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Nr. 25 (1. Blatt) Samstag, den 27. Februar 1926 78. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
LanSraLsamt.
J.-Nr. 1873. Nachdein die Polizeiverordnung vom 9. Dezember 1902, betreffend das Verabfolgen geistiger Getränke durch die Polizeiverordnung vom 28. 10. 1925 (Amtsblatt S. 263) ersetzt worden ist, haben die Polizeibehörden auch fernerhin nach der Anweisung des Herrn Oberpräsidenten vom 9. 12. 1902 betreffend Maßregeln gegen Trunkenbolde (Reg. Amtsblatt 1902 S. 400) zu verfahren. In den nach Ziffer III der Anweisung den Gast- und Schankwirten sowie den Bcanntweinkleinhändlern zu machenden Mitteilungen über die als Trunkenbolde bezeichneten Personen haben die Ortspolizei- behörden künftighin auf die neue Polizeiverordnung vom 28. 10.1925. hinzuweisen.
Schlüchtern, den 24. Februar 1926.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
Kreisausschutz.
Durchschnittspreise für Häute
nach dem Bericht des Wirtschaftsverbandes deutscher Abdeckereiunternehmer in Hamburg für Januar 1926.
Roßhäute 220/— Ctm. . . .
R.-M. r;,— pro Stck.
„ 200/219 „ . . .
- 11,25 „ ,
- — /i99 - - - -
» 7,40 „ „
Fohlenfelle.......
- 4,15 „ „
Rindhäute .......
„ — ,3’ pro Pfd.
Frefferfelle.......
- —,45 , ,
Kalbfelle .......
„ —,52 „ ,
Schaf- und Lammfelle . . .
» ,3° » v
Ziegenfelle, getrocknete . . .
„ 1,90 pro Stck.
Zickelfelle, getrocknete . . .
, —,35 , ,
(A III. 484.)
Gaffe!/ am 13. Februar 1926.
Der Regierungs-Präsident. ♦
J.-Nr. 1213 K.-A. Wird veröffentlicht. Schlüchtern, den 24. Februar 1926.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses.
Stadt Schlüchtern. "
Oeffentliche Mahnung.
An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Februar 1926 an die Stadtkasse Schlüchtern zu entrichtenden Steuern noch nicht gezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.
Eine Einzelmahnung erfolgt nicht.
Bei Meidung zwangsweiser Einziehung sind sofort folgende Steuern zu zahlen:
Grundvermögenssteuer mit Stadtzuschlag, Hauszinssteuer, Gewerbesteuer (nach Ertrag), Gewerbesteuer (Vorauszahlung nach Kapital).
Die einzelnen Steuerzettel sind zur Vermeidung einer zeitraubenden Abfertigung unbedingt bei der Zahlung vorzu- legen.
Schlüchtern, den 25. Februar 1926.
Der Magistrat. Gaenßlen.
Oeffentliche Mahnung.
Die noch rückständigen Schulgelder, Holzgelder, Wasser- gelder, Pachtgelder und Hundesteuern, sowie alle anderen angeforderten Abgaben sind, soweit sich solche nicht schon in der Beitreibung befinden, innerhalb 3 Tagen bei Meidung von Weiterungen bei der Stadtkasse Schlüchtern einzuzahlen.
Wiederholt wird darauf hingewiesen, daß Einzclmah- nungcn nicht erfolgen.
Schlüchtern, den 25. Februar 1926.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung
Auf Grund des § 76 der Reichüstimmordnung vom 14. März 1924 und der Verordnung über Zulassung eines Volksbegehrens „betr. Enteignung der Fürstenvermögen" wird hierdurch bekannt gegeben, daß die EintragüNgölisten in der Zeit vom 4. bis einschl. 17. März d. Js. im Rathaus — Dienstzimmer des Stadtobersekretärö — offen liegen. Während dieser Zeit können an den Wochentagen vormittags von 9 bis 121/2 Uhr und nachmittags von 5 bis 6 Uhr — am Sonnabend nur vormittags — und am Sonntag den 14. März vormittags von 11—12 Uhr die Unterschriften in die Listen eingetragen werben. Nach § 78 der Meichsstimmordnung ist zur Eintragung zugelassen:
1) wer in die zuletzt abgeschlossene oder laufend geführte Stimmliste eingetragen ist, es sei denn, daß das Stimm- recht inzwischen verloren gegangen ist, oder während der Eintragungöfrist ruht,
2) wer einen Eintragungöschnn hat.
Wegen der Eintragungsscheine wird auf die Bestimmung im § 79 und 80 der Reichsstimmordnung hingewiesen, die in dem angegebenen Eintragungsraum eingesehen werden kann. Schlüchtern, den 25. Februar 1926.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Stadt Steinau.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichsministers des Innern über die Zulassung eines Volksbegehrens vom 15. Februar 1926 ist die Eintragungsfrist in die Listen auf die Zeit vom 4. März bis einschl. 17. März 1926 festgesetzt worden. Während dieser Zeit liegen die EintragungSlisten nebst dem Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen vormittags von y bis 12 und nachmittags von 2 bis 5 Uhr im Rathaus, Zimmer Nr. 3, zur Eintragung für die Stimmberechtigten aus. Am Sonntag, den 7. und Sonntag, den 14. März liegen die Listen zur Einzeichnung nur vormittags von 10 bis 12 Uhr offen.
