Schlüchtemer Zeitung
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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern
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'Ät 107
Ne Verhandlungen mit Belgiens
«.Die beide» belgischer! DeLegrerlen Delaeroix uns MNelmans haben mit dem aus oer Brüsseler Finanz Mserenii ernannten Sacliuerstisadlaeu, oem Bankier gippso«, »ach einer letzten zivuseren-, die sie am haa im Laufe des SiacDmüiate mit dem belgischer Mlisterprästdenteu Lheunrs und dem Autzeninintster »mspar hatten, ihre Reise nach Berti» angei roten. Eine Brüsseler ^Temps^-Meldulm bezeichnet bereits die NiMlnma in den politischen Kreisen Belgiens als »p Misttsch. Eine interessante Ergänzung dieses Berichts wird durch eine UnOrreöun« gegeben, die einer der beb «scheu Delegierten, dessen Name nicht genannt wird, dem Brüsseler Berichterstatter des „Intransigeant" ge- Mrt hat. Danach werde Sie belgische Regierung von der Reichsregierung Garantien verlange«, Sie es ihr ermöglichen, 270 Millionen deutscher Schanmechsel je nach Bedarf ganz oder teilweise bei der Bank von England, bei der Holländischen Bank vder dem Garantie- ttust bei sich zu realisieren. Als solche Garantie würde es z. B. genügen, wenn Sie Reichsbank sich verpflichtete, eine« der Garantie entsprechenden Teil ihres GolSSe- slandes «uter alle« Umständen unberührt zu lasse«. Kelchen hätte keinen Anlaß, die Goldwerte der Reichs- bank wegzunehnren und anderswo zu deponieren. Es sei Deutschland freigestellt, seine Vorschläge in Bezug auf die erforderlichen Pfänder zu machen. Im übrigen Mcht der Delegierte, daß die Verhandlungen, die am Mittwoch vormittag in Berlin erörtert werden, innerhalb drei Tagen zum Abschluß gebracht werden können, b einer offiziell gehaltenen Note eines Brüsseler Kor- lmwndenten bemüht sich der „Temps". die Befürchtung Wsicktlich einer Uebervorteilung Belgiens durch die Kutsche Regierung zu beschwichtigen. Das Blatt sagt weiter, diese Befürchtung fei in gewissen interalliierten Kreisen erwacht. Der „Temps" erinnert im übrigen »man, daß bei der Diskussion in der Revarattonskom- üiission der belgische Delegierte ausdrücklich die Zusiche- tuug gegeben habe, daß Belgien nicht beabsichtige, eutschland ein Moratorium zu gewahren, und daß es le deutschen Schabwechsel auch wirklich Mkassieren r Uw owi"- m Sicherungen nicht entziehen können.
Die dritte ®8ue^utii^iu»^ö* Niontag vormittag 11 llßtj eröffnete die Bölker- uuösversamuilung ihre dritte Fügung. Bis leht haben 6 Staaten ihr Erscheinen sWUmt man r«l>net aber liAtt. daß von 51 Völkervundmttalredern etwa 42 oder K Delegationen in Genf iveilen iverden. Außer Ar- jentlnien, dessen Platz euch in dceiem.iahre .eer Aerven dird, dürften auch einige andere südamerrkamsche uv
meisten mittelametitanischen Staaten der Bertamm- mig fernbleiben, u. a. auch Peru und Bolimen. ^ae sesahr eines Abdröckelns der Mdamerikantichen Böl- nvmidmitglieder hofft man in weitesten Kreisen der Relegationen dadurch zu beheben, daß man den B" «e- t: Chiles Edwards zum diesjährigen Präsidenten der Kersammlung wählt. Die Tagesordnung der Völrew Hundversammlung, deren Dauer auf etrva3.—4Wochen hedwet ist, enthält keine besonderen Leruattonen nach- Wn nach allgemeiner Auffassung die Frage der Aufnahme Deutschlands in diesem Jahre »rcht gestellt w'.rd. M die Gerückte über vloyd Georges versönttche Beter- WiMa an der Versammlung konnten noch kewe B^ta- Wng finden. NichrsdcstoweniKer. können dre ivräch, n her Nukuahme u«aar«s in den Völkerbund. dus u—
I Dornenwege.
