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Schlüchlerner Zeitung

Kreis-Kmtsbtatt * Mynnemev amtlicher finzeiger für öen. Kreis Schlüchtem

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Nr. 19 (1. Blatt) Samstag, den 13. Februar 1926

78. Fahr«.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

J.-Nr. 1074. Im Kreise Schlächtern ist die Ausübung 'der Ergänzungsflcischbeschau wie folgt geregelt worden:

Ä. Ergänzungsbeschaubezirk Schlüchtern 1.

Ergänzungöbeschauer: Veterinärrat (Kreistierarzt) z. Zt. unbesetzt. Vertreter: Tierarzt Dr. Rover, Schlächtern für

Schlächtern, Salmünster, Soden, Ahlerobach, Bellingö, Breitenbach, Elm, Gundhelm, Herolz, Hohenzell, Lindenberg, Niederzell und Vollmerz mit Namholz und Hinkelhof.

B. Ergänzungöbeschaubezirk Schlächtern 11.

Ergänzungsbeschauer: Tierarzt Dr. Rover, Schlächtern; Vertreter: Tierarzt Dr. Caemmerer, Steinau für

Heubach, Hintersteinau, Hütten, Klosterhöfe, Kressenbach, Neustall, Oberkalbach, Reinhards, Uerzell mit Klevbcrg und Wallroth.

C. Ergänzungöbeschaubezirk Steinau.

Ergänzungöbeschauer: Tierarzt Dr. Caemmerer, Steinau ; Vertreter: Tierarzt Dr. Rover, Schlüchtern für

Steinau mit Hundsrück, Ahl, Eckardroth, KerberSdorf, Marborn, Marjoß, Romsthal, Sarrod mit Rabenstein, Sei­denroth, Ulmbach und Wahlert.

D. Ergänzungöbeschaubezirk Sterbfritz.

Ergänzungöbeschauer: Tierarzt Dr. Bergien, Sterbfritz; Vertreter: Tierarzt Dr. Rover, Schlüchtern für

Altengronau, Breuningö, Jossa, Mottgerö, Reuengronau, Oberzell, Sannerz, Sterbfritz, Schwarzenfels, Weicheröbach, Weiperz und Iüntersbach.

E. Ergänzungöbeschaubezirk Uttrichöhausen.

Ergänzungöbeschauer: Tierarzt Dr. Roeder, Schmalnau;

Vertreter: Tierarzt Dr. Rover, Schlüchtern für

Uttrichöhausen.

Schlüchtern, den 8. Februar 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

J.-Nr. 1024. Bezugnehmend auf meine Verfügung vom 22. Dezember 1922 Nr. 12053 Kreisamtsblatt Nr. 9 von 1923, betr. die Ueberwachung der nicht in Anstalten untergebrachten Geisteskranken, Epileptischen und Idioten, mache ich die Ortspolizeibehörden auf die dem Herrn Medizinalrat (Kreisarzt) regelmäßig zu erstattenden Zu- und Abgangsanzeigen über Geisteskranke pp. aufmerksam.

Schlüchtern, den 8. Februar 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultb-is.

BekanntmaHung.

Der Landesausschuß hat in seiner Sitzung vom 29. Januar 1926 zu § 5a der Viehseuchen-EntschädigungSsatzung vom 1. März 1912 (Nachtrag vom 31. Oktober 1^21) fol­genden Beschluß gefaßt:

Bei den wegen ansteckender Blutarmut (Anämie) gefal­lenen oder mit Genehmigung des Landeshauptmanns getö­teten Pferden wird eine Höchstgrenze der zu ge­währenden Entschädigungen eingeführt. Als Höchstsatz wird festgesetzt bei Pferden der Betrag von 1600 Mk., bei Zuchthengsten der Betrag von 3000 Mk. Von die­sen Höchstsätzen werden 4/5 als Entschädigung gewährt. Diese Bestimmung tritt am 1. März 1926 in Kraft.

Der Landeshauptmann in Hessen.

Als nächsten Termin für die Abhaltung von Hufbe- schlagprüfungen gemäß Bekanntmachung des Herrn Re­gierungspräsidenten vom 14. September 1924 (Amtsblatt S. 242) bestimme ich Sonnabend, den 17. April 1926, vor­mittags 8^/2 Uhr, in der Lehrschmiede zu Cassel, Wörth- straße 5.

