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Aus der Heimat.

* (Wetterregeln für März.) Der März soll nach des Landmanns Wunsch ein trockener Monat fein. DennNasser ,Wrz ist nicht begehrt Märzenstaub ist Goldes wert", oderJst's im Märzen feucht wird's Brot im Sommer leicht". Neben der Trockenheit wird auch ein scharfer Wind nicht verachtet, dennWenn im März viel Winde wehn wird's im Malen klar und schön". Dementsprechend lauten die Sprüche über einen regnerischen März ziemlich eutmuttgend.Auf Märzenregen folgt kein Sommer- segen", undMärzenschnee tut den Saaten weh", oder Jst's im Märzen regenschwer bleibt im Herbst die

Scheune leer". Man wird bei einiger Ueberlegung auch als Nichtfachmann die übereinstimmende Bedeutung aller dieser Wetterregel» für März bald verstehen. Naturgemäß durch die regen- und schneereichen Wintermonate der Loden draußen reichlich durchnäßt und namentlich die Schneeschmelze tut in dieser Hinsicht zum Schluß noch reich» lich des Guten. Infolgedessen ist ein trockener Monat, der | für hinreichende Austrocknung der nassen Felder sorgt (wozu r auch der scharfe Lenzwind viel beiträgt), eine Notwendigkeit. Später, zu Ende April und Anfang Mai, wenn die junge Saat im kräftigsten Werden ist und einen starken Säftever­brauch bedingt, ist auch eine häufigere Feuchtigkeit wieder angebracht. Dagegen laufen Felder, die im ersten Früh- jahrsbeginn nicht richtig trocken wurden, leicht Gefahr, in den Monaten April und Mai nicht die richtigen Vorbe- diugungen für ein normales Wachstum der Saaten zu haben.

* (Kästchen mit Wertangabe.) In die zur Versendung van Schmucksachen und kostbaren Gegenständen bestimmten Kästchen mit Wertangabe können fortan auch Gegenstände | mit Haudelswert, deren Versendung in Warenprobe der I Weltpostvertrag verbietet, sowie zollpflichtige Gegenstände, | deren E'.nlcgung in Briefsendungen nach dem, Wchlastucr- irag nicht gestattet ist, ausgenommen werden. Die Poftän» Halten erteilen Auskunft, nach welchen Ländern Kästchen mit Wertangabe zugelassen sind.

* Fahrplan des Kraftwagens Herzhausen Bhf.Vöhl, gültig vom 25. Februar ab. Fahrpreis: 50 Pfg. für 1 km

* Lauterbach. DerLauterbacher A»z." schreibt: (Ww- der wwachtes Mwiffe«). Vor einigen Wochen ist einem hiesigen Einwohner bei einer Versteigerung in der Hinergasse eine Brieftasche mit 400 Mark abhanden gekommen Am Samstag wurde nun der Geschäftsstelle dieses Blates das Geld mittels gewöhnlich m Briefes zur Vermittlung an den Eigentümer übersandt, der sich ob des Wiedersehen nicht wenig gefreut haben mag. Herzliche Genugtuung fei allen anständig denkenden Menschen muß aber auch das wieder- erwachte Gewissen des wieder ehrlich Gewordenen «wecke».

* Heringen (Werra) Beträchtliche Betriebseinschrckkuugen^ stehen in den Betrieben der Kaltgewerkschaften des Werra« tals bevor. So legen die Gewerkschaften Winterchall bei Hellingen und Alexauderhall bei Berka laut Ankmdiguug künftig in jeder Woche dreiFeierschichten" ein, nachdem bereits seit ungefähr zwei Monaten an jedem Mortagge­feiert" worden ist. Die gänzliche oder teilweise Stillegung der Schachtanlage Abterode bei Berka soll, wie verlautet, bevorstehen. Auch mit der Entlassung eines Teiles der Arbeiterschaft genannter Betriebe wird gerechnet.

