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Samstag, dm 28. Mai 1921
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$' tat® unsere Träger Mk- 10.80, bei uns sSgeholt Mk. 10. -, .ii, «Hättet an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag P 6 «geweifter, ueranlwortlich H.-E. Hohmeister, Ächlüchtern. J Semruf So Erfüllungsort für den gesamten BeschäfiS- * ^^ ^ &ft M^ma Sch-Üchtern. '
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Zeitung für eilige Leser.
Haoas meldet ans Athen, daß aus Angara Berichte vor- liegen wonach die Grieche« aus der kleinasiatische« Front eine neue Offensive unternommen hätte«.
! Wie aus Loudon verlautet, ist die englische Regierung nicht geneigt, Bayern bezüglich der Evtwasf««ng seiner Ei«- «Mchuerwehre« eine Ausnahme zu gewähren.
! In Norwegen ist der erwartete große Streik ausge- itroche«. Die Zeitungen habe« zum Teil das Erscheinen ein«
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' “ Die französische Kammer sprach mit 419 gegen 171 Stimmen dem Kabinett Briand das Vertraue« aus.
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Aus London wird unterm 27. 5. gemeldet: An dem Hiplomattschen Bericht des „Daily Telegraph" heißt es, die Kritische Regierung sei bisher noch nicht formell von dem Wunsche Briands in Kenntnis gesetzt worden, daß eine Monserenz von Sachverständigen, die, wie es heißt, aus Juristen, Wirtschaftlern und sogar Ingenieuren bestehen soll, eine eingehende Untersuchung aller technischen Fragen in Bezug auf die mögliche Festlegung der neuen schlesischen 'Grenze vor dem Zusammentritt des Obersten Rates vornehmen soll. Bevor die britische Regierung sich für oben gegen diesen Vorschlag aussprechen könne, müsse sie natürlich die genaue Formel wissen, die er verkörpere, rorausge- fetü, daß nicht die Absicht bestehe, den endgültigen Beschluß > auS der Hand des Obersten Rates zu nehmen, oder seine
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Autorität und Verantwortlichkeit in dieser Frage Mindern.
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Dem „Daily Telegraph" zufolge wird der Gedanke triands in London sympathisch erwog?« werden. Wie es in dem Bericht weiter heißt, haben, trotzdem mu- weiteren Noten zwischen London und Paris ausgetauscht worden sind, in Berlin sehr wichtige Beratungen stattgefunde« zwischen Lord d'Abernon und Botschafter Laurent einerseits und Lord d'Abernon und Dr. Rosen anderseits. Laurent habe persönlich bei Lord d'Abernon, wie bereits früher bei SignvrFraffati, darauf gedrungen, daß es gercten sei, bei dem deutschen Kanzler und dem deutschen Außenminister einen neuen Kollektivschritt zu unternehmen. Jr Beantwortung dieses Schrittes verwies der britische Botschafter auf seine knrzlichen und gegenwärtigen Schritte in tiefer Frage.
Im Laufe der Unterredung zwischen dem deutschen Außenminister und Lord d'Abernon erklärte dem „Daily Telegraph" zufolge Dr. Rosen, daß die deutsche Regierung die Frage der Verstärkung dez Kordons der Sicherheitspolizei an der schlesischen Grenze durch Reihswehrabtei- lnnge« sehr ernstlich erwogen habe, daß sie jedoch schließlich diesen Plan verworfen habe, damit die daraus folgenden Truppenzusammenziehungen nicht falsch gedeutet und bei den Alliierten zu unbegründetem Verdacht Anlaß geben könnten. Dr. Rosen erneuerte die Versicherung, daß die «deutsche Regierung keinerlei „militärische« Soup" dulden
Englands überparteiliche Stellung.
Die englische Regierung hat der französischen Regierung eine neue Note überreichen lassen, wonach bereits am 13. Mai. an dem Tage, an dem Lloyd George im Unterhaus
Dämon -es Lebens.
Kriminalerzählung von A. Ostland.
M) Nachdruck verboten.)