Meldungen zu dieser Prüfung sind bis spätestens zum 20. März d. Jo. unter Beifügung der in der Bekanntma­chung des Herrn Regierungspräsidenten vom 14. September 1924 (Amtsblatt S. 242) vorgeschriebenen Unterlagen und gleichzeitig mit einer Prüfungsgebühr von 25 RM. an Herrn Veterinärrat Schlitzberger in Cassel, Moritzstraße 15, einzusenden.

Die Prüfungsordnung für Hufschmiede kann bei den Lehrschmieden in Cassel, Fulda und Kirchhain eingesehen oder gegen Einsendung einer Verwaltungsgebühr von 2 RM. vom Veterinarbureau der Regierung in Cassel, Schloßplatz, be­zogen werden.

Cassel, den 29. Januar 1926.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Hufschmiede.

J.-Nr. 1427. In der Stadt Fulda ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Schlüchtern, den 10. Februar 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Tgb.-Nr. 194. Am Sonntag, den 14. Februar 1926, beginnend 3 Uhr nachmittags, sprechen im Hotel Stern in Schlüchtern Kirchenrat Eisenberg aus Cassel und Dr. phil. Krusius aus Halle, über Ziele, Aufgaben und

Gestaltung dergeplanten höheren Schule zu Schlüchtern.

Ich mache hiermit die Lehrerschaft des Kreises auf diese Vorträge aufmerksam und empfehle den Besuch der Ver­anstaltung sehr.

Schlüchtern, den n. Februar 1926.

Der Schulrat: Groß.

Kreisausschutz.

J.-Nr. 759 K. A. Die Gemeinderechner Heinrich Ulrich in Schwarzenfels, Johannes Simon in Bcllings sind auf weitere 5 Jahre als Rechner ihrer Gemeinde bestätigt worden.

Schlüchtern, den 8. Februar 1926.

Der Landrat.

Helft der notleidenden Jugend an der Ruhr!

Mit herzlichem Dank und aufrichtiger Freude haben wir Ihr freundliches Schreiben an Herrn Orf begrüßt, da wir daraus Ihre Bereitwilligkeit erkennen, auch in diesem Jahre wieder durch Aufnahme unserer notleidenden Jugend an Ihrem Teile die allgemeine Not unseres Volkes lindern helfen zu wollen.

Ebenso erkennen wir aus Ihren Zeilen das warmherzige Verständnis, welches Sie der allgemeinen traurigen, wirt­schaftlichen Lage, unter der insbesondere unsere hiesige Jn- duftriegegend so schwer zu seufzen hat, enlgegenbringen. Die immermehr um sich greifende Arbeite- und Erwerbs­losigkeit hat die bitterste Not der Arbeiterbevölkerung und weiterer Kreise im Gefolge gehabt; Hunger und Elend stehen auf den Gesichtern dieser armen Volksgenossen.

Ostern naht heran, und viele Hundert Kinder, die aus der Schule entlassen werden, sehen sich infolge der traurigen Wirtschaftslage vergeblich nach Lehr- und Arbeitsstellen um. Wo nun bleiben? Sollen alle diese Kinder ihre Tage mit Nichtstun verbringen; sollen sie den sittlichen Gefahren der Straß« anhei-nfallen? Nimmermevr darf das w^ --o-^ Jugend, die unsere Zukunft ist, geschehen '

Daher ist es ein Gebot christlicher und vaterländischer Pflicht, zunächst jetzt an die Unterbringung dieser schulent- lasstnen Kinder zu denken. Wenn wir für diese Kinder ge­nügend Landstellen bekommen könnten, wo sie im Verkehr mit der arbeitsamen Landbevölkerung sich nützlich betätigend, den angedeuteten Gefahren entzogen sind und außerdem durch kräftige Kost und Bewegung in der frischen Luft Körper und Geist gesund erhalten, dann wäre der Hebel an der richtigen Stelle angesetzt. Kindern und Eltern wäre wirksam geholfen.

Sollten Sie außerdem noch jüngeren Schulkindern, im Alter von io14 Jahren, Pflegestätten bereiten können und wollen, so würden Sie damit mancher armen Familie, die nicht das tägliche Brot hat, helfend unter die Arme greifen.

