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Bczugspreis^uionatlich 8 — Mark, freibhibeud, • durch Bonn- m5 HaUS 1.00 Mark Trägerlohn. An | reiaenpreis jr mm einspaltig Ä. Mt., Reklawn ->.6" Mk. ; „ach Targ. Pshkchrcktonto : Frankfurt a. M. 11402,$ VauüUtv: Dresdner Barg Schlüchtern, Fcrnsp'ech. r Lr. «H;
Amtliches Organ fü^ Stadt and Kreis Schlüchtern
Nr. 71
Dieter Tage beginnen die Briefträger bei unseren Postabonnenten das Zeitungsgeld für das 3. Vierteljahr 1922 einzu- ikassieren. Wir bitten unsere Leser, den ^kleinen Betrag bereit zu halten, damit 'der Briefträger nicht zweimal vorzu- sprechen braucht.
Schifte hterner Zeitnug,
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neue Hole MrllekmmlloiissiommWon. t8#>3lud Paris wird «emelDet: Die Reparationskom- Nisstou wird am Dirmstaa zu einer offizseüen Sitzung zusammentrüten, «m ettre Note an Deutickland auSzu- arbeiten, Sie eine Eraäuzuüa zu ihrer Note vom 31. Mai darstellt, in der das Moratorium als definitiv erklärt worden ist. Diese Note soll besonders Sie R«tv- «omie der Reichsba»k und die Kontrolle der Kapitalflucht dehanSclu. Jufolae des Sckeiterns der interna- rwMlen Anleihe befürchtet man eine neue Inflation, und es soll von jetzt an mit allen Mi^eln darauf hin- gearbeitet werden, eine neue Inflation möglichst einzn- schränken.
Das belgische Kabinett hinter seinen Unterhändler. wSm Verlauf der StUnna des bei 'leben Kabinetts erstattete Ministerpräsident Thenuis ausführlich Bericht über die Sitzungen der Reparationskommission und des Anleibekomitees in Paris. Sämtliche Reaierunasmit- asteder erklärten sich mit der Haltuna des Ministerprä- nde«teu sowie mit der Haltung Delarroir ooUftänMa einvernanden.
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n# In der Reichskanzlei fand Montan nachmittaa eine Chefhesprechung statt. Man befaßte sich mit der varla- laentarischen Loge sowie mit Der Revarationssrage. Der inzwlscken in Berlin etnnct rosse ne Staatssekretär Bergmann wird Dem Reichskabinett am Dienstag über seine Eindrücke bei ir ,i Pariser Anleiheverhandlunaen Bericht erstatten. ,vur NNttwocö ist eine Sitzung des Aettesteuausschusses voraefehen.
Kapp t»
^Wie die „L N. R." melden, ist der GeneraliattS- schaftsdirektor a. D. Kapp, der sich bekannilich nach fei- »er Selbftfteünna in einem Leipziger KrankenbanK einer schweren Augevoperativn unterziehen mußte, Dienstag morgen an den Folge« der Operation gestorben.
Zum Tode des GenerailanSichafisdirektvrs a. D. Kapp wird noch gemeldet, daß die Leiche des Verstorbenen am Dienstag nachmittag vom Leipziger Hanvt- vahnhof nach der Heimat des BerstoryeuM Kleiu-Deren bei Pr.-Evlau übergeführt werden wird.
