Schlüchtemer Zeitung
Kreis-Kmtsblatt * Myememev mntlLchevKnzeLgev Dr tat Kreis Schlüchtern örmkunb Vevlag.tz.Steinfelö Söhnen Geschästsfb: Bahnhofftv. 6 ^ fernspvrw».^ ^ PostscheMt: P^ksu!^L.M.rrr9o ALr. 142 (1. Blatt) Samstag, den 28. November 1925 77. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
J.-Nr. 8934. Die Herren Bürgermeister und GutSvor- steher werden ersucht, sich am Montag, dem 7. Dezember d. Js. Norm. 9 i/2 Uhr zu einer Besprechung im Sitzungssaal des Kreishauses einzufinden.
Tagesordnung:
4. Die neuen Steuergesetze.
2. Die Aufwertungsbestimmungen.
3. Verschiedenes.
Schlüchtern, den 25. November T925.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
J.-Nr. 9972. Der Herr Medizinalrat (Kreisarzt) wird am Mittwoch, dem 2. Dezember 4925 von vormittags 9 Uhr ab im hiesigen Kreishause Sprechstunden halten.
Schlüchtern, den 25. November 4925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 9869. Ich weise auf das von dem Bürgermeister Dr. Wilhelm Kleineck in Quakenbrück herausgegebene Sachregister zum Reichsgesetzblatt vom 4. Zanuar 4923 bis Ende Juli 4925 mit Anhang „Preußisches Recht" (rund 4850 Gesetze und Verordnungen) hin und kann dessen Anschaffung empfehlen. Das Werk kann unmittelbar vom Verfasser zum Preise von 4.75 RM. portofrei bezogen werden.
Schlüchtern, den 24. November 4925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 9432. Um einer Einstellung des Kraftpostverkehrs infolge eintretender Verkehrshindernisse zu begegnen, ersuche ich die Ortspolizeibehörden schon jetzt die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Die Gemeinden sind verpflichte'., mnervalb der GemarkungSgrenzen für die Offenycb.- tung des Verkehrs auf allen öffentlichen Straßen und Wegen zu sorgen und jede Störung des Verkehrs insbesondere der durch Naturereignisse (Schneewehen, Vereisung pp.) verursachten sofort zu beseitigen. Eö empfiehlt sich, an gefährlichen Stellen z. B. bei großen Steigungen Sand anzufahren, um nötigenfalls die Strecken bestreuen zu können. Die hierdurch entstehenden Ausgaben fallen als Polizeiverwaltungskosten den Gemeinden zur Last.
Daneben haben aber auch die Beamten der ständischen Landesbauverwaltung die Aufgabe, ihrerseits für schleunige Beseitigung aller Verkehrshinderungen auf den Landstraßen und Landwegen Sorge zu tragen. Die dadurch entstehenden Kosten übernimmt der zur Unterhaltung der betr. Straße pp. verpflichtete kommunale Verband und zwar bei Landstraßen der Bezirksverband und bei Landwegen der Kreis.
Schlüchtern, ben 24. oNvember 4925.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
J.-Nr. 9888. Auf Antrag der zuständigen Forstverwal- tungöbehörde habe ich die Mitwirkung bei der Ausübung der Jagdpolizei , _
4) in den Gemarkungen Kressenbach, Marborn, Sarrod mit Rabenstein und Rebsdorf, Ucrzell und Ulmbach dem staatlichen Hilfsförster Mainz in Ulmbach; ,
2) in den Gemarkungen Kressenbach, Sarrod mit Raben- stein und Rebsdorf, Uerzell und Ulmbach dem staatlichen Hilfsförster Werner in Ulmbach übertragen.
Schlüchtern, den 23. November 3925.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
Kreisattsschus»
J.-Nr. 6115 K. A.
Stck.
12,50 „ 8,25 , 5,5° „
—,Z4'/-pro
— 54 ,
,65 »
—,35 -
Pfd.
Durchschnittspreise für Häute nach dem Bericht des Wirtschaftsverbandes deutscher Abdeckereiunternehmer in Hamburg für Oktober 1925.
Roßhäute 220/— Ctm. . . . R.-M. 16,50 pro
„ 200/219 „ . .
„ - — /i99 - • • Fohlenfelle....... Rindhäute....... Frefferfelle....... Kalbfelle ....... Schaf- und Lammfelle . . • Ziegen feile, getrocknete . • • Zickelfellc, getrocknete • • • (A 111. 3030.)
