Schlüchterner Zeitung
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Freitag, 23. September 1921' S?^»^^
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73 Jahrg.
Aus der Heimat.
4 Voraussicht!. Witter«ug Am 24. 9. (gqmstap): J Abwechselnd heiler und wo kig, mild, vorwiegevd trodm, i Mweise Morsenaebel, im O. «ab S O. iwas Rcg- n.
I _* Es wird erneut darauf hingrwicsw, daß 1) beim i N-rkaus von Schwucksachen, Juwelier- und Bijoutcricwaren aller Art, MustUustrnrncntcr, Automobilen, Äuif^wagen, " f Belstachen, Teppichen, KurstgegenpSüden oder Ant quitäten - durch Privatpecsonen 15 v. ^bt des Koufpre-fcs an i LlixuSfieuer, 2) bei Uebernahme von Anzeigen durch Privat- r i p-rsonen, wenn diese Räume oder Flächen für Reklamszwecke vermieten, 5 v- Hdt. des Preises, 3) bei der Behe?bergnng durch Privatpersonen, wenn das Entselt für den Tag ob« * die Uedernachtung 5 Mi oder mehr beträgt, 10 v. Hdt. b«S Mietpreises zu entrichten si-rd. Jeder Privatumsatz muß -M zuständigen Finanzamt angezeigt werde«. Die Entrichtung der Steuer hat durch Barzahlung (nicht mehr durch Perwendung von Stempelmarken) zu erfolgen. Dies geschieht dadurch, daß der Perkäufer (Uebernehmer der Anzeige, Vermieter) über das vereiunahmte Entgelt eine Quittung uu-stellt, sie dem Finanzamt vorletzt «ab dabei gleich bin Steuer entrichtet. Wer diese Bestimmungen nicht beachtet, macht sich strafbar und hat eins empsindliche Geld- oder Gefälltzuisftrafe zn erwarten. Wer über die SteUeWicht im Zweiftl ist, tut gut, sich beim Finanzamt zu eituabigetu Zur Entrichtung der Steuer ist irr erster Linie der Verkäufer «erpflichlet, der bei Bemchaug des Verkanftpreises die zu zahlende Steuer zu berücksichtigen haben w rd. Anträge auf Erlaß aus Biüigkeiisgründm haben im allzemeiPn auch bei sogenannten Notverkäufen keine Aussicht auf Erfolg, da ein Anlaß der Belastung der sse» exmätzuteu Gegen rüde mit der Luxussieuer . deren Preise gefttegt« sind und tatsächlich mit dem Kaufpreis die Steuer y.-.chr-nahmt wir», die an
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das R-tch abzuführen ist.
^-* Hinsichtlich der KülsdigAUgSfrift der Fsrnsprrchteii- «ehMtt gu; vom 1. Oktober ab nach der «euen Ferusprech? ordnung diö Bestimmung, daß der TetLuchmer uav die Telegraphenv-rw^ÜilstS das Teiin-hmrrv-rhältnis jederz-tt jum Ende eines KateLdervi-rteljahres mIk Einhaltung einer KiLdVE-M von drei Monat«» ^-ii^ t tr.tr gen könne«. Die Kunbigung gilt nah als rechtzeitig dechirtt, w u.a f;e dem anseren Teile am totstes Werkt ige des KalenderMlel- jahres zugeht, zu deflm Ende dgs Teiln.hmerverhäitais gelöst werden soll. Sie kam? sich ßuf bis Gesamtzeit »tot auf einz lne Teile der L nrichtungen erstreckt:. Wird eins Kündigung vor Lufhibung b r Emnckftungcn zurückgezogen, fo hat der Te lnetzmer bet Telegraphenp-rvt tanz die von ihr schon aufgewead>t?n Koste», mindiflekS ^9 Mark für nutzlose V rwaitungsarbcit, zu erstatte».
* Fcanksuct a M. Die Tabakmesis findet in Frankfurt a. M. vom 25. Scptember bis 1. Okt. und distesmal in bedeutend erweiterten Umfang statt. Sie gewinnt besondere Bedeutung durch die Erhöhung der Tabaksteuer», die am 1. Oktober etutrttt.