Dr. Wolfgang Kapp wurde am 24. Juni 1858 in Network aeboreu. Von 1.W6—1916 war er ßieuci'-i^t^
bä*ä23ass^ra
Kreisblatt
Donnerstag. 15 Juni 1922
^^^r^—r“:7;—.7"~i:, k, ui , n u [uri iiT.mjM:i>wimiiiiin.iwniii)n].!innw.w"srw'rTi —-p-nr , Lektor der ostpreußischen Landschaften in Königsberg. I Als Mitbegründer der VarerlanSsoartet war er ein scharfer Gegne- Der Bethmanmcheu Politik. Sein Versuch, im März 1920 einen gewaltsamen Umsturz herbei» zuführen, um. wie von ihm und ie-nen Anhängern b( hauptet wurde, die damalige R^.chsMiewnä wr Durchführung Se Weimarer Verfassung zu zwingen, mißlang, Mehrere seiner Sannst gen Mitarbeiter sind | bereits vom Reimsaerichi abgeurtesti worden Der Ausgang des Prozesses hat Kapo, der sich bis dahin im Auslande befand, veranlaßt, und.) Deutschland zunickzu -
stellen um Eiac uwv-Puti^oes zu "■'•er darüber für Nach seiner Am- gegen von Fagoro wollte er sich vor
kehren und sich selbst dem Gericht m Klarheit in die traurige Evisede S'- bringen. Durch den Tod Kanus in immer der Vorhang gesenkt worden. Fassung war das Reicksgericktsurteil »u hart, und durch seine Rückkehr seine damaligen Niitarbeiier stelle:!
Die Hmdenburgfeier tu Ziötügsberg.
Ueber Die gewaltige Kmrdgebung, die zu isyixn des Generaifeldw.arfchalls von Hindegourg, des Befreiers OWreutzcns, in Königsberg staltfand. wird gemeldet Aus dem Devaner Plan fand ein stiller Gottesdienst statt. H1 000 Mitglieder von Kriegervereinen waren aus der Provinz erschienen. Aus dem Deoauer Prao verfam nieire sich die Masse, wohl lüO OuO au Sei Zahl. zu einem riesigen offenen Karree. Hunderttansende von Kehlen jauchzten Hindenburg zu, als er kurz nach 11% Uhr im Kraftwagen auf dem Devauer Platz eintraf. Die Meist-- ticken, Konststorialrat Richter und Stoss, hielten den 7 eil- gottesdienst ab. Nach dem von Kousistorjalrat Richter gesprochenen Segen und dem Gesang des Niederländischen Dankgebets, dessen überwältigende Klänge zum Himu^l emporstiegen, dautte Hindenburg herzlich den beiden (^'istlichen für ihre tiefgehend m Worte, und verließ dann unter dem anbei der Massen, die das Deutschlandlied anstimmten, den Platz vor dem Festaltar.
Tim offenen Landauer fuhr der Felümarfchaü die lange »Hunt der Vereine ab, an deren rechtem eilige! Die Studentenkoworationen standen. D :ran schloß sich der Verein ehemaligen Hindenburger, den der Feldmar schall ganz besonders herzlich begrüßte, an ü% wlglen der
- Deutsch- JDäutobunD. der Lal- rw' - «'»•»•’! -'eu"k^rs CfiiÄicre und der Reichsbund deutscher Offiziers vvw 1C20, Sie Kriegervereine, Sportvereine usw Mit Dielen einzelnen wechselte Der FelSmarschall freundliche Worte Kino besondere Freude war es ihm, zwei Vsrera»M von 1866 uild 1870, mit denen er damals in demselben Bataillon zusammen gefochten hatte, begrüßen zu können. Mehreren Vereinen überreichte der Feldmarschall für ihre neue Fahnen silberne ^ahnennägei. Im arbeiten, Treffen standen besonders geordnet die sieben Frauen- »erbäudc, von deren Mitgliedern der Feldmarfckall mit Blumen förmlich überschüttet wurde.
Unmittelbar nach dem Abfahren der Front begab sich der Atomar schall im Auto zu der Kaserne des Pionierbataillons, »vv auf dem großen Kasernenhof sämtliche Truppen der- (Garnison Aufstellung genourmen hatten. Unter den Klangen des Präsentiermarsches schritt der ^kneralfeldmartoalt die Iront ab und nahm dann den Vorbei marsch der Truppen in Vugkolonnen ab. Darauf drackLe der stellvertretende Befehlshaber ein von den Truppen omfgemimmeues dreifaches Hock auf den Ge- rwralfeldmarschall aus. Im Anschluß daran fand im Tiergarten eine große gesellschaftliche Veranstaltung statt, die überaus stark besucht war.
