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Schlüchterner Zeitung

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Nr. 28

Dienstag, den 9. März 1926

78. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

Landvatsamt.

B. A. 454/26 Bekanntmachung

betreffend Eintragung von Fischereirechten in das Wasserbuch.

Auf Grund von § n Absatz 2 des Fischereigesetzes vom 11. Mai 1916 (G.-S. S. 5;) und des § 380 des Wasser- gesetzes vom 7. April 191z (G.-S. S. 5g) sowie unter Bezug­nahme auf meine im hiesigen Regierungeamtsblatt von 1918 Seite 48 abgedruckte Bekanntmachung vom 7. Februar 1918 B. A. 114/18 weise ich erneut auf folgendes hin:

Soweit Fischercirechte, die nicht dem Eigentümer des Gewässers zustehen, am 15. April 1917 bestanden haben, erlöschen sie mit dem 15. April 1927, wenn nicht bis dahin die Eintragung der Rechte in das beim Bezirksausschuß in Cassel geführte Wasserbuch beantragt ist.

Der Antrag auf Eintragung kann sowohl beim Bezirks­ausschuß (Wasserbuchbehörde) in Cassel als auch bei der Mschercibehörde schriftlich oder zu Protokoll gestellt werden. Fischereibehörden sind nach § 119 des Fischereigesetzes die Lrtepolizcibchörden und der Oberfischmeister.

Cassel, den 2. März 1926.

Bezirksausschuß Cassel Namens des Bezirksausschusses.

(Wasserbuchbehörde)

Der Vorsitzende. I. V. gez. Bickell.

J.-Nr. 2171. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, Vorstehendes alsbald in ortsüblicher Weise bekannt zu geben.

Schlüchtern, den 4. März 1926.

Der Landrat. J. B.: Schultheis.

J.-Nr. 2299. Ende dieses Monats findet die Gesellen­prüfung für die Metzger statt.

Lehrlinge, welche bis dahin ihre Lehrzeit beendet haben, müssen sich alsbald bei Herrn Obermeister Doll in Steinau anmelden.

Schlüchtern, den 8. März 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

3m Laufe des Monats April d.. findet die Gesellen­prüfung für die Schuhmacher statt.

Lehrlinge, welche ihre Lehrzeit bis zum 1. Mai ds. Js. beendet haben, müssen sich unter Einreichung eines LebenS- loufes, Lehrzeugnisses und des Zeugnisses der Fortbildungs­schule bis spätestens 15. März d. Js. bei dem Herrn Ober­meister Heinrich Friedrich, Schlächtern zu der Prüfung an­melden.

Die Lehrherrn sind verpflichtet, die Lehrlinge zur Anmel­dung anzuhalten.

Schlüchtern, den 8. März 1926.

_' Der Landrat. J. B.: Schultheis.

J.-Nr. 1418 K. A. Am Samstag, den iz. März 1926 Vormittags 10 Uhr findet im Kreistagösaal hierselbst ein

Schlüchtern, den 4. März 1926.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Um die ZiirstmabfindMK.

Einigung der Regierungsparteien.

Aus Berlin wird amtlich folgendes mitgeteilt:

.. Die unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Luther führten Verhandlungen unter den Regierungsparteien ein- Mießlich der Wirtschaftlichen Vereinigung über das Gesetz vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen J? Andern und den Fürstenhäusern sind in den heutigen ».^Mundcn beendet worden. Alle Beteiligten legten großes wicht darauf, vor der Abreise des Reichskanzlers nach Gens Ergebnis $u gelangen. Umstritten waren im wescut- folgende Punkte: Zusammensetzung des Sondergerichtes, ^wirkende Kraft des Gesetzes und einzelner Fragen über , °?'"8smasse. In allen Punkten wurde unter den an- Parteiführern und Ausschußmitgliedern eine gründ- mche Einigung erzielt, wobei die Beschlußfassung der Frak- Vorbehalten bleibe.