Wir bitten daher um baldige Nachricht, wieviel Stellen für schulentlassene 1415jährige Kinder und wieviele für jüngere 1014jährige, Sie uns freundlichst zur Verfügung stellen wollen?

So bitten wir um baldigen Bescheid, damit die Kinder Mitte April untergebracht werden können. Sie tun ein gutes Werk, für das der Himmel Sie segnen möge!

Hagen i. W., den 4. Februar 1926.

Der Lehrerausschuß für Landaufenthalt, gez.: Orf.

*

J.-Nr. 660. Den Aufruf der Stadt Hagen i. Westf. um Namhaftmachung geeigneter Pflegestellen für Stadtkinder bringe ich der Bevölkerung des Kreises befürwortend zur gest. Kenntnis und ersuche die Herren Bürgermeister um Ihre volle Unterstützung bei der Durchführung dieses Liebeswerkes.

Die Personalien bereitwilliger Pflegeeltern sind mir ge­sammelt bis zum 20. Februar 1926 zuzuleiten.

Schlüchtern, den 10. Februar 1926.

Der Vorsitzende des Kreiswohlfahrtsamtes.

Preuh. Katasteramt

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der StaatS- miniftcrialbcschluß ,vom 28. 12. 1925 Ges. Sammlung Nr. 39, Seite 178 betr. Befreiung der Neubauten von der staatl. Steuer vom Grundvermögen durch den Erlaß des Herrn Wohlfahrtominister vom 13. 1. 1926 nicht aufgehoben ist.

Schlüchtern, den 11. Februar 1926.

Der Vorsitzende des Grundsteuerausschusses: Momsen.

Stadt Schlüchtern.

Oeffentliche Vortragsveranstaltung.

Am Sonntag, den 14. Februar 1926, be­ginnend 3 Uhr nachmittags, sprechen im Hotel Stern in Schlüchtern Kirchcmat Eisen bcrg, Cassel, und Direktor Lic. thcol. Dr. phil. Krusius, Halle über Ziele, Aufgaben und Gestaltung der ge­planten höheren Schule in Schlüchtern.

Schlüchtern, den 10. Februar 1926.

Der Magistrat: Gaenßlcn.

Die MWaflsnot.

- Gesamtwirtschaft Hamburgs, Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe, insgesamt 128 Verbände, so der Ar- beitgeberverband des Großhandels Bezirk Hamburg, die Ar­beitsgemeinschaft des Einzelhandels in Hamburg, der Bund der Innungen und fachgewerblichen Vereine, der Verein Ham- die Vereinigung industrieller Arbeitgeber- Verbände Hamburg, der Zentralverband des deutschen Groß- ?nb bes ^^ des Hamburger Einzelhandels ver- b^ Hamburger Börse eine Kundgebung zur ^irtschaftsnot Der Vorsitzende Nonnenkamp stellte in seiner Begrüßungsansprache fest, daß die Gesamtwirtschaft Groß- Hamburgs tn schwerer Stunde einig zusammenstehe. Die Hamburger Wirtschaft bekunde den Willen zur Tat und erhoffe ein gleiches Vorgehen m sämtlichen leitenden Wirtschasts- zentren. Als Gesamtwirtschaft erhebe sie getreu ihrer Tra­dition, Wahrer und Diener am Staate zu sein, zuerst ihre Stimme. ^a§ Volk möge diese Stimme hören und handeln, ehe es zu spat sei. v '

Nach eingehenden Referaten wurde einstimmig eine Ent­schließung angenommen, in der aus der Erkenntnis einer un- ^dlngt notwendigen Sparsamkeit zur Rettung der deutschen Wirtschaft gefordert werden: 1. Eine unverzügliche und starke Senkung der Steuern und öffentlichen Lasten, 2. eine Führung der Gesamtwirtschaft allein nach wirtschaftlichen Grundsätzen Diese Forderungen seien zu verwirklichen durch eine um- ^?L^Lteuerreform nach dem Grundsatz, daß die Ausgaben des Re-chs, der Lander und Gemeinden sich nach der Leistungs- Ä öftffl Nichten h°ben, durch eine um- fassende Reform der sozialen Gesetzgebung mit dem Ziele der Angleichmig der sozialen Maßnahmen an die Bedürfnisse und ^'s ungs ahlgkelt der Gesamtwirtschaft und endlich durch die

Der Gesundheitszustand des in Paris krank darnieder- liegenden Londoner Sowjetbotschafters Krassin hat sich ver­schlimmert.