Hesselbach faltete den Zettel gufanmenj
„Hm," sagte er, „daraus kann man nicht klug werden. Irgendein Anhaltspunkt ergibt sich da nichL Herr von Ramm kann das Blättch'N ganz zufällig in der Hand gehabt haben, als ihm urwoyl wurde. Hier ist er. Verwahren Sie es vielleicht selbst. Aber halt — da am Manfchettenknopf ist noch etwas: ein Büschel Haare! Stricker, kommen Sie noch einmal herl Lösen Sie das los! So! Na, Sie verstehm sich ja auf derlei besser, als ich. Schauen Sie sich das Bündel einmal genau an. Was sind das für Haare? So hellgelb ist doch kein Mensch . . ."
„Herr Vorstand," sagte der alte Postzist gemütsruhig, „das ist auch kein Menschenhaar. Das ist von einem Hund."
„Von einem Hund?" fragte Hesselbach betreten, „wirklich? Hatte denn Ihr Onkel einen Hund, Doktor?"
Herbert von Ramin machte ehe verneinende Bewe- Sung. Sprechen konnte er nicht Er hielt noch immer das Streischen Papier in der Haut, das sein Vorgesetzter ihm gegeben. Ob er Hesselbach» groge überhaupt gehört hatte, schien diesem fraglich.
„Ramin," sagte er herzlich »nb dennoch ein wenig befremdet, „jetzt nehmen Sie sich aber einmal ein wenig zusammen I Das Ganze ist ja giwiß sehr traurig. Aber schließlich war er doch nicht Ihr Vater! Und vor allem: stecken Sie doch das Papier ir Ihre Brieftasche l Und ihr Leute, hebt die Bahre! Nach der Totenkammer l Wir kommen nach, Stricker,"
Die Männer hoben ihre Lest und gingen mit kurzem Gruß davon.
Dr. Hesselbach sah ihnen einen Augenblick lang nach,
feine Rede über Oberschlefien hielt, die englische Regierung die deutsche aufgefordert hat, die deutsche Bevölkerung im Abstimmungsgebiet überwachen zu lassen. Lord d'Abernon hat inzwischen, der Note zufolge, zu wiederholten Malen von seiner Regierung Befehl erhalten, sich dem Transport von Waffen und Freiwilligen zu widersetzen.
Im Unterhaus erklärte Churchill auf eine Anfrage Hendersons, daß die Säuberung ObersHlesiens nur noch eine Frage von Tagen sein könne. Die englische Regierung bleibe entschlossen, keine einzige Handlung der Aufständischen anzu- erkennen und keine einzige Gesetzesverletzung ungesühnt zu lassen, sobald die Truppen in Oberschlefien auf die notwendige Stärke gebracht seien. In Oberschlesien sei Englands Ehre verpfändet.
Vergewaltigung der AbMmmung in Oberschlefien.
In der „Chicago Trib." erklärt Chefredakteur Wales, daß er seine Behauptung aufrechterhalte, e» sei geplant, aus Oberschlesien einen autonomen Staat zu machen, der entweder unter der Regierung des Völkerbundes oder der des Obersten Rates 30 Jahre lang bestehen sollte. Nach Ablauf dieser Zeit soll eine neue Abstimmung ftaitfinden.
England für Aufhebung oer Sanktionen.
Der Londoner Korrespondent der „Chicago Tribune" meldet: Die Meinungsverschiedenheiten zwischen London und Paris betreffend die Räumung von Düsseldorf, Duisburg und R u h r o r t, beginnen in ber. letzten Tagen zu schwinden. In London steht man auf dem Standpunkt, daß die Annahme des Ultimatums durch Deutschland und die Beweise des guten Willens der Regierung Wirth voll genügten, um die Sanktionen aufzuheben, die England und Frankreich anzuwenden willens waren.
Die Sowjetregteruas gegen den Zusammen, schluß der baltischen Staats
Anscheinend fühlt sich die Sorvjetregirru-g durch den ae^ planten Zusammenschluß der baltischen Staaten, der in einer in den ersten Tagen des Juni stattstndeuden Außenministern konferenz der drei Staaten Litauen, Lettland und Esthland perfekt werden soll, beunruhigt. Wenigstens will der Rigaer Korrespondent des „Ostexpreß" aus sicherer Quelle erfahren haben, dem litauischen Gesandten in Moskau sei russischer- seits mitgeteilt worden, die Sowjetregierung werde einen Militärischen Zusammenschluß der baltischen Staaten als casus belli betrachten.