Steinau (Kr. Schlüchtern), dm 25. 2. 1926.
Der kommissarische Bürgermeister. Dr. Hausmann.
Bekanntmachung.
Ich beabsichtige, die Jagdnutzung im Gemeindebezirk Steinau für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis zum 31. Januar 1935 freihändig zu verpachten. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen vom 3. März d. Js. ab zwei Wochen lang im Rathaus öffentlich aus. Jeder Jagdgenoffe kann gegen die Art der Verpachtung und gegen die in Aussicht genommenen Bedingungen während der Aus- lcgungsfrist Einspruch beim Kreiö-Aueschuß in Schlüchtern erheben.
Steinau, (Kreis Schlüchtern), den 24. Februar 1926. Der Jagdvorsteher: Dr. Hausmann.
Deutschland und der Völkerbund.
Die Reichsregierung bleibt fest.
Zu dem Beschluß des Reichskabinetts, daß sich Reichs- tanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemann als Vertreter des Reiches nach Genf begeben werden, finden sich in den Blättern noch einige ergänzende Mitteilungen. Die Abreise der deutschen Delegation wird am 6. März erfolgen, denn am Sonntag, den 7. März, sollen vertrauliche Besprechungen zwischen den Delegierten der Hauptmächte stattfinden, die sich vor allem auf die Frage der Vermehrung der Ratssitze und das Zeremoniell beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund beziehen dürften.
Auch der „Lokalanzeiger" weiß von einer derartigen Vorbesprechung in Genf zu berichten. Nach einer dem Blatt aus Genf zugcgangcncr Depesche soll in den dortigen Völkerbunds- kreisen damit gerechnet werden, daß eine Einigung auf folgender Grundlage Zustandekommen werde: Spanien soll einen ständigen Ratssitz bereits im März erhalten, während Polen einen nichtständigen Ratssitz bekomme und für seine Wünsche auf einen ständigen Sitz auf dem Herbst vertröstet würde.
In dem „Berl. Tagebl." wird jedoch noch einmal die Einigkeit der öffentlichen Meinung in Deutschland unterstrichen, daß Deutschland auf seinen Eintritt in den Völkerbund verzichten muß, wenn vor feinem Eintritt oder gleichzeitig damit irgendeine Aenderung in der Zusammensetzung des Rates vorgenommen und so in illoyaler Weise die Voraussetzungen verschoben werden, die im Augenblick der Anmeldung Deutschlands Vorlagen. Wie der deutsche Reichskanzler minder deutsche Reichsaußenminister in Locarno aufrichtig an einem Werk, das den Frieden sichern sollte, mitarbeiteten, so Würben sie, wenn man dieses Werk durchaus vernichten will, gemeinsam die notwendigen Erklärungen abzugeben haben, und deshalb, so nimmt das Blatt an, reist Dr. Luther inct nach Genf.
Eine zweideutige Erklärung Chambcrlains.
In Beantwortung einer Anfrage erklärte Chamberlain in der Nntcrhaussitznng, eine Erweiterung des Völkerbundes sei, abgesehen von der Aufnahme Deutschlands, in Locarno nicht erörtert worden. Die in Locarno vertretenen Mächte hätten bereits erklärt, daß sie bereit seien, die Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Deutschland zu unterstützen; dagegen habe sich hinsichtlich der Ansprüche anderer Mächte keine Frage ergeben und er habe niemals, weder damals noch vorher, gehört, daß irgend jemand zu der Meinung gelangt sei, daß die Gewährung eines Ratssitzes an Deutschland daS Ueberein- kommen in sich schlösse, jeder weiteren Aenderung Widerstand entgegenzusetzen. Weiter erklärte der Außenminister Chain, bcrlain, daß die britische Regierung sich noch nicht darüber schlüssig geworden sei, lueM)e Linien sie bei der nächsten Tagung des Völkerbundes mit Bezug auf eine weitere Vergrößerung des Völkerbundes abgesehen von dem Eintritt Deutschlands enthalten werde. Chamberlain erklärte im Verlaufe der Unter- Hanssitzung weiter, es entspreche nicht den Tatsachen, daß die außerordentliche Tagung des Völkerbundes ausschließlich dazu einberufen worden sei, um die Frage der Zulassung Deutschlands zu behandeln.
Neues vom Tage.
— Von halbamtlicher Berliner Seite wird eine Darstellung des „Manchester Guardian", wonach Deutschland gegebenenfalls bereit wäre, gegen die sofortige Räumung des Rheinlandes Polen einen Natssitz zuzugestehen, als völlig unverständlich und irreführend bezeichnet.
— Nach einer Meldung aus Freiburg hat sich das Befinden des Reichstagsabgeordneten Fehrenbach nach einer vorübergehenden Verschlechterung wieder gebessert. An eine Wiederaufnahme der politischen Tätigkeit ist jedoch vorläufig nicht zu denken.
