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Schlüchlerner Zeitung

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M °^r Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadensersatz.

___Amtlicher Anzeiger für oen Kreis und die Stadt Schluchtern

Nr 5

AKerler vom Taae.

ReichSwirtschafLsmiNtMe Dr. ^cn^r auf die schr schwereil wirtschaftlichen FoLoeu der Besetzung des Ruhr- gebiets für Deutschland Hingewiesen.

Die entschlossene Haltung Deutschlands gegenübel Frankreich hat in England einen günstigen Eindruck ge- macht.

Der Besirksverva«- Essen des Deutsche« Gewerk- schaftsbnudes hat scharfen Prowst gegen den scanzösischen Eitnnarsch in das Ruhrgebiet erhoben.

Das Rheinisch-westfälische KotzLenjondikat ist bereits aufgelöst worden. Man nimmt an, daß diese wirtschas-- liche Maßnahme im Einnernehnren mit der Regierung erfolgt ist.

Die Kruppwerke, die allein in Eisen 84 000 Arbeiter beschäftigen, wollen versuchen, ihren Betrieb auch umci der Besetzung aufrechtzuerhalten.

Belgische Truppen haben Hamborn besetzt.

Der italienische KaLiucttsrat hat es abgelelmt sich dem französisch-belgischen Vorgehen in das Ruhrgebiet anzu- schließen.

Der Preis für das IHW-Grümm-Markenbrot wird in Berlin vom kommenden Montag ab auf 570 Mark erhöht.

Die direkten Steuern in Frankreich sollen um 20 Pro­zent erhöht werden.

VolMsche Nachrichten.

Erhöhung der Beamtenbezüge um 30 Prozent. Neichsfinanzministerium sind die Verhandlungen

Jm mit der

den Spitzenorganisationen über die Artgleichung Bezüge der Beamten und Angestellten der Neichsbehör

den an die Teuerungsverhältnisse dahin zum Abschluß gelangt, daß eine Erhöhung der Gesamtbezüge im Mo­natsdurchschnitt Januar von etwa 30 Prozent stattfin- den soll. Das Reichskabinett und die gesetzgebenden Körperschnften werden schleunigst hierzu Stellung nehmen.

Verdoppelung der Persoueniarife am 1. Februar. Der ständige Ausschutz des Reichseisenbahnrales billigte ein­hellig die Politik der Reichsbahn, die zum Ausgleich zwi­schen Ausgaben und Eittnabmen eine schnelle Anpassung der Tarife an die fortschreitende Geldentweriung fordert und zu diesem Zweck auch den Personenverkehr entspre­chend seinen Selbstkosten in Zukunft stärker heran ziehen will. Mit uUv« gegen 2 Stimmen wnrue v jivavenui«- feit der Erhöhung der Personentarife zum 1. Februar d. I. um 100 Prozent anerkannt.

Aerzte und Krankenkassen. Im Reichsarbetts­ministerium ist unter Vorsitz des Miuisterialdirektors Grieser der in dem kassenärztlichen Abkommen vom März 1922 vorgesehene Indexansschuß wegen der Fest­setzung des Teuerungszuschlages für das kassenärztliche Honorar zusammengetreten. Es handelt sich um den Zuschlag für den Monat Dezember, und zwar für das ganze Reich mit Ausnahme von Grotz-Berlin. Nach längerer eingehender Beratung fällte der Indexausschuß folgende Entscheidung: Für den Monat Dezember er­halten die Aerzte einen Teuerungszufchlaa vckn 150 Pro­zent zu bem seinerzeit festgesetzten Mindestsatz der preu­ßischen Gebührenordnung in Höhe von 100 Mark. Da­nach belauft sich die Gebühr für eine Beratung dnrch den Kassenarzt im Dezember auf 250 Mark. Die Be- fuchsgebühr ist dementsprechend höher.

