Nr. 80
chluchtemer Zeitung
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Bezugspreis monatlich ttk— Mark, freibleibend i d ^ f J J iErfcheinl 3mal wöchentl. Drahtanschr.: Krcisblatt Schlüchtern. :
durch Boten inS HanS I.VV Mark Trägerlohn. Än- f '**gt^ jW M B ÄMF* ^»ruck u. Verlag Fa. T. Hohmeister, Schlüchtern. Verantwortl. t
„igenpreis je mw einspaltig 2.-Mk,, Reklamen k,.M Mt.z M«r g F I Will II I I LSchriftlrit. H..«. Hohru-ister, Schlüchtern. GeschSstSstelle Brei- «ada" nach Torts. - Postscheckkonto : Frankfurt o. M. 11402.8 <■ M d Wr «kAF MM W |brübnSr. 9. - 3m Falle höherer Gewalt, etm.bwörare it
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Amtlicher Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern
tUMei «SW Tage.
Die Mitteldeutsche Aus ellung für Siedelung, So- ^Ifürsorge und Arbeit ist in Magdeburg eröffne, vordem
Die „Neue Magdeburger Zeitung" wird am 30. Sep- temver ihr Erscheinen einstellen.
Die demokratische „Ulmer Zeitung" hat nach 32jtth- naem Bestehen ihr Erscheinen infolge der allgemeinen Neuerung vorläufig eingestellt.
Der Streik der Wiener Straßenbahner ist. nach' siebentägiger Dauer beendet worden.
Der „Kreisanzeiger" in Gardelegen ist vom 4. bis u, Juli verboten worden, ferner auch die „Mitteldeut- tze Presse" in Staßfurt.
Die „Hamburger Warte" ist auf sechs Monate ver- toieu wordeu.
der Schutz der Republik.
;en wer-
epublik
Der Verfaffunqsausschutz des Preußischen Landtages bar weiter über die Anträge zum Schutze der Republik | beraten. Angenommen wurde der Eurwurf eines Gesetzes über die Dienstvergehen der nichtrichterlicherr Beamten. der Richter und der Privatdozeuten. Unwürdig im Sinne der bisherigen Disziplinargeseye ist nach dem Entwurf ein Beamter, der Bestrebungen, die auf Wie- berherstellung der Monarchie oder gegen den Bestand der Republik gerichtet sind, im Amte durch Mißbrauch seiner amtlichen Stellung oder in der Oefsentlrchkeit sör- dert, solche Bestrebungen durch Verleiimdung, Beschnnp- fnna oder Verächtlichmachrmg der Republik oder von Maliedern der im Amte besindlichen oder einer früheren republikanischeil Regierung des Reiches oder eines Landes unterstützt. Ueber alle derartigen Dienstverge- üen soll ein besonderer Diszivlinarsenat entschewen.
Angenommen wurde ferner ein dewok.atischer Antrag. der fordert, daß die leitenden Stell n in Verwaltung und Justiz nur solchen Personen Überträge den, die unbedingt zuverlässige Vertreter her R siiid. Angenommen wurde ein weiterer oemutrauigna Antrag, der verlangt, daß künftig auch Ministerialräte, Abteilungs-Dirigenten bei den Provinzialregierungen, Präsldeikleil der Landeskulturämter und Direktoren der Provinzial-Schulkollegien zu yolitifchen Beamten erklärt und jederzeit in den einstweiligen Ruhestand v^- sttzt werden können. Ferner wurden sozialdemokratische Anträge angenommen, die fordern, daß die Schüler- und Lehrerbibliothekeit von solchen Büchern gereinigt werden, die mit der bestehenden republikanischen Verfassung nicht in Eirkklang zu bringen sind, und daß , alle Schulbücher, die die Verherrlichung der Monarchie oder der Hoyeuzollr '-Dynastie enthalten, mit größter Beschleunigung außer Gebrauch gesetzt werden und daß..das Staatsministerium an den Schulen derjenigen Verbände verbietet, deren Tätigkeit gegen die Republik gerichtet ist. Angenommen wurde weiter ein sozialdemokrati- scher Alltrag dahingehend, daß jedes preußlsche Dienst- gebäude eine Reichsfahne besitzen und bei entsprechender Gelegenheit hissen muß. Schließlich fand noch ein Antrag der Unabhängigen Sozialdemokraten Annahme, der das Staatsministerium ersticht, mit größter Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Verhältnisse der Studierenden an den preußischen Hoch- schulen in republikanischem Geiste geregelt werden.