Deutschland undder Völkerbund.

Ren« Erklärungen zum Aufnahmegesuch.

Zu dem Aufnahmegesuch Deutschlands in den Völkerbund wird halbamtlich aus Berlin noch folgender mitgeteilt: Die verschiedenen Schriftstücke, auf die das Schreiben an den Generalsekretär Bezug nimmt, sind bereits früher veröffent­licht worden.

Das deutsche Memorandum vom September 1924 gab den Regierungen der im Völkerbundsrat vertretenen Mächte be­kannt, daß die deutsche Regierung grundsätzlich zum Eintritt in den Völkerbund bereit sei, daß sie es aber für notwendig halte, zunächst gewisse Fragen zu klären. In dem Memoran­dum wurden vier Punkte aufgeführt, von denen zwei als Be­dingungen des deutschen Eintritts anzusehen waren, zwei da­gegen als Erklärungen der Reicksregierung, auf die eine Ant­wort nicht gefordert wurde. Die beiden Bedingungen waren die Einräumung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland und die Klärung der mit dem Artikel 16 der Völkerbunds­satzung zusammenhängenden Fragen. Die beiden einseitigen Erklärungen bezogen sich auf die Kolonialmandate sowie aus die nach der Völkerbundssatzung von Deutschland zu gewähr­leistende aufrichtige Absicht, seine internationalen Verpflich­tungen zu beobachten.

In dem zweiten Schriftstück der deutschen Note an den Völkerbund vom 12. Dezember 1924 wurde der Inhalt der Antworten der Ratsmächte auf das Memorandum dahin zu- sammengefaßt, daß dem deutschen Wunsche wegen Beteiligung am Völkerbundsrat seitens der im Völkerbundsrat vertretenen Regierungen Rechnung getragen werde, daß dagegen die Aus­führungen des Memorandums zum Artikel 16 noch nicht zu dem gewünschten Erfolge geführt hätten. Aus diesem Grunde wurde die deutsche Auffassung zu der Frage des Artikels 16 in der Note noch einmal ausführlich dargclegt und das Ersuchen «, diese Angelegenheit nunmehr den zuständigen Instanzen ölkerbundeS zu unterbreiten.

Die Antwort, die der Völkerbundsrat hierauf am 14. März 1924 erteilte, beseitigte die deutschen Bedenken wegen des Artikels 16 nicht. Deshalb wurde die Völkerbundsfrage im Sommer 1925 mit den Sicherheitsverhandlungen her- bunden und in der deutschen Note bont 20. Juli 1925 über die Sicherheitsfrage erneut eine Ausräumung jener Bedenken ge­fordert. Das führte zu den bekannten Erörterungen auf der Konferenz von Locarno, deren Ergebnis die Rote her übrigen an dieser Konferenz beteiligten Regierungen vom 1. Dezember 1925 bildet. Da diese Note deutscherseits dem Völkerbünde bisher amtlich noch nicht mitgeteilt wurde, ist sie jetzt dem deutschen Anträge in Abschrift beigefügt worden. Wenn der deutsche Antrag in dieser Weise ausdrücklich auf die crtvähntrn Schriftstücke Bezug nimmt, so wird dadurch dem Völkerbünde gegenüber die Grundlage noch einmal klargcstcllt, von der aus Deutschland seinen Eintritt zu vollziehen beabsichtigt. Damit wird erneut die Bedingung der sofortigen Einräumung eines ständigen Ratssitzcs hervorgeboben und ferner auf die Stel- lung Deutschlands hinsichtlich der Frage seiner Beteiligung an etwaigen Sanktionsmaßnahmen hingewiesen. Außerdem wird aber auch in Uebereinstimmung mit den anderen Mäch­ten bei anderer Gelcoenbeit abgegebenen Erklärungen zum Ausdruck gebracht, daß Die ReichSregwrung sich auch den Stand­punkt des Memorandums von 1924 hinsichtlich der Kolonial- mandatc und namentlich hinsichtlich der Kriegsschuldfrage zu eigen macht.