Tschttscherin über den Versailler Frieden.
Der „East Expreß" meldet aus W i l n a: Tschittscherin hat an die Sowjetvertreter in London, Rom und Berlin Instruktionen abgeschickt, in denen es u. a. heißt:
„Der Versailler Friedensvertrag hat weniger Wert als ein Fetzen Papier. Der jetzige Zustand in Europa kann nie« manden befriedigen. Der Ausgang aus der Lage, in der sich die gesamten Länder befinden, kann nur ein Krieg fein. Aus einen Krieg strebt alles hin. Früher oder später werden dit Verhältnisse einen Konflikt zwischen Frankreich und Deutsch land zeitigen, und dann müssen wir freie Hand haben."
in den grauen, farblosen Nebeltag. Dann wandte er sich zurück, dem jüngeren Kollegen zu.
Der stand an eine der uralten Weiden gelehnt, welche den Tümpel stellenweise umgaben, und sah mit starren Augen auf die Stellt wo eben erst noch der leblose Körper Wilhelm von Ramm» gelegen hatte. Das Streischen Papier hielt er uoch immer in der Hand.
Hesselbach legte ihm die Hand auf die Schult«.
„Ramin," sagte er ernst, „nun raffen Sie sich aber auf! Ihr Wesen ist mehr als merkwürdig. Bor allem verwahren Sie doch nun endlich das Stück Papier da! Jeder rasche Windstoß kann es Ihnen entreißen. Wo haben Sie Ihre Brieftasche? So . . . Und nun erzählen Sie mir einmal, Mann gegen Mann, nicht Beamter und Chef: was haben sie gestern da gehört oder gesehen?! Denn daß da etwas Besonderes los ist, darauf könnte ich schwüren."
Ramin hatte mit unsicheren Fingern seine Brieftasche hervorgezogen. Jetzt schlug er sie, noch immer fast gednnkenlos, auseinander. Da ging ein leichter Windhauch durch die Zweige der Weide. Ein Regen goldgelber Blätter riefelte nieder. Ein paar fielen auch in die geöffnete Brieftasche. Ramin wollte sie hinunter- schutteln. Aber mit ihnen wehte ein Blättchen Papier zur Erde.
Dr. Hesselbach bückte sich rasch und hob es auf. Unwillkürlich warf er einen Blick darauf, aber mit einem Mbunterbrüdten Laut höchster Ueberraschung fuhr er
»Herr Dr. Ramin," sagte er scharf, „wie kommen Sie in den Besitz dieses Zettels? Hier haben wir ja die eine Hälfte des Papieres, das sich in der zusanimengekrampften Hand des Toten vorfand. Alles stimmte genau. Gebe« Sie einmal den zweiten, kleineren Zettel her! So l Alfs, das heißt nun;
»Wkr teilen Ihnen auf 3
Entgegen anders lauteve« Mitteilungen erfahre« wir, daß der Reichskanzler Dr. Lirth das Finanzporteftuille be« bauen wird. Damit entfien alle Kombinationen, die sich auf die Uebernahme des Franzministeriums durch eine führende Persönlichkeit der derschen Bankwelt bezogen. Staatssekretär Boy Ed dürfte alrGesandter nach Tokio gehen und Dr. Solf nach Wiederautahme der diplomatischen Beziehungen mit den Vereiniien Staaten als Botschafter nach Washington gesandt werde.
Wie die „P. P. D." ören, ist zum Nachfolger des z«- rüd,getretenen Geheimrats ^eilbronn als Pressechef der Reichsregierung und des Aswärtige» Amtes der Zentrums- abgeordnete Dr. Höfle inÄussicht genommen. Dr. Höfle war früher in der Volksereinszentrale in München-Glad- bach tätig, bann mehrere Jahre Direktor des Bundes deutscher Techniker, schied abe aus dieser Organisation später aus und ist seither journtistisch und in der christlich-nationalen Beamten- und Agestelltenbewegung tätig gewesen. Namentlich als Sprecher n Beamtenfragen im Reichstag ist er wiederholt im Reichstcz hervorgettttrn.