W (Roman von C ®reffet
fSe<6bru<t »«8#ten4 rnfaRS besaß der alnnovlsche «&aion zum mmdesren Westread eine ungewöhnliche Anziehungskraft, ^«tte | « seine Schutzbefohlene bei Fräulein Hagen abgeliefert, so eilte I * » ben Salon der jungen Beheimrätin, zu dem er ein- für L Esmat Passepartout ekelten, ohne daß sie freilich die Ver- I pstichiung übernommen hätte, tagtäglich die Honneurs zu I machen, denn er kam mitunter vor, daß häusliche Obüegrn | Hüten, mit denen fk es ganz ernst nahm, oder Stadt- > «mmisfionen sie fernhielten, so daß er zeitweiliger Aller« | Herrscher dieser Reiches war, das der Geist der geliebten Frau I ch» geheiligt Das Milieu eines teuren Menschen hat ja I ««met einen intimen Reiz für uns, und Westread wurde | * ** mübt den Spuren zu folgen, die selbst in diesem an | “ nüchternen Raum, an Marions anmutreiche Wesenherl | «nmette.
War sie aber zugegen, so rückte er sich einen der steifen, I steten «wseffel an die offene Balkontür, denn wie alle | «»erilaner, war er ein leidenschaftlicher Lustfteuno, ließ sich 6 •w’n mit großem Behagen nieder und verplauderte mit der I M««. Besitzerin der alten HerrUchkeit jene Zeit, welche sein dchulsting ein paar Türen weiter über der deutschen Grammatik I -chuszte.
I _ U»d sie waren, so häufig sie einander auch sahen, nie | *> um ein Gesprächsthema. Wie eng war hingegen | «nterhaltnugskreis gewesen, in dem Günther sich mit | «anen bewegt Er sah und suchte in ihr vornehmlich das |®:lb au sich, die Augenweide des Mannes, der man aber den klugen Horizont möglichst begrenzt und chr so jede Teil- Mihme an Zeitsrage« oder die Berufsinteressen des Manrres Mehl, ebenso wie man sie ängstlich den modernen, ihre vergewaltigenden Frauenbestrebungen fern hält, als M sie eine Lebensgefahr für sie. Noch jetzt erinnerte Ma- sich mit Unbehagen der adsprechenden Ueberhebung, mit Weftervl damals die geistige Befreiung der Frau aus dem u0^ der Beschränkung und Unterordnung abgetan.
^ 8** Am-«!««« »b« i» seine» vervünjtiaen Staue»*
Donnerstag, 7. September 1922
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blem der österreimisHe« Krise uns die Äleuwahl der vier nichtstänSigen Mttaiieser des Völkerbundrates zu größeren politischen Auseinandersetzungen führen, Sie voraussichtlich alle von der Polittk der Kleinen Entente ab- bängia sein werden. Wie verlautet, will die Kleine Entente Unqarns Aufnahme in den Völkerbund von vor-, berigen Zusicherungen, sei es durch Ungarn oder durch den Völkerbund selbst, in Ser Habsburger Frage abhängig machen. Die Mehrheit der Versammlung ist aber der Aufnahrne günstig gesinnt. Was die Neuwahlen für den Rat anbetrifft, so bemifprucht die Kleine Entente einen Sitz. Man nimmt in Wf allgemein an, dan ihr Wortführer Venesch in den Rat einziehen wird, doch wird gleichzeitig von jugoslawischer Seite sehr eitrig Er den jugoslawischen Außenminister Nuntschrttch geworben. Alle diese Fragerl dürsten aber mehr hinter den Kulissen als im Plenum verhandelt werden. Schließlich rechnet man damit, daß der Rechenschaftsbericht des Völkerbundrates, die AbrüftungSfrage und vielleicht das Minderheitsvroblem zu großen, wenn auch nur zu pla- touifckeu Debatten führen können. Die übrige Tages- orduuna enthält die aus den Rats- und KommiffionS- fitzungen bekannten humanitären Berwaltuugsfrageu den Opiumhandel, den Mäochenhandel, die Hilfsaktion für die russischen Flüchttinge imb einen Antrag auf Erhebung des Esperanto zur anerkannten mternattonalen Hilfssprache, sowie verschiedene Abänderungsanträge zum Pakt.
