Einzelbild herunterladen
 

Schlüchterner Rreisülatl

Bezugspreis vorauszahlbar viertelt- durch die Post Mk. 12., durch unsere £räger Mk, 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10.. Erscheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag T. Hohmeister, verantwortlich H.-E. Hohmeister, Schlächtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten GeschSfts- verkehr mit der Firma Schlächtern.

-* Die Wahlen landtag und Kreistag

Aus der Heimat.

zum preußischen Landtag, Provinziat- liegen hinter uns. Schon in früher

Preußischer Landtag.

Provinztallandtag und Kreistag.

D.-R.

V.-P.

Ztr.

Dem.

SPD.

USP.

K.-A.

A. G.

Dem.

SPD.

Ztr.

USP.

Schlüchtern

407

197

73

424

506

2

572

451

501

71

Steinau

290

76

29

149

483

III

71

Salmünster

81

12

574

31

134

84

38

126

574

Soden

105

4

503

21

15

3

Ahlersbach

18

21

--

18

21

Altengronau

97

19

23

265

2

116

22

267

-

Breunings

124

4

2

6

1

128

2

6

Eckhardroth

2

116

,

42

4

42

115

Elm

179

28

14

20

243

206

18

241

15

Gundhelm

204

10

3

92

2

-

214

6

89

1

Heubach

177

33

29

28

180

32

50

Hintersteinau

136

3

28

158

140

27

155

Hütten

135

14

3

220

1

152

--

2

Jossa

49

40

2

119

84

3

120

1

KerberSdorf

89

1

17

x

32

1

50

60

Klosterhöfe

56

8

7

3

' 39

67

6

33

7

Kressenbach

63

64

63

64

Marborn

166

23

6

-

23

159

Marjoß

78

13

1

63

128

1

83

63

134

1

MottgerS

112

17

2

4

99

129

4

98

2

OberzeL

192

32

2

19

39

<

219

19

40

2

Romsthal

14

158

8

19

1

42

8

18

132

Schwarzenfels

109

11

2

5

65

114

6

33

2

Sterbfritz

235

27

4

30

215

-

257

30

219

4

Mmbach

14

6

493

10

46

1

20

8

46

496

Uttrichshanfen

93

1

144

50

97

53

143

Vollmerz

90

42

14

94

137

2

151

12 -

-

Wahlert

11

55

-......

2

;

24

2

31

WaLroth

110

6

2

7

116

8

118

7

114

2

Weichersbach

158

4

1

79

162

1

74

Weiperz

155

26

25

155

Züntersbach

31

1

100

6

58

51

5

59

87

* (Prägung neuer 50-Pfennig-Stücke) Das Finanz­ministerium wird beim Reichsrat die Neuprägung von 50- Pfennig-Stücken im Betrage von 50 Millionen Mark bean­tragen. Der Reichsrat hatte erst am 4. November die Neuprägung von 50 Millionen Mark in 50-Pfennigstücken aus Aluminium beschlossen. Inzwischen hat sich aber her­ausgestellt, daß eine weitere Prägung notwendig ist, damit endlich die vielen umlaufenden Geldscheine im Werte von 50 Pfennig verdrängt werden.

* Schlüchtern. Wie wir hören, wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag einige Männer von hier, die mit dem Anschlagen von Wahlaufrufen beschäftigt waren, überfallen. Die Ueberfallenen setzten sich zur Wehr, und es entstand auf diese Weise eine Schlägerei. Nähere Einzel­heiten sind uns nickt bekannt.

s

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Montag, den 21. Aebruar 1921

Morgenstunde sah man Männer und Frauen tu rt8«) lokalen eilen. Der Wahltag verlief ruhig und oSne Störung. I Das vorläufige Resultat der Wahlen in der Stadt und im Kreise Schlüchtern ist folgendes:

des Wohnungsbaues bat 50'/, für Holz z« Neu-

Zur Erleichterung

* Bedingen.

der Gemeinderat einen Zuschuß von bauten bestimmt und in Erwägung gezogen, für die Bauten den Sand aus den städtischen Gruben zu überlassen.