* Caffrl. Eine unangenehm; U-be.rasHuag erlebte ein auswärtiger A zt, Dr. med. G., der sich hier bei einem Studienfreunde zu Btsuch aush elt aud zum Abschied mit diesem in der Nähe des Bahnhofs in einem Rrstauravt eine Flasche Wein trank. Die Z?qertt dehr-t- sich etwas lange aus, bis schließlich der aa-warttge Meot-tUkk feststeure, daß ihm die goldene Uhc mb,' Kecke, ein BrtLantr nz unk die Brieftasche mit weitboyen Adressen und über 15.0 Mark Inhalt g-stohiea würc en waren. Die ÄriMinalpottzel wurde herdetgerufen, die bete V zwei Stauden später die Diebin ermittelt hatte. D es. l sehr entrüstet, denn den Ring habe ihr der ltebenSwürLi^e Herr geschenkt, die Use ihr o.S Pfand gegeben unb ou Bckfmsche zum Beweise seiner Anhänglichkeit und um st ’) seine Anschrift bester einzuplägen,
Das üMMt in Oppau.
Die Ursache der Katastrophe konnte bis jetzt noch nicht sestgestelll werden und wird sich vielleicht auch niemals einwandfrei feststellen lassen, da das Werk vollständig zerstört ist. Man vermntct, daß die erste Ervlostvn hn Ban 110 cr= folgte, wo 20 000 Tonnen Amonsulsat lagerten. Wo die Gebände gestanden haben, befindet sich ein tiefer Trichter von 150 Meter Länge nnd 50 Meter Breite, der mit Wasser «esüllt ist. Die Gewalt der Erplosion hat das Gebände Emporqehoben, woran? es in sich znsammenstiirzte. In bem Gebände waren etwa 800 Arbeiter beschäftigt, von denen kann, einer mit dem Leben davon gekaminen sein dürfte. Die Zahl vor Verwundeten geht in die Tansende. Alle Krankenhäuser in Mannheim nnd Ludwigshafen sind «Berffint, aber immer noch werden Verletzte in Droschken und Autos gebracht.
r Aus der ganzen Umgegend, wie aus Frankfurt, Heidel- ocrg »nd Offenbach sind Sanitätsmannschasten z»r Hilfe h-rbeigernsen worden Ancb die Feuerwehren her Um- oegenb sind anßcr den von Mannheim und LnsuGshafen «n dem Herd des Unalücks anaestrenat tälig. Die Toten werden auf einzelne Sammelplätze znsammeimetragen und liegen zu 20 und 3!) beieinander. Die Leichen bieten einen schrecklichen Anblick, fast anSnahmsles ist dir vant der Toten verkohlt, sodaß die Personalien zumeist nur an Hand der Answeiskarten festgestellt werden können
, Besonders zahlreich sind hie Cofer unter den Arbeitern, bie in zwei Zügen in den Werkbalmhos eingBaheen waren. Eine Wiederaufnahme des Betriebes im bisherigen Nm- |f»S8e ist auf Jahre hinaus in Frage gestellt.
In Oppan und Friesenheim ist der angerichtete Schaden überaus groß. Häuser stürzte« ein, unter deren brennenden Trümmern die Bewohner begraben wurden oder auf die Straße geschleudert wurden. Durch d>e Gewalt der Er- plosio« wurden sogar Eiienbabnzüge aus dem Gleise geworfen. Ganz Lndwigshase« gleicht einem riesiaen Verbandsplatz. Hunderte von Privatantos sind z«r Verfügung gestellt worden, „m die Verletzten in die Krankenhäuser zu schaffen.
An der Unfallstelle spielten sich erschütternde Szenen ab. Mütter und Frauen der in Oppau beschäftigten Arbeiter verlangten Auskunft über das Schicksal ihrer Angehörigen. Anf dem Oppauer Wege liegen Hunderte von verletzten Arbeitern, die zum Teil schwer verwundet sind.
An der Stätte des Grauens.
