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Gegründet im Jahre 1849 unter dem Titel
Des Bezirrksb-te
Arettag, den 18. Aebruar 1921
Aus der Heimat.
—* Für den Weser-Fulda^Kinzig-Kanal wird ein neues Argument inS Treffen geführt. Nicht nur die wirtschaftliche Notwendigkeit läßt den Kanal begrüßenswert erscheinen, fon^ Hern auch die ohnehin dringend notwendige Kinzigregulierung, die schon lange in Einzelteilen beabstchtgt, aber bisher noch nicht oder nur unvollkommen ausgeführt wurde Alljährlich überschwemmt die Kinzig bei Gelnhausen und Wirtheim weite Landstreäen und bildet so ein schweres Verkehrshindernis, zumal einzelne Ortschaften völlig von der Hauptverbindung abgeschnitten werden. Wer hier helfend eingreifen würde, dem wäre der Dank der Bewohner gewiß.
-* Aus hiesigen Jägerkreisen wird uns berichtet: Um den Klagen der Landwirtschaft über zunehmenden Wildschaden durch Schwarzwild gerecht zu werden, veranstaltete die Oberförsieret.Steinau am vergangenen Samstag eine Jagd auf Sauen in den Distrikten Langenberg und Happel, zwischen Steinau und Salmünster, zu der die Stadt Steinau die Treiberwehr stellte und au der auch einige Schlüchterner Jäger teilnahmen. Eine Rotte von sieben mittleren Sauen wurde hochgemacht und ein sogenannter „Ueberläufer" im Gewicht von ca. 90 Pfund durch Herrn Förster Kalinke, Steinau gestreckt. Zwei weitere Sauen wurden angeschweißt, kirnten aber trotz stundenlanger Nachsuche in den großen Kiefer- und Fichtendickungen leider nicht zur Strecke gebracht werden. Besonderes Mißgeschick hatte ein Forstbeamter, indem ihm auf ein, nur wenige Schritte vor ihm verhoffen« des Schwein, die Patrone versagte. Weidmanns Heil!
—* (Pferdezucht im Regierungsbezirk Caffel.) In der letzten Sitzung des Ausschuffes für Pferdezucht teilte der Gestütdirettor von Dillenburg mit, daß er für die kommende Deckperiode für 41 Privat- und GenoffensHaftshengste die Beckerlaubnis erteilt habe. Der Ausschuß war der Ansicht, daß mit diesen 41 Hengsten und den im Regierungsbezirk Caffel aufgestellten 115 staatlichen Hengsten, von denen 78 Kaltblut-, 37 Warmbluthengste sind, der Bedarf an Hengsten für dieses Jahr gedeckt sei. Einem Vorschläge des Gestütdirektors, ihm für die spätere Begutachtung der Hengste aus Erteilung der Deckerlaubnis einige Sachverständige bei- zugeben, wurde zugestimmt. Die Gestütdirektion in Dillen- burg hat das Deckgeld auf 250 Mark und das Fohlengeld auf 300 Mark festgesetzt. Die Erhöhung des Deck- und Fohlengeldes auf die vorstehenden Beträge liegt auch im Jutereffe der Privat- und Genoffenschaftshengsthaltung, wenn auch ein Zwang für die Besitzer von Privat- und Genossen, schaftsheugsten, dasselbe Deckgeld und Fohlengeld zu nehmen nicht besteht. Die Abhaltung von Stuten- und Fohlenschauen in allen Kreisen im Mai d. Js., auf denen Prämien für die Kaltblutstuten und für Saug-, b, 2- und 3jährige kaltblütige Stutfohlen gegeben werden sollen, wurde vorgesehen.
* Schlüchtern. Vor kurzem wurden in unserer Stadt
Sturmöewegte Schicksale.
Roman von Max Esch. 84
Auf dem Wege nach den Räumen der Tochter traf er mit Ladewig zusammen. Nach freundlichem Gruße teilte er dem Freunde mit, daß die Herren bereits bei der Arbeit wären. Darauf schritt er weiter, während Ladewig sich zu bet Ge« richtSkommission begab.
Im Wohnzimmer feinet Tochter traf Braunhof«! bereit Zofe, mit Aufräumen beschäftigt, an.
Noch ehe er ein Wort an sie richtete, teilte ihm die Zofe mit, daß daS gnädige Fräulein sich eingerregelt habe und auf alles Klopfen keine Antwort gebe.
