einem Zaubergarten befindet!" rief er aus. Und ge» |«mßte er den Bann abschtttteln, den die wunder- Mondennacht auf ihn ausübte. Doch bet Heine Schelm °kwieS sich als störtet und trieb ihn aus seiner Ver- k»kmheit auf.
1 vorsichtig lauschte Ladewig nach einiger Zeit, ob er nicht k vernehme. Aber nichts verriet die Anivesstiheit der
L "wellen Schrittes langte Ladewig am Pavillon am | \ an. Er war leer.
L " o>vigs Blicke suchten das Ufer ab. Es fehlte das tlei-
I "r beiden Boote, aber nichts konnte der Suchende von | "hrzeuge auf der Wafferfläche wahrnehmen.
r -liesse Mizzi befand sich also auf dem Wasser und L lle wahrscheinlich in irgend einet der vielen Einbuch- L' 11 Wenn er nur gewußt hätte, auf welcher Userseite sie ,uäre, aber so angestrengt Ladewig auch in den a n ^! ^aanölanschte, kein Ruderschlag verriet ihm den Auf- s ^'stsort der Geliebten.
L ^'“iß entschloß sich, in bem anderen Boote der Komteß k "lahren. Er löste die Kette und ließ es schiveigeud ge- m„s s"-daß auch der Hund ins Boot sprang. Mit kräftigem Rittet W’ W ^^ Fahrzeug vorn Ufer ab, dann ergriff er die „,,?^""'rksain suchten feine Augen von Zeit zu Zeit die Ufer i b, '"">! anderen Boote und seiner Insassin ab, aber nichts
A i'öiiit zu entdecken.
L Ladewig nur gewtcht, auf welcher Seite des Users , ug. Mädchen sich aufhielt, dann würde er schiwller vor- ‘
Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
®er Bezt^ksb-te.
Samstag, den 29. Januar 1921
verweisen auf das heutige Inserat der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik über die Wirkung und Anwendung der modernen Stickstoffdüngemittel.
—* Bon amtlicher Seite wird mitgeteilt: Nach den Erfahrungen der beiden letzten Jahre werden solche Personen, die mit Rücksicht auf ihre Vermögenslage nur unter Zuhilfenahme von Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln Wohnhäuser erbauen können, aber mit der Bauausführung beginnen, ohne vorher die verbindliche amtliche Zuflcheruua einer Beihilfe erhalten zu haben, darauf hingewiesen, daß keinesfalls aus der vollendeten Tatsache des Baubeginns eine Berechtigung für Gewährung einer Unterstützung hergeleitet werden kann. Hinsichtlich der Frage, ob neue Mittel für diese Zwecke bereit gestellt, und in welchem Umfange und unter welchen Bedingungen Beihilfen gegebenenfalls gewährt werden, ist eine amtliche Mitteilung an die Provinzialinstanz noch nicht ergangen. Sobald eine solche erfolgt sein wird, werden die Behörden der Gemeinden und Gemeindeverbände, deren Auskünfte dann im Gegensatz zu privaten maßgebend sein werden, Weisungen erhalten.
—* (Abbau der Einkommensteuer?) Der Reichsfinanz- minister trägt sich, wie die „Germania" erfährt, um der Entwertung der Einkommen, namentlich der niedrigen Einkommen der Arbeiter-, Beamten- und Angestelltenschaft Rechnung zu tragen, mit dem Plan eines zeitgemäßen Abbaues der Einkommensteuer.
—* (Muß etwas aus der Schaufensterauslage verkauft werden?) Mit dieser für die ganze deutsche Geschäftswelt wichtigen Frage beschäftigte sich ein Berliner Schöffengericht in einer Verhandlung gegen einen Schuhhändler. Bei ihm wollte ein Käufer für sein zweijähriges Kind ein Paar Stiefel haben, das im Schaufenster stand. Die Herausgabe der Schuhe wurde mit der Begründung verweigert, daß man den ganzen Erker ausräumen müsse, um der Ware habhaft zu werden. Die Folge war, daß der Schuhhändler wegen Verkaufsverweigerung einen Strafbefehl über 100 Mark erhielt. Das Gericht erkannte auf 50 Mark Geldstrafe. Der Ladeninhaber sei verpflichtet, die Ware aus dem Schaufenster herauSzugeben. Es sei eine alte Erfahrung, daß vielfach Waren nur als Lockmittel ausgestellt würden, und daß nur ein Stück der Ware im Geschäft vorhanden sei. Wenn derMug-klagte behauptete, er habe die Schuhe nicht herausholen können, so hätte er sich einen Apparat zum Hereinschaffen besorgen können.
