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Amtlicher Anzeiger für Sen Kreis und die Stadt Ichiüchkern --------------^"----7--7--------------------------- 1 --------------------------------------____

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Nr 1

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Die Ouvertüre

Die große Pariser Korfiereuz wird nun endlich doch am L Januar in Szene gehen. Die Ouvertüre hat be­reits jetzt angehoben. Ein Leitmotiv ist in ihr vorläu­fig noch nicht M merken, umso mehr aber bereits viele Disharuunuen, die fich voraussichtlich in der Oper selbst noch viel mehr bemerkbar machen werden.

Der Dirigent wird diesmal wieder Herr Poincaree.

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Schein der Gewalt zu vermeiden e es gibt auch eine stille Gewalt, und

geftimmt zu sein. Scheint aber nur. Die scharfen Dur-

Töne dringe» scharr jetzt allzu deutlich hervor.

England ist diesmal fest entschlossen, alles, was nach Gewalt aussteht, aus der Konferenz von vornher­ein auszuschalten. Und Herr Poincaree ist durch die Erfahrung so klug geworden, daß er irgend welchen Schein der Gewalt zu vermeiden entschlossen ist. Aber es gibt auch eine stille Gewalt, und die ist oft noch viel schlimmer als die sichtbare. Von einer direkten Ruhr­besetzung wird diesmal nicht die Rede sein. Dieses Folterwerkzeug ist umh etwas zu grob n d Aergerniß erregend. Doch es gibt dafür kleine, nicht so ausfallende nud doch gleich wirkende Foltermethoden. Herr Poin- I caree müßte nicht eine so ausgezeichnete inquisitorische Natur fein, wenn er Deutschland auf der Marterhaar nicht viel mehr mit fein sadistischen Mitteln peinigen Knute alö mit spanischem Stiesel oder gespicktem Hafen. Er hat das schöne Wortstufenweise ©ansttonen" amo 7 Tapet gebracht, die der Welt durchaus nidjt gngcicdn und grausam erscheinen können. Sie führen "etwas lang- famer. aber viel grausamer zu den:, Weg? der Bepr < rmgsdraugsalierungeu,-nud dabei bringt er auit.roem noch sein so beliebtes Pfündernner wieder zum - m schlage. Von den sogenannten PfanöoWk- rr u u er nun und nimmer lassen. Pfandobjekte au er oKeu?e letzten Endes doch nichts anderes als Besetzung. Er bat die These aufgestellt:Kein Moratorium oh e Pfand." 9j?& einem Moratorium erklärt er suMKu nzip einverstanden. Ja, er geht wM '

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Stundungen mit vielen t c - knüpfen. Anstelle eines' langen Moratoriums solle., i verschiedene kleine treten, ehte nerv^hun;'n^ Wu "^ davon abbangig fein, süß die mo^Earzene Mmp- erfüllt fij,--Geschieht dies & ® trii; uast eine^ ? «Lpvv-MKW« Morawrinms '^ mewumt'-ch ein?** jrieiue SOnrKäu^xnfc^-.i 0 T-u'y^^,,, ^^.....^«

mebes also, der glen, . ______ aber immer von neuem schmerzhafte »ich zuletzt doch tödlich wirkende Dolchstiche. Frankreich ist gewillt, aus der Pariser Konferenz auch die deutschen Vorschläge in der Entschädigungsfrage entgegenzunehmm, sofern sie ihm konkret und vernünfiig erfcheinen. Aber bei den Worten konkret und vernünftig stockt man schon, wie Faust bei der Nebersetzung des ersten Lfsenbariings- verses. Was aller Welt vernünstig ist, braucht Herrn Poincaree noch lange nicht vernünftig zu erscheinen. Und was alle Welt für konkret hält, braucht Herr Pmn-

caree nicht ebenfalls so anzusehen.

Auch Mussolini wird mit einem grossen Plan nach Wie der geartet ist, das entzieht sich alomatte, die jetzt trotz aller diplowa-

Paris tommen. i___

bei der Geheimdiplomatte, die jetzt trotz ------ , tischen Rodomontaden vor fünf Jahren immer noch be­steht, unserer Kenntnis. . . ,

Wir haben keinen Grund, von dieser neusten inter­nationalen Konferenz, wo Deutschland, wie in den met>- sten vorher, ebenfalls wieder als Angeklagter ohne Wort vor dem Richtersaale stehen wird, für Deutschland et- waS Ersprießliches zn erwarten. Wir haben gelernt, uns den Optimismus ganz aSzugewöhnen und tun gut, uns von neuem wieder mit Geduld auf die uoer- ,nächste Konferenz zu rüsten.