Dornenwege.
11 Roman von E. ®r es sei
(Nachdruck «etBolat.)
Das Brautpaar, so jung und lebensvoll es war, ließ sein Glück nicht laut werden, aber seine gefestigte Ruhe, welche «me tief innerliche Gehobenheit beseelte, durchleuchtete, schloß jeden Zweifel an ein Wagnis dieser Verbindung bei den Wteen aus. Wie gut die beiden dran find, dachte auch Mario«. „Hart ist's, Familie und Heimat zu verlassen, aber wenn man dann Seite an Seite im Kampfe stehen kann, tm, gemeinsam die Palme des Lebens zu erringen, so ist das wteder etwas Großes und Schönes. Gott gebe thuen Sieg." . In heimlicher Wehmut blickte sie auf ihren Berlobungs- tmg webet. Das Symbol der Liebe ohne Ende. Aber das «inglettt sprang entzwei, — und da hatte es ein Ende. Indes ~ M hielt ihn krampfhaft fest am Finger unter tausend Mgliche« Schmerzen während dieser Stunden, damit dem Bruder fei* Wermutstrsp-ßen in den Fre^enbecker falle
, , «mer jener empfindliche» Scherze, mit denen das Schick- SÄÄfe^ am
®a man ihn nicht i der Keinen, nur auf die Te«««hme der nächsten gen beschränkten Feier ge- »»«<» und Marion ihm ebensowenig seither wieder geschrieben. M^te « nicht, daß die Macht der Stunde seinem Verzicht . draut noch etwas besonders Erschwerendes gab, ob“ sein Rücktritt aus Gründen geschah, gegen die schlechter» dwgS nichts einzuwenden war.
Das Amt eines Stadtoberhauptes verlange nun einmal fetner Repräsentation Mittel, der die Dotierung nicht ent» und schließe ebenso einen etwaigen Miterwerb der Frau aus, denn eine als Klavier- oder Sprachlehrerin tätige Frau Oberbürgermeister sei einfach undenkbar, abgesehen »avou^daß ein derartiges Heraustreten der Fra,i seinem sub- men Empfinden von echter Weiblichkett und Frauenanmut überhaupt entgegen sei
. , Dagegen war kein Einspruch zu erheben. Bitter nur, va« chr eigener Bater ihm zu dem anspruchsvollen Amte ver.
Donnerstag, k. Juli 1922
«iegerwalv gegen den L)emonstrattonsftreltr.
Wie die „Telegraphen-Uniou" erfährt, hat der Deutsche Gewerkschaiisbund, der unter der Leitung des früheren preußischen Ministerorandeuten SttkerwaLo steht. einen Aufruf an seine Mitglieder gerichtet, worin er den für den 4. Juli ungesagten Demo«ftratio«sstrett entschieden ablehnt und ihn als einen smulmen ^tis-- brauch gewerkschaftlicher Machtmittel erklärt, der nur unsere schreiende Not vergrößern könne.
»-< Die christlichen Gewerkschaften Badens lehnen die Teilnahme an der Demonstration ebenfalls ab-
10 Minuten Arbeitsruhe an der bayerischen Eisenbahn -X Für den Bereich der bäuerischen Eisenbahn ist nach einem Telegramm des NeiÄsverkebrsmimsters aus Berlin die Arbeitsruhe am Dienstag von 3 bis 3,10 Uhr nachmittags angeordnet worden.
Anschlag auf Harden.