Mit einigen Schritten war der Oberst an der Schlafstuben- tür, sie kräftig rüttelnd und mit lauter Stimme die Tochter tufenb.
Aber kein Laut — nur das regelmäßig« Ticken der Uhr — ließ sich hinter der Tür vernehmen.
Braunhofen fühlte, daß das Blut ihm zu Kopf stieg. Sollte Mizzi etwas zugestoßen sein? Abermals pochte und rüttelte er angestrengt an der Tür, doch nichts regte fid) nebenan.
Im nächsten Augenblicke splitterte die SütfüHung unte einem kräftigen Fußtritte. Der um fein Kind auf das höchste besorgte Vater hatte sie eingetreten.
Das Holz zeigte eine klaffende Oeffnung, die der Hani des Oberst Uhmm gewährte, hindurchzusahren, um bett Ru sei zurückzuschieven '
Ausser» stürzte er durch die geöffnete Tür in das Zin mer. ^tMttti ober bereits wieder aufgeschüttelt stau daS >. _ji, auch daS Ruhebett w« unbenutzt gewesen od, doch wieder in Ordnung gebracht worden, aber von der Jod 'er konnte der Aufgeregte vorerst nichts wahrnehuren, eben sowenig die Zofe.
DaS Fenster war geöffnet. Sollte sein Kind, feine Mi, r\t in Leid anuenm und sich gar znm Fenster binauögeftü.
>. aus falschem Schamgefühl? In wahnsinniger tim anst« diese Fra^e Braunhofen und ließ ihn schmerzt
und einigen umliegenden Orten große Branntweinschiebungen aufgedeckt. Von zuständiger Seite erfahren wir soeben: „Die in hiesiger Stadt und Umgebung aufgedeckten Bräunt» weinschiebungen ziehen immer weitere Kreise nach sich." Deshalb wollen wir es nicht versäumen, Wirte und Händler vor dem Ankauf von Branntwein zu warnen, der nicht aus amtlich zugelaffenen Freigeldbetrieben herstammt. Nachfolgende Notiz möge als Warnung dienen. Waldmohr (Pfalz), 7. Febr. Wegen Branntweinschiebungen wurde vom hiesigen Schöffengericht der Chauffeur Fritz Müller aus Kusel, der s. Zt. in Neustadt festgenommen worden war, zu einem Monat Gefängnis und 500000 Mk. Geldstrafe verurteilt, auch wurde der beschlagnahmte Branntwein eingezogen.
* Niederzell. (Evangelische Gemeinde.) Am Abend des 15. Febr. fand in unserem schmucken Kirchlein eine Vorführung von Lichtbildern statt. Vorgeführt wurden Bilder aus dem Leben und Leiden Jesu und aus 'dem alten Testament, als Zugabe Landschafts- und Städtebilder aus Palästina u. a. Eingeleitet wurde die Darstellung durch Orgelsptel und Choralgesang. Auch zwischen den einzelnen Serien wurden geistliche Lieder gesungen, wobei die Kirche in elektrischem Licht erstrahlte. Die Lichtbilder und die gesprochenen Erläuterungen dazu machten auf die Zuschauer einen tiefen Eindruck. Jedenfalls ist eine solche Vorführung geeignet, religiöses Empfinden zu wecken und zu stärken.
* Uttrichshausen. Hier verkaufte am 14. Februar ein Herr in Begleitung einer Dame homöopathischeMebicameute und verlangte für das 30 Gramm - Fläschchen 10 -12 Mark. Die Arznei wurde als vorzügliches Mittel gegen Nerven-, Gallenstein-, Herz- und Magenleiden und als Vorbeugungsmittel gegen die Grippe emvfohleu. Schlich- lich erkannte ein hiesiger Anstreicher M »einem Erstaunen den Inhalt einer Flasche als verdünntes Terpentinöl. Daraufhin wurde der Schwindler durch die Ortspolizeibehörde in sichere Verwahrung genommen und der Staatsanwaltschaft überliefert. Die Dame, die sich nebenbei als vorzügliche Frauenärztin ausgegeben hat, ist leider entkommen. Da der Festgenommene keinerlei Papiere mit sich führte, konnte Näheres über seine Person noch nicht ermittele werdeu. Personen, die das vorzügliche Mittel bereits erprobt hatten, wurden von Uebelkeit und Erbrechen befallen. Der Umsatz, den das Schwindlerpaar hier erzielte, dürfte an 300 Mark betragen.
