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SchlÜchterner Zeitung

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis und die Stadt Schlüchtern

Nr 24

Dienstag, 27 Febmar 1923

75. Jahrgang

Bestellungen auf die Gchlüchteruer Zeitung für den Monat März nehmensamtl Postaustal te« die Landdriefträger, unsere Zeitungsboten sowie die Geschäftsstelle in Tchlüchtern schon jetzt eut« gegen.

werm vGM Tage»

D^r Kommandant der amerstarrischen Strsitkräfie am Rhein, General Allen, Hat sich mit seinem Geneval- stab nach Amerika eingeschifft. In Koblenz bleiben nur noch 18 Jntendanturbeamte zurück.

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat das bri­tische Schuldenfundierungsabkommen, das bereits vom Senat angenommen worden tst, ratifiziert.

Einer der Führer der deutsch-demokratischen Partei, Reichstagsabgeordneter und Gewerkschastsfjn.oier E: " lenz, ist in London eingetroffen, um mit eng'n scheu Ge­werkschaften und industriellen Kreisen, mit denen ex schon vor dem Kriege in Verbindung stand, wieder w lung zu nehmen. Die Reise war bereits reit meyreter Wochen geplant

Obwohl der Brotpreis in Paris erst vor acht Tagen erhöht wurde, soll schort in den nächsten Tagen wtederu n eine Erhöhung eintreten. Dao Kilo Brca wird dann 1/20 Franken kosten.

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Ueverfall auf das Bochumer Stadtparlament.

^s-Freitag abend 6 Uhr wurde von den Franzosen wter Aufbietung von 10 Tanks und 20 Kraftwagen die Stadtverordnetenversammlung in Bochum aufgehoben. Der Oberblirgermeister, vier besoldete Stadträte und achtzehn Stadtverordnete wurden festgenommen. Ein Offizier trat an jeden der anwesenden Herren mit der Frage heran, ob er sich verpflichte, alles das z« liefern, was die Franzosen durch die Reauisitione« nicht erreichen Buntem Die Gewerkschaften beraten augenblicklich über - Hueu etwaigen Generalstreik, der sofort beginnen soll.

Wegen der Vorkommnisse in Bochum wurde von den KMizssen über die Stadt der

verschärfte Belagerungszustand

erhängt. Von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens darf niemand in der oberen Stadt die Straßen betreten., Wirt- chafteu und Geschäfte müssen geschlossen bleiben, und md TüLater kann nicht spielen. Die Franzosen verhafte­ten 600'Personen. Bei den Verhaftungen wurden einem Wann 15 000 Mark geraubt. Die beiden noch erscheinen­den Zeitungen in Bochum, das sozialdeuwkratische Or- san und das Zentrumsblatt, wurden unter schärfste Zen­sur gestellt. Ferner sind 15 Fortbildungsschüler verhaf- jet worden. Sie wurden nach ihrer Verhaftung stündlich Mit Reitpeitschen geschlagen.

Ueber die blutigen Vorfälle tu Bochum ist festgestellt, -atz der Anlaß zur Schießerei darin bestand, daß eine Dame von einem französischen Soldaieu vorn Bürgersteig ^edrüugt wurde. Aus der Menge ertönten daraufhin Pfiffe, worauf die Frauzoseu sofort fchossen und einen trogen Arbeiter töteten und zwei junge Leute schiver verletzten.

Der Regkeruugspräsideut von Ginster

Dr. Hasltude weilte am letzten Mittwoch in ReGiug- -ausen. Als der Regierungspräsident am Freitag zu teuen Verhandlungen mit den übrigen Städten im @in= hu^sgeöiet an langte, wurde er bei der Paßkonirolle tu Linsen, die am Freitag mit aller Schürfe einsetzte, sesr- uhalteu und nach längeren Bochaudlungen für ver­haftet erklärt. Man führte ihn in eine abgelegene bei- fische Bahnhofswache und hielt ihn dort trotz seines Protestes mehrere Stunden fest. Erst in den Nachmit- agsstunden gelang es, seine Freilassung und Rückreise »ach Münster zu erwirken. Vorher hatte man aber seine Personalien auf das eingehendste festgestellt und ihm erklärt, daß er beim Wiederbetreten des Ernbruchr-ge- netes sofort kriegsgerichtlich atgenrteilt werden würde.

