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| Aus der Heimat
—* (Handel und Gewerbe im Februar 1921.) Der Beschäftigungsgrad der deutschen Industrie war nach den von preußischen Handelskammern an den HandelSminister erstatteten Monatsberichten im Februar etwa der gleiche wie im Januar. Besserungen der Lage in einzelnen Zweigen standen Verschlechterungen in anderen gegenüber. Dagegen haben sich fast überall die Auftrogsbeständs wesentlich'verhindert, sodaß die Zukunftsausstchten unsicherer geworden fab. Der Grund hierfür lag einerseits nach wie vor in »er Verminderung der Kaufkraft, zum Teil vielleicht auch nur in einer durch die Erwartung weiteren Preisabbaues »dingte» Verminderung der Kauflust. Die ungeschwächt ortbauernbe Weltwirtschaftskrisis wirkte auf doppeltem Wege n der gleichen Richtung. Das Ausland versuchte vielfach stusträge zu annullieren, und die deutsche Industrie begegnete ächt nur auf dem Weltmarkt, sondern in Deutschland selbst charfer Konkurrenz, insbesondere der belgische»' und frais Men Industrie. Mehr aber als diese Tatsachen beeik- rächtigte die Unsicherheit der politischen Lage das Wirt- chafislebeu. Die Unsicherheit über das Schicksal Oberschlesiens »hinderte nicht nur ben Absatz der beutf^en^nbujlrie nach 'orthin, sondern auch die Etteilung von Aufträgen an die berschlestsche Industrie. Vor allem aber konnte angesichts er bevorstehenden Londoner Verhandlungen keine Unter» chmungslust aufkommen. Besonders empfindlich wurde die rutsche Ausfuhrindustrte auch durch die Pariser Beschlüsse uf die Erhebung einer Eingabe von 12^ o. H. des Wertes » Ausfuhr getroffen. Die A«droh»ug dieser Auflage ihrte zu einer massenhaften Zurückziehung vpu Exportauf- rSge». Liefe politischen Faktoren haben das Geschäft so cherrscht, daß man ■ e wirtschaftlichen Momente nicht zur Mutig lammen konnte», die an fich geeignet waren, die lussichten günstiger erscheinen zu lassen: Die deutsche In- «strie oeÄLLt mueder sissm rd&H&e RaLL^D ^ü .-.^_Ln He Kohleunot ist zwar längst nicht beseitigt, aber durch »steigerte Förderung und verminderten Verbrauch zurzeit elindert. Streiks und Unruhe», wie fie in der chemischen Rb Kanfektions-Jndustie vorkamen, blieben im ganze» doch ereinzelt. Vor allem aber ist ein großer und dringlicher lebatf an Waren fast aller Art vorhanden, der der Ju- «strie gute Beschäftigung bieten könnte.
—* (Keine Eheschließung zwischen Blinden?) Aus M Kreise der Blindenlehrer ist dem Reichstage eine Angabe zugegaugen mit der Bitte,seinen Gesetzentwurf ein» «bringen, wonach die Eheschl eßung zwischen blinden Leuten erboten werden soll.
* Schlüchtern. (Spende aus Amerika). Der Schlüchterner ireunbfhaftsbunb in New Asrk hat der Stadt Schlüchtern “ Minderung der Rot bei Minderbemittelten fünfhundert Dollar, das find 28 000 Mark, mit der Bestimmung über» Wen, daß 400 Dollar auf die Stadt Schlüchtern und 00 Dollar auf die Anstalt Hof Reich entfallen sollen. — sagen unseren Freunden in Amerika, die hiermit einen »enteis ihrer Anhänglichkeit an die alte Heimat gegeben »ben, unseren herzlichsten Dank.
* Schlüchtern. (Sport). Die Ergebnisse der ausge- 'azenen Wetisptkle des Fußballvereins Schlüchtern 1910 ® gestrigen Sonntag find solgeade :
• Rannsch. 1910 gegen 2. Mannsch. 1. F.-Kl. Borussia
3.
Fulda 4:5
1. F.-Kl. Borussia
Fulda 0:14
' Jug«ndmauafchaft 1910 gegen 1. Jugendmannsch. Horas 1909 0:2 Q * Weben. Zum Nachfolger des nach Fulda versetzten °achtmeisters Müller ist Herr Wachtmeister Schmitt ernannt >«rsen. Bis zur endgültigen Besetzung der Stelle hat iitt Wachtmeister Goldmann aus Neuhof die Vertretung "rn»nm«n.