»»Wie aus Berlin gemeldet wird, ist auf Maximilian Harden von zwei Personen ein Attentat verübt worden Maximilian Harden wurde schwer verletzt. Die Aerzte des Grunewald Sanatoriums leisteten die erste Hirse. Die Verfolgung der Täter wurde sofort im Auto am- peuommen. , . .
Aus dem Dachsberg im Gruuewald wurde Harden au» dem Wege nach seiner Wohnung von zwei unbe karmten Tätern überfalleu. Die beiden Täter schtngeii mit Totschlägern auf ihn. Harden trug dabei firm sä vere Verletzungen davon. Ein n-utmasitcher Tärer iko mte bereits verhaftet werden. . . ,
Die Inhaberin des Grunewaldsanatariums teilt tol-- gendes mit: Maximilian Harden wurde in der Nähe seiner Villa itBerfutieH und mit einem Gummiknüppel Sniederaeschlagen. Es gelang ihm noch, blutüberströmt- feine Ville zu erreichen. Die über den Anblick des Vaters entsetzte Tochter lief sogleich zum Grunewald-Sa-! natorium und holte von dort ärztliche Hilfe. Daraus eilte sofort Geheimrat Borchgröt in seine Villa und verband den Schwerverletzten. Maximilian Harden benn-j det sich, da die Verletzungen nicht lebensgefährlich sind, bei vollem Bewußtsein Die Verfolgung des Täters wurde sofort von der Polizei aufoenonnnen und zwar wurde ein Bursche mit «u^nr ttznnMliktrü^petznku gegrn- feu, der vermutlich der Täter sein dürfte.
Wie später gemeldet wird, ist Geheimrat Borchardt noch immer am Krankenbett des Schwerverletzten, der beim Eintreffen der ärztlichen Hilfe bei vollem Bewußt-- sein war. Infolge des starken Blutverlustes und des dadurch eingetretenen Schwächezustandes hat er gegen 10 Uhr die Besinnung aber verloren.
Weitere Attentate.
»»Während einer Sitzung der Betriebsräte im Volks- Hause in Mannheim wurde in das Hans eine Bombe «es morsen Sie explodierte und richtete erheblichen Schaden an. Vom Personal sollen einige Leute leicht verletzt worden sein.
Die Akten in Sachen der Ermordn«» Sina Arons- fa« in Mannheim und nach Berlin gesandt worden, da behauptet wird, daß dieser am 22. Mai verübte Mord auf das Konto der Organisation C zu schreiben sei.
Dr. Michelsohn freigesprochen.
In dem Kriegsbeschuldigtenprozetz gegen den Berliner Arzt Dr. Michelfoh« wurde Montag vom Reichsgericht das Urteil verkündet. Der Angeklagte wurde von den gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen srei- aesprochen.
le an
gegangen. Sie hätte eS
sridas Armen,
nun selber verwundete. Denn so vorderster sie langn auf den Bruch gewesen, er tat nicht minder weh, nun er geschah.
Die Neuvermählten gedachten sich noch am gleichen Tage nach Bremerhaven zu begeben, und die Eltern der Braut, welche sie an Bord des Lloyddampsers geleiten wollten, forderten Diarion auf, sich ihnen anzuschließen.
Allei,l, es wäre über ihre Kraft
nicht ertragen, das weite Meer zu sehen" dem sich der einzige ihr noch zugehörende Mensch anverlraueu wollte zu ferner Fahrt. Schon drohten ihre bis zum Reißen angespannten Nerven zu versagen. Schluchzend lag sie i« Frs um dann zitternd des Bruders Racken zu umflai
„Nu, nu," murmelte er, selber tief ergriffen, „mach's mir nicht so hart, Mario». Warft ja doch sonst so'» cou» ragiertes Mädel. Will's Gott, kommen wir in ein paar Jahren mal herüber. Dann sollst Du hoffentlich mehr Freude an mir haben, notabene, wenn die Frau Oberbürgermeisterin dann noch was von dem Amerikaner wissen will. Der Tante bestell' immerhin einen Gruß. Möge sie ohne Reue an mich denke». Ich verzeihe ihr, da sie wenigstens gegen Dich gütig blieb. Gott fei gedankt, daß ich Dich so gut geborgen weiß, Schwesterchen."