Die Präsidentenwahl.
** Mmitaa nachmittag um 4 Uhr begann die zweite Vollsitzung der Völkerbundslagung. Zunächst fand die Wahl des Präsidenten statt und zwar wurde Ser chilenische Gesandte in London, Edwards, mit 42 von 44 abgegebenen Stimmen gewählt. Eine Stimme erhielt ver schweizerische Delegierte Moira, die andere der Delegierte von Uruguay, Blauco. Der Präsident Edwards hielt darauf eine längere Ansprache an die Bermmm- lung, der er tiefbewegt den Dank für die Wahl aus- sprach. dir er als eine Ehrung des lateinischen Amerika ausfasse. Am Vorabend der panamerikanischen Konferenz in Santiago werde man in Am erika tiefe Befriedl-
'ien Strebe« nach Frieden und Gcreanikrcil
Ära Berufen ist Praßten: Edwards kennzeich- nere dann nach einigen ehrenden Worten für seine ^or- iiüitaer auf dem PräsiSentensitz die Aufgaben der S es- säbriqeu VölkerbunSsoersammlung folgendermaueiu ?Ä die Festigung des bisher Erreichten, vor allem der ir den letzten berden Jahren aeschmfenenBo.ke^ bnn S«oramlismen erzielen. Fn einer Si»kreten
Suna wies Präsident Edwards auch auf ^n mnv^rfU- len Charakter des Bölke^undes Mu und fchlotz unter Mgemetuem BeifM mit einem lebhaften Appell an Sie Mitarbeit aller Delegiertw
SE Saß Potncaree eine an die amerikEcke Res^e- ruug gerichtete Note über Sre alliierten Schuldw vor- beretteu würde, in der Sie Regierung von Wafhingt . Sud)t ukrhe, au der nächsten alliierten Komerenz ie-.- zmrebmen und in der der nan^sische MinnterpraßSem Ne Finanzlage Frankreichs sowie Sie krau ^'uhen dln.- ptr §en Wiederaufbau Ser zerstörten »sebtete Sar- legt. -
kukt'.ls ehrte im Weib« nicht allein die gleichberechtigte Genossin, sondern auch die gleichsttebeirde Mitkänrpferm.
Gewöhnt, die Frau bem weltbewegenden Fortschritt ebenso aufmerksaul folgen zu sehen, wie den Sonoerinterl-en des Mannes, fiel es chm natürlich gar nicht ein, diese deutsche junge Frau auf ein geistig tiefes Niveau zu stellen. Im Gegeiiteü, gerade von ihr, die ihn angog, wie kein Werd vordem, wollte « bis m die Tiefen von Geist und Seele verstanden sein.
So kam in dem stillen Haus alles zur Sprache, was je den weiten, ruhelosen Wanderer bewegt, bestürmt. Er redete von den rauhe« Lehrjahren seiner harten Lebensschule, den mühseligen Berfuchen auf den verschiedensten Berufs gebieten, bis chm die Eisenindustrie ein lohnendes Arbeitsfeld erschlossen, dem er seine volle freudige Manneskraft gewidmet. Und ebenso erörterte er vor ihr alle laufenden Zest- und Tages- frage«, immer zum mindestens Jnterefl« und Anteilnahme voraussetzend, wo chr sachgemäßes Verständnis naturgemäß nicht ausreichen konnte.
