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chlüchterner Zeitung

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Kreisblatt

Erscheint 3mal wöchenrl. Drahlanschr.: Kursblatt Tchlüchtern, ; Druck u. Verlag Fa. L. Hohnieister, Schlächtern. Verantwort!. j Schriftleit. H.-C. Hohincister, Schlächtern. Geschäftsstelle Drei- : brüderstr. 9. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung od. ; Stromsperre erlischt jede Verpflichtung aus Schadenersatz.

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

M 263

SaNstap, 17 Dezember 1921

73. Jahrgang

ALMSsi von» TaZe.

Air die aus der Durchsuhruug des Ingendwohl- .l'.h <; erwachsenen Mehraufwsuduuge» gewährt - den Ländern einen Betrag, der auf jährlich 100

i L seub den Landern ein tite! »illionen Mark festgesetzt

| Die Schadenersatzklage ....._ .

M j , Wegen der unzulässigen Dauer ihres Verbotes gegen mm m Reich erhoben hatte, hat das Gericht dem Grunde nach ~~: u gerechtfertigt anerkannt. Das Reich hat gegen dieses

wurde.

Schadenersatzklage derDeutschen Zeituug", die

teil Berufung eingelegt.

Der frühere Kommandant des Ubootes, das dieLu

® Der frühere Kommanoan» ses uoootco, oas oreLU- M«t fania" versenkt habe, ist, wie Pariser Blätter melden, o»ew h Paraguay ermorbet worden.

feiet,< -

Lloyd George beabsichtigt, bald nach der Vertagung ^Parlaments einen dreiwöchigen Urlaub in Stidsrank- gch zu verbringen.

3« polnischen Kerkern befinden fich nach einer weil Statistik 32 586 Ukrainer, die bei der rechtS- drigen von den Polen angeordneten Volkszählung die passive Resistenz der ukrainischen Bevölkerung igetreten sind.

muen Statist

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>un!l.i ein u).

17,

»Da bei dem letztes Erdbeben i« Tokio die Wafser- tung zerstört worden ist, ist die Stadt seit zwei Ta- n ohne Wasser.

Die EntschSdigungsfrage.

»DasB. T." schreibt: In den Berliner amtlichen reifen wird Wer das Ergebnis t er Besprechungen D r. Uenaus in London noch immer größte Zurückhaltung mürt. Ueber den gegenwärtigen Stand der Repara nsfrage wird in amtlichen Kreisen ebenfalls größtes Wchweigerk geübt. So trugen die Refsortsoesprechnn- ii, mit denen der Rtittwech aus gefüllt war, streng ver- luhchen Charakter. Außer den Beratungen der ein» hat Ressorts fanden am Mittwoch nachmittag im ichSrag Besprechungen des Aleichskanzlors »tu der K llutersiützuua des Reichskabinetts neugebildeten mmisfie» statt. Dr. R»th*«as sowohl-wie auch ^m» I««cS, der sich ebenfalls im Rerchstag aufhielt, nahmen heil Beratungen teil. Auch diese Sitzung, in der alle mrationsfragen nochurals eingehend besprochen wur- ^ war vertraulich. Am Donuersrag wird sim die fichsregierung wahrscheinlich >n einer Kabtuettssitzung Beut mit den: Reparationsproblem beschäftigen. Auch Ate der Reichskanzler^ wie von unterrichteter parla- Sflaiischer Seite verlaucet, im Laufe des Donnerstags I Parteiführer zu einer Besprechung über die Repa- Msfrage zufammeuberufen.

»Trotz des Schweigens, dessen man sich an matzgeben »Stellen noch immer befleißigt, vergrößert sich ständig I Kreis derer, die über den gegenwürligen Stand der »arationsfrage Näheres mitteilen zu können glauben, l Akemitnis dieser Tatsache wird der Reichskauzlrr

Schefirlichkeit nach schon in den nächsten Tagen e Mitteilung iiber die Reparalrousfrage un gemeinen sowie über die im Januar und Februar fal- lin Reparationszahlungen im besonderen uerofsenil. M Im Zusammenhang damit dürfte auch eine Be Mtgabe des Briefwechsels zwischen der Reichs reg? r- M «ud der Bank von England über die Frage einer Michen Kreditanleihe erfolgen. Ueber die Amtvorf der Mk von England war in der Presse die SachMcht ver- Müt worden, von englischer Seite seien vor Ergre; M weiterer Schritte in dieser -rage von Denft llland Bereiten »ersannt wanden. D'"^ Rachr!chin"n:d in

