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Zchlüchlerner Zeitung

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BeirtrbsstSrmrge» kein Schadenersatz oder M tihr

einschl. Bezug». Reine «ewähr. für Platz, Aufnahme»« n«& Btiealiehuma «ein Nachlaß bet gerichtlichen Zwilchen, kosten. Zählkarte FraEurt a. M. Nummer IltOS.

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Aus der HeiMKt.

I »er «utibolschewistische Kommunist Dr. Greiner

In vielen Orte» unseres Bezirks sprach im Austrage s ter V. K.P. D. Herr Dr. Greiner überChristentum und ; Kommunismus". Seinem äußeren Auftreten nach hatte er l den Anschein eines Idealisten, auch auf Gegner machte er dadurch Eindruck. Diese heuchlerische Maske wurde nun ° Krn Dr. Greiner heruntergerissen, und es erscheint das gilb eines gerissenen Geschäftemachers.

Herr Greiner gehört zu den Leuten, die während der Revolntionsjahr« im Eiltempo von rechts nach links hin- | iibtwechselten, um ja den Anschluß zur Futtergrippe nicht zu versäumen. Vor dem Kriege in angenehmen Verbin­dungen mit kapitalkräftigen Kreisen, wurde Herr ©reiner n3$ der Revolution Mehrheitssozialist, und als solcher überzeugter" Autibolschewist. Er trat in Verbindung mit bet anttbolschewistischen Liga, für die er Vorträge halten moltte. Dies zerschlug sich, und nun verlangte Herr Greiner für verlorene Arbeitszeit ein recht anständiges t Evtgeld.

Sein Verbleib bei der U.S.P. war nicht von langer ' Dauer. Einigermaßen erstaunt waren seine früheren Be­kannten aber, thu nun alskommunistischen" Wanderredner | anftau^en zu sehen. In einer kommunistisches Versamm- l sammlung HanauS am 21. April 1921 wurde er gestellt. ; Der früher mit der Liga geführte Briefwechsel wurde ihm ^ vorgehalten und jeder Versammlungsteilnehmer aufgefordert, |bie Akten einzusehe». DerIdealist" Dr. Greiner konnte ^sich nicht verteidigen. Er bedauerte nur, nicht noch eine f größere Entschädigung seinerzeit gefordert zu habe».

7 Nr-N, das wird ja jetzt nicht mehr notwendig sein, nach' Ibem derIdealist" Greine; von rolleude^ WW« aus l Moskau seinen Anteil erwischt hat.

Arbeiter seht nur eure Führer an!" (Bebel).

* Zeitbilder. (Frisch auf). Des Wandrers froher , Gruß, er tönt uns jetzt entgegen, denn überall reist v Groß und Klein zurzeit auf sonn'gen Wegen Ein jeder will des Müllers Lust so gut es auzeht kosten, | dieweil ein wahres Wort uns sagtWer lange sitzt, muß I rosten". Fürwahr, wer wollt' zu solcher Zeit auch s mhl zu Hause sitzen, viel schöner ist's im Sonnenschein | sich tüchtig auszuschwitzen. Viel schöner hin durch | Berg und Tal mit leichtem Schritt zu wandern und Gottes schöne Wett zu schau'n von einem Ort zum an- i betn. In ihrem schönsten Prachtgewand sind Wald und Flur zu sehen, da wir im Wonnemonat ja aufs i Neue wieder stehen. Genießt, mahnt drum uns Blum ( und Strauch, die köstlichsten der Stunden, denn wißt, wie vieles andre find auch sie gar bald entschwundeu. ? Mit heiterm Sinn und frohem Lied, bei voller Becher ; Klingen laßt uns den schuldigen Tribut dem Lenz [ und Sommer bringen. Sei'S in der Nähe, in der Fern, ! wohin auch wir uns wende», für Geist und Körper

Donnerstag, den 12. Mai 1921

die Natur wird reichsten Segen spenden. -- Unb solch ein frohes Wandern hat, solch Reisen in die Weite, vergessen wir es nicht dabei, «och eine andre Seite: Beim Trinken, wenn der Becher klingt ins fröhliche Ge­nießen, kommt auch zu vieler Freud das Geld gar munter dann in's Fließen. Und wie Ihr Stadt und Land begrüßt, wohin Ihr werdet kommen, so ruft Euch die Geschäftswelt zu - ein freudiges Willkommen! Ja, so ist's schön, daß jedes Ding auf Erden hat zwei Seiten und drum wird doppelt Freuden auch die jetz'ge Zeit bereiten. Frisch auf zu frohem Wandern drum, zu lustgem Erdenwallen, ein fröhlich Herz und hei­tern Sinn, und viel Vergnügen allen!