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Erscheint 8mal wöchentl. Drahtanschr,: KrnSblatt Schlüchtern. $ SrnS n. Berlag F«. T. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl. $ Schriftleit. H.-L. Hohmerster, Schlüchtern. GeschästSstellk »r-i. chrüderstr. 9. — Im Falle höherer Bewalt, BetriebSstöruntz it
erlisch: jtde Brrpflichtung auf
74. Jahrgang
8« Den Htoiichertfallen in Königsberg werden von den amtlichen Stellen, vom Reichswehrministerium sowohl wie von der preußisch«: Regierung übereinsttm- wende Darstellungen gegeben, die die bisherigen Met« sangen wesentlich ergänzen und den klaren Beweis erbringen. daß die Schuld an den bisherigen Zwifchensäl- l« ausschließlich die kommunistischen Demonstranten und ihre, wahrscheinlich im sicheren Sott gebliebenen, Hintermanner trifft Verboten war nach der amtlichen Darvelluna der Reichswehr die dienstliche und äußere SienSliche Teilnahme an den Veranstaltungen von Vereinen, die politischen Charakter tragen. Als solche Vereine wurden von den zuständigen Behörden die Krieger- vereine, die staatsbürgerliche Arbeitsgemeinschaft und der Hermatbund erklärt. Dagegen galt das Verbot nicht
öett sowie rür interne Metern. Den Vorschriften entsprechend hatte die Reichswehr zu Ehren des Feldmarschalls Hindenburg eine solche interne Feier sowie eine Parade am dem Hofe der Pionierkaserne unter völligem AuS-, schlutz der Oeffentlickkeit vorgesehen. Da mit kommu- mstischen Gegendemonstrationen gegen alle Veranstaltungen gerechnet war, waren die Hauptstraßenzüge, darunter auch die, die von der Reichswehr benutzt werde» wttten. durch Schutzpolizei abgesperrt. Ein nach Tausenden zählender Zug von kommunistischen Gegende- monstranten durchbrach jedoch mehrfach den Kordon und stieß auf eine kleine, 30 Mann starke, Abtetluna Reichswehr, die sich auf dem Anmarsch nach der Pionterkaserne befand. Die Abteflun« war im Nu von etwa 2000 De- monftranten umrinat. Sie wurde nicht nur auf das gröblichste beschimpft und bedroht, sondern auch mit Steinen beworfen. Stellenweise gingen rie Kommunisten zum Angriff vor und versuchten, den Soldaten die Karabiner zu entreißen, was ihnen tu einem Falle auch gelang. Nunmehr blieb der Reichswehr nichts anderes mehr übrig, als sich zur Wehr zu setzen, und es gelang ihr, sich zu befreien
Der Grzdergermord vor Gericht.
Am Montag wurden tm KUlinger-Prozeb die Zeu gen vernommen, die Mitglieder der Organiiafton T. waren, darunter Karl Killinger, der Bruder des Heinrich 3twm*i, wi von dem htr« v« Zemmtsverw«- gerung im allgemeinen Gebrauch machte. Der Zeuge Franz Liebig, ehemaliger Leutnant und Angehöriger der Organisation T., bekennt sich als Verfasser -es Beitrages für das Erinnerungsbuch der Sturmkompaante, in dem von Erzberger als von einer Fratze und einem Volksverräter gesprochen wird. Die Einleitung uud den Schluß zu diesem Buch hat Killinger geschrieben. Zeuge Eberhard Canter, der mit Killinger zusammeu- wohtfte unö mit ihm in Offenburg einige Zeit tn Untersuchungshaft war, erklärte auf eine Frage -es Vorsitzenden, vor beut Morde von dem Plane nichts gewußt zu haben. Auch der ehemalige Kapitänleutnant Hoff- maun verneint die Frage -es Borfitzenöen. ob ihm etwas über den Plan bekannt gewesen sei In -er Organisation T. sei viel über Erzberger geschimpft woröen.