muerrichteten Kreisen als unzurrenrao bezeichnet. Me Bank von England hat eine klare und eindeutige Ant­wort auf das Schreiben der deutschen Regierung erteilt. Ueber die näheren Einzelheiten der Antworr der engli­schen Bank wird gegenwärtig in amtlichen Kreisen eben­falls noch strengstes Stillschweigen bewahr . Ue^ Erfolg Natheuans in London verlautet in unterrwueten Kreisen noch, daß man in London bereits mit der Aus­arbeitung neuer Bestimmungen für den Zahlungsplan beschäftigt ist. Die Meldung. b-rzufülge esDr - Wenau gelungen sei, die englische ReaMnnq von der UuS.'ckbar- keit der Mprozentigen Nuss rhradgabe zu überzeugen, beruht auf Kombinationen.

Rathena» reist auch nach Paris?

Pariser politischen Kreisen verlautet, daß Ra- thena« demnächst zu Verhandlungen nach Paris krunmen werde.

Cecil kommt nach Berlin.

»* Wie in Berlin verlautet, wird Lord Robert CecU in aller Kürze nach Berlin kommen, um sich W-' Deutschlands Lage zu unterrichten.

Die Nttnisterzusaiuuwutunst in London.

^ Briand wirb die Reise nach London bereits am.18 Dezember antreten, sodaß er 2M 2 .

Gemge Zusammentreffen kann.

er am Montag. Mit Äorft

Die Auspowerung. , .

^Die Neparationskomwission hat den Wert der Schiffe berechnet, die nach dem 1. Mai HA von Dentm. lanö abaeliefert worden find. Die Kommission hat b- fchlojsen, den Wert dieser Schiffe alt 10 244 408 GAd- mark auzttsetze».

*

Eine Fisanzkonfer uz?

^Der B. L. A." meldet: In einvichen Kreisen viam man eine Fisas^osferenz, die nach oem 1^ Januae. aber vor dem 15. Februar in Londo . oder ^ o üffe. i«.g a soll ES besteht die Absicht, an dieser Konferenz an Deutschland teilnehnke« zu lassen.

' 4^'84 s8L.rjr ti^gi?"5ftv^7i7drr7^' ~- ^ Aus Paris wird genieldet: Da die Finänzwelk eine gewisse BesvrauiS zeigt über die Möglichkeit einer Anift. bung der amerikanischen Zollrechte, hat, wie dasJour ­nal" erfährt, die französische Regierung in Washmatou auf die beklagerrswerten Folgen hingewieseu, dir di^r Maßnahme auf die Beziehungen beider Länder ai --uorn würde, und erhielt die Antwort, daß die franzvnsch. Zollinteressen gesichert bleiben würden.

Ein neuer GeWalLairt.

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um nichts weniger als ein Verbot der gesamten Kohlet - ansfnhr aus Deutschland ins neutrale Ausland.

KoattttonserWStternug im Neiche?

^»DerB. L. A." meldet aus Berlin: y« varlameu- taAscheu Kreisen ist es kein Geheimnis, da» B^prechnu- gen mit der Deutschen Volkspartei und der Demokra­tische« Partei wegen ihres Wiedereintritts tn die Koa litio» unmittelbar bevorstehe».

Späte Erstenntms.

DieF. Z." veröffentlicht folgenden Brief, der Ve Unterschrift ehret großen Zahl angesehener e^-.;^ Politiker trägt. Er lautet in deutscher Ueberketzmm e^-f» ltnfcrs<';^^f^1i ct^Bctt ^'h'v^^ ^bs* "^'7 ^t^cti

»te Anordnung einer Teilung Oberschlesteus, welche der Bölkerbundsrat gebilligt hat. Wir sehen besonders der wirtschaftlicheu Teilung, wie sie jetzt durchgesuhrt wird, eine Abkehr von der Gerechtigkeit, eure Nrchtachuiug der Geschichte urid einen Hohn auf den Spruch, der durch die kürzliche Volksabstimmung gefallt wurde. Wir sehen voraus, daß eine solche Teilung es mehr denn je Deutschland, das sowieso schon so verkrüppelt wurde, Unmöglich macht, den Reparationsforderungen nachzu- kommen. Wir glauben, Saß ein solcher Spruch die Un­ruhe Europas/ die Gefahr eines zukünftrgen Krieges im- die Zerrüttung und Verarmung der Völker, nicht nur i.iif dem Kontinent, sondern auch in unserem Lande, aufs neue steigern wird.

Die Avignon-Gefangenen.