* Suhl. (Vorsicht SLwindler!) Es wird vor einem gewissen Oberleutnant SchLütter, der sich als Vertreter des deutschen Offiziersdundes ausgibt und diesem Bunde als Ziel andichtet, die gegenwärtige Regierung und Staatsord­nung zu stürzen, gewarnt. Es handelt sich um einen ge­meingefährlichen Schwindler, der nur darauf ausgeht, durch Unterschriften und Sammlungen sich widerrechtlich Gelder anzueignen. Das Oberpräsidium und alle untergeordneten Behörden warnen vor diesem Betrüger.

-MP

j oder Mind-rgebühr tr Platz, Aufnahmezeit

Anzeige«: kl. Zeile oder deren Raum 70 Pfg., Reklame- zeit? Mk. 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz einschl. BezugS. Keine Gewähr für r .....___,___u_,_ und Beleglieferung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwtschen- kasten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

73. Aaörg.

Kalmar. (Der jungerEstnttler tw GerichftS» faaI.) Der Hüngerkünstler Göschel, bet im hiesigen Be« zirlsoefängnis seit dem 4. Januar jede Nahrungsaufnahme verweigert, erschien dieser Tage vor der Strafkammer deS Landgerichts, d. h. er wurde von zwei seiner Lerdensgewoffe« in den Sitzungssaal getragen und auf der Anklagebank nie­dergelegt. Während der ganzen Verhandlung gab der An­geklagte kein Lebenszeichen von sich. Letztere wurde er«, ganze Reihe von Gaunereien zur Last gelegt,

Velgien und das Veschlagnahmerecht.

Unter der Ueberschrift: Zeigten verzichtet auf sein Be- schlagnahmerecht" brächte ein Teil der Presse eine Meldung: Die belgische Regierung beabsichtigt nicht, von dem nach § 18 der Anlage 2 zum Teil 8 des Friedensvertrages zu­stehenden Recht, das Eigentum der deutschen Staatsange­hörigen zu schädigen, Gebrauch zu machen." Diese Aeuße­rung hat zu bedauerlichen Mißverständnissen geführt. Der Verzicht der belgischen Regierung sagt nicht etwa, daß die während des Krieges beschlagnahmten deutschen Vermögen freigegeben werden sollen, sondern sie sagt, daß in Belgien das in Zukunft nach dort gebrachte deutsche Vermögen der »Beschlagnahme nicht mehr unterliegen soll. Begründet ist dieses scheinbare Entgegenkommen damit, daß der belgisch« Hafen Antwerpen auf Gedeih und Verderb mit dem deut­schen Export zuiammenhängt. Solange nun eine Unsicher­heit für deutsches Eigentum in Antwerpen besteht, so lang« wird sich der deutsche Export ausschließlich deutscher und holländischer Häfen bedienen. Deshalb die scheinbare Groß­zügigkeit Belgiens, das übrigens nur dem Beispiel der Engländer gefolgt ist. Während deren Verzicht aus den Ar. tikel 18 schon den höchsten Unwillen der Franzosen erregt hatte, die darin eine Preisgabe der im Versailler Friede« festgesetzten Vorteile sahen, war man in Paris anfangs! über die Absicht der Belgier, sich dem Voraeben 'Sw .Britanniens anzuschließen, noch mehr entrüstet. Hoffte man doch, auf der Bahn des Militärabkommens mit Brüssel fort» . schreitend, Belgien allmählich ganz in den Bannkreis Frankreichs zu ziehen. Aber die wirtschaftlichen Notwendig­keiten erwiesen sich stärker als die Furcht vor Frankreich, zumal dieses im Interesse der Hebung der eigenen Häfen jede Erleichterung für Antwerpen ablehnte.