2,3 Millieden Fehlbetrag.
Nur Haushaltsausschus deS preußischen Staatsrats ist der Entwurf des Etats für 1L1 beraten worden, der am 1. Juni dem Landtage zugehen oll. Der Etat weist einen Fehlbetrag von 2,3 Milliarde: Mark auf, für besten Deckung die frühere preußische Regieurna neue Steuern lGrundsteuer uub Gewerbebetriebsstemr) vorgesehen hatte. Diese Steuerprojekte stießen bei den lürgerlichen Parteien auf lebhaften Widerspruch, auch der Ausschuß des Staatsrats hat, wie eine Berliner Korrespondruz mitteilt, Bedenken gegen sie erhoben und ist (im Einklang mit einem tm neuen Landtag bereits eingebrachterr Zentrumsantrag) dafür eingetreten, daß der Fehlbetrag durch erhöhte Zuschüsie des Reiches an Preußen gedeckt oder doch gemindert werde.
Gcsen diesen Vorfchla, hat sich im vorwärts" der frühere preußische Finaut n'.ste “übe m nm f auf bas schärfste ausgesprochen. 6s ist deshalb zn erwarten, das er von der Soztaldemokratte, die sich besonders für die Grundsteuer lebhaft einletzt, energisch bekämpft wird.
Soll der Vetriebsrat an detriebsbefichttgungen feilneümen?
Der sächfifche Arbritsminister hat eine Verordnung erlassen, daß bei Betriebsbesichtigungen durch Gewerbeaufsichts- beamte der Betriebsrat hinzuzuziehen sei. Diese Verordnung beschäftigte den Gesamworstand des Ver. bandes Sächsischer Industrieller. Der Vorstand betonte, daß diese Verordnung jeder rechtlichen Grundlage entbehre und dazu führen müsse, die Mitglieder des Betriebsrates noch mehr als bisher ihrer beruflichen Arbeit zu entziehen. Es wurde weiter darauf hingewiesen, daß eine Entlohnung der Betriebsratsmitglieder für diese Zeit nicht in Frage kommen könne. Ebenso wie er es für die Pflicht seiner Mitglieder hält, in allen derartigen Zweifelsfragen, bei denen eine einwandfreie Grundlage fehlt, sofort Feststellungsklage zu erheben, da es auf diese Weise am ehesten möglich ist, die Durchführung unberechtigter Forderungen zu verhindern.
verbüßt. Der Mann hält sich brav. Aber er ist sehr kränklich. Die Strafdauer beträgt ein Jahr.
Direktion des Zentral-Gefangenhauses
zu Mexiko.
,,,«, am 3. September 18 . .'
Herrn Wilhelm v. Ramin, Baumeister,
Dr. Hesselbach hielt eine Sekunde lang
Thlcago.E
inne.
er dann, den
»Mso, da stimmt alles genau," sagte jungen Mann noch immer scharf beobachtend, „aber, Herr von Ramm, als Beamter müssen Sie selbst einsehen, daß das sehr sonderbar ist. Sie waren um die kritische Zeit hier am Tatort, haben bestimmt manches miterlebt, weigern aber die Aussage ,vis nach Aufhellung des Tatbestandes'. Das macht mich schon stutzig. Für einen so pflichtgetreuen Beamten, wie Sie es stets waren, ist das ein etwas sonderbares Vorgehen. Dann erkannten Sie schon Ihren Onkel, als der Körper voch tief unter Wasser ist, daß wir andern alle noch keinen Umriß ausnehmen konnten. Sie hatten bestimmt schon vorher die Ueberzeugung, daß die Leiche die Ihres Onkels war. Ihr ganzes Benehmen ist überhaupt mehr als seltsam. Und nun findet sich in Ihrer Brieftasche der abgerissene zweite Teil dieses Papieres, um welches sich die erstarrten Finger des Toten im letzten Krampt schlössen. Der,rote Hans" will hier zwei Männer ringend gesehen haben. Ich muß Sie nun sehr ernstlich ausfordern, diese mehr als merkwürdige Sache aufzuklären. Also vor allem: m^s kosten
Sir gestern ^ir‘?"
xForaegung folgt.>