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Schluchlemer Zeitung

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Lbrüderftc. 9. Falle höherer Gewalt, Bei ^«tramsper» erlischt jede «erpflichtung an

» Bczusisvrr-i- mouatlid» 100. Mark, Anzeigenpreis | je mm ei-eknaltia 10 09 Bit, Reklamen 35 OO Mk. Ä#ntt nach ? 2 Larif. Sämtliche Bezugs und Anzeigpreise freibleibend. Z 5 PoPcheckkorttc, i Frankfurt a. M. 11402. B iNklanto: ß k VreSdner Bank Schlüchtern. Fernsprecher Nr. Üb.

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eint 3mal wSchentl. Drshtanjchr.: KreiSbiaU Schlüchtern. ; u, Verlag Aa. L. Hohmeister, Schlüchtern. Serantttorti. '

ti. H.-4. Hv^meister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Br?!- £ m Kaüt höherer Gewalt, Betriebs stSrna« H. 8

AmtLicheK Organ für StKÄt und Kreis Schlächter«

Nr. 133

Dienstag, 6. November 1922

74. Jahrgang

Werfet oem Tag»

Die amerikanische Regiernng hat sich bereit erklärt, einen Delegierten für den Haager internationalen Ge­richtshof zu ernennen.

Exkönig Konstantin soll nach Athener Blatter- meldungen aufgefordert werden, vor einem Kriegsge­richt zu erscheinen, weil feine Verantwortung an der Niederlage in Kleinasien in bestimmten Gunsten nach­gewiesen sei. Zuerst werden die Minister Gunaris und Stratos sowie die Generale Strategis und Hadviuestis abgeurteilt werden.

Der Wiederzusammentritt des Reichstages ist auf den 13. oder 14. November in Aussicht genommen.

Im Bankgewerbe wurde derB. Z." zufolge im Reichsarbeitsministerium für die Novemberbezüge eine Einigung erzielt. Der Allgemeine Verband der Deut­schen Bankangestellten schloß sich im Gegensatz zu den drei anderen Verbänden der Bankangestellten der Ver­einbarung nicht an.

Präsident Harding hat in einer Note mitteilen lassen, daß Amerika nicht an der Brüsseler Konferenz teil- neümen werde, jedoch bereit sei, an einer Konferenz teil- zunehmen, auf deren Tagesordnung der europäische Wiederaufbau, aber nicht die Schuldenfrage der Alliier­ten an Amerika stünde.

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Teuerung und Lebenshaltung.

Die Teuerung steigt täglich, stündlich. Die Ver­elendung weiter Schichten unseres Volkes - insonder­heit des Mittelstandes nimmt mit katastrophaler Schnelligkeit zu. In Mittel- wie unmittelbarem Zu­sammenhang mit der fortschreitenden Entwertung der Mark auf dem Weltmarkt klettern die Preise für die «wichtigsten Bedürfnisse der Lebenshaltung in die Höhe. Dem Großhandelsindex der Industrie- u -ö Haudels- zeitung zufolge sind in der Woche vom 21.27. Oktober' die Großhandelspreise um durchschnittlich 38 Prozent gegenüber der ersten Oktoberwoche, um das 781,13fache. gegenüber der Vorkriegszeit gestiegen. Diese Teue- rungsziffern werden sich ebenso wie verschiedene andere preissteigernde Faktoren, wie Kohlenpreiser- Höhunq, Steigerung der Verkehrs- und Transpvrtpreise erst i« einiger Zeit aus wirken. Der !?r. .aus größte Teil des deutschen Volkes wird daher in der kommen­den Zeit noch mehr wie bisher gezwungen sein, sich ciu- zuschränken, ja selbst so bedauerlich dies ist, seine Lebenshaltung unter das sogenannte Existenzminimum zu stellen. Es wird von uns besuchenden Ausländern bekanntlich gar so gern auf die Schlemmerei und Böllerei hingewiesen, die heute in Deutschland herricheu soll. In wie geringem Maße dieser Vorwurf berechtigt ist, ergibt die Betrachtung einiger besonders charakte­ristischer Ziffern, die den Stückgang der Einfuhr und mithin auch des Verbrauches sog. Luxusnahrungsmittel aufzeigen. Haben wir beispielswme im Jahre 1912/13 noch 1,7 Millionen Doppelzentner Kaffee emgefuhrt, so betrug die Einfuhr im ersten Halbjahr 1922 nur noch 215 000 Doppelzentner. Aehnlich steht es mit dem Tee- import, der 1918 42 900 Doppelzentner betrug und M -der ersten Hälfte des Rechnungsiahres auf 16 690 Doppelzentner zurückging. ,