In der Nachmittagssitzung sagt -er Zeuge Friebleiu aus, Killinger habe ihm nach der Ermordung Erzber- gers in einer Unterüaltima in Ulm -ie Gründe -er Tat beizubringen versucht, um die Tat selbst zu entschuldigen. Ueber die Täter sei nickt gesprochen worden. Killinger habe ihm gar nichts anvertraut. Im Gegensatz zu dieser Aussage hat der Zeuge Böhlinger unter Eid erklärt, -atz ihm im Dezember vorigen Fahres in Stutt- aart Friedlein erzählt habe. Killinaer bätt»» fi* t6m «»-
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Er sah äußerst befriedigt aus, als er nun neben seiner BeaM Platz nehmend zu ' ' " „ .1. ' 7 , .Dir Tante meint es in der Tat sehr gut mit Dir, unS,* nerbefferte er sich unter einem vielsagenden Lächeln.
„Ja?" sagte Marion unsicher.
Sre konnte sich nicht helfen, der Gedanke ihre Heirat häuge zu,» großen Teil von dem guten Willen der Tante ab, hatte nun einmal etwas Bedrückendes für sie.
Westerot, der Blarivus Zurückhaltung durch die Gegenwart der Cousine bedingt sah, verlor daher seine gute Laune nickt und scherzte jetzt: »Nun hat Eberhard Audi«»- bei Sere- n nka. Sobald sie seine Stimme im Vorzimmer hörte, entließ sie mich gnädigst und befahl ihn hineiu. Da sie aasoezeichneler Stimmung war, wird es sich vermutlich um ewe besonders freudige Überraschung für ihn handeln.'
„Sofern er sie ihr nicht mit einem kunstsinnigen Vertrag über die ausgezeichnete Malerin, Frida Urban, verdirbt utü* sie ebenso ennuyiert wie mich heut vormittag," warf Bella trocken dazwischen.
Mario» erzählte darauf Bellas verfehlten Ausstellung^ besuch und Eberhards wenig gewürdigte Mühen als Cicerone, eine Episode, die sie ganz von der »eueren Seite nahm, ein ' so undurchdringliches Sphinxgesicht Bella auch jetzt dabei mackte.
Damit war aber die Unterhaltung in allgemeinere Bahnen geteuft. Bella kam wieder mehr aus sich heraus und da sie die Gabe sprudelnden Humors besaß, wurde die Stimmung u «er ungezwungener. Allerdings konnte sie es nicht lassen, ab und zu in die harmlose Fröhlichkeit ihre beißende Sar- kasmen wie ein Sprenggeschoß zu werfen. In solchen Mo- «renten nahm ihr hageres Gesicht eine frivole Schärfe au, die erlabend, selbst abstoßend wirkte und die Vorsicht nah« legte, Nch vor ihr in acht ju nehmen. Man ahnte, daß sie als ernstliche Gegnerin nicht zu nntersckätzcn fei, trok ihrer äußerlich so uiibedeutenden P.^i^ * .
Demu^enüber euuMtiuuyeu »«vieMtub wand üw« Heutige
9k.-.ibi nteit, und es schien, als habe Wesierot, den ihre witzige Art Mmi zu reff du begann, eilt besonders Geschick, sie zu animieren. Gefiel sich Bella auch vornehmlich in Widersprüchen, so war doch er ebenso wenig einem lustigen Wort- geplänkel abhold. Zur Abwechselung ließ er sich sogar ganz gern darauf ein, denn die sanfte Fügsamkeit seiner Braut, die sich immer bald seinem einsichtiger«! Urteil unterwarf, wie er es auch gar nicht anders erwartet, hatte in ihm eine selbstherrliche Ueberlegenheit großgezogen, die unanfechtbar schien in ihrer Pascharuhe.
-tun machte er die Erfahrung, daß unter Umständen ein kleines Scharmützel etwas Erfrischendes haben kann, und was er sonst an der Braut nicht duldete, von dieser witzigen Cousine ließ er sich die Herausforderung gefallen, sofern sie nur pikant und geistreich war. Und so wich in dieser leb* haften Unterhaltung nachgerade der unheimliche Eindruck, den er von ihrer äußerlich so wenig anziehenden Persönlichkeit gewonnen.