Daß auch sie nicht immer im ruhigen, sorglosen Gleichmaß gelebt, sich vielleicht erst durch schwere Konflikte zu jener schönen, friedvollen Harmonie durchgerungen hatte, welche der milde Ernst chres Wesens, der Adel ihrer Züge bekundet«, ahnte sein welterfahrener Blick. Eine regina vitae, ein Schoßkind des Glücks, wie die kleine fröhliche Daisy «s war, die in der großen Wettbühne lediglich eine Stätte luftigen Spiels und persönlicher Eitelkeitserfolge sah, konnte sie nie gewesen sein. Sie hatte gelitten, und diese Weihe schmerz-vller Erfahrungen macht« sie ihm nur um so teurer.
So kam er dahi«, den Tag für einen verlorenen zu halten, der ihm nicht die inhaltreiehen und traulichen Stunden in dem Allen alten Haus gesehenst
Nur von dem Besuch bei dem Bruder hatte er seltsamer Weise wenig erzählt, wie auch Marion kaum nach dem Ergebnis gefragt.
Flüchtig erwähnte er, der vornehme Oberbürgermeister habe wirklich ein Kalb geschlachtet, das heißt ein solennes Sektfrühstück chm zu Ehren gegeben und dergestatt feine Freud« ausgcdrückt, ihn als einen Mann zurückgekehrt zu sehen, den man wohl- und hochwohlgeborenen Freunden vorstellen sönne. Ob dies mit Sett begossene Wiedermbe« der Brüder auch ein
74. Jahrgang
Die prevstsiche kirHenverlammlllng.
Die verfass««ggede»Le preußische evangelische Sir- chenversammlnng beschäftigte sich bei der L Lesung des Berfaffungsentwurfs erneut mit den großen grundlegenden Fragen. Abg D. Dr. Kahl, dem der Berfassungsausschutz die Berichterstattung über Sie Bezeichnung der Kirche und die drei einleitenSen Artikel übertragen hat, stellte den Antrag auf Rückverweisung dieser ganzen Bestimmungen an den Ausschuß. Einige Voraussetzungen, unter denen die Wahl des Naurens „Evangelische Kirche der Altpreußischen Union" getroffen worden sei, hätten sich inzwischen geändert. Art. 3 sei durch den Eintritt der altpreußischen Landeskirche in den Deutscher! Evangelischen KirchenbunS überholt. Der Antrag wurde ohne Widerspruch angenommen,- ebenso würben zwei weitere AbänSerungsanträge an den Ausschuß verwiesen.
Hierauf erfolgte der Bericht Ses Abg. D. Zoellner- Münster über die Präamble. Einleitend wies der Redner darauf hin, daß keine andere Frage Sie Oeffenttich- keit so lebhaft beschäftigt habe, wie diese. Um festzu- siellen, daß die neue Kirche ihrem inneren Wesen nach unverändert sei, hatte bekanntlich der Evangelische Lber- kirchenrat an Sie Spitze seines Entwurfes folgenden einleitenden Satz gestellt: „Getreu dem Erbe der Vater steht Sie Evangelische Kirche der Altpreußischen Union auf Sem in der heiligen Schrift gegebenen, in den lze- Lenntnissen der Reformation bezeugten Evangelium Dieses Evangelium ist die unantastbare Grundlage für Sie Lehre und Arbeit der Kirche." Demgegenüber habe Ser Ausschuß mit 23 gegen 18 Stimmen folgenden Zu- ia^ beschlossen: „Evangelium von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auserstandenen, unserem Herrn und Heiland, wie ihn die Bekenntnisse der Kirche rnsouder- bctt von den altkirchlichen, das apostolische Glaubens'). kenntttis, von den reformawrischen die Augsbürgi .' ; Konfession, der Kleine Katechismus Luchers und bei Heidelberger Katechismus bezeugen und bekennen." Ich -Mü^L^^ÄK^Wc nwsrFM des ‘ Ä nm«x^<s. ^u-s- überhaupt eine Präambel ? 