* Cassel. (Verhängnisvolle Tropfen). Ein junges Mädchen aus Grebenstein, deren Bräutigam, ein Musiker, und der Homöopath Ludwig Meierkamp aus Kassel, hatten sich vor dem Schwurgericht wegen Vergehens gegen § 217 ff. zu verantworten. Das Mädchen hatte mit dem Musiker ein Verhältnis und nahm schließlich, als die Folgen sich zeigten und es zum Bruch mit den eigenen Eltern kam, die Hilfe des genannten Heilkundigen in Anspruch. Die von ihm erhaltenen Tropfen, die nach der Aussage eines Sach­verständigen allerdings wirkungslos waren, hatten trotzdem die erhoffte Wirkung, zumal sie die nette Summe von 600 Mark gekostet hatten. Meierkamp erhielt wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von 10 Monaten, wovon ein Monat auf die Untersuchungshaft in Anrechnung kam. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abeckannt. Die Verhandlung fand unter Ausschtutz terIDtffenttttsfcifr jluii. LL " ts-j^

ausgefchtedenen Masse (ca. 3 Lir.) Wassers nicht,, und find wir genötigt außerdem noch täglich ca. 2 Ltr. Wasser in reinem Zustande oder in irgend einer Verbindung (Kaffee, Tee) zu uns zu nehmen. Das Wasser wird von den Blut­gefäßen ausgenommen und scheidet die im Blut enthaltenen Krankheitsstoffe aus. Aber nur gutes Wasser hat die auflösenden Eigenschaften, während in dem Genuß schlechten Wassers die Ursache mancher Erkrankung zu suchen ist. Bei Individuen mit normalem Stoffwechsel wird fich ein Mangel an Wisserzufuhr stets durch eintretendes Durstgefühl bemerklich machen. Es gibt hartes und weiches Wasser; den Unterschied findet man in dem Geschmack und ist in dem Vorhandensein von mehr oder weniger Kalk- und Magnesiasalzen begründet. Wenn auch im allgemeinen daS harte Wasser uns besser schmeckt, so ist es doch wenige! geeignet zur äußeren Anwendung, zum Backen, zvm Kochen und zum Reinigen von Gegenstände«. Die Hauptsache ist aber, daß alles Wasser zum Genuß rein ist d. h. keine vegetabilische oder animalische Bestandteile enthält. Aber auch die äußere Einwirkung des Wassers auf unseren Körper ist von größter Bedeutung zur Erhaltung unserer Gesundheit oder zur Wiederherstellung derselben. Es würde zu weit führen, die wohltätigen äußeren Einflüsse des Wassers auf den menschlichen Organismus hier näher zu beschreiben und zu begründen und darf ich wohl nur auf die allgemeinen üblichen und bekannten Wasseranwendungen nach Prießnitz, Kneip, Bilz, Platea u. a. m. verweisen und darauf, daß das Wasser zu unserer körperliche» Reinigung unentbehrlich ist.

, (Fortsetzung folgt.)

6.40

8.43

9.15

9.20

9.80

9.40

1.05

1.15

4.36

6.39

»6.45

6.50

7.00

7.10

wwcrktaos.

Marburg

Corbach

ab Frankfurt

Cassel

Marburg an Herzhausen ab Herzhaufen Bhf.

8 Post

y Abgang Marienhagen an Vöhl

LN

ab an

ab

2.16 12.02

2.49

4.28

11.10

9.07

8 55 8.50 8.40 8.30

9.08

7.11

6.39 »6.30

6.25

6.1&

6.05

Bon Emil Anacker in Schlüchtern.

(Nachdruck verboten).

(Fortsetzung.)

Wasser.

Wie die Luft, so gehört auch das Wasser zu den Lebensnotwendigkeiten des Menschen. Enthält doch der Körper ca- 70 Prozent Wasser, und schon hieraus ergibt sich die Wichtigkeit desselben für den organischen Haushalt. Das Wasser erhält in allen Organismen das Leben, und ohne Wasser kann auch im menschlichen Körper kein Stoffwechsel stattfiade». Wenn wir auch in allen Gemüsen, Hülseufrüchte», Fleisch, Obst u. s. w viel Wasser zu uns nehmen, so genügt hteb-§ zum Ersatz der durch Urm. Schweiß, Atmung tälltch

SturmSewegte §^i&faU,

Roman von Max Esch. 42

ES galt zunächst, daS Abiturium zu erwerben, deshalb verschaffte sich Mizzi die nötigen Lehrbücher. Aber gar heftig erschrak sie, als sie erkannte, welch klaffende Lücken ihre Schulbildung noch aufwies. Jedoch entmutigen ließ sie sich dadurch nicht. Mit eisernem Fleiße lernte und memorierte sie und brach jeden Verkehr mit ihren Freundinnen ab, um in ihrem Studium nicht gestört zu werden. Selbst dem Vater verschwieg sie ihren Plan, da sie befürchtete, daß er jetzt seine Einwilligung dazu versagen könnte, später, wenn sie erst einen Schritt weiter in ihrer Vorbildung gekommen, wollte sie seine Zustimmung schon erlangen.