Ohne Empfindlichkell hörte Marion diese lebhaften Debatten an, von denen sie meist ausgeschlossen war. Da- zwisch«! lauschte sie nach dem Nebenzimmer hin, wo sich ebenfalls ein eifriges Gespräch bemerkbar machü.
Der Tante Stimme dominierte. Jetzt erhob sie sich gar zu jener scharfen Heftigkest, die wohl säumige Untergebene kannten, nie aber der verzärtelte Neffe zu hören bekonvne« hatte.
Manon wurde unruhig.
Was ging da vor, oder vielmehr was war vorangegangen? Eberhard, dessen rasche und energische Gegenrede immer da« zwischen klang, mußte diese zoristge Erregung der Tante durch Unerhörtes provoziert haben Und jetzt rief diese so schrill und schneidend, daß auch Westerot aufnierksam wurde: «Rie und nimmer wird etwas daraus. Richt mit meinem Willen.
So wahnwitzige Torheit unterstütze ich nicht mit meinem Gelde. Bestehst Du darauf, sind wir geschiedene Leute. Dann laß Dir nur das blanke Gold malen. Ob's dann noch so leicht durch die Finger rollt? — kannst's ja probieren."
Bella machte eine Grimasse, während die anderen mit bleichen Mienen aufborAten. »Aha", spöttelte sie, „der furiose Lenluant um wirklich wieder eines Knußuorrrau nebelten.
PM versteht unsere erktusive Tante davon? Alan soll seine Wohltäterin weder langweilen noch ärgern, denn daS sucht sich Heil». Da bin ich Landmadel viel gescheiter als da Berliner Leutnant. Die liebe Tante hat immer recht."
Sie sagte es mit drolligster Pfiffigkeit, aber den Verlobten war die Lust »ergangen, darüber zu lachen. Sie ahnten, da wurde etwas verhandelt, das keinen Scherz vertrug.
Den lärmenden Zorn hatte plötzlich eine unheimliche Ruhe abgetöst. Ihr fötale nach geraumer Welle Hastiges abgerissener Stlmmengemurmrl und nur ein fester Schritt, das scharfe Schließen einer Tür und wieder Stille. Eine Stille, so tief und schwer wie Kirchhofsruhe.
„Großer Gott", dachte Marion, „er ist wahrhaftig fort Den Schritt hat er, wenn ein Brausekopf mit ihm durchgeht."
Verstört sah sie ihren Verlobten an. Auch er hatte sich entfärbt, suchte sie aber durch einen verstohlenen Handdruck zu beruhigen
Um Bellas schmale Lippen irrte ein gespenstisches Lächeln, in ihren Augen, die verloren an Westerot hingen, glomm ein seltsames Licht auf, nicht unähnlich dem Lauernden Funkeln eines hungrigen Raubtieres.
Endlich tat sich die Tür des Nebenzimmers auf. Fräulein v. Mollenti« trat in den Salon — allein.
Ihr stark gerötetes Gesicht trug die Zeichen stürmischer Erregung. Dennoch sagte sie mit gespielter Unbefangenheit: „Gehen wir zu Tisch, Stnder, es wird uns auch ohne den Leutnant schmecken. Der brächte nämlich den Kopf voller Raupen mit. Die dulde ich nicht in meinem Hause. So habe ich ihm einen stillen Abendspaziergang ungeraten, da wird er sie hoffentlich los werden und sich morgen ohne dat Gelichter bei mir einenden. Darf ich bitten, lieber Westerots Ich denke, als vernünftiger Marin Pflichten sie meiner Leben», erfahrung bei, die behauptet, daß auch die hochfliegendsten JLusioneri über kurz oder lang von der brutalen Macht realer Lebensbedingungen medergenffen werden. Und die Jugend hier. niag fid) die Lehre hinter die Obren schreiben."
Fortsetzung folgt)