Der Würfel ist gefallen. Aber es war diesmal wie­der ein -iploumttsches Falschspiel. Frankreich, Italien und Belgien haben die deutschenVerfehlungen" festge­stellt. England hat die Berfehlungsfrage strikte ver­neint. Schon daraus geht hervor, daß das Urteil der Drei kein objektives sein Erntn. Denn England ist sicher nicht ein Freund Deutschlands, so daß es sich ihm zuliebe den Groll seiner Verbündeten zuziehen würde. Das Ruhrgebiet oder ein Teil davon wird also besetzt wer­den, und neue Verwirrungen werden in die europäi­schen politischen Verhältnisse getragen werden. Die Weltgeschichte, die das Weltgericht bedeutet und bleibt, wird anders urteilen als der Franzosen Haß. Es liegt unleugbar ein direkter Rechtsbruch vor. Diesmal können sich die Franzosen nicht einmal auf den Schmach- unö Gewaltfrieden von Versailles berufen, bemt gerade der verbietet einen derartigen Gewaltakt. Aber was kümmert sich Frankreich darum. Sein Ziel ist Deutsch­lands Vernichtung und nicht feine Glüubigerbefrie- bigung.

Der Reichspräsident hat an die bedrohten Brüder einen kurzen Aufruf erlassen, der ein erschütternder Schmerzensschrei unb zugleich eine laute Anklage ist. Er stellt offen und rücksichtslos den französischen Rechts- bruch und Gewaltakt an den Pranger und weist zugleich auf den Wahnsinn dieser neuen feindlichen Aktion gegen Deutschland hin. Durch sie wird Deutschland seine Pflichterfüllung noch vollends zur Unmöglichkeit ge­wacht. Der Reichspräsident sichert den bedrohten deut­schen Brüdern Deutschlands feste Treue und Anteil­nahme zu. Er ermähnt sie, nun erst recht au Deutsch­lands Einheit festzuhalten. Eine neue Saat des Grolles haben jetzt die Franzosen ausgestreut, unb am Tage der Ernte werden sie Rechenschaft ablegen und Genugtuung ^IfcaTKlanb sich gegen das französische Vorgehen im Prinzip ablehnend verhält, ist nicht wunderlich. 9M)t aus ehrlichem Rechtsgefühl handelt England. Das kenn es in Fragen der Politik am allerwenigsten. Da ist ietn Grundsatz stets gewesen: Right or wroug my country. Aber die Motive können uns ganz gleich sein Nur bte Ablehnung selber ist für uns von Wichtigkeit. Gerade aus dieser Ablehnung laßt sich der srauzösische Rechts- brnch einwandfrei konstruieren. Gerade sie dvkumen-, tiert daß Frankreich sogar den Versailler Vertrag verd Leut bat

Samstag, 13 Januar 1923

, England hat allen Grund, sich setzt mehr als je ab- [eiid von dem gewalttätigen Treiben des französischen Verbündeten zu halten. Es siehr, daß Frankreich nicht : nur politisch und militärisch sich die Hegemonie in Etlrona

uneignet, sondern daß es ihm sogar wirtschaftlich den

Wind aus den Segeln nehmen will, benu bet Besitz des Ruhrkohlenbeckens würde England in Frankreich einen fünz gefährlichen weltwirtschaftlichen Rivale» erstehen äffen, und in Sachen des Geschäftes versteht Eiigland fernen Spaß. Aber auch politisch hat es die Gleichge- lvichtsfrage, die es seit der Tudor Zeiten in Europa strikte befolgt hat, stets mit Eifersucht überwacht.

Frankreich weiß sehr wohl, daß es mit dem rechts- brecherifchen unb gewalttätigen Treiben gegen Deutsch­land ein Hasardspiel treibt. Es kennt seine stillen Feinde, die sich jetzt noch Freunde nennen und ihm eine «Zeit lang ergebene Vasallen waren. Sein Bündnis mit Italien hat ihm die kleine Entente in Front gegenüber tefteUL Und deshalb hat Herr Poincaree gerade jetzt zur idnen Entente väterlich mahnend gesprochen, indem er hr, diplomatisch eigentlich recht plump, vorhielt, daß sie nur Fraukretch unb dem Versailler Frieden ihre Selb- täudigkeit verdankt. Auch an Polen, dem verzogenen linde Frankreichs, ist diese BtMuuug gerichtet, aber be­zeichnenderweise hat sich gerade Polen während der ver­ruchten Pariser Konferenz sehr zitrückhaltend benom­men.