Nachdem die Komteß ihre Lebensaufgabe zu erkennen vermeint, war. sie gleichzeitig zu dem Entschlüsse gelangt, La- dewig, falls er um ihre Hand auhalten sollte, abzinoeisen. Sie wollte ihm in aller Ruhe erklären, daß sie die ihr zugedachte Ehre wohl zu schätzen wisse, aber bei dem großen Altersun­terschiede sei es ausgeschlossen, daß für beide Teile aus einer solchen Verbindung ein dauerhaftes Glück entsprießen könne. Jugend gehöre zur Jugend.

Eigene Gedanken hatte sie sich bereits darüber gemacht, daß Ladewig den von ihr befürchteten Schritt noch nicht ge» ton hatte. Aber sie hütete sich wohlweislich, auch nur mit einem Blicke zu verraten, welch große Freude eS ihr bereitete, daß er anscheinend erst ihre vollständige Genesung abwarten wollte, ehe er bei ihr vorsprach. So schauspielerte Mizzi ihrem Vater, den sie einer solchen Verbindung geneigt wähnte, etwas vor. Sie fam zu dieser Ansicht, weil der Vater zu wie­derholten Malen das Gespräch auf Bannemitz nnb Ladewig lenkte und auch den Versuch unternehmen wollte, sie zu einem Besuche des Gutes zu überreden. Jedenfalls sollte dort die Verlobung erfolgen, so argumentierte sie damals und wehrte Üch entschieden gegen den Besuch. Mochte der Papa seinen; ö reniide nur erklären, daß sie, Mizzi, noch nicht genese» sei. '-o verschaffte sie sich vorerst noch Rahe. Später würde sie dann schon zu haudes» »üjscu. Die Zeit würd« ihr sicher in v»ti Adst^tzu Hits« romu ,i. M

So kam es, daß Mizzi keine Kenntnis von dem tatsäch» lichen Stande der Dinge hatte.

Daß der Vater in dieser Zeit recht gealtert erschien, konnte der Tochter ja nicht verborgen bleiben, aber viel zu sehr in ihr Studium vertieft, ließ sie sich kaum Zeit, darüber nach- zudenken. Sie schob des VaterS sorgenvolles Aussehen auf dienstliche Unannehmlichkeiten zurück, zumal sie als echtes Soldatenkind wußte, daß der Vater in nicht zu langer Zeit seine Beförderung zum Generalmajor oder den blauen Brief zu erwarten hatte. Deshalb überraschte es sie nicht allzu sehr, daß sich der Vater aus dem Dienste zurückzog. Er bekam da sicher die Charge als Generalmajor. Im Gegenteil freute sie sich in einer Hinsicht darauf, denn sie hoffte, in der Zurück» gezogeuheit dem Vater eher die Zustimniuug zu ihrem Plane abzuringen.

Lauge Zeit schwankte die Komteß, ob sie auS Anlaß der Abschiedsfeste, die der Vater und dessen Kameraden veran- stalten wollten, auS ihrer Zurückgezogenheit heraustreten solle, aber schließlich entschloß sie sich, nicht daran teilzuneh- men. Ihre noch nicht gefestigte Gesundheit gab ja in den Augen der Welt den deutbar besten EntschnldigimgSgmnd tir ihre Abivesenheit.