^ber den Inhalt des Entwurfes verlautet, daß das . ^hetzende Sondergericht unter dem Borsitz des Rcichs- ^uchtspräsidenten Dr. Simons aus vier juristischen und vier 's" gsbildet werden soll. Was die Richtlinien für diesen .. .^'chtshof betrifft, so soll eine reine und klare Scheidung OW dem Staatsvermögen und dem Privatbesitz der Mßenhönser erfolgen. Der gesamte Besitz, der aus einen L °.cr Souveränität zurückgeht, soll entschädigungslos an ' ^laat fallen, während für die Entschädigung der Fürsten w s der einwandfreie Privatbesitz in Frage kommen soll. Die »?"^last hierfür liegt den ehemaligen Fürsten ob. Der b." .. wll aber auch die Enteignung solcher Teile des Privat- ^.^'logens betreiben können, an denen ein öffentliches Inter-

Seulschlands Stelluxg in Genf.

Eine Erklärung Stresemanns.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann gewährte einem Vertreter der Presse vor seiner Abreise nach Genf eine kurze Unterredung, in der er u. a. folgendes ausführte:

Deutschlands Stellung zu den schwebenden Völkerbunds- fragen ist von Anfang an klar und folgerichtig gewesen. Die Schwierigkeiten, die im letzten Augenblick auftraten und das ganze Werk von Locarno zu gefährden drohten, sind darauf zurückzuführen, daß für die Lösung dieser Probleme zunächst nicht die in Locarno mit solchem Erfolg erprobte Methode offener und vertrauensvoller Aussprache unter allen Betei­ligten angewandt wurde, sondern daß man versuchte, sich über Deutschlands Kopf hinweg zu verständigen. Deutschlands Stellung zu der Frage der Neugestaltung des Völkerbunds- rates ist in der Hamburger Rede des Reichskanzlers klar zum Ausdruck gebracht worden."

Ich hoffe, daß die für Sonntag vorgesehene Bespre­chung mit den Führern der am Vertrag von Locarno haupt­sächlich beteiligten Mächte die glückliche Atmosphäre von Locarno wieder herstellen wird. Der Wiederaufbau Europas kann nur gelingen, wenn endlich der Geist des Mißtrauens und der Furcht aus den internationalen Beziehungen ver­schwindet und dem entschlossenen Willen zur Zusammenarbeit Platz macht. Diesem Ziel soll in erster Linie der Völkerbund dienen, dessen Versammlungen den führenden Staatsmännern der Mitgliederstaaten Gelegenheit zur persönlichen Aussprache über die Bedürfnisse der Völker geben. Es wäre verfehlt, von einem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund eine grundlegende Aenderung der deutschen außenpolitischen Situation zu erwarten. Wohl aber bedeutet er einen guten Schritt vorwärts auf dem Wege aus dem Abgrund, in den uns der Krieg gestürzt hat, zu dem Platz, der Deutschland unter den Völkern gebührt."

SWtfchlarws WlkerSmiMrAW.

Verstimmung in Frankreich.

Am 8. März wird gleichzeitig mit dem Völkerbaudsrat die Kommission zur Verteilung der Lasten zusammentreten, die über Deutschlands Beitragszahlung als Völkerbundsinit- glied zu beraten haben wird. Für alle Völkerbundsmitglieder sind bei der Festsetzung der Lasten für die Jahre 1926, 1Q§7 und 1928 gewisse Budgetausgaben und der WirtschaftsindeI- zu Grunde gelegt worden, wobei von der Lage im Jahre 1923 ausgegangen wurde. Auch für Deutschland wird das Jahr 1923 gewählt werden, obgleich die Ruhrbesetzung und , die Inflationszeit die wirtschaftliche Lage Deutschlands sehr viel ungünstiger als heute erscheinen lassen.

Trotzdem ist das Bild der- deutschen Wirtschaft im Jahre 1923 noch sehr viel günstiger als beispielsweise dasjenige Frankreichs, so daß der für Deutschland gefundene Vertei­lungsschlüssel zwischen dem englischen und französischen liegen würde. Von den 950 Einheiten des Völkerbundsbudgets bezahlt England ohne Dominions 105, Frankreich dagegen'79. Auf Deutschland würden nun etwa 8590 Einheiten ent­fallen, die 1,8 Mill. Schweizer Franken entsprechen wurden und Deutschland damit einen größeren Anteil als Frankreich gn den Unkosten des Völkerbundes zu tragen haben würde.