'Eine tiefe Enttäuschung nu^e Plan gegriffen, wenn bei dieser Gelegen heil n-cht ca die Not des Bekermtnisstandes der Krrche erngegüngc> worden wäre. Warum denn aber nicht du viel einfachere, ehoa noch durch den Zusatz „Evangelium von JeRs Christus unserem Herrn und Heaand" erwetu,... Formel? Weil es im Protestantcsmus eine reicht nag gete Me zu dem 1m reformatorifcheli «etenutnyie ve- zeugten Evangelium in iemeu wicEjugüru ^innen in ichrofsstem Gegensatz Hebe. Aus der Formel oes Eoau- Mischen Overkirchenrates lese jeder Kundige die .«-- siebt heraus, einen Wortlaut zu ichaffeu, den jede der bmöen Richtungen nach ihrem Sinne auslegen könnte. Sie entszalte in keiner Weise das Unentbehrliche, da sie roesentliche. Glaubensstticke nicht nur der evaugeIts>Hn, sondern der allgemeinen christlichen Kirche ausgegeven habe ' Weil der Glaube an die leibliche Auserstebunn einer ganzen Richtung abhanden gekommen wi, man diesen Zusatz nicht Baben wollen. Werde diew! Safe weggelasien, so bebeiUe das die Anerkennung der Richtung, die an dem Glauben an Seit Gepreuzlgten WO S!ns?rß!rridenen nicht mehr teilhabe. Darüber Jet sich N8Ne völlig eLig gewesen. Durch.die Wm der Staat könnte einer Kirche, aus derichue Mr^e Rick tirva ausaeschieden sey nab" mehr Sir Jk^Ui ink ... ^ . ^i^ ruh die Mehrheit utdu stüred en lauen, xiw
Wiederfinden gewesen, darüber ließ Westread nichts verlauten. Die Kürze feines Besuche-, er war nur wenige Tage forrge- blieben, rechtfertigte er durch die große Inanspruchnahme des Bruders, der bis über die Ohren in Annsgeschäften stecke, nach deren Erledigung er nach Berlin zu kommen geheilte, wo man dann vielleicht mehr von einander haben werde.
Seitdem war der Mai abgeblüht, und nun stand betritt der Rosenmonat in vollem Flor. Aus Marions Balton residierte die Blumenkömgin mit einem großen, bunten Gefolge, denn Mr. Westread hatte es sich nicht arhmen lassen, emeu wahren Garten Schiras herzuzaubern. _
Und heute saß Mario« in tiefem Roseuham in Gesellschaft beider Brüder. . ,
8m Tage zuvor war Günter Westerot mit Sohn und Wärterin in Berlin eingetreffen und hatte auf Herberts Bitt« t» Kaiserhof, wo auch dieser logierte, Wohnung genommen. EI war ihm nicht unbekannt geblieben, daß 'gerade Marion 0 Halle fei- müssen, wUtye das schneLett giuben der Bruder ermöglicht und ebenso, da« Herbert mit der Schwägttin sein^ guten amerikanischen Freundin Frida Nardeck freund^bas^ich ^Sne das Spiel dieses seltsamen BufaW, W» « ^ wahrscheinlich vermieden, Marwn w Berüa », ^hen, oder doch feinen Besuch naw Möglichkeit tzluauSgeschoben, denn Nichts lag ihm ferner, alS bie in ^an R««« abgebrochenen Beziehungen, die nun letber einmal zu keinem ^ulrchen Resultat führen konnten, zu erneuern. W« bte ^nge ;etzt aber lagen, konnte er sich mchi einem Verkehr ^»^“t ^e sein Bruder eifrig suchte. Und so tten es chm das gtraienne, den ersten Höflichkeit^esuch |oglei^ ju fSSSF^^^ jedoch weitergebende 'schritte mit großer PornchladzuwaZ».
Aber dies Wieder)e^en gestaltete sich wesentlich anders, als er gedacht. Wie er Mario« auf dem Rosenbalkon in ihrer leuchtenden Sdjönbeit erblickte, die in biefen Wachen sich w» reizvoller entfaltet zu haben schien, war er doch wieder so überrascht und hingerissen, daß er alle wagen^u Bedenken vergaß. Auf der Stelle hätt« er diese herrliche Edelrost fort tragen mögen, um sein einsamer HauS mit ihr zu schmücken.
Wottjetzung folgt)