Da riß sie sich los.
wen zu begeben, und dre Eltern der Braut, Bord des Äoyödampsers geleiten wollten, sor-
immern.
Ihr Heroismus »ar am Niederbrechen. Noch ein Watt vnd sie hätte befinnunMos gefdjritn ■ .Rim« mich mit. nimm mich mit; ich bin ja so elendiglich verlassen Ich hab' lerne Siebe mehr, lern HAm^
Aber nein — nein. Der Stein wäre zu schwer gewesen. Solche,l Ballast trug sein schwankes Schifflein nicht. Später, wenn er drüben feinen Weg gemacht, dann folgte sie ihm
Ja, später.
ktjter Blick voll inniger Schwesterliebe, ein stammelnder Wunsch von Glück und Segen, und sie eilte hinweg, fort in das liebeleere Haus, in dem man sie widerwillig duldete und das sie, sobald es nur sein konnte, zu verlassen g«. dachte, um das Brot der Dienstbarkeit zu essen, das vielleicht dennoch nicht so bitter war als das unduldsam gespendete Almosen.
Sie streifte zunächst den Wng vom Finger, der sie tagsüber rote ein glühendes Eisen gebrannt, und sandte ihn mit wenigen Zeilen an Westerot zurück. Sein vernunftstütes Sch«ib«v be» •Bin? ortete f« mit bett adtiae» Worte«:
Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanschr.: KreiSblatt Schlüchtern. ; Druck n. Verlag Fa. $. Hohmeister, Schlüchtern. Verantwortl. $ Schristlcit. H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle irei»
74. Jahrgang
In der Urteilsbegründung wird m. a. gesagt, daß der Senat die Ueberzeugung gewonnen habe, daß die von französischer Seite erhobenen Anklagen des Mor- des völlig unzutre^^nd und hier völlig widerlegt worden sind. Auch im Falle der Anklage der vorsätzlichen Tötung ist dem Angeklagten kein Verschulde« zur Lasi gelegt worden. Was die Unterschlagungen anbetrifft, so sind diese, soweit sie zum Nachteil des Reiches begangen worden sein sollen, durch die Amnestie erledigt, soweit sie zuungunsten französischer Gefangener begangen seht sollen, konnte dem Angeklagten kein Verschulden nachgewiesen werden. Bezüglich der Anklage wegen Vergehens gegen das keimende Leben muß dem Angeklagten zwar aus der Art und Weise, wie er mit dem Frauenzimmer umgegange« ist, ein Borwurf gemacht werden, jedoch ist der Verdacht einer Bertchuldenü auch in diesem Falle widerlegt. Wegen der Anschuldigung der Körperverletzungen ist zwar festgestellt worden, daß Mißhandlungen vorgekommen sind, die an und für sich strafbar wären, doch konnte auch hier nicht de- miefen werden, daß der Angeklagte sich an diesen Mißhandlungen persönlich beteiligt oder dazu irgendwelche Befehle gegeben habe. Aus all diesen (gründen mußte der Senat zu der obenerwähnten EnZcheidung kommen.
Die Haager Konferenz.
k* Aus dem Haag wird gemeldet: Die Sonderkommis- fron für die Privateigentümer hat Montag nachmittag ’3 Uhr eine Sitzung ohne die Russen abgehatten, worin die Arbeiten für eine Sitzung, die am Dienstag vormittag mit der russischen Delegatton stattftnden soll, festgelegt worden sind. Bestimmte Beschlüsse sind nicht gefaßt Worten. Um 3 Uhr nachmittags ist die türkische ! Kommission mit der russischen Delegatton zusammenge- ^kommen. — Weiter wird Dienstag abend eine Pressekonferenz stattftnden, die von der russischen Delegatton
Die russische Detegatto«.