Mit Vertragsbruch und Gewalt kann Politik wohl »uf kurze Zeit mit scheinbarem Erfolg gemacht werderl, »der niemals war sie von Dauer und wirklichen Erfolgen. Fast immer schnellte der Pfeil, den ein übermütiger oder hnöelüfterner Sieger gegen den Besiegten abfchleuderte, uns ihn wieder zurück. Die Geschichie lehrt es in all ihren Kapiteln. Gerade aus ihr kann man die Gesetze der Mo- tal mehr lernen als aus moralphilosophischen Werken. Gerade sie weist unzählige Beispiele von der Hybris out, »er dicht auf dem Fuß die Nemesis folgte. E. M.

Der Vertragsbruch.

Einmarsch in das Ruhrgebiet am Donnerstag. Rechts- ^crWgM««g der Reichsregiernng. Einstellung der Ent- ä ädiqu«gslcist»ttgen. AbberUf«ng der Botschafter in Paris und Brüssel. Harding zieht die Rhcinirnppen zn-

- ir. KTris aus Einfall titanischer Bande«. Einberufung des Reichs­tages. Nationaltrauertag. Durchhauen unter Opfer- bereitschaft i« Einheit «ud Wür-e.

b-< Der französische Botschafter und der belgische Ge­schäftsträger in Berlin Übergaben am Mittwoch dem Reichsminister des Auswärtigen gleichlautende Notizen, deren Wortlaut in folgendem wiedergegeben ist:

Auf Grund der vo« der Reparatiouskommrssiou festgestellten von Dentschland begangenen Mchterfüllnng in der Ausführung der Programme der Reparations- kommissto« hinsichtlich der Lieferung von Holz «nd Kohle« a« Frankreich nnd gemäß den Besttmmungen von 88 17 nnd 18 -er Anlage 2 z« Teil 8 des Vertrages von Versailles hat die französische Regierung beschlossen, eine aus Ingenienre« bestehende und mit den erfor­derlichen Vollmachten zvr Beanfsichtignng der Tätrgkett des Kohlensyndikats versehene Kontrollkommlssion ins Ruhrgebiet z« entsenden, «m -urch die durch ihre» Vorsitzenden an das Syndikat oder au die dentichen Ver- kehrsbehörde« erlassenen Befehle die strikte Anwendung der von der Reparationskommissisn festgesetzten Pro­gramme sicherzustellen «nd alle für die Bezahlnng -er Reparationen erforderlichen Maßregeln zu ergreifen. Die Vollmachten dieser Mission werden durch bte bei­liegenden Urkunden bestimmt. Die deutsche Regieritng wird gebeten, dieselbe den beteiligten Behörden zur Kenntnis zu bringen und sie mit den erforderlichen Weisungen zur genauen Befolgung der ,darin enthal- tenen Vorschriften zn versehen. Die italienische Regre- rvng hat gleichfalls beschlossen, bte italienischen Inge­nieure an dieser Mission teilnehmen z« lassen. Die französische Regiernng legt Wert daranf, z« erklären, daß sie gegenwärtig nicht daran denkt, zu einer mili­tärischen Operation ober zn einer Besetzung polftrsch^ Art zn schreiten. Sie entsendet einfach ins Ruhrgebiet eine Mission von Ingenieuren und Beamte«, -er« Zweck denüich umschrieben ist Sie ««B bafür sorgen, daß Deutschland bte im Vertrag von Vcrsaille^ tenen Berpslichtu«gev achte. Sie laßt ins Ruhrgebiet nur die znm Schutze der Mission und zur Sichersteünng -er Ansführung ihres Auftrags erforderliche« Truppe« (!) einrücken.

nach franst

wurde am Mittwoch akSbald Purteiführerbejprechung von dem 1 NfuÄL der ibm Mitteilung da, französische» Treppe* den Ein-

Marschbefehl ins Stnbrgebiel erhalte« hätten und am Donnerstag Essen besetzen würde«. Der Vormarsch solle morgens 6 Uhr beginnen. An Essen sollen zu­nächst die Mtr Besetzung der Kohlenzeche« vorgesehenen Formattone« mit den Ingenieuren einrücke». Das Gros selbst soll außerhalb her Stadt Biwak beziehen.