Glisset, am 9. November 1925.
Der
.*
//
1,90 pro Stck.
—,35 . .
Regierungö-Präsident.
J.-Nr. 4776 K.-A. Wird veröffentlicht.
Schlüchtern, den 20. November 1925.
Der Vorsitzende des Krers-Ausschnffeo.
। J.-Nr. 6046 K. A. Der frühere Bürogehilfe Heinrich ^Dorn in Elm ist anstelle des bisherigen ausgeschiedenen Kreisvollziehungsbeamten Weining bis auf Weiteres mit den Geschäften des Kreiövollziehungsbeamten beauftragt worden. •
Zwangsbeitreibungsaufträge in Gemeindeangelegenheiten fmb fortab auf Herrn Dorn auszustellen, jedoch in der bisherigen Weise ohne Ausnahme an m i ch einzusenden. Die Abgabe der Aufträge an den Vollziehungsbeamten erfolgt von hier aus.
Schlüchtern, den 23. November 4925.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
Stadt Schlüchtern.
Oeffentliche Mahnung.
An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat November 4925 an die Stadtkasse Schlüchtern zu entrichtenden Steuern noch nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.
Eine Einzelmahnung erfolgt nicht.
Bei Meidung zwangsweiser Einziehung sind sofort folgende Steuern zu zahlen:
Grundvermögenösteuer mit Stadtzuschlag, Hauszinssteuer, Gewerbesteuer (nach Ertrag), Gewerbesteuer (Vorauszahlung nach Kapital).
Die einzelnen Steuerzettel sind zur Vermeidung einer zeitraubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vorzu- legen. I
Schlüchtern, den 25. November 1925.
Der Magistrat. Gaenßlen.
Oeffentliche Mahnung.
Es sind noch eine Anzahl Holzkaufgelder aus verschiedenen Terminen rückständig. Die Zahlungen werden, soweit nicht Stundungsgesuche vorliegen, innerhalb 3 Tagen erwartet.
Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die am 1. und 15. Dezember 1925 fällig werdenden Holzgelderreste pünktlich einzuzahlen sind.
Weiter angemahnt werden mit einer Frist von 8 Tagen: Hundesteuern, Waffergelder, Schulgelder und andere Abgaben.
Wiederholt wird darauf hingewiesen, daß Einzelmah- nungcn nicht erfolgen. Die Reste werden nach Ablauf der Frist zwangsweise beigetrieben.
Schlüchtern, den 25. November 1925.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Stadt Steinau.
Bekanntmachung
Gemäß § 36 der Wahlordnung vom 44. 40. 4925 wird hiermit bekanntgegeben, daß die Abstimmung für die Kommunallandtags- und KrciStagSncu- wahlen am Sonntag, ben 2 9. N0vember 4 9 2 5,
ununterbrochen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 6 Uhr stattfindet.
Die Stadtgemeinde Steinau mit dem Gutsbezirke Hundö- rück ist in 2 Abstimmungsbezirke eingeteilt.
Abstimmungsbezirk I umfaßt: die Hausnummern 4 bis 200.
Abstimmungsraum: Zimmer Nr. 4 (Sitzungssaal) im Rathaus. Abstimmungsvorsteher: Konrektor a. D. Heinrich Wagner hier, Hs.-Nr. 472. Abstimmungsstellvertreter : Beigeordneter Heinrich Traudt hier, Hs.-Nr. 2951/2.
Abstimmungsbezirk II umfaßt: die Hausnummern 204 bis 375, sowie Schloß-, Berg- und Vogelsbergerstraße, Bahnhofsgebäude mit Wärterhäusern, Jagdhaus und Gutsbezirk Hundsrück.
Abstimmungsraum: Erdgeschoß im Rentereige- bäude, Stadtborngasse Nr. 469. Abstimmungsvorsteher: Konrektor Karl Stück, hier, Hs.-Nr. 472. Abstimmungsstellvertreter: Eisenbahnbeamte a. D. Konrad Euler hier, Hs.-Nr. 370.
Die Stimmzettel sind amtlich hergestellt, daß sie alle zugelassenen Wahlvorschläge, das Parteikennwort und die Namen der ersten 4 Bewerber jedes Wahlvorschlags enthalten, daß der Wahlberechtigte bei der Stimmabgabe durch ein Kreuz oder in sonstiger Weise kenntlich zu machen, welchen Wahlvorschlag er seine Stimme geben will. Stimmzettel, die diesen Bestimmungen nicht entsprechen, sind ungültig. Die Stimmzettel werden den Wahlberechtigten im Abstimmungsraum mit dem Wahlumschlag ausgehändigt.