V'
«»Die russische Delegation setzt sich augenblicklich wie folgt zusammen: Präsident Litwinoff, Vize-Volkskommissar des Innern. Krestinskv. Bolkskourmiffar und Gesandter der russischen Sowjetrepublik in Berlin, I. Sulurkow, Vlze-Knranzooitstoummiar, v. B--D Krassin, Volkskommissar für den Außenhandel und " er der russischen Sowjetrepublik in London. C. G. Rakowski, Präsident des Bolkskourmiffariats der Ukraine, B. E. Stein, Vizedirektor im Volkskommiffa ,riat des Innern, weiter vier Sachverständige, zwei Sekretäre drei Pressevetreter und ein Dolmetscher. Kra'- nn und Rakowski werden im Laufe dieser Woche er-
wartet.
Die Drohung mit Zwang.
««Im englischen Unterhause erklärte Lloyd George, -Poincaree selbst habe am 19. Juni ihm gegenüber den Wunsch ausgedrückt, daß. roemt es notwendig sei, neue „Sanftionen" gegen Deutschland zu ergreifen, sie von Frankreich und England gemeinsam ergriffen wurden.
Der Visenbahnanestaud in Nordamerika.
Der „Times"-Bertreter in Neuvork bericiuet, daß von den 400 000 Eisenbahnwerkstättenarbertern 360 uüu bereits die Arbeitsstätte verließen. Einige tausend Streckenarbeiter hätten sich dem Streik augeichloneu: einen endgültigen Streikbeswluß wolle diese Arbeiter klaffe erst am Dienstag fassen. Die Lokomotivfubrei. iowie die andere» Eisenbahner verbliebe» aui Lbreu
"Ich darf keiner vorsichtige» vnlscheidung nicht zürnen, Günrer. Papa nannte Dich einen Mann der Zukunft. Möge st« erfülle», was Dein Ehrgeiz erstrebt. Mögest Du auch die Frau finden, welche Dein Haus, Deine Stellung würdig präsentiert. Ich wäre auch sonst kaum die rechte für Dich gewesen. Das Vegetieren in der Prunkvase? — nein Günter das hätte ich auch gar nicht ertragen. Marion."
Dann machte sie stch von neuem auf die Suche nach einem Wirkungskreis. Ihre bisherigen Inserate waren ganz erfolglos gerochen, da eben in den meisten weiblichen Berufsarten das Angebot die Nachsra^ bei weitem üversteigt, und Marw» sah, daß die Sache imnpt nicht so einfach war, wie sie st-t» gedacht. Die Arbettslust bebiugte durchaus nicht gleich brf ArbettSgeleaenhcht. Lediglich die niederen Dienstboten siehe» hoch im Presse und dürfen unerhörte Ansprüche heut-mage stellen Hätte sich Marion als Köchin oder Hausm^Lche» ausgeboten, man würde sich um sie gerissen, ihr die wigiaub« liebsten BedinHungen zugestanden haben, da eine moderne Herrschaft gemeinhin nur noch materiellen Genüssen u«i> Be>
geistiger Kräfte zu erlangen, bedürfte es eines lange* ermüdenden Zuwartens.
Fräulein von Dtollentins Famüreuftolz widersetzt« sich anfänglich überhaupt einer derartige» Betätigu»g der Nichte; da aber anderseits das Zusammenleben mit der entlobte* blassen Braut ihrer Gewifsrnsruhe einige Störung verursachte und Marion zudem aus ihrem Entschluß beharrt«, so Sixbede sie schließlich diese nicht, auf ihre Fasson selig zu werben, me sie achselzuckeiid bemerkte.
Ebensowenig hielt Marion die Einwilligung ihres Vor» mundes, den sie in einem Freund ihres Vaters, dem G«. heimrat Breiteuboru erhalten, für ueboten.
LFortsetzung folgt.)