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Schlüchterner Jeüuny
Kreis-Amtsblatt * Myememev amtlich erKnzeLycv für tat Kreis Schlüchtern
druck unb Verlag: tz. Steinfelö Söhnen Geschästssts-. Vahnhofstv. 6 ^ fevnspv.Nv.l49 ★ Postscheck: fvanksrwta.M.Töryo
Nr. 43
(1. Blatt)
Donnerstag, den 9. April 1925
77. Jahrg
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
J.-Nr. 2770. Zum Schutze der Saatfelder wird für den Kreis Schlüchtern angeordnet, daß alle Tauben vom
15. April bis einschl. 5. Mai d. Js. einzusperren sind.
_ Ich ersuche die OrtSpolizeibebörden darauf zu achten, ig daß diese Anordnung befolgt wird.
, Schlüchtern, den 6. April 1925.
Der Landrat. I. V.: Schultheis.
Bekanntmachung.
Wir haben den städtischen Waldarbeiter Konrad Graul als Sprengmeister ausbilden lassen. Der Genannte steht den Einwohnern zum Sprengen vdn Steinen, Baumstubben, Obstbaum-Pflanzlöchern usw. gegen Erstattung der Selbstkosten zur Verfügung. Anmeldungen können bei dem Sprengmeister erfolgen. Das Sprengmaterial wird von der Stadt ebenfalls zum Selbstkostenpreis überlassen. Im übrigen verweisen wir auf das tm Rathausflur angebrachte Plakat.
Steinau, Kreis Schlüchtern, den 4. April 1925.
Der Magistrat. Kisseberth.
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Krise in Frankreich
^ J.-Nr. 3011. Gemäß Verfügung des Herrn Regierungs- Präsidenten zu Caffel vom 28. September 1909 hat halb-
7° jährlich mindestens einmal eine Revision der F l e i s ch - » Verkaufsstellen und der zugehörigen Schlachthäuser ^ durch den Herrn Veterinärrat stattzufinden.
Die Kosten der Revisionen fallen den Polizeiverwaltungen zur Last.
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Den Ortspolizeibehörden und Interessenten wird dieses
erneut bekanntgegeben.
0,1 Schlüchtern, den 6. April 1925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
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Kreisausschutz.
J.-Nr. 1253 K.-A. Die Kreiskommunalkusse hat heute ünweisung erhalten, die Reichsanteile aus der 53., 54., 55. und 56. Einkommensteuer-, aus der 17. Körperschaftssteuer-
md der 18. Umsatzsteuerüberweisung an die Städte, Ge- ,ei neinden und Gutsbezirke zu zahlen.
- Schlüchtern, den 6. April 1925.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
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Kotstandskredit für Frühjahrssaatgut betreffend.
J.-Nr. 1793 K.-A. Der in meiner Kreisblattbekannt-
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ruckt in der Schlüchterner Zeitung Nr. 38) für die Ein- eichung von weiteren Bedarfsanmeldungen für Frühjahrs- aatgut festgesetzte Termin wird hiermit auf den 15. April 925 verkürzt. Diejenigen nicht organisierten Landwirte und dändler, die für nicht organisierte Landwirte noch Saatgut u beziehen wünschen, haben ihren Bedarf daher so recht- eitig bei dem Bürgermeisteramt aufzugebeu, daß dieser ermin von dem Bürgermeister eingehalten werden kann, ür dieses Saatgnt sind Bürgschaftserklärungen und Be-
— cheinigungen in der seitherigen Weise beizubringen. ^Jch emerke, daß noch hinreichende Kreditmittel
o ügung stehen.
Ja Schlüchtern, den 7. April 1925.
zur Ver-
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Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
An die Herren Iagdoorsteher des Kreises.
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J.-Nr. 4136 K.-A. Auf Anordnung des Herrn Land- irlschaftöministerö soll fortan bei jeder öffentlichen Ver-
Ortung eines gemeinschaftlichen Jagdbezirkes (Gemeinde)!