Energische Rechrsverwahrnng.

Von zuständiger Stelle in Berlin wird mitgeteilt: In der Morgeupresse wurde ein aus Paris gemeldete-' Kmmuuniguee der Reparationskommission veronent- lickt, wonach diese beschlossen habe, daß das Wort der Nichterfüllung" in 8 17 der zweiten Anlage zum Rc- parationskapitel des VersaillerBeAMges . denfe oeu Sinn habe wie der Ausdruckvorsätzliche Nichterfüllung in § 18 dieser Anlage. Wenn dieses Kommuiuguee au= ibentifeb sein sollte, so würde dadurch der Borwurf er- hoben werden, daß Deutschland mit den Holzliefenm- gen absichtlich hinter feinen Verpflichtungen zurückge­blieben wäre. Daß dieser Borwurf eine völlige Ent- swlluua der Tatsachen bedeuten wurde, samt nach den ausführlichen Darlegungen als bekannt vorausgesetzt werden. Ganz abgesehen hiervon mußte jedoch gegen Ln xBef&luß aus allgemeinen Gründen Verwahrung eingelegt rverden. Die beiden angeführten Paragraphen bett Vertrags unterscheiden ganz unzweideutig zwnmcu Nühterfüllunq und vorstttzlick^ Nichterfüllung Wenn in Mei unmittelbar aufeinander folgenden öeftnmmmgeii einmal von einer Nichterfüllting und darm von enwi vorsätzlichen Nichterfittlung besonders schwere Maßnah­men vorgesehen werden, so würde es nicht nur tun clc- meniarften Regeln der Auslegung von VertragSbe,tim mungen, songern jeder Logik widersprechen, ^e beiden im Vertragstext unterschiedenen Falle nachträglich mv gleichbedeutend hinzustellen. Es wird auch den '"be­sten Auslegnngskiinsll'v nie- gelingen, liefen staun Sachverhalt zu verdunkeln. Nun ist es zwar ruhiig, da, der Versailler Vertrag die Reparationskmmms wn ,'NirswL,itltt der BeüiMLMNgM im Reparativuskapitei

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Donnerstag 4 Januar 1923

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ermächtigt, diese Ermächtigung gibt der Kormmunn aber nicht das Recht, den Sinn der Vertragsbestmum, gen in das (Gegenteil ;<it verkehren. Das wäre m- . mehr eine Auslegung- sbnderu eine willkürliche Muc rang des Vertrages. Im übrigen muß auch bei diejc Gelegenheit auf das nachdrücklichste darauf AngewTjen werden, daß, selbst wenn die Reparatronskomznstwn formell eine vorsätzliche MichteEung festge stellt hatte damit für die Anordnung von Sanktionen im befehlen oder unbesetzten Gebiet noch keine Rechtsgrundlage ge­schaffen wäre. Von deutscher Seite ist wiederholt mit den klarsten Gründen nachgewiesen und vom öer Ke>n:n feite ist es niemals widerlegt worden, daß der Ve M den Alliierten unter keiner wie immer gearteten Vor aussetzung ei« Recht z« territorialenSankttouev." gck' Alles, was die Alliierten im unbesetzten (gebiet tun oder was sie im besetzten Gebiet über die ihnen im Rhem- -- ^----- """"misse hinaus tun, wäre

i Hoheitsrechie Deutsche

laudabkommen gegebenen Befug, ein Eingriff in die territormls« lands, der durch den § 18 nicht g würden selbst im Falle der Fes

Et wird. Nach § 18 ung einer vorsätz-

lichen Nichterfüllung mt-r Mapuahmen wrrtichan'nr^ oder finanzieller Art in Betracht kmmnen, die von den Alliierten ohne Hebelgriff auf das deutsche Territorium verwirklicht werden können.

Abholzung des WiesSaden-r Waldes?

DerNeuyvrk Heraltz" will willen, daß Poincaree den Verbündeten am 2. Januar die Abholzrrng des bei Wiesbade« liegenden Waldes vorschlagen werde, um die fehlenden Holzlieferungen Deutschlands zu vervollstän­digen. Der Wald würde wenn Deutschland ihn nicht

abholzen kömrte, nun französischen Soldaten oder eng­lischen Arbeitern, nie Kazu iierangedtmen würden, abge- holzt werden. Vorher sollen aber »fei

täte im Rheinlaud »efAiagn.^mt -r^er ^u.

