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Kreis-Amtsblatt * Myememer amtlicher stetiger für ßm Kreis Gebißchtem
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Nr. 46 (1. Blatt)
Samstag, den 18. April 1925
77. Iahrg.
Sprechstunden
beim Landratsamt, Dienstags u.
Freitags, vormitt. von 9—12 Uhr.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
J.-Nr. 3194. In Abänderung meiner Verfügung vom 9. d. Mts. — Nr. 3014 — Kreisamtsblatt Nr. 44 —, betr. Reichspräsidentenwahl, wird für den Stimmbezirk Sar- rob der 1. Schöffe Wilhelm Freienstein daselbst als Wahlvorsteher und zu dessen Stellvertreter der 2. Schöffe Bruno Müller zu Rabenstein bestiinmt.
Schlüchtern, den 16. April 1925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 3121. Zur Erleichterung der Aufstellung der neuen Listen über die Landwirtschaftskammerbeiträge (s. Verfügung vom 30. März d. Jö. Nr. 2419 — Kreisamtöblatt Hr. 40) lasse ich den Herren Bürgermeistern und Gutsvor- iehern die alten Hebelisten für 1924 nochmals zugehen. Ich rsuche, die Listen nach Gebrauch sofort, spätestens aber üö zum 30. d. Mts., wieder hierher zurückzusenden.
Schlüchtern, den 15. April 1925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
die in der Zeit vom 30. März bis 26. April das Wahlalter erreichen, oder die Streichung etwa verstorbener oder vom Wahlrecht inzwischen ausgeschlossener Personen erstreckt, sondern, daß auch der bis zum Beginn der Auslegungsfrist polizeilich gemeldete Zu- und Abzug Stimmberechtigter berücksichtigt worden ist.
Jeder Wahlberechtigte, der die Wählerliste für unrichtig oder unvollständig hält, kann dies bis zum Ablauf der AuslegungSfrist beim Magistrat schriftlich anzeigen oder zur Niederschrift geben.
Schlüchtern, den 16. April 1925.
Der Magistrat. Gaenßlen.
Stadt Steinau.
Bekanntmachung.
Die Stimmliste für die Reichöpräsidentenwahl liegt am 18. und 19. d. Mts. im Rathaus — Dienstzimmer des StadtsekretärS — während der Dienststunden öffentlich aus.
Jeder Wahlberechtigte, der die Stimmliste für unrichtig oder unvollständig hält, kann dies bis zum Ablauf der Auslegungsfrist bei dem Magistrat schriftlich anzeigen oder
zur
Niederschrift geben.
Steinau (Kr. Schlächtern), den 14. April 1925.
Der Magistrat. Kisseberth.
Miete.
Die gesetzliche Miete für den Monat April 1925
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J.-Nr. 1112. Mit Bezug auf § 19 6 der Anweisung für ie Schulvorstände vom 25. März 1912 (Beilage zum mnt- ichen Schulblatt Nr. 4) ersuche ich die Herren Vorsteher der lesamtschulverbände eine Abschrift von dem SchulhaushaltS- lan für das Rechnungsjahr 1925 alsbald hierher einzu- ächen.
trägt 69 v. H. der reinen Friedensmiete. 3m übrigen behält unsre Bekanntmachung vom 3. Mai 1924 in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Juni 1924 auch für den Monat April Gültigkeit.
Steinau (Kr. Schlüchtern), den 16. April '1925.
Der Magistrat. Kisseberth.
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Schlüchtern, den 11. April 1925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 3108. In den Gemeinden Haimbach und Lö- enrod, Kreis Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche fest- kstellt worden.
Schlüchtern, den 14. April 1925. Der Landrat.
J.-Nr. 3128. In den Gemeinden Dipperz und Neuen- !rg, Kreis Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche ausge- rjoB echen.
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Schlüchtern, den 14. April 1925. Der Landrat.