j Nicht auf eine steigende Bevorzugung des Kakao­getränkes ist die stark erhöhte Emfuhrziffer für Kakao­bohnen zurückzuführen. Kakao als Getränk gehört heute 'bei weitem zu den teuersten, allerdings auch sehr nahr- ^asten Stoffen der alltäglichen Enmhruitg. Vedaueruch iift, daß sich ihn immer mepr Bvlkvgenoisen entgehen müssen. Die Einsuhrsteigerung At mit der steigenden Konsumtion von Etzschokolade zu erklären, die uraugets mrderer hochwertiger Ernährungsnunel heutc. at» rm- ,01611)111 noch halbwegs preiswert auch von sonst sparen­den Mittelschichten gekauftwird. D^ Emiu^ bischer Weinsorten ist von rund 1,4 Milsionew aus 313 0 )0 in den ersten 8 Monaten dieses Jahres zuruckgegangen, die von Champagner von 1 Million Flaschen aus «rrank- «reich auf 30459. Auch die Litorennuhr ist betrachti ch gemindert worden. 1913 sührcen wir aus Frankreich noch 1374 Doppelzentner ein. In den «etzten acht Mo­naten nur noch 30, von Kognak gleichzeitig 3.,'-4 Doppel- Zentner gegen 7130 im Jahre 190 Auch auslandsiches Bier rechnet man zu den Luxuskomumauneiu. 1913 führten wir von ihm aus Pilsen (heutigen Tichecho- Slowakeij 433 386 Doppelzentner ein. In den ersten acht Monaten dieses Jahres brachten wir es auf gaiM 15 797 Doppelzentner. Sleutzersie Sparsamkeit wird auch fernerhin nicht nur Pflicht eines jeden Deurschen sein, «sondern eine zwangsläufige Anforderung, hervorgermen durch dauernd weiter sich stemernoe Preise, deren Stab - slisterung vorläufig noch weniger abzusehen ist, wie eine solche des Markwertes, die letzten Endes auch nicht wie mancher Laie kindergläubig annimmt - eine un­mittelbare Festigung oder gar Senkung der Warenpreise mit sich bringen würde. Hier spielen noch ganz andere Faktoren mit! die wir zumeist bei der Kritik der Preis­entwicklung außer acht zu lassen pflegen. Sie erscheinen uns heute noch unwägbar, weil sie auf mythologischem Gebiet liegen. Wir vergessen eben nur allzu gern, daß die Wirtschaft ihre sogar recht kompliziertePsyche" besitzt deren durchaus materielle Auswirkungen nur den NMkenner noch zu überraschen vermögen. W. W.

vwKeheimnisllerlleuWenllorlchiiiW

- te* Die Reichsregierung lehnt es schroff ab, die deutsche «Y»ne über die der Reparationskommiffion vorgelegten deutschen Pläne oder Darlegungen zu informieren, so- sich diese trotz schwerster Bedenken dazu wird ent- WK «itssem sich in diesen für das deuischc o^^^ ^sch. tdeudeu Tagen ant. Informationen durch,

Ausländer und Meldungen aus dem Auslande zu ver­lassen. Die Richtigkeit dieser ausländischen Meldungen läßt sich nicht nachprüfen. Die Berantwortnng für die Berichte der deutschen Preste a«s dem Auslande trägt die Reichsregterung.

Die Grundzüge der deutschen Vorschläge.