* Gemünden a. M. Ja einer vom Vorsitzenden der stir'sgrnppe Gemünden des B.B>B. auf 26. Februar "d-rufeuen Versammlung wurde die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft" unter der Firma: „Gc»lü»- ner Wohnungsverein", e. G. m. b. H. mit dem Sitz in "munden gegründet.
Kitzinge», 3. März. Gestern kamen mit der Bahn Wagenladungen Schweine hier an, die aus Schlawonien Meu und für Nürnberg bestimmt sein sollten. Die Schweine >cn weist ein Gewicht von 4—5 Zentner. Wie wir ^beträgt der Preis pro Pfund Lebendgewicht 8 Mark.
Hesundßettspflege.
Bo» Emil Anacker in Schlüchtern.
(Nachdruck verboten).
(Fortsetzung.)
Rahkung
Darch die Nahrung solle» die durch die fortwährende ?^^lig!eit bezw. durch den Stoffwechsel verbrauchten ^c ersetzt werden. Das Nahrungsbedürfnis ist je nach ” Alter, der geringeren oder größeren Muskeltätigkeit
Montag, dm 7. WärD21
und der Temperatur der u»S umg-bern Luft verschieden. Junge, »och in der Entwickelung begriffe Menschen bedürfen wegen der Neubildung von Geweb, Zellen usw. einer größeren und besseren Nahrungszufu als ausgewachsene und ältere Menschen. Ausgewachsen Menschen, welche einen Beruf mit angestrengter Muskeltäskeit haben, brauchen mehr Nahrungszufuhr als solche, die ff weniger körperlich an ireugen und ein ruhiges Lebest führen. Alle aber brauchen wir bei einer niedere« Temperatur der uns umgebenden Luft eine grüße Nahrungszufuhr als bet einer höheren Temparatur, weil erstere den Körper zu einer erhöhte» Wärmebtung nötigt. In unserer Nahrung müssen die ob engen Arten Grundstoffe — Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Äuerstoff — und die Nehenstoffe — Natrium, Kalium, Kaium, Fluor, Jod, Phosphor, Chlor, Schwefel, Eisen und stangau — enthalte» sein, welche wir in Eiweiß-Substanz«! als GewebSbildner uns Fetten und Kohlenhydraten als Kraftbildner und in verschiedenen Verbi»duugen in uns Lisnehmen. Mit dem durch die Atmung aufgenommenen Sauerstoff werden die Nährstoffe verbrannt, wodurch die sogennnte tierische Wärme im Körper erzeug: wird. Je nach ler Schnelligkeit und Stärke dieses Vorgangs wird mehr ier weniger Wärme entwickelt. Im gesunden menschlichen Körper ist die Verbrennung eine langsame, sodaß die Drrchschnittstemperatur — in der Achselhöhle gemessen — cg. 37° C beträgt. Die Ersatzstoffe — Eiweiß, Fett und Kohlenhidrate — entnehmen wir nur dem Tier- und Pflanzenreiq, indirekt durch die Pflanzen auch dem Mineralreich.
^Ju der Bibel heißt es: „Im Anfang war die Erde wüst und leer." Das muß wahr sein, denn aus den heißen gasförmigen Stoffen ihres Inhalts bildete sich durch Abkühlung das Urgestein, das unter der Einwirkung des Temperaturwechsels, von Sonne, Regen und Kälte ver« witterte — wie das heute noch wahrnehmbar ist — und . L^r^ufLo.efc .Weile ^Uk».^u>^<- Grt»h<^--> iK >>;- e«.,,^^:.-^.. aller Vegetation,allen tierischen Lebens uns auch unserer Existenz. Dieser Erdboden — ich will ihn Urboden nennen — brächte in seiner Erzeugungtzkcast und Fruchtbarkeit Pflanzen in solcher Ueppigkeit hervor, wie wir es uns kaum vorzu- stellen vermögen. Nur die Reste aus jener Zeit die „Braunkohlenflöze" und die hier und da noch vorhandenen Urwälder zeugen davon. Auch die vorsintflutlichen Tiere, deren Knochengerüste noch stellenweise bei Ausgrabungen gefunden werden, zeugen von . der Mächtigkeit damaliger Nahrungs« stoffe. Im Laufe vo» vielen Jahrtausende» find aber die Urstoffe der Erdoberfläche oder deS verwitterten Urgesteins, als dessen Rest wir unsere Aecker und Wiesen pp. betrachte» müssen, mehr oder weniger aufgezehrt. die Pflanzen finden nicht mehr die zu ihrer gesunden und kräftigen Entwickelung nötigen Stoffe oder nicht mehr in dem Maße wie früher und genügen daher auch den natürlichen Auforderungeu unseres Körpers wenigstens da nicht mehr, wo ste selbst günstige Entwickelungsdedingunge» nicht mehr finde». Hiermit bin ich auf ein Gebiet unserer „Landwirtschaft" hin- übergeglitten, auf dem ich nicht länger verweilen und nur noch sagen möchte, mit der Degeueratiou unserer Getreide-, Gemüsearten, Kartoffel», Futterpflanze» und des Viehs hängt die Degeneration der Menschheit eng zusammen. BiSmark sagte einst: „Das Volk gerät in Verfall, wenn seine Landwirtschaft verfällt."