Desgleichen haben die Franzosen

eine Reihe weiterer Verhaftungen wrgenvmmem Am Freitag nachmittag wurde das Bino ser Deutschen Volkspartei in Essen von einem franzo- - schon Kommando, das aus 16 Militär- und zwei Zivil­personen bestand, besetzt. Die anwesenden 7 Per,ouen Bürden verhaftet und in einem Lastauto weggebracht. Oberbürgermeister Havenstein und Bürgermeister Sckm- er sind Freitag nachrnittag im Auto ,« Richtung Düssel- wrf abtransportiert worden. Oberstwachtmeister Sites wff, Dr. Gnyens und Regierungsrat Niedermeyer wur- »en in Richtung Werden fortgebracht. Dr. Gnyens hat wm Relchsverkehrsmintster ein Dankielegramm er- WHen. In dem Bankhaus Nathan «. Co. in Eyen ourde dn frecher Bankraub insaefüört Zwei Zivilisten, einer sprach nur sranzö- SÄdder andere französisch und deutsch, erklärten den ^ittbriaen Fuhaber für verhaftet, weil er angeölidj der kchupo Vorschtisse gegeben habe. Sie ztvangen ihn, die Bücher vorzulegen und die Schenke zu öffuen. Die Kanditen raubten die gesamten Valuten und mehrere Millionen deutsche Mark und entkamen unerkannt. Insgesamt wurden entwendet /und 2400 holläE Gulden 4100 französische Franken, 700 belgische Frau- fen 154 Dolla7, 5 Lire und 2 Pfund Sterling ferner tschechische und schweizerische Noten sowie die oben aua gegebenen Gesamtbestände an deutscher N^ark.

Entlassung der dentschen Zollbeamten.

«>>»«. ©jmherberidtterftatter von Havas in Düsseldors «el§^t2k^d2 EuLrttmm der deutschen Zollbeam.-

en Begonnen nwrdCit tet. Die Beamten wurden out«! Franzosen und Belgier ersetzt. Möglicherweise werde nau einige deutsche Beamte, die zuverlässige Garantien töten, behalten und cMßeröem eine Anzahl sorgsültig ge­webter Freiwilliger einstellen.

Völkerbund und Ruhrbesetzung.

Lord Robert Gcdl hat als Vorsitzender des Vollzugs- »üsschusses der Völkerbundverfaminlung eine Mitleilung veröffentlicht, worin die gewaltmätzige Besetzung deut­schen Gebiets als eine extreme und unheilvolle Gefahr für den Frieden Europas und die wirtschaftliche Wohl­fahrt zahlreicher Länder hervprgehoben, sowie der lebhafte Wunsch geäußert wird, daß der gesamte Komplex inter­nationaler Fragen, deren Mittelpunkt die Entschädi- gmmssrage bildet, sobald als möglich vor den Bölker- bunösrat oder die Völkerbuudsversammlung gebrachi werde, möglicherweise mit der Unterstützung Deutsch­lands und der Vereinigten Staaten.

Beileidstelegramm Eberts.

Der Reichspräsident hat an den Bürgermeister der Stadt Bochum folgendes Telegramm gerichtet:Mit tiefem Abscheu habe ich von den erneuten Blüttuten französischer Truppenabteilungett gegen wehrlose und friedliche Menschen und den wiederholten Plünderungen Meldung erhalten. Den Hinterbliebenen der Ermor­deten und den Verletzten bitte ich meine herzliche Teil­nahme und die Zusicherung zu übermitteln, daß nach besten Kräften für sie, die das Opfer blinder Brutalitäi geworden sind, gesorgt wird. Reichspräsident Ebert."