Eine ungeheure Erregung macht sich immer stärker be-^ merkbar, je mehr man sich der Umgebung von Oppau' nähert. Autos mit Schwerverletzten und Toten eilen in die' nächsten Städte, andere bringen ärztliche Hilfe und Sanitätspersonal heran Die Absperrung ist sehr streng und man kann nur auf weite Entfernung sich der Unglücksstätte nähern. ^Tausende von Metern von der Explosionsstelle entfernt sind Räume teilweise wie wegrasiert. In Friesenheim sieht man die ersten Häuser, die vom Dach bis zum Keller geborsten sind. Ein Bild trostloser Verwüstung bietet der 6500 Einwohner zählende Ort Oppau, der nur wenige Minuten von der Unglücksstätte entfernt liegt. Kein Haus ist hier verschont geblieben, ohne Ausnahme sind sie ein- gestürzt oder abgedeckt. Allenthalben sieht man auf den Straßen blutige. Gesichter. Durch die Blusen von Frauen dringt Blut, die Kinder sitzen verängstigt auf den von dem Zusammenfall bedrohten Häusern aufgeschichteten Hausrat. Haustiere, Ziegen und Hühner werden auf Handwagen fortgeschafft. Kolonnen französischer Besatzungstruppen ziehen zu dem Unglücksort. In einzelnen Trupps komme» Männer mit Spaten, die bei den Auf:snmuugSarbeiten helfen wollen. In der nebelbedeckten LD schaft ragen drei Schornsteine hervor, der vierte und größte ist niedergsrissen. Von den Gasometern stehen nur noch verbogene Gertvoe^ Ein höchst gefährlicher gelber Rauch entströmt dem Säurebau und man ist nicht sicher, ob nicht jeden Augenblick eine neue Explosion erfolgen kann.
Rings um die Unglücksstätte liegen schwere große Maschinenteile. Auf dem alten Friedhof, der etwa 100 Meter von der Explosionsstelle entfernt liegt, sind große Grab
des dem und des
steine herausgeschleudert worden. Die Leichenhalle neuen Friedhofes ist zerstör^ Gdaß die Toten auf Boden liegen müssen. Jammernoe AllMWrG kommen stellen im tiefen Schmerz den Verlust des Gatten, oder Bruders oder Sohnes fest.
Am
Die Leichen sind entsetzlich verstümmelt. Eine große zahl Toter wurde mit Fuhrwerken von ihren Angehörigen
bereits abgeholt. Von mehreren glücklich Entkommenen wird versichert, daß Hunderte ihrer Arbettskameraden den Tod gefunden haben. Die Hauptaufmerksamkeit richtet sich auf einen Erdtrichter, der etwa 70 Meter breit, 150 bis 170 Meter lang und 50 Meter tief ist. Das Grundwasser bildet auf dem Grunde dieses Trichters einen See. An dieser Stelle stand hoch vor wenigen Stunden ein mächtiger Schuppen, in dem 20000 Tonnen Amomulfat lagerten. Leute, die bis zu 6 Meter Tiefe verschüttet waren, wurden durch Freischa"ieln vom Tode errettet.
Ein Augenzeuge berichtet über das Unglück: Ich verließ gerade bei Schichtwechsel die Fabrik, als die Explosion erfolgte. Ich wurde zu Boden geworfen und die Luft verfinsterte sich. Als ich wieder zur Besinnung kam, kroch ich auf dem Boden vorwärts, da ich nichts erkennen konnte. Drei Leute, die vor mir gingen, waren vom Erdboden verschwunden. Meine Glieder waren von einer klebrigen Masse überzogen. Als einen Glücksfall kann man es bezeichnen. daß das Unglück gerade bet Schichtwechsel statt« fand, da die neue Schicht noch nicht eingefahren war, sonst wäre die Zahl der Toten noch erheblich größer.
Nach weiteren Erzählungen von Arbeitern sind die bei der Explosion im Werk befindlichen Arbeiter plötzlich von einer Gaswelle Überfällen worden, worauf sie das Werk verließen. Die mit dem ersten Arbeiterzug angekommenen Arbeiter befanden sich zur Zeit der Explosion gerade in Bade und verließen, als die Explosion erfolgte, spatternackt das Werk. Der zweite Arbeiterzug wurde bei der Einfahrt schwer beschädigt. Die Gesichter vieler Verwundeter waren von Grünspahn überzogen. .....
Eine Erklärung der Merksleitung.