Das Blut muß als die treibende Kraft im menfchlicheu Organismus angesehen werden; ist dasselbe gesund und narürlich ernährt, so ist der ganze Körper gesund, ist es mangelhaft ernähr» und entbehrt gewisser »otwendiger Bestandteile, so treten Krankheiten ein.
Das Eiweiß, da? in unsrer täglichen Nahrung im Gewicht vo» ungefähr 120 Gramm enthalten sein muß, finden wir hauptsächlich in den verschiedenen Fleischsort-a, doch auch im Weißkäse, in der Milch, in den Hülsenfrüchte» und in den G treidearte», wenn auch im geringeren Maße.
Zu den Fetten gehöre» Butter, Schmalz und O-l und genügt eine läglich« Aufnahme von ca. 58 Gramm.
Kohlenhydrate liefern uns hauptsächlich die Pflaaze», Kartoffel», Getreide, Gemüse in Gestalt vou Stärke, Mehl unb Zucker und bedürfen wir davon täglich ca. 500 Gramm.
Es ist nun !ehr schwierig, zu beurteile», ob man vsa den drei Nährstoffen täglich gen«; und im richtige» Verhältnis zu fich genommen hat, aber ein zu wenig ober zu viel wird durch die Abwechselung in der Kost im Laufe einer Woche mehr ober weniger ausgeglichen. Als Anhalt für Zdie richtige Auswahl der Nahrung mag nachstehendes Le-zeichnis mit Angabe der Prozente an Eiweiß, Fett unb Kohlenhydrat« dienen.
Eiweiß
Fett
Kohlen- ' Hydrate
ca-
ca.
er.
Magerkäse
34
11
3
Rtndfletich
21
5
——
Schweinefleisch
20
7
—
Kalbfleisch
20
1
—
Hering
19
17
—
73. AaSrg.
Erbsen
23
2
52
Eier
12
12
—
Roggenmehl
11
2
69
Weizenmehl
11
1
71
Kohlarten
2
i/»
6
Kartoffelu
2
20
Salat
17s
1/
3
Es ist und bleibt Hauptsache, saß wir dem Körper die vorgenannten Nährstoffe im richtigen Verhältnis und ausreichend zuführen und nach vorstehender Zusammenstellung, und erfahrungsgemäß empfiehlt es fich, gemischte Soft (ca. Vs Fleisch und % Pflanzennahrung) zu fich zu nehmen.
Unser körperliches Wohlbefinden ist vom „Landwirt" abhängig, denn düngt derselbe nicht sachgemäß und in Rücksicht aus die au Mineralien immer ärmer werdende Erdoberfläche, so werden Pflanzen und Tiere krank und wir mit ihnen.
In jedem Körper findet ein ununterbrochener Mineralstoffwechsel statt, durch den die elektrischen Energien entwickelt werden, die wiederum die Träger der Lebeusenergien der , Zellen in jedem organischen Körper find. Es dürfen also die sogenannten Rebenelemeute „Eisen, Mangan, Natrium, Kalium, Kalcium, Fluor, Jod, Phosphor, Chlor und Schwefel" im Körper nicht fehlen.