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einer Beratung zusaMMengekreten. ro det ein nc schädignngsvorfchlag besprochen Wurde.'

Ueber die Hauptgrundzüg. des Entsibadigungspla. nes Bonar Laws deutet der diplomatische BerichterstatU: derDaily News" folgendes an: 1. Herabsetzung der Reparationsverpffiastungen Deutschlands auf ein Summe, die innerhalb der Leiftmrgsfähigkeit Deut-W- lands liege, und energische Maßnahmen für den Fall eines dentschen Verzugs.

2. ZusaMmenfasfung aller deutschen Verpflichtungen gegenüber den Alliierten in einen einzigen Zahlung: plan.

3. Befreiung Deutschlands von allen Zaistnngen während der ersten drei oder vier Jahre. Ermäßigung der Zahlungen während einer weiteren kurzen Periode.

4. Diese Befreiung brauche nicht ein vollständiger (S laß zu sein.

5. Die Summe von 50 Milliarden Goldman, »erteilt auf eine gewisse Zeit von Jahren, könne als angemessen gelten.

6. Deutschland müsse durch günstige Diskontierung.K vereinbarnnge«, die möglicherweise den gegenwärtigen Wert der gesamten Summe aus die von einer franzö­sischen Finanzautorität vorgeschlagenen 30 Milliarde : Mark verulinderu könuten, jeder Beweggrund gegeben werden, seine Verpflichtungen richtig zu erfüllen. Das könne Deutschland natürlich nur mit Hilfe von äußeren Anleihe« tun.

7. Frankreichs besondere Rolle bei der Regelung würde in der Annahme deutscher Reparationsbons, viel­leicht solcher einer besonderen Kategorie, analog der Bons der Serie C zmn Zwecke der Zahlung der alliierten Schulden an Großbritaunieu bestehen und vielleicht auch außerdem auch darin, daß ihm diese Sdntlben teilweise gestrichen werden. AM Bezug auf die nicht gestrichenen Schulden kann die Anwendung des Grundsatzes der Va fournote, wodurch eilte gewisse Beziehung znäscheu oeu Zahlungen an Amerika und den Forderungen an die al­liierten Schuldner geschaffen werde, angenommen werden.

8. Frankreich muß seinerseits ebenfalls bis zu einem gewissen Maße die von feinen europäischen Alliierten geschuldete« Summe« erlassen.

DerVorwärts" schreibt: Die acht Punkte Bonar Laws bedeuten gegenüber dem Londoner Ultimatum vom Maj 1921 einen ungeheuren Fortschritt. Ihre Aufstel­lung allein ist ein greifbarer und bedeutender Erfolg der Erfüllungspolttik der früheren Reichsrcqierung. Sie be­rücksichtigen zrvar nicht in genügendem Maße das Ver­langen Deutschlands nach Gewäbruna eines mehrjähri- . gen Moratoriums, aber sie entsprechen ungefähr dem, was die Regierung »fehrenbach-Simous in leider sehr unklarer und rmgeschickter Form int März 1921 in Lon­don an geboten hatte. Allerdings ist der Gegensatz zwi­schen diesem Plan Bonar Laws und der Politik Poinca- rees so groß, daß man kaum zu hoffen vermag, er könnte

75. Jahrgang

ten es aber für notwendta >ast sre Relchsregieruna klar öum EuSöruck bringt, daß die acht Punkte Bonar Lams^ auch fi;r sie eine Gnmdlage bilden, auf der eine Ver- standtgung leicht zu erreichen wäre.

Verschieb»«« der Pariser Konferenz.

^ Auf dem römischen Ausroärtigen Arut sprach uran wie aus Rom gemeldet wird, von einer bereits beschlos­senen Verschiebung der Pariser Konferenz auf den 4 Januar, die von englischer Seite beantragt worden sei

Zurückziehung des Antrages Vorab.

** Aus Paris wird gemeldet: Senator Vorah hat sei­nen Antrag im amerikanischen Senat auf Einladung Eu­ropas zu einer internationalen Konferenz nach den Ver­einigten Staaten zurückgezogen.