Walter-Walter.

* (Eigenhändig".) In der Bevölkerung find ver­schiedentlich Klagen laut geworden, daß der VermerkEigen­händig" auf Wert- und Einschreibebriefen, Zahlungsanwei­sungen usw. vielfach vo« den zustellenden Postbeamten nicht beachtet wird, und daß solche Seuduugeu anstandslos auch den Bevollmächtigtes, Pfleger», Erben oder anderen zur Empfangnahme gewöhnlicher Senduugen befugten Perfone» ausgehändigt werden. Das Reichspostministerium weist des­halb zur Vermeidung von Beschwerden darauf hin, daß nach der Dienstanweisung Wert- und Einschreibeselldungen sowie Postanweisungen, die vom Absender mit dem Vermerk Eigenhändig" versehen sind, oder die zugehörigen Abliefe- rungIscheine und Paketkarten stets an den Empfänger selbst auSzuhändigen sind. Im Todesfall des Empfängers find derartige Sendungen als unbestellbar zu behandeln und werden an de« Absender zurückgeleitet.

* (Freie Verfügung über Wohnungsneubauten.) Den P. P. N. wird geschrieben: Es ist in der Oeffentlichkeit noch nicht allgemein bekannt, daß Wotznunge» in Neubauten, gleichviel ob diese mit oder ohne AntÄstützung eines Reichs- oder Landesdarleheus errichtet werde«, der Beschlagnahme nicht unterliegen. Auch besteht zurzett kein Anlaß, die Er­richtung von Luxusbauten zu verbieten, da der Bedarf an Baustoff« für den gemeinnützige« Wohnungsbau als sicher- gestellt betrachtet werden darf.

* (Der Lebensunterhalt.) Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten hat sich nach den Bsrechnungen des Statistifchen Reichsamts im Monat April d. Js. um sieben Punkte auf 894 ermäßigt. Gegenüber dem im Januar er­reichten Höchststand von 924 zeigt sich also für die von der Tenerungsstatistik erfaßten lebensnotwendige« Bedürfniffe (Er­nährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung) eine geringe Abschwächung. Die Lebenshaltungskosten habe» sich im April durch Preissenkung für Fette, Fleisch, Eier und Fische in mehreren Städten ermäßigt. Da sich aber andererseits die Ausgabeu für Gemüse, Heizung und Beleuchtung zumeist erhöhten, macht sich diese Erleichterung in der Indexziffer nur in geringem Maße geltend.

Hk. Für Gold- und Silberware« bietet sich Vertreter in Washington an. Näheres durch die Handelskammer.

13, Ia-rg.

| Hk. (Frachtbrief-Formulare.) Die nach dem verkleinerten Muster hergestellten Frachtbriefe dürfen noch bis zum 31, Dezember verwandt werde«. Vor dem Neudruck von Fracht­briefen empfiehlt es sich daher, Muster bei der Eisenbahn- direktto» Frankfurt anzufordern.

Hk. Das Ladegewicht des verwendeten Wagens ist der Absender bei Wagenladungen verpflichtet in den Frachtbrief einzulrageu. Unrichtige Angabe ist strafbar.

Hk. (Au den Sanktionen.) Das rumänische Gesetz über die Erhebung einer Abgabe von deutschen Waren liegt au der Handelskammer zur Einfichtuahme auf.

* Elm. (Sport.) Am Ssantag wurden folgende Resultate eingebracht:

1. Mannschaft gegen 1. Mannschaft Gemünden 4:1

2. Mannsch. gegen 2. Mannsch. Turugemeinde Fulda 1:7 1. Mannsch. gegen Ligamannsch. Rückingen 3:3 Halbzeit2:1. Am vergangenen Samstag hatten die Sportfreunde von Elm und Umgegeud Gelegenheit, zum ersten Male dem Spiele einer Ligamanuschaft beizuwohne«. Um 5 Uhr pfiff der Berbandschiedsrichter Herr Vogel, Neuhof unter einer großen Zuschauermenge das Spiel an. Nach Antritt setzte alsbald eine lebhafte Spieltätigkeit ein. Beide Tore kamen nach kurzer Zeit abwechselnd in Gefahr. Nach einem guten Vorstoß des Gästeangriffs konnte der Mittelstürmer das erste Tor buchen. Bis zur Halbzeit hatte Elm durch gutes Kombinationsspiel 2 Tore erzielt- Halbzeit; also 2:1 für Elm. Kurz nach Halbzeit spielte Rückingen sehr scharf, um den Ausgleich zu schaffen, das Elmer Tor kommt in Be­drängnis. Ein Strafstoß bringt nun Rückingen das 2. Tor - ein. Im weiteren Verlauf des Spieles konnten beide Mann­schaften den Ball noch einmal durch die Latten jagen, sodaß die beiden Gegner das Feld mU 3:3 verließen. Beider­seits wurde ei« flottes Spiel vorgeführt. Der Torwart des Sports. Elm hatte einen glänzende» Tag. Für ihn gab es nur Stimmen des Lobes, durch seine gute Technik ver­mochte er fast alle scharfe Schöffe des Mittelstürmers Schömber zu halten. Der linke Verteidiger tat sich besonders durch seinen sicheren Schuß hervor. Von der Läuferreihe verdient der Mittelläufer, der sich dem starken Mittelstürmer Schömber gegenübersteltte und auch seiner Aufgabe vollständig gerecht

wurde, besondere Erwähnung. Der Sturm spielte im allge­meine» flink und ausgeglichen. Bei der Gästeelf fand der Tormauu in dem rechtes Verteidiger seine beste Stütze. Die Läuferreihe spielte flink und leistete dem Sturm gute Unter­stützung. Besonders fesselte der bekannte Mittelstürmer Schömber die Zuschauer durch sein scharfes und wuchtiges Spiel und seinen sicheren Schuß auf de« Kasten. Am 8. Mai spielte dann diese Rückinger Mannschaft gegen die Ligamanuschaft Boruffia Fulda 1:1. Dieses befriedigende Resultat dürfte für den Sportv. Elm als Beweis dienen, daß die Mannschaft zur Zeit gut zusamAerrgtstellt ist. Bei eifrigem Training kann man von ihr noch größere Leistungen erwarten. A. G.

an«,chast gegen die Dieses befriedigende

Dömon -es Lebens.

Kriminalerzählung von A. Ost land.

15] Nachdruck verboten.)

Er nahm schnellen Abschied; es war, als dränge ihn etwas fort. Als er schon fast das Haustor erreicht hatte, kehrte er nochmals um. Es fiel ihm ein, daß er Marianne noch hatte sagen wollen, sie möge ruhig fein, er werde sie bestimmt nicht verraten. Aber als er vor der Türe mit dem Messingschild stand, läutete er doch nicht. Die Frau mußte noch in dem Vorraum sein; er hörte drinnen ein Geräusch. Klang das nicht, als ob jemand weine? Heiß und bitterlich, so wie reife Menschen die Enttäuschungen des Lebens be­weinen . .

Er spähte vorsichttg durch das Fenster neben der Türe. Da sah er, daß sie neben dem kleinen Korbsofa in die Knie gesunken war. Der Spitzenumhang war Her­abgelassen und lag am Boden. Den Kopf hatte sie auf die verschränkten Arme geworfen. So lag sie da wie gebrochen und weinte vielleicht um die letzte Illusion ihres Frauenlebens.

Herbert von Ramtn wandle sich rasch ab und ging leise die Stufen wieder hinunter. Sein Kopf brannte wie im Fieber. Und immer wieder muhte er denken LiebeI Liebei Wie seltsam lenkst du die Geschicke bei Menschen!

als er am nächsten Morgen vor seinem Ehef stand, denchtete er knapp und ruhig, daß man in der Angelegen heu Lilian Wilsteod momentan nichts unternehmen könne, da d-.e Dame für kurze Zeit verreist sei. Er bitte jedoch, überlasse" $* ^ 6°*e * "^ren Untersuchung ?"" von Heffelbach war fast froh. Wenn Liltan Wilstead vielleicht abgereist war und nicht wiederkam, dann war die ganze fatale Angelegenheit aus der Welt schafft. Wenigstens ihn ging sie dann nicht» mehr an. ll»d wenn sie mietest«* tontet mb ihr je Gletch be­

deuten, daß die Spielabende ein Ende haben müßten. Aber hoffentlich ging alles ab ohne Skandal.^ Und da war ohnehin heute noch eine andere dringende Sache, bei der er seinen fähigsten jungen Beamten dringend brauchte. Eine Anzeige gegen eine Gastwirtschaft, da draußen in Jnzersdorf. Da sollte Herbert von Namin mit ein paar tüchttgen Leuten wieder einmal eine kleine Razzia halten.