J.-Nr. 3086. Diejenigen Ortspolizeibehörden, welche mit r Einsendung des Verzeichnisses der Drogen- pp. Hand- ngen noch im Rückstände sind, werden hiermit daran er-
nert. (S. Kreisblatt Nr. 7 für 1898 und 27 für 1910). .... Ich mache hierbei nochmals darauf aufmerksam, daß oeih c Revision der Drogenhandlungen von dem Herrn KreiS- kdizinalrat ausgeführt wird und die Ortspolizeibehörden bis 1,1 15. Mai jeden Jahres dieserhalb daö Weitere mit bem
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°rm Kreiömedizinalrat zu vereinbaren haben.
Die Besichtigungöberichte sind mir bis zum 15. Dezcm- r h Js. vorzulegen.
Schlüchtern, den 16. April 1925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
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Hanszinssteuer.
ist, r' 24.
Das Staatsministerium hat in Uebereinstimmung mit ln Ständigen Ausschusse Hes Landtags die Erhöhung der Wnüsteuer mit Wirkung vom 1. 4. 1925 auf den sie- ’Mcn Betrag der staatlichen vorläufigen Steuer vom ^vermögen verordnet (siehe Preuß. Gesctzsamml. S. - Eine besondere Benachrichtigung ergeht im allgemeinen die Steuerschuldner nicht. Die Steuer wird wie bisher
115. eines jeden Monats fällig.
. Eine Anrechnung der Zinsen für aufgewerketc dingliche M ist nicht mehr zulässig, da diese Verpflichtungen deö ;r so- ^rschuldncrö bei Festsetzung deü Stetiersatzcö voll berück- eboit tigt sind.
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Schlüchtern, den 11. 4. 1925.
Der Vorsitzende des GrundsteucrauSschusseö. *
Veröffentlicht: Schlüchtern, den 17. April 1925.
Der Magistrat. Gaenßlcn.
W Wirtschaftspolitik.
Das Programm des Reichswirtschaftsministers.
Im Haushaltsausschuß des Reichstages nahm Reichswiri-- schaftsminister Dr. N e n h a u s das Wort zu einer längeren programmatischen Darlegung, der wir folgendes entnehmen:
Es seien in der Hauptsache zwei Gruppen von Schwierigkeiten, welche dem Fortkommen unserer Wirtschaft entgcgen- ständen. Erstens die mannigfachen Folgeerscheinungen der Kriegs- und der Nachkriegsblockade, zweitens die außen- wie innenwirtschaftliche schwer auf uns lastende Kapitalnot.
Der Umfang der außenwirtschaftlichen Abschnürung werde^ deutlich, wenn wir Ein- und Ausfuhrzählen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres in Vorkriegswerten mit den Außenhanoels- zahlen des Jahres 1913 vergleichen. Danach sei unser Außenhandel um die Hälfte zurückgegangen. Erst mit dem Wegfällen der einseitigen Meistbegünstigung am 10. Januar 1925 sei eine Bresche in die handelspolitische Blockade gelegt und Maßnahmen ermöglicht worden, die der deutschen Wirtschaft ihren Weg auf dem Weltmarkt allmählich eröffneten.
Der Minister betonte weiter, in erster Linie sei es notwendig geworden, die geänderten Konkurrenzverhältnisse auf dem Weltmärkte und die Konkurrenzmöglichkeiten der inneren Wirtschaft für den Weltmarkt neu zu erkunden. Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat, die Arbeitnehmer- und Unternehmer- verbände aller Erwerbsstände hätten in dieser Richtung in den letzten Wochen Vorbildliches geleistet. Der überragende industrielle Aufschwung der Vereinigten Staaten habe die Produktions-Struktur der Welt gewandelt. Auch in den übrigen außereuropäischen Ländern hätten sich wesentliche Konsumindustrien in Anlehnung an die heimischen Rohstoffe entwickelt. Die dadurch notwendig werdende Einschränkung der europäischen Massen- und Konsumindustrien werde um so schwerer werden, weil sich auf dem europäischen Markt selbst,
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Bekanntmachung.