4-4 SeiL. A." berichtet: Die Reichsregierung hat sich darauf beschränkt, lediglich die allgemeinen Pläne, aber nicht die deutschen Borschlage zu übergeben. Die Reichs- regierung dürfte sich bei diesem Verfahren von folgen- drnGesichtspnnkten haben leiten lassen: Die Regierung möchte die ausländischen Währungssachver ständigen Hören, bevor sie dazu schreitet, ihren Vorschlägen eine fest umrissene Form zu geben. Das kann angesichts unserer verzweifelten Lage erst nach langen und ernsten Beratungen geschehen. Das dürfte auch der Grund :ein, aus dem die Vertagung der Besprechungen mit dem Wieöerqutmachungsausschutz vereinbart worden ist. Die überreichte Denkschrift läßt sich in zwei Teile zu- sanunenlegeu. Der erste Teil befaßt sich mit der Frage der schwebenden Schuld, der zweite mit der der Stabi- lisierung der Mark. Am Sonntag wird der Reichs- sinnnzminister dem Wiederherstellnngsausschuß weitere. Mitteilungen überreichen, die wohl als ein Teil dieses Planes gedacht sind. Sie beziehen sich auf die Stabili­sierung der M-.rk und die Balanzierung des Etats.

DerTag" berichtet, daß der Jnlralt der Denkschrift nicht ganz den Erwartungen entspricht, die die Repa­ration skonttnisfion in den letzten Tagen in der franzö­sischen und englischen Presse zum Ausdruck hat bringen lassen. Auch derTag" kritisiert die Äeheimniskrämerek der Regierung und schreibt: Es ist kein Vertrauen zur eigene« Sache, wenn man sachlichen Kritikern von vorn­herein die Nloglichkeit zu objektivem Urteil abschneidet.

DasB. T." erklärt: Wie wn hören, stellte der ReichsMranzminister Dr. Hermes die Ueberreichung weiterer schriftlicher Mitteilungen, die sich auf Einzel­heiten des Air träges zur Beschaffung einer Goldanleihe im Auslande beziehen sollen, für Sonntag früh in Aus­sicht. Die Reparationskommission wird sich im Hotel Prinz Albrecht" versammeln, um ihrerseits zur Lage SiellVtg zu nehmen. Die Besprechungen werden sich vermutttch auch auf Me Frage einer Ausländsanleihe auödehneu. In Steifen der Reparationskommission wird «Kärt, daß Kerbet das Proje"- DcfqxWx wieder» um eine Rolle spielen wird.

DerVorwärts" schreibt unter Hinweis au» die deuliche Steuergesetzgebung uno aus die Verwendung eines Teiles des Reichsbankgoldes zur Stabilisierung der M«rk. Die Begründung der deutschen Fixierung und die Zwecklosigkeit der Stabilisierungsmatznahmen :m Innern ohne äußere Hilfe: Eine größere äußere An­leihe wird deshalb als Borausfetzung für eine Stabi­lisierung der Mark und Balanzieruug unseres Etats für unbedingt notwendig erachtet, vorausgesetzt, daß eine äußere Anleihe zustandekommt und die Reichs­regierung es unternimmt, auch den Goldbestand der Reichsbank teilweise zu Unterstützungszwecken für die Mark zu verwenden. Weiter weist derVorwärts" darauf hin, daß eine äußere Anleihe aber nur dann mög­lich sein werde, wenn eine langbefristete Stundung so- wohl der finanziellen als auch materiellen Verpflich­tungen eintritt. Die Regierung bezieht sich bei ihrem Standpunkt besonders auf den Beschluß der Pariser Bankierkonferenz. Eine Stundung der Sachleistungerl wünscht die Regierung nur für Materialien, die nicht ausschließlich für den Wiederaufbau Nordfrankreichs Verwendung finden.

Der Pariser Eindruck über die Berliner Verhandlungen.

** ($ine Havasdepesche aus Berlin stellt fest, daß die Verhandlungen der Reparationskommission mit der deutschen Regierung weiterhin den Eindruck erwecken, daß man sich in Deutschland des Ernstes der gegenwär­tigen Lage bewußt sei.

Scheidemann über die politische Lage.