Was will Frankreich?

Wir wissen nicht, ob die Pfänder uns viel einbritt- zeit werden. Aber wir wissen, daß wir sie festhalten wer- deu. Sticht für ewige Zeiten, aber doch so lange, bis das Deutsche Reich seine Verpflichtungen ausgeführt hat." So erklärte Poincaree den lothringischen Landwirten in Paris. Die Pariser Presse ist nicht zufrieden mit diesen, Ausspruch, begreiflicherweise. Bis jetzt hat diefried- siche" Aktion Frankreich nur viele Millionen gekostet. Eine Nachtragsforderung für die Ruhrbesetzung verlangt für zivile, militärische Zwecke und für die Eisenbahnver- waltuna im ganzen monatlich 115 Millionen Franken. Die Verluste, die Frankreich durch den Ausfall an Repa- EonSkohle«, durch Einsteilnnn «uer Leistu» gen und : Zahlungen, durch Stillstand seiner Industrie und das Auslöschen seiner Hochöfen, vor allein durch den Sturz des Franken infolge der Ruhraktion bereits erlitten hat und nt steigendem Maße täglich weiter erleidet, gehen in die Milliarden! Es ist vergeblich, daß sich Herr Poin- caree bemüht, die Fiktion aufrecht zu erhalten, die fran­zösischen Divisionen seienzur Eintreibung und Sichc- tung der Reparationen" ins Ruhrgebiet marschiert.

Die französische Presse ist offenherziger.. Recht Hin, Recht her, imHomme Siöre" schreibt Eugen Lautier: Wir stehen nicht auf dem Boden des reinen Rechtes,

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wie es in den Gesetzbüchern oder in den Verträgen ge- Wir handeln kraft eines natürlichen : da war als alles geschriebene: des

schrieben steht. ! Rechts, das eher

Rechtes der legitimen Verteidigung." Also ein offenes Zugeständnis, daß das französische Vorgehen einen Rechts- und Vertragsbruch darstellt!

DerHomme Störe" sucht noch die Gewaltpolitik Frankreichs mit der Notwendigkeit derVerteidigung" Frankreichs zu rechtfertigen. DieAction Francaise" hält das nicht mehr für notwendig und spricht die letzten Gründe und Ziele der französischen Politik aus:

Solange die Auflösung des deutschen Staates nicht hi Berlin ausgesprochen ist, wird es schwer, wenn nickt unmöglich sein, im Rheinlande Besonderes zu erreU Ten. . . . Die Sckwierigkeiteu kommen daher, daß Deutschland noch eine Einheit ist und noch eine geordnete Regierung besitzt. Diese Regierung, diese Ordnung, die- ses Gesetz, diese Eilcheit müssen zerschlagen werden, wenn wir es nur mit Sonderinteresien und -wünschen zu tun haben wollen, mit denen wir uns verständigen können. Das Ruhrgebiet fön wie eine Föderation von Arbeiter- republiken bilden, Wiesbaden und Nassau könnten von heute auf morgen einen Fürsten aus dem Hause Luxem­burg berufen. ... All dies sann jedoch nur geschehen durch Auflösung des Reiches, und die wird nur mit Ge­walt erfolgen. Die Macht öaöen wir in Händen."

Solche und ähnlicheEntgleisungen" sehr peinlich für die französische Politik! können von großer poli- fischer Bedeutung werden. Für die deutsche Arbeiter­schaft, die von der französischen Propaganda im Ruvr- aebiet so stark umworben wird, ist die Aeußerung eines Mitgliedes des PariserComitö des Forges" die d^r lozalistischeDaily Herald" soeben veröffentlicht, von be­sonderem Interesse:

Wir sümpfen nicht allein gegen die Angestellten, son­dern gegen die Organisationen und die Methode der deutschen Arbeiterbewegung. Die teutschen Arbeiter sind für uns (!) zu stark geworden, sie haben die Betriebs­räte, die bei der Kontrolle der Betriebe mitzusprechen ha­ben. Aus diesem Grunde müssen wir die dent'cken Ge­werkschaften zerstören."