Die Direktion der Badische« Anilin- und Sodafabrik teilt
ziir Explosion folgendes mit:
Es ist nunmehr festgestellt, daß die Explosion in Oppau in einem Silo stattgesnnden hat, in welchem 4001) Tonnen Amousulsat-Salpctrr lagerten. Bevor zur Herstellung und Einlagerung dieses Produktes geschritten wurde, war seitens der Basischen Anilin- nnd Sodafabrik als auch von anderer Seite ein eingehende Untersuchung vorgenommen und keinerlei Explosionsejgenschaft fcftgesteüt worden, sodass eine Explosionsgefahr für ausgeschlossen gehalten wurde. Ueber die näheren Umstände der Ursache« der Explosiv» ist '
eine
Untersuchung im Gange.
1000 Tote und 1500 Verletzte.
voll- Ex-
Die Werte 110 und 111 der Oppauer Fabrik sind ständig vom Erdboden verschwunden. Der Herd der plofton stellt einen Trichter von 150 Meter Länge und n' Lsseter Tiefe dar. Die Absperrung an tief unfallstelle wno von französischen Besatzungstruppen gehandhabt. Bis gegen Abend waren 800 Leichen geborgen, doch ist die Zahl der Toten weit größer, man spricht von 1000 Toten und Ion Verletzten. Der Explosionsort Opparr, ein Dorf von etwa 6500 Einwohnern wurde von dem Unglück am iM'crjun betroffen. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt, die Bewohne' unter sich begrabend (mnptfädilirb Kinder, die noch in ihren Betten lagen. Die auf dem Felde arbeitenden wurden wen fortgekbienbert und konnten nur noch als Leichen geborgen StX^cu, , ZßntnarichwLrs <Lise«»Kcke MK ^imSyle^ggn M»
lern weit fortgeschleudert worden. Dle tn der Raye oes Unglücksorts auf dem Rhein liegenden Schiffe wurden schwer beschädigt. Ueber den Rhein nach Mannheim flogen schwere Maschinenteile. In Ludwigshafen und Mannheim dürfte kaum ein Haus sein, das nicht irgendwie Schaden gelitten hätte und schwer mitgenommen wäre. Im Bau befindliche Häuser sind vielfach eingestürzt. In Mannheim wurden hauptsächlich Glasdächer zerstört. Am meisten haben die Warenhäuser und die großen Geschäfte durch Zerstörung ihrer großen Schaufensterscheiben gelitten.
In Mannheim sind bisher festgestellt 1 Toter, 35 Schwer- und über 200 Leichtverletzte, die in Autos, Droschken und mit der Straßenbahn nach den Krankenhäusern gebracht werden. Aerztliche Hilfe war bald aus den Nachbarstäbten zur Hilfe herbeigeeilt. Feuerwehr und ärztliche Hilfe konnte lange Zeit nicht an die Unfallstelle herankommen, da über dem ganzen Gelände eine dichte Rauchwolke lagerte. Tausende von Personen sind noch außerhalb ihrer Wohnungen, da man eine dritte Explosion befürchtete. Erst als die Direktion erklärte, daß eine dritte Explosion ausgeschlossen sei, konnten die Aufräumungsarbeiten ihren Anfang nehmen.
Milliardenschaden.
Der Bevölkerung von Oppan und Lndwigshase« hatte sich eine furchtbare Panik bemächtigt. Viele flüchteten nach den nächsten Ortschaften. In Oppan wurden zahlreiche Schulkinder, die sich auf dem Wege zur Scknle befanden, getötet. In ihrer Verzweiflung sprangen zahlreiche Leute aus den Fenstern. Die Zahl der Verletzten, die durch die Glassplitter der zerstörten Fensterscheiben z« Schade« gekommen sind, ist erheblich. In Ludwigshasen mußten ganze Stadtviertel geräumt werden. Großer Schaden wurde auch an Fabrikanlagen angerichtet, die in Mannheim und dessen Vororten in der Richtung nach Oppan liegen. Der Schaden geht in die Milliarden. Nach den letzten Nachrichten sind bereits 700 Leiche» geborgen worden.
Die Zahl der Opfer der Explosionskatastrophe werden auf 1000 Tote und annähernd 2000 Verwundete geschätzt. Nach den in Berlin an amtlicher Stelle eingegangenen Meldungen werden die hier angegebenen Zahlen als viel zu hoch angesehen und es kann gehofft werde», daß diese an Ort nnh Stelle offenbar in der größte« Aufregung gemachten Angaben sich als übertrieben erweisen werden. Von anderer Seite werden etwa 200 bis 800 Tote und nngefähr 1500 Verwundete genannt. sDicse Schätzung dürfte sich nach den letzten Meldungen leider als falsch Herausstellen, D. Red f
Me Gematt der Explosion.