In französischen Kreisen ist man hierüber ernstlich beunruhigt, da es für Frankreich eine Prestigefrage bedeutet, den zweitgrößten Anteil nach England an den Bölkerbunds- lasten zu bezahlen. Man will anscheinend auf französischer Seite bei der Festsetzung der deutschen Anteile aus politischen Gründen den deutschen Beitrag unter den französischen drücken. Für Deutschland wäre es dagegen von besonderer Bedeutung, den ihm nach dem Recht zukommenden Beitrag von 8590 Einheiten tatsächlich auch zu bezahlen. Wenn es mehr als Frankreich zahlt, könnte es naturgemäß auch größere Ansprüche bei der Besetzung der Sekretariatsposten durch deutsche Beamte stellen und auch in andern Fragen eine größere Berücksichtigung verlangen.

Die Dauer der Tagung.

Zu den Tagungen der VölkerbundsversaMmlung und des Völkerbundsrats, bei denen Deutschland als 56. Mllglied in den Völkerbundsrat ausgenommen werden und als 5. ständiges Mitglied in den Rat einziehen soll, werden über 100 Haupt- delegierte in Genf erwartet. Sieben Staaten, darunter Frank­reich, Belgien, Polen, Ungarn und Deutschland werden durch ihre Ministerpräsidenten, 12 meitere Staaten, darunter Eng­land, Deutschland, Schweden, die Schweiz, die Tschechoslowakei, Südslawien und Spanien durch ihre Außenminister vertreten sein. Der neue Präsident des Bölkerbnndsrats, Baron Jshii- Japan, toirb die regelmäßige Frühjahrstagung des RateS, der zum 39- Male Zusammentritt, die außerordentliche Tagung der Bölkerbundsversammlung eröffnen, die ihre 7. Session avhält.

Ueber die Dauer der Tagung läßt sich noch nichts bestimm­tes sagen, doch dürsten die Arbeiten der Völkcrbundsvcrsamm- lung, wie man in Kreisen des VölkerbnndssekrctariatS an- nimmt, am kommenden Freitag abgeschlossen werden. Falls dir keineswegs umfangreiche Tagesordnung des DiateS, anf der auch die Erneuerung der Regierungskommission für das Saar- gebiet und andere Saarfragen stehen, in dieser Zeit nicht er­schöpft sein sollte, werden die Ratsmitglieder noch einen Tag in Genf bleiben.

Mit Rücksicht auf den starken Zustrom von Presse­vertretern man rechnet etwa 400 Journalisten, davon etwa ein Viertel aus Deutschland hat die schweizerische Post-

Neues vom Tage.

Während seiner Anwesenheit in Gens wird Reichskanzler Dr. Luther durch den Reichswehrminister Dr. Geßler vertreten.

In einer Erklärung der bayerischen Staatsregierung wird sestgestellt, daß diese auf einem entschieden ablehnenden Standpunkt zur Frage der Enteignung der Fürstenvermögen stehe. Sie betrachte die Angelegenheit für Bayern als durch das in der vorgeschriebenen Rechtsform abgeschlossene Abkommen zwischen dem Staate Bayern und dem Hause Wittelsbach als endgültig erledigt.

Der Schweizer Bundesrat hat für seine Genfer Delegation folgende Richtlinien festgesetzt: Die Delegation soll auch während dieser Vollversammlung wie stets bisher eine gewisse Zurück­haltung üben. Sollte es jedoch zur Abstimmung über die Er­weiterung des Rats kommen, sollen die Schweizer Delegierten ihre Stimmen dagegen abgeben.

Das Kabinett Briand ist durch die französische Kammer gestürzt worden. Briand ist aber trotzdem nach Gens abgereist.

Nach Meldungen aus Luxemburg ist beabsichtigt, die Saar­industrie künftig an den Reparationslieferungen zu beteiligen.