Wir wissen, was wir von Frankreich zu erwarten haben.

Da* Notgesetz angenommen.

292. Sitzung des Reichstages.

Nachdem zunächst der Kommunist Fröhlich bei der Beratung des Reichswehretats eine Brandrede gegen den General von Seeckt gehalten und dessen Entfernung aus der Reichswehr und Stellung vor den Staatsge­richtshof verlangt hatte, wurde das Notgesetz beraten. Der Slllsschuß, über dessen Verhandlungen Abg. Dr. Bell (Ztr.) berichtet, hat die Bestimmungen der Vorlage, die Bcschrä«knnge« für das GastwirtSgewerbe enthalten,

icyuwstem Rausch struwure Handlungen begeht. Die Veröffentlichung der Verurteilungen wegen Preistrei­berei durch Anschlag soll au deutlich sichtbarer Stelle er­folgen. Die Mindeststrafe für schwere Fälle von Schleich­handel und Wucher- wird von 20 000 auf 100 000 Mark « erhöht. Durch Beschlagnahme freigewordene Räume verbotener Schanklokale usw. sollen den aus dem be­setzten Gebiet Ausgewiesenen zugeteilt werden. Das allgemeine Ermächtigungsgesetz ist beschränkt aus Vor­schriften zur Abwehr fremder Einwirkung auf die deut­sche Gerichtsbarkeit oder aus die deutschen Finanzen, zur Fürsorge für Sozialrentner, Kleinrentner, Errverbs- beschränkte und andere notleidende Personen und An­gestellte. Weiter wird die Regierung ermächtig, neue Verordnungen zur wirksamen Bekämpfung der Preis­treiberei und des Schleichhandels zu erlassen. Die Er» mächtigungsvorschriften gelten bis zum 1. Juli 1923.

Von der deutschnationalen Fraktion ist der Antrag eingegangen: Zur Unterbringung der aus dem besetzten Gebiet ausgewiesenen Reichsangehörigeu sind in erster -?wie die Wohn- und »Geschäftsräume herauzuziehen, Die von solchen Ausländern, insbesondere Ostjuden, be­wohnt und benutzt werden, die sttt dem 1. Januar 1919 ms dem Osten einaewandert sind.

Abg. Krätzig (Soz.) sieht in der Vorlage kein wirk- sames Gesetz gegen die Not.

Abg. Brühn (Du.) stimmt den verschärften Bestim- mungen gegen den Wucher zu, warnt aber davor, jede wirtschaftlich gebotene große Preissteigerung ohne wei­teres als Wucher zu bezeichnen.

Abg. Dr. Bell (3tr.) verweist auf die groben Aus­wüchse des SchankstütteugewerbeL auch in den Mittel- und Kleinstädten. Die Bekämpfung der Preistreiberei dürfe sich aber nicht auf Den Kleinhandel beschränken, sondern müsse die Urheber treffen.

Ein Antrag Brodauf (Dem.) enthält die gleichen Forderungen wie der deutschnationale Antrag, will sie aber gegen alle Ausländer angewendet wissen. Ein Antrag Stresemann (D. Vp.) bringt die gleichen For­derungen in der Form einer Entschließung.

Abg. Rartz (Konnn.) lehnt den Antrag Brühn als zu einseitig ab und bittet, die Angelegenheit der Regie- , rung in der Form der Stresemannschen Entschließung 1 zu übexwetsen.

Aug. LemHsufer -T. Dr r^vegrußt die Vortage nr.d stimmt den Ausschutzbeschlüffeu zu.