Die Wählerliste für den II. Wahlgang zur Reichspräsi- '"twahl liegt am 2 1. und 2 2. Äprii 1 9 2 5 im Rat-
• — Dienstzimmer des StadtobersckretärS und zwar vormittags 9—12 Uhr zur Einsichtnahme öffentlich aus. Es wird darauf hingewiesen, daß die Berichtigung der glatt' Miste sich ächt allein auf den Nachtrag der Personen,
Aus der Wahlbewegung.
Eine Programmrede Hindenburgs.
Vom Reichsblock wird mitgeteilt: Am Sonntagabend findet in Hannover ein Empfang statt, zu dem der Reichsblock die Vertreter der ausländischen und inländischen Presst und die Vertreter der Wahlkreisausschüsse in großem Umfange einladen wird. Auf diesem Empfang wird Generalfeldmarschall von Hindenburg eine politische Rede halten.
Marx in Stettin.
In seiner Wahlrede in Stettin betonte Dr. Marx insbesondere die Notwendigkeit der Zusammenfassung der positiven religiösen Kräfte des deutschen Volkes für den Wiederaufbau des Vaterlandes. Die Weimarer Verfassung gewährleiste volle Glaubens- und Gewissensfreiheit und ungestörte Religionsausübung. Sie bestimme ferner, daß der Genuß der staatsbürgerlichen Rechte, sowie die Zulassung zu den öffentlichen Aemtern unabhängig von dem religiösen Bekenntnis ist. Diese Bestimmungen entsprachen dem von ihm stets verfochten« Grundsatz der bürgerlichen Toleranz und müßten mit peinlichster Sorgfalt gewährt werden. Ihre Jnnehaltung bleibe die Voraussetzung für das friedliche Nebeneinanderleben bei Konfessionen.
Stimmen aus Spanien.
Auch die großen Blätter in Madrid nehmen lebhaft Stellung zu den Reichspräsidentenwahlen in Deutschland. Das liberale Blatt „Jmpercial" schreibt zu der K a n d i d a t u r H i n d e n- b u r g s, daß es lächerlich sei, die französischen Schlagworte nachzusprechen, nach denen die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten die Wiederkehr der Monarchie und der Hoheuzolleru bedeute. Die deutschen Wähler sähen in Hindenburg nichts als ein Symbol der Ordnung u n d ^D i s z i P l i n unter Ablehnung politischer Experimente. Sowohl nach den Revolutionen in England als auch in Frankreich habe später stets das konservative Empfinden des Volkes gesiegt. Es wäre unerklärlich, weshalb man Deutschland dasselbe verwehren wollte. Man könne nicht ewig ein Volk wie das deutsche als ein besiegtes Volk behandeln.
alkauisierung Europas und den sich noch kaum wieder belebenden Osten.
Neubildung von Betriebskapital.
Dann kam der Minister auf das große Problem der Neubildung des geschwundenen Betriebskapitals unserer Wirtschaft, und bis dieses gebildet ist, der Versorgung unserer Wirtschaft mit fremdem Kapital zu sprechen. Zur Anregung der Sparer nach den Erfahrungen, die sie in der Inflationszeit gemacht haben, seien außerordentliche Anstrengungen erforderlich. Ob die Verzinsung mit 5 Prozent jährlich, welche die Banken ihren Depositengläubigern bieten, einen ausreichenden
Anreiz darstcllen, fei zu bezweifeln. Die Befürchtung der Banken, ihre immer noch hohen Unkosten nicht decken zu können, zeitige eine übergroße Zurückhaftung. Eine andere Sparstclle des deutschen Volkes, die Versicherungen, gewinne' wieder allmählich in größeren Bevölkerungskreisen an Boden. So hätten auch zahlreiche ausländische Gesellschaften gerade in den letzten Wochen ihre Zulassung zum Geschäftsbetrieb in Deutschland beantragt. Wenn auch die angesammelten Prämien noch gering seien, so tauche doch schon die Frage auf, sie für die Befriedigung langfristiger Kreditbedürfnisse, insbesondere der Landwirtschaft, zu nutzen. Darüber würden in den nächsten Tagen Beratungen der beteiligten Kreise unter Zuziehung der Landwirtschaft stattfinden. Das gleiche Problem gelte öffentlichen Stellen. Die Bestrebungen der Reichsbank, diese Gelder bei der Reichsbank zusammenlaufen zu lassen und der Wirtschaft auf dem ordnungsmäßigen Wege zurückzuführen, seien zu unterstützen. So würden aus den Mitteln der R e i ch s p o st 30 Millionen dem gewerblichen Mittelstand zur Verfügung gestellt werden, in der Weise, daß auch der letzte Kreditnehmer die Beträge zu einem verbilligten Zinsfüße
und der Parteien den Geldern der
Erhöhte Versorgungsgebührnisse
Mit Wirkung vom 1. April.