* Heubach. Herr Lehrer Jakob Rstschild tritt nach 30 jähriger Tätigkeit dahier vom 1. April an in den Ruhestand.
* Flieden. Herr Wachtmeister Müller, der seit 8 Jahren dahier stationiert ist und sich größter Beliebtheit erfreut, ist nach Fulda versetzt. — In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde hier drei Einwohnern die über Nacht ausgehängte Wäsche gestohlen.
* Caffel. Herr Landesökonomierat Rexeroth, der Vor stand der landw. Reiffei fenvereine vollendet am 26. März
wegt zusammenfahren. Was würde stch ihm bieten, wenn er den Blick durch das Fenster warf? Im nächsten Augenblicke aber trat er entschlossen aus das Fenster zu; abermals stockte sein Fuß, denn hinter den Vorhängen am Fenster lag die zusammengesunkene Gestalt bet Tochter.
„Mizzi 1“ entrang es sich stöhnend der Brust des geäng- stigten Vaters, als er sich über die Leblose beugte, sie in seinen Armen aufhob und an sich preßte. Wehklagend offenbarte dieser AuSruf die ganze Angst des Vaters um sein Kind, sodaß das Mädchen, daS mit großen Augen die Gruppe betrachtete, einen lauten Schrei auSstieß und eilig in das andere Zimmer lief, als könne sie bett Anblick ihrer erkrankten Herrin ■ nicht ertragen.
Vorsichtig legte Braunhofe« He Bewußtlose auf dem i Ruhebette nieder. Mizzi hatte hohes Fieber und phanta- i sterte jetzt. Sie lebte also. Alles andere war uergeffe«. Nur der Gedanke beherrschte den Vater, daß sein Kind noch Leben ! in sich trug. Wenn aber noch Leben in einem Körper wäre, | dann sei auch noch Hoffnung vorhanden, daß es nicht ver- I lösche. Das hatte der Oberstabsarzt einmal zu ihm, Braun- hofon, gesagt. Hieran klammerte sich der Oberst, als er Mizzi sorgsam auf beut Ruhebette ausgestreckt hatte. Wohl lebte , sein Kind, aber die hohe Körpertemperatur zeigte ihm nur zu deutlich, daß ernste Gefahr im Verzüge fei
Die Tochter mußte bereits feit gestern abend zusanunon- gebrochen sein. Mit Blitzesschnelle kombinierte er sich das usammen und überschüttete sich in Gedanken mit Borwürfen, aß er nicht gestern abend noch nach seinem Kinde gesehen. Iber diese Bor würfe konnten Mizzi keine Erleichterung und ?ilN bringen.
Da erblickte er das Waschbecken und Handtücher. Hasttg ist er nach einem der Tücher, tauchte eS in das kühle lasier und legt« das Tuch der Fiebernden auf die vrennend rße Stirn.
WaS nun? Ja, war er denn von Sinnen, daß er daran cht sofort gedacht? Der GerichtSarzt weilte ja hier, nur eilige Zimmer von hier. Er mußte sofort gerufen wer» , ii.
Wo war denn nur die Zofe? Vorhin weilte sie int Zim
seinen 70. Lebensjahr. Es find ihm verschiedene Ehrungen zugedacht.
Vor der gefährliche» Sefflon.
Der „Star" schreibt in einem Leitartikel, die Regierung Lloyd Georges stehe ihrer gefährlichsten Session gegenüber, Ihre Schuld scheine seien alle überfällig, ihre Gläubiger drängten und ihr Kredit fehle. LlMfd George sage: Deutschland müsse bezahlen; jedoch nid# in billigen Waren. Das Blatt meint, man könne nicht ablehne« und rmt Folgerichtigkeit erklären, daß die Entschädigung bezahlt werden müsse, daß man sie jedoch ablehnen werde, wenn sie in der Form gezahlt werde, in der sie allein gezahlt werden könne. Sir Nobert §orne habe versucht, die Schwierigkeit dadurch zu um-, gehen, daß er vorgeschlagen habe, Deutschland müsse in Roh- srosfen bezahlen. Deutschland habe jedoch anerkanntermaßen selbst Mangel an Rohstoffen. Daher habe Sir Robert Hörne vorgeschlagen, daß Deutschland Rohstoffe von den Neutralen für seine fertigen Waren beziehen solle. Das entferne jedoch die Schwierigkeiten nur um einen Schritt; denn die Fertigware würden von den anderen Ländern, denen Deutschland sie verkaufe, ncich England kommen. Wenn der ILprozentige Ausfuhrzoll bezahlt werden solle, so würde den größten Teil davon der Käufer, d. h. England bezahlen müssen, ob diese Waren nun direkt aus Deutschland kämen oder durch die Schweiz, Holland oder durch die skandinavischen Länder; England werde den zwölfprozentigen Ausfuhrzoll und damit einen Teil der deutschen Entschädigung bezahlen. Um daS Maß voll zu machen, wolle die Regierung noch einen Gesetzentwurf einbringen, demzufolge deutsche Waren, wenn sie billig wären, vollkommen ausgeschlossen werden sollten.