Oberbürgenneister Scheidemaun-Eassel sprach in Hersfeld über die politische Lage. Er führte u. a. aus: Im Zentrum der deutschen Politik steht zur Zeit die Reparationskommission. Die Größe unseres wirtschajt- lichen Elends wird durch den Kaufpreis des Dollars ge­kennzeichnet. Die uns auferlegre« Laste« restlos adzur tragen ist unmöglich. Die Unsicherheir über das, lvas wir noch aufbringen müssen, macht jede Rechnung zu schänden. Daher ist das notwendigste ein festes, baldigst zu treffendes Abkommen über die Restforderung. Man ermögliche uns endlich eine ordentliche Wirtschaft und befreie uns von der «uerträglichen Besatzung. So un­sinnig der Borwurf ist, daß Deutschland den Kriea allein verschuldet hat, so unsinnig ist auch der Vorwurs, daß wir unterlegen sind, weil die Sozialdemokraten eine Re­volution gemacht hätten. Der Zusammrubrnck erfolgte, nachdem Hindenburg und Ludendorff sofortigen Waffen­stillstand gefordert und Erzverger befohlen hatten, die Waffenstillstandsbedingungen zu unterschreiben, auch wenn er gar keine Erleichterungen erreichen könne. Und die Revolutionsregierung trat ihr Regincent an. Wenn die Regierung der Volksbeaufttagteu nichts anderes ser- tia gebracht hätte, als das Reich zusamnienzubalten und den Bolschewismus fernzuhalteu. so würde das allein genügen, um ihr eine gute Note in der deutschen Ge­schichte zu sichern. Auf das letzte Elend des« Volkes zu- rütTfomnienb, sagte Schetdemann, die Repko ist in Ber­lin, um zu kontrollieren, wie mir wirtschaftlich und si- immücn stehen. Wenn die Herren nicht mit Blindheit geschlagen sind, werden sie nicht lange zu suchen brau­chen, bis unser Unvermögen, die Enteuteiorderungen er-' stillen zu können, offen vor ihren Augen liegt. Wir brauchen eine lange Atempause und endlich eine feste Ab-

machuug über die abzuiragende Resischuld. Ob eine Stabilisierung der Mark nröglich sei aus Grund der viel­fachen Vorschläge, war er nicht zu entscheiden. Jeden­falls harcdelt es sich hier um eine der schwierigsten finanz- und wirtsckürftspolitischen Fragen. Richtig ist zweifel­los, daß durch die wüste Devisenspekulatio« die Mark immer mehr entwertet und unsere Wirtschaft schlechter gestaltet wird. Gibt es ein Mittel, diese Spekulation un- nröglich zu machen, dann muff es in Anwendung ge­bracht werden. Bei der zwingenden Notwendigkeit, Le­bensmittel aus dem Auslande einzusühren, haben wir das größte Interesse daran, die Mark in ein festes Ver­hältnis zum Dollar zu brtngen. Das Ausland wird aber nichts run für uns, solange ihm Deutschland als demokratische Republik nicht unerschütterlich erscheint. Daß die ßüraerltc&en Parteien der Koalitionsregierung eine Arbeitsgemeinschaft mit einer Parte: außerhalb der Regierung haben, ist auf die Dauer unerträglich, weil es das Gegenteil von dem ist, was man klare Verhältnise nennt. Diese aber sind uns tu unserer verzweifelten Lage stötig wie das tägliche Brot.

Die Höhe der neuen Postgebühren.

Im Reichstagsausschutz für Postangelegenheiten be­gründete Reichspostminister Giesberts die Erhöhung der Gebührerr mit der fortschreitenden Geldentwertung. Zwar wäre ein Teil des Fehlbetrages durch Bereinfa- chungsmatznahmen im Personen- und Betriebswesen ausgeglichen morden, wenigstens sei es tunlich gewesen, durch Verkleinerung des Beamtenkörpers eine Kürzung der Ausgaben um 3 Milliarden Mark zu erzielen. Auch seien bereits 10 000 Hilfskräfte entlassen worden. Aus­sicht auf eine weitere Minderung der Ausgaben eröffne sich durch die im Gange befindliche Abgabe vor: Beam­ter: verschiedener Besoldungsgrupperi an andere Ver- waltungen. Trotzdem sei die neue Vorlage, die hei der Briefpost und beim Fernsprechverkehr eine lOOprozeutige und bei der Paketpost eine knapp 50prozentige Erhöhuirg vorsehe und die spätestens am 15. November in Kraft treten tolle, nötig. In der Abstimmung wurden die vor- geschlagenen Erhöhungen der Postgebühren angenom­men. Danach kostet eine Postkarte im Ortsverkehr 3 Mark, im Fernverkehr 6 Mark, der Brief im Ortsver­kehr bis 20 Gramm 4 Mark, im Fernverkehr bis 20

Gramm 12 Mark.