Dr. Ohm im fluiwürligen Mtiiiu* e*^m Auswärtiae» Ausschutz des Reichstages berichtete Reichskanzler Dr. Enno über die politische Lage. Im Eirmang feiner Erklärungen verwies er auf den großen Ernst der Zeit unb gab dann einen kurzen RüctbUct auf das, was die Regierung seit ihrem Amtsantritt unter­nommen hat. Er führte u. a. folgendes aus:

Wir haben Herrn Poincaree wiederholt wissen lassen, daß wir zu unmittelbare« Verhandlungen insbesonde auf dem Gebiete unserer Industrie die Hand böten. Poincaree hat diese Verhandlungen nicht zugelassen. Da­neben haben wir uns zugleich an die Konferenz in Lou- Son aervandt. Die Reateruna sei sich klar oeiueien. satz

75. Jahrgang

bte Lvndoner Vvrfchläae kxchiv ergänzt werden müßtÄl, daß uisbelondere die deutsche Wirtschaft, die Industrie, Ser.Ha»del, die Baukeu «ud die Landwirtschaft die Vor- i fchlage « ihrer Ausführung gewährleiste« müßte«. Daran sei ununterbrochen in engster Fühlung mit den Wirtschaitskreiien gearbeitet worden. Daneben sei der Versuch, Mit Frankreich in ««mittelbare Wirtschaftsver- Haudtuugen zu kommen, fortgesetzt worden. A«ch das ist *ue Erfolg geblieben.

Der Reichskanzler legte dann des nähere« dar, wes­halb man die einzelnen Pläne nicht durch eine Note der 1 Konferenz in Paris übermittelt habe. Er sagte darüber: England wollte die Entschädigungsfrage mit Wirt- kchastlichen und finanziellen Mitteln lösen, während Frankreich bestrebt war, seine politische« «ud Wirtjchaft- Uche« Ziele z« verfolge«, die ihm wertvoller seien als jede wirtschaftliche Lösung. Damit fei die Tendenz der Politik Poincarees vor allen Augen klargestellt, und die letzten Zweifel daran seien für jeden geschwunden, seit­dem Poincaree de« Friedenspakt mit deu am Rhein in­teressierten Mächte« abgelehnt hat. Der Reichskanzler schilderte kurz die Verhandliingen über kiesen Borschlag und kam zu dem Ergebnis, daß Dentschland getan habe, «ms in seinen Kräften stand.

Eingehend legte der Kanzler damr die Rechtslage dar und kam z« dem Schlntz, daß Frankreich nnd Bel­gien den Vertrag von Versailles offenkundig gebrochen hätten. Die Reichsregierung werde ihren Protest gegen ben Rechtsbruch allen Mächten notifizieren. Die Bot­schafter Dr. Mayer und Dr. Lasdsberg werden abbc- rufen. Die Entschädignngsleistungen würden den Ver­tragsbrüchigen gegenüber eingestellt werden. Was weiter zn geschehen habe, Hänge von den weiteren Maß­nahmen der Gegenseite ab. Entscheidend sei für uns die Erhaltung des Volkes in Einheit und Würde, auch wäh­rend der bevorstehenden Leidenszeit. Es gelte jedoch vn- «ötige Tenernug abznmende«, und die Regierung habe diesbezügliche Bemühungett bereits emgeleitet. Ver­handlungen darüber mit den Wirttchaftskreile« feie« im Gange und würden ht den nächste« Tage» mit den Gemerkschaften weitergeführt werden. Die Minister- präfide«teu der Länder seien nach Berlin gebeten zu Ve- ratuugeu darüber, wie die Lebenshaltung auch der-i jenigeu, die bisher keine Not gelitten hätten, einge­schränkt werden könne. Alle Er-solge hängen von der g innere» tempert ab. Das fort auch zum Ausdruck ge­bracht werde« dirrch einen Aufruf, den kommenden Sonntag zn einem Tage der Einkehr zu gestalten. :