— Der Deutsche Bauernbund hielt in Berlin seine diesjährige Vertreterversammlung ab.
— Wie aus Berlin gemeldet wird, ist der kommunistische Reichstagsabgeordnete Urbahns bei dem Versuch, unter Benutzung eines falschen Passes die Ostgrenze zu überschreiten, in Eydtkuhnen verhaftet worden.
— Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, tritt in der Berechnung der Miete für den Monat März gegenüber dem Vormonat keine Veränderung ein. Es bleibt bei dem Februarsatz in Höhe von 84 bezw. 80 Prozent.
— Nach einer zwischen der deutschen und der japanischen Regierung getroffenen Vereinbarung wird der Sichtvermerkszwang für beiderseitige Staatsangehörige vom 20. März dieses Jahres ab ausgehoben.
— Die Nachricht, Ministerpräsident Graf Skrzynski habe dem englischen Gesandten in Warschau erklärt, daß Polen, wenn es keinen ständigen Natssitz im Völkerbund erhalte, aus dem Völkerbund austreten und sich Rußland nähern müsse, wird amtlich dementiert.
— Prinz Carol von Rumänien ist in Paris eingetroffen. Er hat sich Journalisten gegenüber geweigert, irgendeine Erklärung abzugeben.
— Die britisch« Regierung hat amtlich mitgeteilt, daß der deutsch-englische Handelsvertrag vom 2. Dezember 1924 auch auf die Kolonie Süd-Rhodesien ausgedehnt worden ist.
— In Genfer Völkerbundskreisen glaubt man, daß vor der Ratssitzung eine Aussprache der Unterzeichner der Locarno-Ver- -»rive s' ^tsinden wird.
— Der spanische Kriegsminister hat alten gegenwärtig im Urlaub befindlichen Offizieren der Truppen in Marokko Befehl erteilt, sich unverzüglich aus ihren Posten zu begeben.
— Der Seeschiffverkehr von und nach Hamburg ist seit Mittwoch früh infolge Nebels vollständig lahmgelegt.
— Berliner Blättermeldungen zufolge wird die deutsche Delegation, die zu der außerordentlichen Völkerbundstagung nach Genf reist, außer Dr. Luther und Dr. Stresemann aus zwei Staatssekretären sowie Sekretären und Dolmetschern bestehen.
— Wie aus Kattowitz berichtet wird, sind seid der Uebernahme Oberschlesiens durch Polen im ganzen 10170 Personen nach Frankreich ausgewandert.
— Deutschland ist zu der am 15. März in London beginnenden Konferenz zur internationalen Regelung der Arbeitszeit cingcladcn worden. Neben Deutschland werden Frankreich, Belgien und Italien an der Konferenz teilnehmen. Reichs- arbeitsminister Dr. Brauns wird Deutschland vertreten.
— Schwere Ausschreitungen der Moselwinzer ereigneten sich in Bernkastel. Die Demonstranten stürmten das Finanz- amt und die Finanzkasse, mißhandelten die Beamten, warfen die Akten auf die Straße und verbrannten sie. Aehnliche Vorgänge spielten sich am Zollamt ab. Eine anschließende Vcr- sammlung verlief ohne besondere Störung.
— Durch eine Wirbelsturmkatastrophe im Missisippigebiet wurden zehn Personen getöteet und zahlreiche verletzt.
Konferenz der deutschen Ainanzminifler.
Uebereinstimmung mit dem Rcichssinanzminist-r.
In Berlin fand im Reichsfinanzministermm die angekündigte Konferenz der Finanzminister der Länder über daS Finanz- und Wirtfchastsprogramm der Reichsregierung statt. Rcichsfinanzminister Dr. Reinhold hob in einer cinleticnbcit Rede die bekannten Hauptpunkte des Programmes hervor. Der preußische F i n a n z m i n i st e r sicherte dem Reichs- finanzminister die vertrauensvolle Mitarbeit der Länder bei seiner Amtsführung zu, eine Erklärung, der sich sämtliche Finanzminister anschlossen. In der eingehenden sachlichen Aussprache wurden von einigen Ländervertretern wegen des «ungeschlagenen Weges im einzelnen Bedenken geäußert, während über das nach dem Programm der Reichsregierung zu erreichende Ziel Einigkeit herrschte.
Die Debatte über die Frankcnsälsshaug.
Budapest, 25. Februar. Im Parlament begann Haute die Debatte über die Frankcnfälschcraffärc mit einem Bericht über die Arbeiten des Untersuchungsausschusses. Die Regierungspartei hofft, daß die Debatte noch vor der Abreise des Grafen Bethlen nach Genf mit einem Vertrauensvotum für die Regierung beendet sein wird. Die Opposition will jedoch die Debatte im Parlament benutzen, um den Rücktritt der Regierung zu erzwingen. Wie der „Ugsag" mitteilt, haben die französischen Polizeibehörden auf Grund der Stellung- nähme der Minderheit deS AuSschusseS eine Ergänzung der Untersuchung unb Festnahme des angeblich in Angara weilenden Professors Messaro gefordert.