Der Zentralverband Deutscher Kriegsbeschädigter Kriegerhinterbliebenen Berlin teilt mit:
und
Die Versorgungsgebührnisse nach bem Reichsversorgungs- gesetz wurden mit Wirkung vom 1. April um 3 Prozent auf 18 v. H. erhöht. Da bei Zahlung der Versorgungsgebührnisse für April nur die bisher geltende Rentenerhöhung um 15 v. H. berücksichtigt wurde, wird bei Zahlung der Ver- forguugsgebührnisse für Mai der Ausgleich Dorgenommcn werden Demzufolge werden einmalig 21 v. H. zur Auszahlung kommen. Die Fürsorge stellen können bei Zahlung der Zusatzrente Mitte April die Rentenerhöhung nicht mehr berücksichtigen. Darum wird bei Zahlung der Zusatzrente Mitte April noch der bisherige Satz von 15 v. H. zugrunde gelegt. Die Nachzahlung um 3 v. H. wird bei Zahlung der Zusatzrente Mitte Atai mit den laufenden Bezügen verbunden. Diese Rentenerhöhung gilt auch für reichsdentsche Rentenempfänger im Auslande, die ihre Versorgungsgebühr- nisse in fremder Währung erhalten.
erhalte.
Stellungnahme des Bayerischen christlichen Bauerovcreius.
München, 16. April. In einem Aufruf des Bayerischen christlichen Bauernvereines für Hindenburg wird erklärt, di< Weimarer Koalttion habe den Bayern ihre Selbständigkeil genommen. Der größte Teil der Koalition sei bauernfeindlich und zum Teil Anhänger der Sozialisierungsbestrebungen, Das sei nichts für die Bauern.
Die deutsch-polnischen Verhandlungen.
Berlin, 16. April. Laut „Expreß Poranye" beginnen am 21. Ilpril in Berlin die deutsch-Polnischen Handelsvertrags- Verhandlungen, die für die Osterfeiertage unterbrochen wurden. Hauptpunkt der Verhandlungen soll nach dem Warschauer Blatt die deutsche Forderung sein, daß die Polnische Regierung den deutschen Kaufleuten freie Niederlassung innerhalb der polnischen Grenzen gestattet.
Die neue französische Regierung.
Paris, 17. 4. Die Regierung ist gebildet, die Mini- stcrlistc ist fast vollzählig und zwar übernehmen: Painleve Präsidium und Krieg, Caillaux Finanzen, Briand AeußereS, Steege Justiz, Loucheur Handel. (Der Eintritt Loucheur wurde von Briand gefordert). Schräme? Inneres, Chaumot Marine de Monzie Ocffentliche Arbeiten, Pierre Laval ArbeuSmini- sterium, Anterion Pensionen, Emile Borel Unterricht. Umänderungen waren in letzter Stunde noch möglich, so daß Rollet das Kriegsministerium beibehält und Painleve das Unterrichtsministerium übernimmt.