Ueber die Gründe, die Senator Boräh veranlaßt m, seinen Antrag zurückzuziehen, berichtet Havas Washington: Präsident Hardi- bat c E. ü an Senator Lodge gerichtet, um ihr. zu etmijen, die Entschließung Borahs über eine neue Abrüstungskon­ferenz zurückzuweisün. Der Präsident sagt in dem Briefe, der Serrat könne seine Ansichten über die inter- antierteu Verhandlungen kundgeb u. Wenn man je­

doch nach der Entschließung handele, so könne dies ei­nen falschen Eindruck bei den europäischen Mächten her-

vorrusen. Die Regierung der Bereinigten Staaten be­mühe sich. Europa zu Hilfe zu komme: i, dessen Lage sie seit einigen Monaten erneut prüfe. Der Präsident be­endet seinen Brief, indem er verlangt, der Kongreß möge ihm freie Hand lassen hinsichtlich der Regelung der interalliierten Schulden. Der Senat halte den Friedens­vertrag mit Deutschland mrter dem Vorbehalt ransi- igten Stanken nicht ohne Einwilli-

ziert, daß M; gang des treten

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*» Paris. Der ________ und das ^foult!^ ^^

K beschäftigeu sich mit der bevorftehendeu Zusammer lunft der alliierten Ministerpräsidentem Beide Blatte vertreten den Standpunkt, daß eine Einigurm die Lage nicht ändern tverde. Wenn man ben rmwahrscheinlichen Fall aunehme, schreibt das Journal des Debüts", daß Frankreich, wenn süurtliche alliierten Schulden kompen­siert würden, doch nicht mehr als jetzt an deutschen Re- varütionszahlungen erzielen würde, dann würde es selbst bmrkerott werden. Frankreich sei bereit, seine Gläubiger den gesamten Betrag der Schatzbons der Serie C zu übergeben. Aber ein Abkomtuen dieser Arj würde kei­neswegs die notwendigen NkaßuuüMen angesichts der Verfehlung Deutfchlauds aus schließen. Infolgedessen müßten die Berhmidlungen in Paris sich nicht auf juri­stische uud grullösützliche Frageu erstrecken, sondern sie müßten sich auf die verschiedenen Pfänder beziehen, die man ausgehändigt haben wolle und sie mau annehmeu müsse, um unmittelbar von den Hilfsouellen Deutsch­lands das einzuziehen, was es zu entrichten sich weigere. Diese Pfänder müßten produktiv sein. Es handle sich also nicht darum, einen neuen und sehr nutzlosen Zah­lungsplan auszuarbeiten, denn die Anwendung von Ge­walt fei nicht das Ziel, aber die Sorge um den Bestand Frankreichs verbiete es, darauf zu verzichten. Der TempS", der von den englischen Zeitungsnachrichten über einen englischen Entsüxidiguugsplan ausgeht, wünscht eine Unterscheidung zwischen der Entschüdigmrgs- frage und der Frage der iuteraniierden Schulden. Die letzte Frage sei swar sehr wichtig, aber die Lösung, die man ihr geben könne, hätte keinen unmittelbaren Ein- finß auf die Lage der französischen Finanzen, noch auf die Einschränkung der EurfchüdigMMsforderuugeu. Die Frage der interalliierten Schulden könne also in keiner Weise die Frage der Pfänder- vergessen lassen. Der lemvb" will die Bedeutung der finaikzielleu Erfolge und der interalliierten Kontrolle, die man Deutschland aufzwingW wolle, nicht leugnen, aber, so sagt das Blatt, dieser Plan würde keinen sofortigen Einfluß auf die Lage ausÜben und die Alliiertest zwingen, eine sehr ernste Verantwortlichkeit zu übernehmen. Das Blatt schließt: Wir ziehen jede Verarctwortlichkejt vor, die darin besteht, Pfänder zn nehmen.

Wie die vorsätzliche Verfehlrmg zustandekam.

M Paris. (B. Tb Philipp Millet erklärte in der Vtii- ta szeitungParis M'di", ser Beschluß der Ent- schWgungskoinmiffian, die Nichterfüllung der Solz- lieferwlgen als vorsätzliche Verfehlung zu bezeichnen, fei erst nach der Abreise BradburyS nach London gefaßt worden.

Hughes über die EutschädianugSfrage.

s^-Nervhaven (Bereinigte Staaten). Staatssekretär Hughes erklärte in einer VerfamnÄung der amerikani­schen Gesellschaft für 'beschichte, die Reparationsfrage könne geregelt werden, wenn man, anstatt daraus eine Dßlitifdic Anaeleaeubeit au matten, die Frage einer Kom-