Antwerpen sah sich von der Konkurrenz Rotterdams er­drückt, und so entschlossen sich die Belgier, nachdem der französische Botschafter in Brüssel, de Ma^rie, in einer nM beachteten Neujahrsrede noch einmal schroff alle Wünsche der Belgier für ein Entgegenkommen der Fran­zosen hinsichtlich^ der Eisenbahntransporte nach Antwerpen abgelehnt hatte, auf die Anwendung des Artikels 18 Wer« zieht zu leisten. Mitbestimmend war dabei wohl auch der Gedanke, an England Anlehnung zu suchen und nicht völlig mit Frankreich zu gehen. Einsichtigen belgischen Politikern war vor der allzu liebevollen Umklammerung durch den französischen Nachbarn doch bange, von dem es einst im Zeitpunkt seiner Entstehung als neuer Staate war. Die Belgier bemühen sich daher eifrig, England in den Kreis der militärischen und pollitischen Abmachungen hineinz«- ziehe«, die sie zurzeit nur an Frankreich fesseln. m. '

Sturmkewegte Schicksale

Roman von Max Esch.

86

Nachdem der Sanitätsrat das Rezept auSgefertigt, be­fragt« ihn der Staatsanwalt im Flüstertons über feine An­sicht über die Kranke.

Ich befürchte das Schlimmste!" gab der SanitätSrat mit vorsichtig gedämpfter Stimme zurück, sodaß der im Neben­zimmer am Bette seines Kindes sitzende schwer geprüfte Vater daS nicht vernehmen konnte.

9. Kapitel.

CS war ein harter Schlag, den Ladewig feebett erhalten, schien es doch, als ob sein Traum w Glück und LiebeS- lust endgültig zu Ende sei. Aber nur öunkel schwebte ihm daS vor. Der Schmerz, daß die Geliebte schwer krank danie- derlag und er ihr nicht helfen, ja nicht einmal niederknien durfte an ihrem Schmerzenslager. das fieberglühende Ant­litz mit feinen SÄe» netzend, drohte ihn beinahe zu Boden zu drückst

Unb Mtitf «mßts er der Welt eine MaSke kalter Gleich- gültigi-x'-' *S, . Hütte er doch in ihren Augen kein Recht, seinen Echn^cz öffentlich zur Schau zu tragen. Nur zu deut­lich b»ne er ja bereits die Dcrnnmberten Blicke deS Etaats- amoaltS bemerft. Deshalb war er hinausgeeilt, den ersten Schmerz hier auötoben zu lassen. Hierher drang ja kein unbe- rufener Blick, niemand sah seine Tränen.

AIS dann baß erste bittere Weh vorüber, trocknete Ladewig die Augen und badete baß Gesicht, um baß verräterische Rot aus den Augenrändern zu vertreiben.

Niemand sollte seinen Gemütszustand erkennen, wenn er wieder unter Menschen trat. Seine ganze Energie aufras- send, verließ er baß Zimmer wieder, um sich dem Staats- »»walt zur Verfügung zu stellen und ihm eine Erklärung für ferne Ausoelegtheit zu geben. Aber seine Liebe zu der 1 viden Mädcheuluospe zu verraten, erschien ihm wie eine Enliveihnnar

Selbst Braniihofen gegenüber wollt« er, solange Mizzi auf dem Krankenlager weilte, schweigen.

Er traf den Snmitauwalt im EmpsangSsalon an einem Senfter flehend un Gespräche mit dem Sanität-rat an.

AlS Ladewig eintrat, sah er beider Blicke prüfend auf sich gerichtet. Möglichst unbefangen wandte er sich an den Staats- anwalt:Verzeihen Sie mir meine vorherige Erregung; ich merke nämlich, daß auch ich Nerven bekomme. Das gestrige Erlebnis und der Schreck vorhin über die Komteß sind mir auf die Nerven gefallen, zumal ich mir die heftigsten Bor- würfe machte, daß das arme Kind sich die Erkrankung durch meine Schuld zugezogen hat."

Aber daS geht doch zu weit, Herr Baron," ynterbrach der Staatsanwalt.Sie haben doch Ihr Leben aufs Spiel ge­setzt, das der Komteß z« retten. Da begreife ich nicht, daß Sie sich noch Vorwürfe machen können."