Ueber die Besprechung zwischen Briand und dem italieni­schen Botschafter wird in Paris erklärt, daß Briand in allen Fragen des Völkerbundsrats mit Mussolini übereinstimme.

Die französische Kammer hat die Einführung eines Petro- leummonopols beschlossen.

Prinz Karol von Rumänien, der seit etwa acht Tagen in Begleitung von Frau Lupescu in Paris weilt, wird demnächst vor einem Pariser Gericht erscheinen müssen, weil ihn seine erste Gemahlin, Frau Lambrino, aus Zahlung von zehn Millionen Franken Schadenersatz verklagt hat.

Die spanische Offensive bei Tetnan wird fortgesetzt Die Truppen, die gegen das Bergmassiv von Beni Hozmar Vordringen, haben in den letzten Kämpfen 50 Tote gehabt. Ein Oberst und viele Fremdenlegionäre wurden verwundet.

, , Blätte-meldu^gen zufolge sind für b: Deutsch natio­nalen die Kompromißvorschläge der Regierungsparteien in der Frage der Fürstenabfindung unannehmbar.

Blättermeldungen zufolge sind die Brüder Julius und Henry Barmat erneut verhaftet worden, da Fluchtver­dacht bestand.

In Genf hat Sonntag Nachmittag eine vierstündige Besprechung der Locarnodelegierten stattgefunden, in deren Verlauf, nach dem ausgegebenen gemeinsamen Kommuniquee, die gegenseitige Situation mühelos aufgeklärt wurde.

de Monzie ist im Laufe des Sonntags als die Persönlichkeit bezeichnet worden, die eine nach links gerich­tete Kombination zustande bringen könnte. Man glaubt jedoch, daß Briand Außenminister bleiben wird.

Verwaltung für die Dauer bet Völkerbundsarbeiten eine Reih« besonderer Telephon- und Telegraphenleitungen nach dem Auslande hergestellt, darunter je vier direkte Telephonleitungen nach Berlin und Frankfurt,'die im Bedarfsfälle noch vermehrt werden können. Abgesehen von diesen und ähnlichen Vor­bereitungen im Völkerbundssekreiariat und im Reformations- gebäudc zeigt das Bild der Stadt Genf, die zum erstenmal die deutsche Delegation beherbergt, noch keine Veränderungen, und es ist auch sehr fraglich, ob bei der unfreundlichen Witterung in dem leicht eingeschneiten Genf die Ankunft der Delegierten und der Vertreter der internationalen Presse darin noch einen solchen Wandel schaffen wird, daß man sich an die großen Herbsttagungen der Völkerbundsversammlung erinnert fühlen könnte.

Die französische Kabinettskrise.

PariS, 8. März. In der Presse tritt in der Frage der Regierungsbildung die Vermutung stark in den Vordergrund, daß aller Wahrscheinlichkeit nach mtt einem Kabinett CaillauMstriand zu rechnen ist.

Die Dortmunser Scchstagcfahrt.

Dortnnmv, 8. März. Gestern war der Stand des Sechstage-Rennens folgender: Cugnot-Louet 120, van Nek - Thollenbeck 80, Degraeve-Buysfe 72, Rieger- Knappe 71.

Drei Angestellte vermutlich verbrannt.

München, 8. März. Im Trockenraum der Recger- schen Pappfabrik in Trostberg (Oberbayern) brach ein Feuer aus, das sich, durch den starken Sturm ange- sacht, rasch ausbreitete. Drei Angestellte werden ver­mißt und sind anscheinend in den Flammen umgc- kommen.

Verbrüht und totgefahren.

Olmütz (Mähren), 8. März. Auf dem hiesigen Bahnhof wurden drei Eisenbahnarbeiter durch den plötz­lich ausströmenden Dampf einer Lokoinotive verbrüht, auf das Nebengleis geschleudert und dort von einer anderen Lokomotive überfahren. Zwei wurden getötet, der dritte schwer verletzt.

Nur unwesentliche Zunahme ver Arbeitölasenzisfer.

Berlin, 8. März. Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin ist in der letzten Woche in den meisten Berufen unverändert geblieben und im ganzen um 500 aus 245 073 gestiegen.