^ ne Karst im Maßstab von 1 :25000 (Meßtischblatt) den f uszulegenden Bedingungen beigefügt werden, aus der die Lenzen und sonstigen Eigentümlichkeiten des Jagdbezirks
, mau ersichtlich sind. Ich gebe hiervon Kenntnis und be; >ttke, daß Meßtischblätter zum dienstlichen Gebrauch zu er- läßigtem Preise von der Kartenvertriebsstelle m Magde- "rg, Fürstenwallstraße 11 direkt bezogen werden können.
l^ ‘8/ gur,renwauirrage 11 vrrerr oezogeu ivervru ivinicu. « Einreichung der Jagdpachtbedingungen ist künftig die wie mit vorzulegen. Die Grenzen des Jagdbezirks müssen ^ "in genau ersichtlich gemacht sein.
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Schlüchtern, den 17. Juli 1918.
Der Landrat. J. V.: gez. Hebel.
5 3.-Nr. 1748 K.-A. Vorstehende Verfügung wird hiermit aln !n Herren Jagdvorstehern des Kreises erneut zur Kennlnis- ^me und Beachtung bekanntgegeben.
ufti Die Karte über den gemeinschaftlichen Jagdbezirk muß r üi'" jedem Jagdvorsteher stets bereit gehalten werden.
Schlüchtern, den 4. April 1925.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
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„Friede md Sicherheit."
Eine neue Rede Chamberlains.
Der britische Außenminister Chamberlain hielt in seinem Wahlkreis in Birmingham eine Rede, in der er sich mit der Frage „Friede und Sicherheit" befaßte.
Er sagte unter anderem, es seien jetzt sechs Jahre her, daß der Friedensvertrag unterzeichnet worden sei und trotzdem sei noch keine Friedensatmosphäre in Europa vorhanden. Die Furcht vor einem neuen Kriegsausbruch liege über Europa. Wenn diese Furcht nicht beseitigt werden könne, und wenn nicht Verstauen und Sicherheit wiederhergestellt sei, dann würde Europa langsam aber sicher einer neuen Katastrophe entgegcu- gehen. Darauf sprach Chamberlain über die Verhandlungen im Völkerbund und drückte dabei seine Sympathie für die Frage der Sicherheit, Schiedsgerichtbarkeit und Abrüstung aus. Er sagte aber, die Zeit wäre noch nicht gekommen, wo England seine Verpflichtungen vermehren oder irgendeine universelle Ausdehnung seiner Verantwortlichkeit übernehmen könne. Man könne heute keine Garantie für den Frieden weder mit den Freunden von gestern noch mit den ^tttSon hon nesteru fciie«t)CTt.
Was England versuche, wäre die Versöhnung der Feinde mit dem Vertrage, an dem England teilhabe und der durch die englische Macht gemeinsame Achtung und gemeinsamen Schutz der Grenzen bringen werde. Wenn die Friedensverträge geändert werden sollten, so könnten sie nur im Laufe der Jahre geändert werden und nur dann, wenn alle beteiligten Parteien der Meinung wären, daß eine Abänderung dieser Verträge wünschenswert sei.
Stillstand in den Sicherhcitsverhandlungcn.
Nach einer Meldung aus London ist in den Verhandlungen wegen des deutschen Sicherheitspaktvorschlogs, wie das nicht anders zu erwarten war, ein gewisser Stillstand eingetreten. Einerseits finib durch die Krise in Frankreich irgend welche entscheidende Beschlüsse unmöglich, anderseits ist die erwartete Note der französischen Regierung bisher noch nicht eingetroffen. Weitere Verzögerungsgründc liegen in der jetzt beginnenden größeren Unterbrechung der politischen Arbeiten durch d-e Parlamentsferien zu Ostern und zu Pfingsten. Bis zur Parla mentsvertagung gegen Ende Juli müßten die gesamten Probleme durchberaten und entschieden werden, wenn am 15. August die Räumung ^des Ruhrgebiets durch die Franzosen erfolgen soll.
Deutschlands West- und Ostgrenze.