Ueber einen militärischen weyermvenrag nichts bekannt.
Auf eine volksparreilichc Anfrage hat der Minister des Innern Koch geantwortet, daß der Neichsregierung über irrten militärischen Gebeimvertrag zwischen Sowjetrußland and der Sektion Deutschland der 3. Internationale nichts bekannt sei.
wärts gekommen sein. So hielt er sich in der Mitte des SeeS, um die Ufer zu beiden Seiten besser überblicken zu können. Oftmals hielt er in seiner Fahrt inne, Augen und Ohren anftrengenb, aber imm« wieder mußte er zu den Rudern greifen und das Boot vorwärts treiben.
Da hielt er unwillkürlich im Rudern inne. Gin Schuß unterbrach peitschenartig knallend den Friedeir der Natur. Er mußte rechts voraus im Walde abgegeben sein und warf ein langnachhallendeS Echo über den See. Wer konnte da ge- fd)offen haben? durchfuhr es ihn. Braunhofen befand sich an ein« ganz entgegengesetzte« Stelle, «•« ihm konnte der Schutz also nicht abgegeben fein.
Leise ebbte das Echo ab, und allmählich fiel reichet der nächtlichen Wasserseinger braufenber Chor, der ob der unge= wöhnlichen Störung jäh verstummt mar, in vollen Akkorden ein. Frieden lag über dem mit flüssigem Silber überzogenen Wasserspiegel arWSgebreitet. Noch immer aber konnte sich La- dewig nicht erklären, wer da geschossen haben könnte.
Ob die Komteß den Schutz abgegeben? Doch nein, sie hatte ja erst gestern noch erklärt, daß sie die Ausübung der Jagd für barbarisch halte. Nieinals würde sie ein Gewehr auf ein unschuldiges Geschöpf abdrücken können, das niemand etwas zuleide tue. DaL sei grausamer Mord.
Bon diesem Standpunkte hatte sich das junge Mädchen auch durch die Einwendungen des Baters und durch seine, Ladeivigs, nicht abbringen lassen. ^Ja, am Schluffe des Gesprächs hatte Mizzi erklärt, daß sie niemals auf die Jagd gehen würde. FolKich konnte bet Schutz auch nicht von der Komteß herrühren.
Da auch die beiden Inspektoren, die die ' Berechtigung hatten, für die Gutstafel zuweilen ein Stück Wild zu erlegen, auf dem Guisbofe weAien, ivas er vorhni selbst gesehen, blieb nur die Möglichkeit bestehen, daß ein Wilddieb sein nichtswürdiges Gewerbe avsgeiibt hatte. Aber wenn ein solcher in der Nähe des S^es sein Unwesen trieb, wax da die Kvinleß, die mit ihrem Bapte vielleicht «gendwo am Ufer festlag, nicht gefährdet?
Der Gedanke trieb ihm daS Blut heftg durch die Adern. Auf jeden Fall mußte er sehen, der Geliebten schnell nahe zu tommen, um jede Gefatzr von ihr aluoeo.üen zu sönnen.
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73. Iayrg.
Verschleierung der polnischen Truvpen- verschiebungen an der deutschen Off grenze.
Zu den Meldungen, daß die dol"ische Grenze bei Lissa in Zusamenhang mit dem polnischen Trunpenaufmarsch an bei deutschen Greine gesperrt sei, wird noch ergänzend durch bü „Nat.-Ztg." gemeldet, daß die polnische Regierung auch bii Grenze gegen Ostpreußen vollkommen gesperrt hat. Auch ii diesem Fall,hat es den Anschein, daß die Grenzsperre erfolg ist, um Truppenverschiebungen an der Grenze Ostpreußen- zu verschleiern. Grünoe su den Maßnahmen sind von bei polnischen Regierung bislang noch nicht bekanntgegeber worden.
Sturmschäden auf Sylt.
Durch eine Sturmflut auf der Insel Sylt ist die Kurpromenade zum Teil eingestürzt. Die Sturmflut unterspülte die Frindamente. Am schlechtesten ist der Teil weggekommen, wo der ^.Musikpavillon sich befindet. Ein etwa 40 Meter langes Stück ist auf drei bis fünf Meter Breite eingestürzt, und der Musikpavillon hat sich stark nach der See gesenkt, so daß er schleunigst abgebrochen werden mußte, damit er nicht bei dem nächsten Sturm in den Seesand gespült wird. Es werden schleunigst Sicherungsarbeiten vorgenommen werden, von denen man hofft, daß sie die Wiederaufnahme des Badebetriebes vor Beginn der diesjährigen Saison sicher ermöglichen werden.