Ein Streit zwischen Staat und Kirche.
Infolge des Beschlusses des Braunschweigischen Landtags, wodurch die Landessynode als nicht zu Recht bestehend angesehen wird, trat die Landesynode zu einer Sitzung zusammen, worin eine Entschließung gefaßt wurde, die dahin geht, daß !-ch die Landessvnode als zu Recht bestehend betrachtet und die von ihr erlassenen Kirchengesetze als rechtsgültig ansieht. :
.Die Reichsregierung soll aufgefordert werden, den Reichst gerichta^f als ^»^-syerichtshof zur Entscheidung über die entgegenstehenden Ansichten des Landtags und der Landes-- synode einzusetzen. Diese Entschließung wurde einstimmig gefaßt.
Keine Annullierung der Enteckefchvlden.
Wie der „Carriere della Sera" meldet, ädcherte sich der amerikanische Botschafter in einem Interview. das; die An» mrllieruna der alliierte« Kriegssch«ld«^^ü^ »nmö». ttch ,e, Ern solcher Antrag würde we keinem Senatar «nterttNtzt werden vnd keine amerikanische Ret>ernnz würd« eine« solche« Antrag befürworte».
mer .Daß doch ein Frauenzimmer sogleich den Kopf verliert!" murmelte der Oberst ärgerlich vor sich hin. Laut rief er sie.
„Sophie! Sophie!" schallte eS nochmals, aber lauter, als He Gerufene nicht sogleich «schien, den Korridor ent- lang.
Mit verweinten Augen betrat das Mädchen, baS in seiner Aufregung zu dem Burschen gelaufen war, diesem unter reichlichem Tränenerguß die schreckliche Neuigkeit zu über bringen, an allen Gliedern zitternd daß Zimmer wieder, scheu die Blicke «ach dem Ruhebette hinübersendend.
„@tle sofort zu den Herron, die heute morgen hier attge« kommen sind, und sage dem Herrn Sanitätsrat Dr. Wagen- knecht, ich ließe ihn fmten. sich gefälligst -u mir bemühen zu wollen. — Na, bist Du noch nicht fort?“ setzte Braunhosen unwillig hi«zu.
Eiligst verließ daS Mädchen nun das Zimmer, in der Tür fast mit dem Burschen zufammenvrallend, der hurbei- geeilt war in der Erwartung, daß der Oberst seiner bedürfe» könne.
Schüchtern betrat er daS Zimmer, als auf sein Klopfen keine Antwort gegeben wurde.
Mit großen Augen starrte ihn bet Oberst an „Was willst Du?" fragte er bann.
„Herr Oberst wollen verzeihen, ich wollte nur fragen, ob der Herr Oberst einen Auftrag für mich haben."
„Ja so," eutgegnete Braunhofen. „Hole die Wirtschafterin und eine der Mamsells herbei, bamü ie mit der Zofe das gnädige Fräulein entkleiden und inS Bett bringen."
„Zu Befehl!" Fort war der Bursche.
Giligeu Schrittes betrat der SammtSrak das Zimmer, hinter ihm folgten Ladewig und der Liaalsanwalt, letztere beide» blieben im Wohnzimmer zurück
! Hastig erzalstte der Oberst, wie er die Tochter mü-estm» den, gleichzeitig die Befücchtnng aussprecheird, bis w Erkrankte seit gestern abend so gelegen haben müsse.
Soweit eS dieMeidnug zutietz, untersuchte der Sanitärs» rat die Fieberkranke, dabei zu wiederholten Ma»m n
1 Kops schüttelnd. J