Steinau am 47. November 4925.
Der Magistrat. J. V.: Traudt.
Deutscher Reichstag.
Xü Mitte 4C|URä des Laearno-Gesetzes.
Berlin, 26. November.
Auf der Tagesordnung der heutigen Reichstagssitzung stand die zweite Lesung des Locarno-Gesetzes. Mit zur Beratun, gestellt waren die drei Mißtrauensvoten der Deutschnationalen, der Völkischen und der Kommunisten, sowie der Antrag da Deutschnationalen und der Wirtschaftlichen Vereinigung, die Frage des Eintritts in den Völkerbund in einem besonderen Gesetz zu regeln. .
Als erster Redner nahm das Wort Wg. Landsberg (£053 Er schildert zunächst die Schwierigkeiten, die ein Staatsmav« findet, wenn er eine bedeutsame politische Aktion einleitet, deren Wirkungen noch nicht übersehen werden können. Bei aller Schärfe der Kritik müsse man sich immer vor Augen halten, daß der Hauptbeweggrund einer solchen Aktion die Liebe zum Vaterland ist. Unerhört sei es daher, wenn der frühere deutschnationale Abg. Roth sich erfrecht habe, die Anhänger des Locarno-Vertrages als Volksverräter zu bezeichnen. Diese Erbärmlichkeit mäste entschieden zurückgewiesen werden. Der Locarno-Paki kostet uns den Verzicht auf Krieg, den wir doch nicht führen können, bringe uns aber einen Schutz vor neuen Sanktionen und die Befreiung des Rheinlandes. Die Ablehnung von Locarno würde uns einfach in die alte Rechtlosigkeit zurückwerfen.
Als nächster Redner sprach Abg. Wallraf (Dntl.). Von ganz besonderer Bedeutung.sei die verschiedenartige Interpretation des Locarno-Vertrages. Es stehe fest, daß maßgebende Staatsmänner der Alliierten den Locarno-Vertrag anders auslegen als unsere Regierung und daß sie als seinen Hauptvorzug die Stabilisierung und freiwillige
Anerkennung des Vertrages von Versailles durch Deutschland bezeichnen. Damit wird uns das zugemutct, was man nach Bismarcks Aeußerung Frankreich für den Frankfurter Frieden nicht zumuten konnte. Die deuische Regierung dürfe keinen Vertrag unterzeichnen, der auch nur die Deutung zulasse, daß ein neues Anerkenntnis des Versailler Vertrages und ein Der- zicht auf deutsches Land ausgesprochen wird. Wir glauben an unser deutsches Volk und wollen nicht durch die Annahme des Locarm> Vertrages unserer Jugend die freie Bahn in eine bessere Zukunft versperren.
Abg. Schneller (Komm.) betonte, man könne Mussolini, Cham- berlain und Wels schlecht als Friedensengel ansehen. Die Sozial- demokratie rechnet bei ihrer Zustimmung zu Locarno nur aus Ministerpostcn. Das Proletariat habe von Locarno nichts zu er- Karten und lehne die Verträge ab.
Die kommunistische Reichstagssraktion hat einen Antrag ein- gebracht, im Falle der Annahme des Locarno-Gesetzes die Der- kündung um züxü Monate auSzusetzen.
Abg. Dr. Dernburg (Dem.) erklärte, die deutschnationale Politik sei dieselbe, die schließlich zum Sturze Bismarcks führte. Dje Welt nach Locarno sei nicht mehr die Welt vor Locarno Wenn die Regierung rechtzeitig den Eintritt in den Völkerbun» erklärt hätte, dann hätte sie den Umweg über Locarno vermeide» können. Locarno sei eine Notgemeinschaft derjenigen, die die un- geheueren Folgen des Weltkrieges gespürt haben. Locarno muß und wird angenommen werden. Gesunder Mensäzenverstand und guter Wille seien allem heute notwendig, um den Frieden aufrecht zu erhalten.
Abg. Hampe (Wirtsch. Bgg.) forderte Regelung der Völker- bundssrage durch ein besonderes Gesetz. Der Redner gab zu, daß Meinungsverschiedenheiten in seiner Partei bestehen.