Von der Gewalt der Explosion kann man sich eine Vör- st-lluna machen, wenn man sieht, daß zentnerschwere Stein- blöcke viele Hunderte von Metern weit fortgeschleudert wurden, um an auf Straßen und Dächer zu fallen, wodurcl. furchtbar? üörrsnac« angerichtet wurden. Die Detona tion um- über Frankfurt hinaus vernehmbar. Durch die Wucht 'rplosion erfolgten in verschiedenen Fabriken ht Mannl> Mauer- und Kamincinstürze, wobei eine Au- zahl Perso-eu, namentlich Arbeiter getötet wurden. Auf den Straßen von Ludwigshafen liegen massenhaft Eisenteile, Mouerwert und Steinblöcke. Auf der Straße nach Oppan ftnd aus dem Felde liegen Hunderte von Schwerverletzten, zum Teil gräulich verstümmelt, mit herausgerissenen Augen mrd zcrschm,'?!-rten Gliedern.
Die Frauca und Kinder begaben sich weinend an die U«- Slücksstette, ö'e aber kilometerweit abgesperrt ist. Die gesamte Stcherbe'.tswehr von Mannheim ist aufgeboten worden, ebenso die Feuerwehr und SanitätSkolonne. Alle Krankeuhchuser sind üOerfünt. Ueber Mannheim und Luö- »vlgsSasen liegt eine dicke grünliche Rauchwolke. In dem Mannheimer Borsis Sandhosen ist ein großer Teil der Dächer a-geöeckt. ebenso in dem Vorort Waldhof. Ferner sind in den Anlagen von Werken in Mannheim selbst große Ssrjiii rangen zu beobachten
Am Me VMaffung der Golddevisen für die Reparationsleistungen.
Der Reparationsausschuß des Reichswirtschaftsrates ist am DienStag zu einer neuen Sitzung zusammengetreten, um über die Beschaffung von Golddevisen für die Reparationsleistungen zu beraten. Zunächst stand nochmals zur Beratung der Antrag Wtssell (Heranziehung der Sach, werte für die Reparation). Ein Ausschuß, der zur Beratung dieser Materie eingesetzt war, hat sich in mehreren Sitzungen mit dem Angebot der Industrie beschäftigt, dem Reiche durch Inanspruchnahme eines langfristigen Kollektivkredits die Mittel zur Erfüllung der auswärtigen Verpflichtungen für die nächsten Jahre zur Verfügung zu stellen. Die Vertreter der nichttndstriellen Berufskreise innerhalb des Ausschusses gaben der Ueberzeugung Ausdruck, daß zu Trägern der Krediaktion außer der Industrie auch die Mrigen Gewerbe, insbesondere das
Bankwese«, Handel und der Hawsbesttz herangezogen werden müssen. Es wurde aus Anregung des Ausschusses ein Plan zu einer Kreditorganisation ansgear- beitet, der in erster Lesung vom Abschuß gutgeheißen wurde. Der Entwurf sieht eine Zusammenfassung der Gewerbe und der Land- und Forstwirtschaft unter Angliede- rung an die Berufsgenoffenschasten vor.
Als Kreditgrundlage ist die Haftung der etnzelrwn Mitglieder gegenüber der Gesamtorganisation gedacht. Die Haftung soll auf bestimmte Summen für jedes einzelne Mitglied beschränkt werden, sieht aber in lEwineu Grenzen eine Haftung iedeS Mitgliedes für den Ausfall innerhalb dieser Gruppe vor.
Die Mitglieder sind berechtigt, diejenigen Betrage, dw sie für Amortisation, Zinken und Kosten aufwenden, von einem bestimmten Zeitpunkt ab, dem Reiche auf bestimmte Steuern zu verrechnen. Innerhalb des Ausschusses bestand tlebereinsttwmnng darüber, daß die Kreditbeschaffungsakfton der Gewerbe für die äußeren Reparationszwecke die Dürrst Führung der Besitzsteuergesetze in der Form, wie sie der Re paxationsauSkchuß beschlossen bat. nicht berühre.
E: wird in der nächsten Woche eine zweite Lesung des lOrganisationsentwurks innerhalb des ArbMSanSfchxsses istattstnb««.