Unser Blut soll ca. 2 Prozent mineralische Bestandteile in verschiedenen Verbindungen enthalten, da aber die Pflanzen immer ärmer werden an solche», müssen wir die Nahrungsaufnahme vermehren oder Ersatz schaffen. Letzteren finden wir in Dr. Lahmanns Pflauzennährsalzextrakt und in Heviels physiologischen Nährsalzen.
Das Bedürfnis der Nahrungsaufnahme ist individuell ganz verschieden, doch wenn du Hunger hust, so iß wenig und das Wenige mit Andacht, langsam und bedächtig. Gut gekaut ist halb verdaut! Ziehe allen Gemüsen „gutes Obst" vor, laß es bei keiner Mahlzeit fehlen! Man nehme -XuL^m»—üg^’^mig.....i«—t--»-^««pLi»ah4K«1L«rr^KL stch,- wtlch« wir mit Frühstück, Mittagessen und Abendbrot bezeichnen wollen. Das Frühstück sei nicht so spärlich, das Mittagessen aber reichlich, zum Abendessen gentzgt schon eine geringere Nahrungsaufnahme. Von großer Bedeutung ist, daß alle Nahrungsmittel, Gemüse, Gebäck, Fletsch pp. gut und schmackhaft zubereitet werden, damit sie den Appetit anregen und „verdauungsfähig" find. Ganz besondere Aufmerksamkeit muß dabei den verschiedenen Getreidearten bezw. dem daraus gewonnenen Mehl zugewandt werden, da letzteres vielfach gefälscht (durch Beimengung von Schwerspat, Gips, Alaun) oder unrein (durch Beimengung von wertlosen Unkrautsamen) in den Handel kommt und weißes Mehl wohl leichter zu verdauen, aber ärmer an Eiweiß und Salzen ist, als dunkleres, in dem größere Mengen der äußeren kleberreichen Schicht des Korns enthalten find. Man genieße die gut zubereiteten Speisen „nicht zu heiß" und Getränke „nicht zu kalt," damit die Zähne und Schleimhäute nicht angegriffen werden. Die Zahnpflege bedingt ein jedesmaliges Reinigen des Mundes »ach jeder Mahlzeit durch Ausspülen mit reinem lauen Wasser oder mit Zusatz von einigen Tropfen Myrrhentinkiur, Pfefferminzöl u. a. Zeigt sich irgend ein Defekt im Gebiß, so gehe man sofort zum Zahnarzt und lasse ihn beseitigen, die Kauwerkzeuge müssen stets in Ordnung sein, wenn die Ernährung nicht gehört werden soll,
„Reinlichkeit ist das ficherste Mittel ge^ viele Erkrankungen und Ansteckungen l"
Eine amerilani'che Intervention?
Don der Wilsonregierung ist, wie aus Washington gemeldet wird, der französischen Regierung inoffiziell mitgeteilt worden, daß eine Besetzung weiterer deutscher Gebiete erhebliche Schwierigkeiten in der internationalen Politik zur Folge haben würde, weshalb Frankreich der Rat erteilt worden ist, davon nach Möglichkeit abzusehen. Eine gleiche ernste Warnung wurde von der Harding-Regierung inoffiziell an Briand gesandt, in der ebenfalls angedeutet wurde, daß die amerikanische Regierung nicht die Absicht habe, sich an solchen Plänen zu beteiligen noch diese gutzuheißen. Es müsse bedauert werden, wenn die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Frankreich durch solche Maßnahmen erheblich verschlechtert würden.
Ein kommunistischer Aufruf.
Die kommunistische Berliner „Rote Fahne" veröffentlicht einen Aufruf der Zentrale der Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands (Sektion der kommunistischen Internationale) an das deutsche Proletariat, in der anläßlich des Londoner Ultimatums die deutsche Arbeiterklasse aufgefordert wird, die deutsche Regierung zu stürzen, um der kommunist ne m Ordnung zum Siege zu verhelfen. Zum Schluß des^Ausr 's heißt es: Demonstriert am Sonntag. Rüttelt die Säumten auf! Marschiert gegen Eure Bedrücker! Gegen das Doppeljoch fremder und deutscher Ausbeuter! Für den kommunistischen Aufbau! Fort mit allen Bourgeoisie-Regierungen! Für die Herrschaft der Arbeiterklasse! Schutz- und Trutz- bündinis mit Sowjetrußland' Wirtschaftsgemeinschaft mit Sowjcirußland!