Der Reichsautzttrmlnister Dr. von Rosenberg er­stattete sodann Bericht über den Schritt des französischen^ und belgischen Vertreters, der am Mittwoch Nachmittag erfolgt sei. Nach kurzer Aussprache, an der die Abge­ordneten aller Parteien teilnahmen, wurde mitgeteilt, daß am Sonnabend voraussichtlich eine Vollsitzung des Reichstages stattfinden werde.

Dr. Mayer and Dr. Laudsverg abbernfe«.

Botschafter Dr. Mayer ist telegraphisch angewiesen worden, die Geschäfte an den Botschaftsrat abzugeben und Paris zu verlassen. Eine entsprechende Weisung hat der Gesandte Dr. Landsber« in Brüsiel erhalten.

Deutscher Protest gegen den Vertragsbrnch.

Die Reichsregierung hat die deutschen Vertreter tm Ausland angewiesen, bei den fremden Regierungen unter eingehender Darlegung der Sach- und Rechtslage gegen die Vertrags- und völkerrechtswidrige Gewaltpolitik Frankreichs «nd Belgiens Benvahrnng ernzülegcn.

Zurückziehung der Amerikaner vom Rhein.

Im Auswärtigen Amt in Berlin ist eine Depesche eingetroffen, daß Präsident Harding die amerikanischen Truppe» vom Rhein zurückgernfeu hat.

Amerikanische Mißbilligung der Rnhrbesetznug.

Dem Siemwrfcr Berichterstatter desDaily Tele­graph zufolge ist eine Mißbilligung Washingtons bezüg­lich der französische» Besetzung des Rnyrgebiets offiziell durch den amerikanischen Botschrikter in Paris übermit­telt worden. Es fei jedoch kein formeller Protest erhoben worden.

Einfall litauischer Vaudeu.

Nach einer Meldung ans Memel sollen zwei lita«i- sche .Compagnien nnd etwa 50 Zivilpersonen die memel- ländische Grenze bei Peicken überschritten haben, was natnrgemätz als nackter Friedensbruch die deutsche Deffeutlichkeit aufs äußerste erregen muß, da wieder einmal sich anscheinend eine auswärttge Macht anschickt, kerudentsches Land gegen den Willen seiner Bevölkerung zu besetzen.

Nach in Ntemel vorliegeudeu Nachrichten bestätigt es sich, daß anscheinend irreguläre litauische Banden in den Grenzort LaugSzargen eingedruugen stnb. Ein Teil der französischen Besayunastrnppen wurde in Kraft- wageir von Memel au Ort und Stelle geschafft und in Marsch gesetzt. Oberkommiffar Petisne begab sich dort­hin. Er erließ folgenden Aufruf:

Eiuwobner des Me«»clgebiets! Eine große Anzahl von Freischärlern ist in die Grenzstation LangS-arge« eingedrunae«. Als Vertreter der alliierten Mächte werde ich mich mit allen zu Gebote stehende« Mitteln der Ver­letzung des Gebietes widersetzen. Ich erfitdrt bte Be­völkerung, Ruhe zu bewahren nnd ihren Geschäften und ihrer Arbeit uachzugehe«. Den mir vo» den alliierten Mächte» anvertrauten Poste« werde ich nicht verlassen.

Wie weiter berichte: wird, ist auch bte Grenzstation Bajohre« nördlich von Memel von den Litauem besetzt werde». Ferner' verlautet, daß reguläre litauische Truppen bei Eglischken östlich von Bawhreu über bte Grenze getreten find und südlich in Richtung Memel. »orbritttieu. -