Als der Komteh^heilte durch die Zofe der Vetter gemeldet wurde, fühlte sie ihr Blut schneller pulsieren, alles in ihr zog sie zu Erwin hin, trotz allem, was sie einst sich vorge- noüimen Wo war nur der Haß geblieben, den sie gegen ihn zu hegen vermeinte? Keine Spur mehr schlummerte bavon

Aber was konnte Erwin von ihr, Mizzi, wollen? Wollte im damals zugefügte Beleidigung rächen? etter besaß keine» unedlen Charakter.

er sich für die ihi Doch nein, der Vi

Jetzt aber durfte er sie hier nicht aufsuchen, inmitten der viele» Bücher unb Schreibhefte sitzend, er würde da seiner Spottlust nur die Zügel schießen lassen, und seinen Spott konnte sie nicht ertragen. Es würde sofort zu einem Streit konnnen, den aber wollte sie vermeiden, deshalb ließ die Komteß dem Vetter sagen, sie sei nnpäßicch und könne ihn nicht empfangen. Schleunigst verriegelte sie nach dem Fort- am ie des Mädchens die Türen.

Trüb nieste Vrmmhofeu vor sich hin, als er nnß des

Die Smyrna-Frage.

Nach demEcho de Paris" wird es immer deutlicher, ba# in der Lösuna der Smvrna-Frage die große Schwierigkeit liegt, und daß es nur möglich ist, wenigstens auf dem Papier zu eiITO^-<^»re1^?.n^^^2--^ be»-Großmächten zu kom­men, wenn Graf S f o r z a und B r i a n b in dieser Ange­legenheit gen'.cinschaftlich vorgehen, um England zu veran­lassen, das Territorium von Smyrna mit autonomen Rechten auszustatten, ähnlich wie seinerzeit Ostrumelien. Außerdem habe England vor 4 Jahren Smyrna den Italiener» zuer­kannt Die englische Politik bleibt in ihren großem Richt­linien antitürkisch"

Die Griechen beabsichtigen, in Smyrna festen Fuß zu fassen und wollen dafür ihren letzten Mann und ihre letzte Drachme aufbieten.

Die Türken ließen vermuten, daß sie sich mäßigen werden.

Die Bolschewisten stehen in handgreiflicher ^Nähe von Mustapha Kemal.Unter diesen Umständen", schreibt daEcho de Paris"darf das Feilschen von zwei Mächten, die einander zugrunde richten wollen und drei Mächten, die am gleichen Strange ziehen, nicht lange dauern."

Neffen Munde von dem mißglückten Versuche, zu Mizzi zu gelangen, gehört.

Das sah ich ja voraus," erwiderte «.Heute bekomm« selbst ich sie nicht mehr zu sehen. Dann nehmen die Ab- fchiedsfeierlichkeiten meine Zeit in Anspruch, fodaß ich meinen Plan, ihr alles zu sagen, einige Tage aufschieben muß."

12, Kapitel.

.Bist Du sicher, daß Du Dich nicht getäuscht hast?"

Ganz sicher!"

Was mag der Freiherr hier wollen?"

Wenn ich daS wüßte I"

Ob er Deine Spur verfolgt?*

Wer kann das wissen. Und wenn dem so wäre, würde er nichts erreichen. Ich befaild mich in einer Zwangslage, fodaß ich die Wechsel zu Gelde mache» mußte, folglich konnte ich mein Wort leider nicht halten. Das Gegenteil soll er mir einmal Nachweisen I"

DaS ist schon richtig, indes angenehm ist «S für uns keineswegs, wenn wir hier einen Zusammenstoß ni e bim Aufgeregte» hätten. Deshalb halte ich eine Luftveränderung für uns am geratensten."

Hui, wer weiß, ob es nicht richtiger wäre, Deinem Vorschläge zu folgen, aber mich prickell'S fikmhd), mit diesem Ladewig eine Zusanliuenkunft herbei? 'ühren, schon um zu erkennen, ob nu n Inkognito gut 1 , und bann könnte uns Ladewig als AnstanöSivauwan gute Dienst« leisten."

Wie meinst Du da? ?"

Er könnte unsere Grü önilg auf Me Beine helfen, wenn es uns gelänge, ihn eüijira 13cm P nürd nicht Hiver harten. Ich allerdings muß «nich 0.. etwas im Hinter­gründe halte»."

Mir gefällt Teilt Plan nicht besonders, sodaß ich eine I Abreise für empfehlenswerter halte."

Die läuft uns nicht fort, Wenn mein Plan mißlingen ' sollte, aber das befürcht« ich nicht."

Ich verstehe Dich immer noch nicht. Vielleicht e.itlvidft 1 Du nur jetzt Deinen Plaul" Löö,20