Groener über die Erhöhung der Eisenbahntarife
Der Reichsverkehrsminister Groener sprach in Hamburg über das Eisenbahnwesen. Dabei erklärte er, die Ta r i f e r h ö h u n g müsse kommen, sonst werde die Erhöhung des Defizits der Reichseisenbahnen unvermeidlich sein. Man beabsichtige durch die Tariferhöhung zwei Drittel, durch Sparsamkeitsmaßnahmen ein Drittel des Defizits zu decken. In welchem Maße eine Ausgestaltung deS Eisenbahnverkehrs möglich sein werde, hl^nge von der Entwickelung der Lokomo- tibenfrage ab. Er verfolge den Plan, ganze Schlafwagenzüge mit größter Beschleunigung zwischen den großen Äer- kehrszentren einzurichten.
Amenkanische Getreidespenden.
Wie aus New Aork gemeldet wird, teilt H o ov e r mit, daß er das Angebot der Farmer des Mittellandes eine Million Bushelz für das europäische Hilfswerk zu geben, angenommen habe. («i« Bushel ist etwa 35 Liter.)
Die Spengattentate in Oberschlesien.
Aus Oppekn wird gemeldet: Die vielen Sprengstoffattentate habe» ban Regierungspräsidenten Veranlassung gegeben, die ausMsetzte Belohnung erheblich zu erhöhen. Er sichert eint Selobnung van 10 000 Mk. demjenigen zu, der einen Täter ergreift oder ihn so bezeichnet, daß seine Verhaftung erfolgen kaun. Diese Belohnung wird auf 15 000 Mk. erhöht für den Fall, ba§ bei dem Sprengattentat Menschenleben zu Schade» gekommen sind.
j Kräftig legte er sich abermals in die Ruder und trieb ; das Fahrzeug durch das Wasser, daß der Gischt am Bug I aufschäumte und dem Ruderer der Schweiß aus allen Poren i rann.
Scharf suchte Ladewig die Ufer ab. Eine weite Bucht tat sich zu seiner Rechten auf, erleichtert atmete er auf, denn in schwachen Umrissen sah er das gesuchte Boot am Ufer liegen, doch die Komteß befand sich nicht darin. Wo möcht« sie weilen?
Nun, bald würde er ja darüber Gewißheit erlangen. Doch, was hatte d« Hund? Er windete wied«holtnach dem Lande zu und knurrte dann drohend. Immer lauter ivurde biefeS Knurren, sodaß Ladewig, der sein Fahrzeug in die Bucht hin» einruderte, sich nach dem La«de zu utnsah.
Was war das? Deutlich konnte er geivahren, wie eilfertigen Laufes eine weibliche Gestalt aus dem Unterholze über i die Wiese nach dem See lief, aber nach einer ganz anderen Stelle, als an der das Boot lag. Der helle Mondschein beleuchtete das Bild, sodaß sein Irrtum möglich war. DaS »nutzte Mizzi sein!
Ab« ivarum lief sie so eilig ? Was hatte sie im Wald« getan? Drohte ihr von dort Gefahr? In schnell« Reiher»» folge schössen diese Fragen Ladewig durch ben Kopf, und der Gedanke, datz die Komteß sich in Gefahr befinden kömw, ließ ihm fast den He^schlag stocken.
Doch nur einen Augenblick währte diese Erstarrmrg, dann legte sich Ladewig in die Ruder, daß sie sich fast zum Zerspringen bogen. Der Gedanke, daß die Heißgeliebt« in Gefahr schwebe, verlieh ihm Riesenkräfte.
Pfeilschnell schoß das leichte Fcchrzeug dahm, aber die zrirückzulegende Entfernirng war beträchtlich und schien sich nur nmoefentlid) zu verringern.
• Ein entsetzter Hilfeschrei tönte da über das Wasser, Wütend schlug der Hund an und schien ins Wasser spring«» zu wollen.
In blinder Wnt richtete sich Ladewig im Boote auf, er» griff die Flinte und starrte über den See nach der Stelle, nw der die Hilferufe jetzt iuimer ängstlicher p - iderschallteu. >ch erkennen konnte er nur das Bvgl. Dahuue. oerbettle W "it< ■ und Erlengestrüpp jede Aussicht. 255 26