M Aus Paris wird gemeldet: Der sozialistische Depu- fterte Levu hat eine schriftliche Anfrage an das Ministe­rium des Aeußern über die Avignon-Gesangeneu gerich­tet. Die Antwort lautet: 53 deutsche Kriegsgefangene sind noch in Frankreich. SS sind Gefangene, die im Saufe her Gefangenschaft zu Strafen verurteilt wurden. Ei­nige dieser Gefangenen haben auf dem Gnadenweg Ei- leichterungen erhalten. Die Regierung erwägt die Mop- lichkeit, einige andere vollkommen freizulassen.

'^(Danach sollen sie also nicht allgemein amnestiert

um' vte fchwarz-weitz-role Handelsflagge.

**Sn einem offenen Brief an des Reichskanzler Dr. Wirch fruot der Hamburger Korrespondent desB. T", der bekannte Hamburger Kauftnann Heinrich Degener den Reichskanzler, ob er bei seiner ausschlaggebenden Agitation im Reichswirlsämftsrat anläßlich der Abstirn- mung über die Frage der neuen HaWelsflagge dem von 478 wirtschaftlichen Körperschafte« «v- Verbänden des Deutschen Reiches unterzeichneten Amrag auf Betbehal-

tung der alte» Handelsflagge genügend Rechnung getra- . fieit hätte. Unter Hinweis darauf, daß für Dr. Wirth als Ministev, d. 6. als Die« er des Volkes, keine ^oiibertnfer erom»«/.<- »Pcnöiorlcheu Klä'perjchuswu ^wc Verbandet, ausschlaggebend sein dürfeu, fordert der Briefschreiber den Reichskanzler aus, im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Frage und den einmütigen Wunsch aller Handelskreise auf Beibehaltung der alten Handelsflagge einen Volksentscheid herbeizufnh "' . ? 7. . schwarz-weiß-rot oder schwarz-rot-gold. Gleichzeitig teilt der Hamburger Korrespondent einen Brief eines deut­schen Kaufmanns aus Chile mit, worin zum Ausdruck gebracht wird, daß alle Ausländsdeutsche« sich gegen eine neue deutsche Handelsflagge auflehnen würde«.

iren Wer die Frage, ob

sie SeeKtzrÄstung.

Aus Washington wird gemeldet: Augenblicklich wird mit großemEifer an der Lösung des Flvtleuprovlcms ge­arbeitet. Die Besprechungen zwischen Hughes, Ba four und Cato dauern an. Die Beratungen werden geheim gehalten. Bezüglich der Flottenstützpunkte soll vorge­schlagen werden, eS bei dem heutigen Stande zu belassen. Sobald zwischen England, den Bereinigten Staaten und Japan liebereinstiumrung erzielt sein wird, muß auch das Kontiugent der Großkampfschiffe für Frankreich und England festgesetzt werden. Man befürchtet aber, daß dann die englische Forderung betr. die Nboote Schwierig­keiten bereiten wird.

Bon irgendwelchen Plänen, in Washington eine Weltmirtschäftskonferenz abzuhalten, ist noch nichts be­kannt. An zuständiger Stelle hält man eine solche Kon­ferenz auch für vollkommen rmwabncbeinUcb.

Der Liebe ewiges Licht.

Roman von Erich Frieses.

(Nachdruck verboten,) s

derselben Nacht, da unten im Erdgeschoß von i Askö dem alten Alchimisten, dem ^Hexen- , eine doppelte Sensation widerfuhr: das Ge­feit Jahren ersehnten Substanzenver- i die Heimkehr seiner einzigen Tochter i denkwürdigen Nacht spaziert oben am seiner lustigen Sternwarte Gunnar j , derSterngucker", derPhantast", ufir rregten Schritten auf und ab, den verträum- ! unverwandt auf das sternenglitzernde Fir-

. Zeit zu Zeit bleibt er vor dem Riesenteleskop an dem er hin- und herrückt, um die glän- Himmelspracht abzusuchen.

ausfallend hohe, schlanke, etwas vornüber ge- ugte Gestalt ist in einen langen schwarzen Mantel, : Art von Dolman, gehüllt. Der Kopf mit dem :^> tieffchwarzen, leichtgelockten Haar ist unbe- L ' Die bleichen edelgeschnittenen Züge erscheinen r, '" Schmerz erstarrt, während die tiefliegenden »neu Augen einen seltsamen Glanz besitzen, wie .,, ^uen heraus erhellt, als gewahrten sie nichts

'.unen heraus erhellt, als ge ^^il Aeußerlichkeiten der Dr ^^u sie nur in sich hinein.

mge ringsum, a4S

^ fahren da war Gunnar von Helaeland ein Wende« junger Bursch, zuknnstSkelig, Heiter und i,;.^6^- Welch unendlichös Gebiet menschlicher Wen wag es gewesen sein, das ihn der Welt mit Men irdischen Freuden abhold machte und seinen ° als einzige Rettung auS dem grauenhaften

Zwiespalt seiner Seele den ewigen Lichtern dort oben zuführte?