Im englischen Unterhaus erklärte auf eine Anfrage namens der Regierung der Staatssekretär Mac Neill, die Regierung habe bisher keine schriftliche Antwort auf den deutschen Sicher- Heitsvorschlag abgeschickt. Hinsichtlich der Frage des Eintriüs Deutschlands in den Völkerbund habe die Regierung keine weiteren Informationen, als die Antwort des Völkerbundsrots. Mac Neill fügte hinzu, er könne nicht sagen, ob Deutsch land noch auf den Bedingungen beharre, die es für seinen Eintritt gestellt habe. Auf eine Anfrage KcnnworthyS, ob die deutsche Regierung in ihren Vorschlägen auf den Gedanken einer Aenderung "ihrer Ostgrenze durch den Krieg verzichtet habe, nnd ob die britische Regierung dies den alliierten Regierungen klargelegt habe, verwies Mac Neill auf chic Erklärungen Chamberlains und sagte zum zweiten Teil der Frage, nach seiner Ansicht sei es nicht Pflicht der britischen Regierung, einen solchen Schritt zu unternehmen.
Die politische Krise, in der sich Frankreich seit einer Woche befindet, drängt zur Entscheidung. Die Finanzpläne des neuen Finanzministers d e Monzie wurden in verschiedenen Kabinettsitzungen, die zum Teil sogar unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik stattfanden, besprochen. Zu einer Beschlußfassung ist das Kabinett noch nicht gekommen, was darauf schließen läßt, daß die in den französischen amtlichen Kommuniques immer wieder betonte Einmütigkeit noch zu wünschen übrig läßt. Einige Blätter wollen wissen, daß zwischen Herriot und dem neuen Finanzminister weitgehende Meinungsverschiedenheiten bestehen, so daß sich schon hieraus Komplikationen in allernächster Stunde ergeben könnten. Aber auch wenn man im Kabinett sich einigt, so ist damit die Krise noch nicht gelöst. Im Hintergrund steht drohend die Kammer, die Herriot Journalisten gegenüber ganz richtig als die große Unbekannte bezeichnet hat. Die Stimmung innerhalb der verschiedenen parlamentarischen Gruppen ist, das lassen die neuesten Berichte aus Paris erkennen, durchaus auf Kampf gestellt. Man befindet sich, wie die „Ere Nou- velle" sich ausdrückt, „in einer der fürchterlichsten Krisen", die die französische Republik durchgemacht habe, man befinde sich in voller Schlacht. Ueber die Finanzpläne der Regierung sickern jetzt Einzelheiten durch. Finanzminister de Monzie soll folgende Vorschläge dem Ministerrat unterbreitet haben:
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adt Steinau
jb"' Bekanntmachung
Nachdem die Kraftpostlinie Steinau—Freiensteinau— * । "bmhain eröffnet worden ist, weisen wir nachdrücklich i M hin, daß nach § 23 der Bezirkö-Polizeiverordnung 1,1 15. April 1909 den Kraftwagen der Reichspostver- ß ^Ung von allen Fuhrwerken vollständig Raum zu geben w ^staktet dies die Oertlichkeit nicht,- dann haben die ^merfe solange anzubalten, bis der Auto-Postwagen vor- 'ü. Zuwiderhandlungen werden gemäß § 366 Ziffer f Z des Strafgesetzbuches bestraft.
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6|tinau (Kr. Schlüchtern), den 3. April 1925.
Die Polizeiverwaltung. Kisseberth.
der Banknotenumlauf soll von 41 auf 45 Milliarden erhöht werden,
es soll eine Vermögensabgabe von 10 Prozent , if 10 Jahre verteilt werden lenn aber die Abgabe früher geleistet wird,
einge wird.
irt werden, die am
so werden finanzielle Vergünstigungen gewährt werden. Die Vermögensabgabe wird eine freiwillige sein. Es soll sich hierbei um eine Art patriotisches Opfer für das Land handeln. Insofern die Steuerzahler sich durch die Argumente zur Vermögensabgabe nicht 1$.— ". losten, würpo vir Ul^.iöe obtlgswriich wirken,
xer Ertrag der Vermögenssteuer wird zur Deckung
der inneren Schulden verwandt werden.