Die Folge dieses Auftrages war, daß der junge Mann jenen Absagebrief an Edith Willstadt schrieb. Er tat es mit sehr schwerem Herzen. Aber am nächsten Tage hatte er Urlaub... da mußte er sie sehen! Und noch eines tröstete ihn etwas; auch dieser Dienst­weg führte in ihre Nähe. Er mußte fast vorbei an dem Haus, das sie bewohnte, wenn er nach Jnzers­dorf ging. Und da« schon «rschien ihm wie eine Freude.---

Für Edith brächte dieser nächste Tag, an besten Morgen sie den Brief Herberts erhielt, eine Reihe qual­voller Stunden, die sich langsam und öde dahin- schleppten. Das junge Mädchen blieb fast unausgesetzt allein. Lilian Aldermor« hatte sich entschuldigen lassen mit heftigen Kopfschmerzen und erschien nicht bei Tische. Auch der Hauptinann blieb unsichtbar. Edith klopfn mehrmals an feiner Türe. Umsonst Das Mittagessen, welches sie ihm durch die fast taube Dienerin auf feinen Befehl hineinschicken mußt«, kam beinahe unberührt zurück. So kam allmählich, nachdem die Sonne gesunken war. die Dämmerung, und ihr folgte die Nacht heute noch rascher als sonst denn der Himmel war bedeckt von schweren schwarzgrauen Wolken, welche, getrieben von , einem heftigen Sturme, dahinflogen über das Firmament, um neuen Wolkenmassen Platz zu machen.

Edith stand am Fenster ihres Zimmers und sah bange hinaus in das unwirtliche Treiben. Dann und wann schlug ein Regenfchauer gegen die Scheiben. Pluto bellte mehrmals eut dumpf und drohend Sonst rührte sich nichts rtng-umher. West, öde, in vollständiger Verlassenheit breitete sich da» Land aus um das ein« Iaw ftatta in Irm Lttb mA Oe^M QiAKAIhtmf Mist

flammte. Der Hauptmann hatte sagen lassen, er sei sehr i unwohl und wolle zeitig zu Bette gehen. Jede Störung hatte er sich strengstens verbeten. Die Lampe in seinem Zimmer entzündete er nicht, das sah Edith, denn sonst wäre der Lichtschein weit hineingefallen in den dunklen Garten. Dafür hatte Lilian schon bei einbrechender Dunkel­heit die Flamme ihrer Hängelampe entzündet. Von ihrem Standpunkte aus konnte das junge Ltädchen den rosigen Schimmer sehen, welcher durch das Fenster brach. Die langen weißen Spitzenvorhänge hinderten allerdings den Einblick in das Innere oes kleinen Hauses, aber wenn die seltsame Frau in ihrem Zimmer hin- und herging, sah man genau ihren Schatten auf-und abgieiten. Und Lilian Aldermore ging seit Sltinden unausgesetzt und ruhelos auf und nieder in dein Raums. Sie mußte von einer ungeheuren Unruhe befallen sein, denn alle ihre Be­wegungen waren hastig, ungeduldig. Ediths icharfe Augen verfolgten genau das nervöse Spiel der Hände, das plötzliche Stehenbleiben mit vorgestrecklem Kopse, als lausche die Frau auf irgendein Geräusch mit allen Sinnen, das Zusammenzucken der schlanken Gestatt, als schüttle sie ein großer Schreck. Aber immer wieder nahm sie ihren

Weg auf

Das jung« Mädchen löschte ihr eigenes Licht und nete dann mit großer Vorsicht ein wenig das Fenster. Von der Spitalskirche hallte der Schlag der Uhr herüber. Unwill­kürlich zählte sie mit. Neun helle Schläge klangen durch bie fülle Nacht. Und nun drang noch ein (Berausch per«m k urch das große Schweigen. Auf der Lan: se fuhr ein Wagen. Man vernahm genau das Sin jen o« Räder auf dem Kies. Jetzt verstummte das Geräusch. Und jetzt ging auch schon im Garlenkause ^ie -nur auf. üilian Aldermore stand auf der Schwelle, sie hielt ernt kleine Blendlaterne in der Hand, welche gerade nur so­viel Licht verbreitete, daß man das Sme aen Boden sah, worauf man den nächsten Schritt fetzte, ^oindjhg schrs.r i die Frau den mit welken Blättern besten Gartenpfad ! entlang gegen das Türchen zu, welches hinaussuhrt« auf I?" s-"""' (g»*|un, W)