Ein Slntrag Warwuth (Dn.), die neu erngesuhrten Paragraphen über Strafen für selbstverschuldet«« Rausch wieder zu streichen, wird angenommen.

Der deutschnationale Eintrag und der Antrag Brod­auf werden sodann abgelehnt und die Entschließung Stresemann angenommen ebenso der Rest der Vorlage nach den Ausschutzbeschlüssen. Hierauf wird in dritter Lesung die Vorlage mit den Entschlietznuge« gegen die Stimme« der Kommnniften angenommen.

Eine Entschließung der Kommunisten, in der die, Erfassung der Sachwer te verlangt wird, geht an den Steuerausschuß.

Frankreich geht auf den Gimpelfang.

o» Paris. Der Brüsseler Berichterstatter desOeuvre« will von einer hochstehenden Persönlichkeit erfahren ha­ben: Man werde erst dann die Grundlinien der fran­zösisch-belgischen Vorschläge bekannt geben, wenn öU deutsche Regierung selbst Vorschläge mnM Vermitte­lungen werde man nicht annehmen. Der französisch-bel-. gische Plan enthalte folgende Hauptpunkte: Zunächst wird von Deutschland verlangt, daß es Ordnung in seine Finanzen bringe und die Kontrolle eines Garantiekomi­tees oder einer anderen internationalen Organisation anneöme. Das Beispiel Oesterreichs erweise, was sim in dieser Hinsicht tun lasse. Wenn das geschehen fei. werde man Deutschland ein Moratorium für die Bar­zahlungen gewähren, und dann werde man sich mit der allmählichen Zurückziehung der Besatzmigstruppen aus dem Ruhrgebiet einverstanden erklären, in dem Maße, in dem Deutschland die Samlieferungen ausführe. Das sei der Plan, den Poincaree bereits auseinandergesetzt hat. Einen anderen gäbe es nicht. Man setze den Um- hwg der Sachlieferungen, von denen die Zurückziehung der Truppen aus dem Ruhrgebiet abhänge, deshalb nicht schon jetzt genau fest, weil Deutschland derartige Aeuße- rungen als eine Schwäche auslegen würde. Man sei aber fest entschlossen, nicht nastzugeben. Es sei Deutsch­lands Sache, die ersten Schritte zu tun.

** London. Der Berichterstatter derTimes" weist auf die Anzeichen des in Paris herrschenden Wunsches hin, einen koutineutalen Block zu schaffen, und auf die Ab­sicht, die Ruhrbesetzung zu benutzen, um Sicherheiten itegen einen Angriff und um Reparationen zu erhalten. Der Berichterstatter schreibt: Die Franzosen seien be­reit. mit den Deutschen einen neuen Vertrag abzu- 'chließen, der an die Vorteile von 1919 nicht reichen würde.

Der Gipfel der Verlegenheit.

^ Paris. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Komitees für Handel, Industrie und Landwirtschaft hielt Millerand eine Rede, worin er mit Bezug auf den Ruhrkonflikt erklärte: Der Blitzschlag der Ruhr hat der ganzen Welt die geheimen Gedanken Deutschlands nur* aeöecft Frankreich habe keinerlei Annektionspläne. Es sei aber entschlossen, seine nattottäle Sicherheit und Re- uarationen zu verlangen und sich durch nichts von seinem Ziele abbriüüen zu lassen. Wenn Deutschland glaube, daß die französische Ausdauer unter finanziellen Schwie- riakeiten zufawenbrechen würde, so habe es wieder ein- mal seinen Mangel an Psychologie bewiesen. Frank- r. ch werde im Friede» ebenso znsan,menhalten wie während des Kriegeo. Kein Volk in der Welt kann solch große Beweise von seiner moralischen Gesundheit und seinem Gleichgewicht erbringen wie Frankreich. Dieses Gleichgewicht werde nicht nur ausrechterhalten, sondern noch verstärkt werden.