Sämlliche Blätter bestätigen, daß der Banknotenumlauf von 41 auf 45 Milliarden Franken erhöht werden soll. Ein entsprechendes Abkommen mit der Bank von Frankreich soll dem Ministerrat vorgelegt werden. Es verdient Beachtung, daß eins der Pariser Blätter die Behauptung aufstellt, der bisherige Notenumlauf sei höher, als er bisher offiziell zugegeben werde. Es seien in den letzten Monaten 2 bis 3 Milliarden neuer Banknoten ausgegeben worden, ohne daß diese in der Bilanz der Bank von Frankreich erschienen wären. Wenn das zutrifft, so würde der Vorschlag.de Monzies, eine Erhöhung des Banknotenumlaufs um 4 Milliarden vorzunehmen, nurmehr die Bedeutung einer nachträglichen Genehmigung für eine bereits geschehene Tatsache haben, d. h. die Inflation, die man vermeiden wollte, wäre tatsächlich bereits vor-
Handen.
Es muß abgewartet werden, wie sich Kammer und Senat zu dem Programm der Regierung stellen werden. Die Bemühungen seitens der Regierung, eine Mehrheit für ihre Vorschläge zu finden, haben auch bereits eingesetzt. Herriot hat eine Abordnung der radikalen Fraktion der Kammer und der linksdemokratischen Fraktionen des Senats empfangen. Es verlautet, daß beide Delegationen sich mit den neuen Finanzplänen einverstanden erklärt haben unter der Bedingung, da'
2 Prozent herabgesetzt werde, r , ...... Herriot auch bereits gelungen sei, die Sozialistenführer Auriol und Leon Blum von der Richtigkeit und Notwendigkeit der Vorschläge des Finanzministeriums zu über.
zeugen.
or der Zinsfuß von 4 auf Man spricht davon, daß es
Generaldirektor Ocser in Nrlaub.
Berlin, 7. April. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahugesellschaft, Rcichsminister a. D. Oeser, hat heute Mittag Berlin verlassen, um den ihm zur Wiederherstellung seiner Gesundheit erteilten Urlaub von zivci Monaten an° zutreten.
Hindenburg lehnt ab.
Berlin, 7. April. Wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeikuntzsverleger erfährt, hat Gencra-lfcldmarschall Hindenblirg jetzt eirdgültig die Uebernahme der Kandidatur für die Reichspräsideuteuüvahl abgelchut.
Stellungnahme der Bayerischen Volkspartei.
München, 7. April. Die Bayerische Volkspartei hat auf ihrer LandeSausschußsitzung beschlossen, für die Kandidatur Hindenburg einzusteten; wenn diese Kandidatur nicht zustande kommt, iDtü die Bayerische Volkspartei ihren Anhängern die Abstimmung freigeben.
Es mag fein, daß es Herriot noch einmal gelingt, unter seiner Führung das Staatsschiff an den gefährlichen Klippen, die sich von allen Seiten auftun, vorbeizusteuern. Die inneren Schwierigkeiten, in denen sich jede französische Regierung seit Kriegsende befunden hat, werden nicht aufhören, solange man sich nicht entschließt, die Bankerott- Politik der letzten Jahre auszugeben. Frankreichs ganzes Streben der letzten Jahre ging dahin, Deutschland wirtschaftlich und politisch zu vernichten. Der Pfeil ist jedoch jedesmal auf den Schützen zurückgeprallt. Die Erkenntnis, daß die Befriedigung Europas auch die Wiederherstellung normaler wirtschaftlicher Verhältnisse in Frankreich zur Folge hat, ist leider noch nicht Allgemeingut des franzö- sischen Volkes geworden. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, daß gerade jetzt der englische Außcnministsr Chamberlain in einer Rede, der man erhebliche politische Tragweite beimeffen muß, darauf hingewiesen hat, daß leider immer noch keine Atmosphäre des Friedens in Europa vorhanden sei. Seine Mahnungen, die er bei dieser Gelegenheit an die ganze Welt richtete. werden hoffentlich aurh in Frankreich richtig verstanden werden.
:ßt, die Bankerott- Frankreichs ganzes
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London, 7 April. lachen wird, wonach gegen
her S^tzkanflereme l^.„^n werden
diesem Sinne bereits gcfalleir ist.