Jetzt ist die Sternenpracht Gunnar von landS einzige Liebe. Seiner reichen Phant scheint sie stets von neuem verhüllt in jungfräulicher hellstrahlend, verheißungsi

e von Helge- . » Phantasie er- mflosien: heute leicht ernheit . . . morgen

Unb nicht nur, daß Gunnar« Siebe zu den Sternen das sanfte Ausklingen eines leidenschaftlichen Lebens­kampfes bedeutet eS weckt auch traumhaft Schönes in seiner Philosophenseele und beschäftigt tagsüber leinen Geist. Dicke, schwere Bände über Astronomie füllen die Regale seiner Dachkammer. Und wenn iKunnar sich in ihr Studium vertieft, so findet stets aufs neue ein Klärungsprozeß statt, bei dem auch der letzte Rest des Menschlichen, ach leider Allzumensch- lichen in ihm schwindet nnd ihn mit gefestigtem See­lenfrieden zurückläßt ein Phantast zwar, aber in seiner Art ein Glücklicher, denn seine Sehnsucht nach Licht und Schönheit ist gestillt.

In dieser Nacht erscheint Gunnar von Helgelano der Sternenhimmel besonders fesselnd. Immer wie­der starrt fein freudetrunkenes Auge hinauf zu der hehren Majestät desOrion", sucht er dieZwillinge» ab und diePlejaden", folgt er dem Lauf der matt- lenchtendenMilchstraße".

Er kennt jedes Sternbild. Nichts neues kann es ihn, mehr bieten, das glitzernde Firmament dort oben. Und doch erfüllte ihn die altgewohnte Pracht bisher immer wieder mit neuem Entzücken.

Heute zum erstenmal findet er nicht w.c Befriedi­gung im bloße» Anschauen.

Gehören die Sterne da oben nicht 5m aMMon Menschheit? Ist nicht die Art eines jeden in den dickwi Büchern genau beschrieben? Kennt man uichi ihre Namen, ihre Leuchtkraft, ihre Bahn, ihre 5fei lang zu den übrigen Planeten?

Nein, nichts hat er vor den Wrigen Menschen vor­aus, als höchstens die Stärke feines Enthusiasmus. UNd auch das vielleicht noch nicht einmal.

Ein seltsam wehes Gefühl beschleicht ihn. Gibt es nichts auf der ganzen Welt, das ihm allein gehört? Ihm ganz allein?"

Nicht mehr so strahlend erscheint ihm derOrion", nicht mehr so lieblich dieVenus".

Noch einmal tritt er zum Teleskop, um abschied- nehmend den für ihn heute wehmutsvoll verschleier­te» Sternhimmel zu betrachten.

Plötzlich zuckt er zusammen. Seine Pupillen er­weitern sich.

Seine Pulse fliegen. Rasch - und unregelmäßtfl pocht fein Herz. Träumt er? Täuscht ihn ein Hirn zespinft seiner erregten Phantasie?

Er tritt zurück vom Teleskop und streicht sich mt: der bebenden Hand über die Stirn. Neiu, er träumt nicht: er ist wach, ganz wach!

In fiebernder Erregung starrt er von neuem zum Himmel hinauf.

Ja. Kein Zweifel mehr.

Dort oben, unweit desgroßen Bären", erstrahlt ein neuer Stern!

Und er, Gunnar von Helgoland, derSterngucker", derPhantast", nein derGlückgesegnete" - er Ha­des neuen Stern aufflimmern sehen! Er war Zeuge seines Eintritts aus tiefer Finsternis in die Lichter­welt dort oben!

Sein Stern!!!

I« bläulichem Glmiz erstrahlend, flimmert er zu ihm hernieder.

Sftcht kommt Gunnar in dieser Weihostunde der Gedanke, daß ein plötzlich aufgetauchter Stern ebenb plöblich wieder verschwinden kann. Für ihn bedeute: da- soeben Erlebte etwas Positives, einen feststeher, oen, bleibenden Bcsi^. (Fortsetzung folgt.)