Ich war ja die Veranlassung, HM der Oberst mit feiner Tochter auf Bannewitz weilt, denn ich habe ihn wiederholt dringend um seinen Besuch gebeten, also hätte ich auch die Pflicht gehabt, für die Sicherheit meiner Gäste in jeder Weise zu sorgen," fuhr der Gutsherr fort.Allerdings hatten weder ich noch meine Beamten auch nur die leiseste Ahnung, welch ein gefährlicher Mensch sich hier herumtrieb. Aber nachdem ich mir die Sache nochmals überlegt habe, bin ich zu der Ueberzeugung gekommen, daß ich mir keinen Borwurf zu machen nötig habe, so tief ich den Vorfall von gestern abend mit seinen ernsten Folgen auch beklage."

Ganz meine Meinung!" pflichtete der SanitätSrat bei.

Darauf forderte Ladewig die Herren auf, sich zur OrtSbe- sichtigung fertig zu machen. Er selbst aber begab sich nochmals auf einen Augenblick zu Braunhofen und stellte ihm seine Leute und sein Fuhrwerk zur Verfügung.

Kurze Zeit später rollten zwei Fuhrwerke vom GutShofe. In dem ersten saß der Inspektor mit dem Schreiber des Staatsanwalts, in dem letzteren Ladeivig, der Staatsan­walt unb der Sanitätsrat.

Auf der Fahrt kam Ladewig gar nicht dazu, an sein Leid zu denke», da er eine ganze Reihe von Fragen des Staats- lUUtmUS zu beantworten hatte. Bald genug mußte auch die Fahrt unterbrochen unb der Weg zu Fuß zurückgelegt werden.

Als die Herren den Schauplatz des nächtlichen KampfeS betraten, bot sich ihnen ein grausiger Anblick. Kalt und steif,

mit weit ausgeriffenen Augen, verzerrtem Gesicht und zer­fetztem Kehlkopf lag der Tote auf bept Wege.

Während der Sanitätsrat eine Besichtigung der Leiche vornahm, ließ sich der Staatsanwalt nach dem Platze füh­ren, an dem die beiden Beamten den Verbrecher zuerst erblickt hatten und in dessen Nähe er durch den Hund seinen Tod fand.

Geknickte Zweige und eine starke Blutspur führten zu einer Stelle, an der die Büsche niedergebrochen und der Boden mit einer großen Blutlache bedeckt war. Dort hatte der Hund den sich in gebückter Stellung Davonschleichenden gepackt und zu Boden geworfen.

War eS Ihnen nicht möglich, den Hand rechtzeitig von seinem Opfer zurückzureißens" fragte der Staatsanwalt den Inspektor.

Wir hatten mit unsern Pferden zu tun, die vor den Men­schen scheuten und durchgehen wollten," antwortete d« Ge­fragte.Als wir sie so iveit beruhigt hatten, daß wir abstei- gen konnten, lag der Mensch da und rührte sich nicht mehr. Der Verwalter sonnte den Hund nur mit Mühe fortziehen. Ich hielt die Pferde und mußte eine Strecke entfernt bleiben, da die Tiere nicht an den Menschen heranzubriiigen waren. Erst später sind sie ruhiger geworden, sodaß wir den Kerl auf den Weg ziehen konnten."

Gab er da noch Lebenszeichen von sich ?" fragte der Staatsanwalt.

Er röchelte noch schwach und blutete stark," gab der Inspektor zur Antwort.Der Berwoller bemühte sich, die Blutung zu stille», was ihm aber urch! gelang, sodaß wir, als wir sahen, daß hier keine Hilfe möglich war, den Kerl schließlich liegen ließe», um zunächst nach dem gnädigen Herrn zu sehen, da wir »folge der Schüsse annahmen, daß der Mensch auf bett Herrn Baron geschossen»t^" So­dann berichtete her Inspektor weiter, wie er beu ^aron ge­troffen HSKS.

SHrv«Z<nrS RaüS Ladewig neben bem Staatsanwalt, dessen Gxsß»-dürftet vvi. erschöpft zu ^m schie», denn er waud» Ach UM und Mi'ut zu dem Simut .:i\n. der mit der UMM'ft-Husch 6w Leiche foeoin zu Ende war. 255,80