Wecker kam im PvstauLLLuL aus Varfchlss des M- geordneinr Rippler eine Enimnteßung zustande, in der die Reichsregierung ersucht wird, von der Wiederein- führung des Zeitungsbestellgeldes im Berordnungs- wege abzusehen. Arrgenomwen wurde auch eine Ent- schlietzung der Demokraten, wonach die Reichsregierung eine Stachprüfung der Bestimmungen für die Beförde­rung von Drucksachen vornehmen soll. Bezüglich der Fernsprechgebühren wurde eine Entschließung ange- nommen, wonach die Reichsregierung prüfen soll, ob bei den künftigen Gebührenregelungen die Feruiprew- gebühren mehr nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelt werden sollen.

Um die Nachfolge Serchenfelds.

»--DasB. T." meldet aus München: Die drei Frak­tionen der Regierungskoalition, der Mittelpartei, des Bauernbundes und der Bayerischen Bolkspartei, haben getrennt zur Kabinettskrise Stellung genommen. Die Einigung über die Präsidentenfrage erfolgte in der Weise, daß die beiden Spitzenkandidaten der Bayerischen Volkspartei, der Fraktionsvorsitzende Geheimrat Held, und der frühere Staatsminister von Knilling, von der gesamten Koalition als Kandidaten für das Mirrisier- ppäsidtum gutgehettzen wurden.

Die Stabilisier««« des Rubels.

Die Sowjetregierung bat eine Verordnung über dte< Ausgabe eines neuen Papiergeldes mit dem Datum von 1923 ratifiziert. Ein Rubel dieses neuen Papiergeldes soll einet Million Rubel von: Jahre 1921 gleich sein.

Der Wechsel in der italienische« Botschaft in Berlin.

»»An Berliner amtlicher Stelle lagen bisher keine Nachrichten über einen Wechsel in der Besetzung der Berliner italienischen Botschaft vor, insbesondere keine Benachrichttgung, daß Baron d'Ävezzano zum Bot­schafter ernannt worden sei.

Bonar Lmv über die e«glischffra«z8stfchen Beziehungeu.

In einer Rede erklärte Bonar Law über die Be­ziehungen zwischen England und Frankreich: Wir haben wirklich gemeinsame Ziele, obgleich große Meinungs- verckchiedenheiten bestehen mit Bezug auf den Weg, die­ses Ziel zu sichern. Wir könnte« Frankreich klar umchen, daß wir seine Frennde sind und daß wir ein­sehen, daß jeder Bruch des Emveruehmens zwischen den beiden Ländern für beide und für die Welt ver­hängnisvoll sein werde. Wir können versuchen, ein Nebereinkommen zwischen uns und den Franzosen zu erzielen, da wir erkennen, daß, wenn wir ein Ueber- eknkommen nicht erzielen können, ein Chaos in Europa die Folge sein würde.

Italieuifchrserbischer Zwischen fall.

Anläßlich des faszisftschen Einfalles in Suschak und der Berletzitttg der Grenze fand in Belgrad ein Mi­nisterrat statt, in dem über die Maßnahmen beraten wurde, die notrvendig seien, um neuerliche Verletzungen der Grenze zu verhüten. Die Regierungskommissare in Agram und Serajewo wurden beauftragt, die völligen Vorkehrungen für etwaige Zwischenfälle zu treffen. In­zwischen besuchte der italienische Geschäftsträger in Bel­grad den Außenminister und drückte die Versicherung aus, daß die italienische Regierung von dem Wunsche durchdrungen fei, mit ihren Nachbarstaaten freundschaft­liche Beziehungen aufrechtzuerhalte«. 5