Schlüchtemer Zeitung
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Ar. 31
Dienstag, den 16. März 1936 "'.".""an™. >. «'ß» u W^»^—W——«————
78. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen. Landratsamt.
J.-Nr. 2351. Während meiner Beurlaubung vom 18. d. Mls. bis einschl. 7. April d. Js. werde ich in den staats- dienstlichen Angelegenheiten von dem Kreisinspcktor Schultheis und in den kreiskommunalen Angelegenheiten von dem Kreis- ansschußmitglied Preiß vertreten.
Schlüchtern, den 10. März 1926.
Der Landrat. von Trott zu Solz.
Bauarbeiterschntz
II. 9 Nr. 698. Aus den Kreisen der Bauarbeiter wird darüber geklagt, daß in neuerer Zeit die Unfälle bei der Aue- Wrung der Bauten stark zugenommen haben. Wenn auch die Zunahme der Bauunfälle im Verhältnis zu den letzten Jahren zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß sich die Bautätigkeit nicht mehr hauptsächlich auf Kleinhäuser erstreckt, sondern wiederum dem Hochbau zuwendet, so erwächst doch den Polizeibehörden die Pflicht, ihr besonderes Augenmerk auf die Beachtung der zum Schutze der Bauarbeiter erlassenen Bestimmungen zu richten. Es ist verschiedentlich beobachtet worden, daß die polizeiliche Ueberwachung der Bauten nicht ausreichend war. Ich ersuche deshalb, den Baupolizeibehörden zur Pflicht zu machen, bei den polizeilichen Besichtigungen der Neu-und Umbauten auf die genaue Jnnehaltung der zum Schutze der Bauarbeiter erlassenen Vorschriften zu achten. Durch Nachprüfung an Ort und Stelle müssen sich die Ortspolizeibehörden die Ueberzeugung verschaffen, daß die vorgeschriebenen Sicherheitsvorrichtungen auch wirklich vorhanden sind.
Berlin W. 66, den 14. November 1925.
Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt, gez. Hirtsiefer.
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J.-Nr. 2032. Vorstehendes wird den Ortspolizeibehörden zur Beachtung mitgeteilt.
Die in Frage kommenden Schutzmaßnahmen sind au. § 33 der Baupolizeiordnung vom 2. September 1925 zu ersehen. Ich ersuche die Ortspolizeibehörden, die Bauunternehmer auf diese Vorschriften hinzuweisen.
Schlüchtern, den 11. März 1926.
Der Landrat. I. V.: Schultheis.
J.-Nr. 2445. Der für die Stadt Fulda auf den 18. d. Mt«. festgesetzte Rindvieh- und Schafmarkt ist aus veterinär- polizeilichen Gründen verboten worden.
Schlüchtern, den 13. März 1926.
Der Landrat. J. B.: Schultheis.
J.-Nr. 2181. Der Land- und Gastwirt Fritz Günther ju Mottgers ist als SchiedSmannS-Stellvertreter für die Gemeinde Mottgers und den Forstgutsbezirk Sterbfritz wicder- gewählt und verpflichtet worden.
Schlüchtern, den 10. März 1926.
Der Landrat. J. V.: Schultheis.
J.-Nr. 2466. In den Gemeinden Harmerz, Johannes- derg, Pilgerzell und Zell, Kreis Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochcn.
Schlüchtern, den 12. März 1926. Der Landrat.
Kreismtsfchutz.
J.-Nr. 1523 K. A. Die Herren Standesbeamten des Kreises mache ich auf das soeben erschienene „Handbuch für Standesbeamte" von Hermann Bender und Karl Dillmann Auflage) aufmerksam. Das Buch kostet 11 R.-M. Be- Rllungen sind an den Herrn Regierungs-Präsidenten in Wiesbaden zu richten.
Schlüchtern, den 12. März 1926.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. ÄadtTchlüchtern.
Aus die Verfügung des Herrn Landrats vom 1. d. Mio. .7 J.-Nr. 292 L. Ü. betr. Verbütung von Unfällen an Kreis- veröffentlicht in der Schlüchterner-Zeitung Nr. 27 vom ' März d. Js. wird nochmals besonders hingewiesen.
Schlüchtern, den 16. März 1926.
,__ Die Polizeiverwaltung: J. V. Fenncr.
Reue Verschleppung in Gens.
Vollsitzung am Dienstag.
Die Ankündigungen, daß am Sonnabend unbedingt in Genf die Entscheidung fallen werde, haben sich nicht erfüllt. Auch dieser Tag, wurde mit mehr oder weniger nutzlosen Verhandlungen hingebracht. Am Dienstag soll nun die Vollversammlung zusammentreten, um zu dem deutschen Aufnahmegesuch Stellung zu nehmen. Im Anschluß daran soll dann durch den Rat und die Vollversammlung die Frage des ständigen Ratssitzes für Deutschland erledigt werden.
Eine Besprechung mit Briand.
Am Sonnabend nachmittag fand bei Briand im Hotel des Bergues eine Besprechung statt, an der noch sechs weitere Ratsmitglieder teilnahmen. Hierbei wurden d r e i n c u e Vorschläge erörtert.
Der erste sieht die Wahl Deutschlands zum stäu- digen Ratsmitglied unter der Voraussicht vor, daß Deutschland sich bereit erklärt, sich an einer prinzipiellen Erklärung des Rates zu beteiligen, die in die Form von Direktiven für eine mit der Behandlung der gesamten Ratsfrage zu beauftragenden Kommission gekleidet sein soll.
Man nimmt Völkerbundkreisen an, daß sich Deutschland mit diesem Vorschlag einverstanden erklären werde, da sich Dr. Stresema..« in einem langen Aufsatz im „Journal de Genese" in diesem Sinne geäußert habe.
Der zweite Vorschlag, der von dem Grasen Jshii ansgeht, verlangt von der deutschen Delegation vor ihrem Eintritt in den Völkerbnnd die Zustimmung zu einem Beschluß des Rates, daß bei der ordentlichen Vollversammlung im Herbst die Erweitervng des Rates beantragt werden soll.
Ein dritter Lösungsversuch liegt in der möglichen Bereitwilligkeit von einigen nichtständigen Ratsmitgliedern, ihre Sitze der Vollversammlung für eine Neuwahl zur Verfügung zu stellen.
Der zweite Borschlag kommt für Deutschland gar nicht in Frage und zu dem dritten hätte es sich nicht zu äußern, da das eine innere Angelegenheit des Völkerbundes wäre. Sehr wahrscheinlich ist es jedoch nicht, daß sich ein Sitz für Polen freimachen ließe, da Spanien und Brasilien auf ihrem Sitz nicht verzichten wollen, die anderen Ratsmitglieder aber als Vertreter bestimmter Gruppen gewählt worden sind.
Dr. Stresemann über die Ratsfrage.
In dem schon erwähnten Aufsatz im „Journal Se Gencve", führte Dr. Stresemann u. a. aus:
„Was also ist die Differenz um derentwegen bik Friedenspolitik in Europa bedroht sein soll? Es ist letzten Endes die Frage, daß der Völkerbund in seiner jetzigen außerordentlichen Session eine Aenderung des Bölkerbnndsrates an sich nicht hat herbeiführen können, weil Schweden widersprach.
Deutschland ist bereit, sich nach seiner Ausnahme in den Völkerbund mit einzusetzen, daß diese Frage in der ordentliche« Session im Herbst gelöst werde. Der Kommission, die mit diesem Studium beschäftigt werden würde nnd die wohl am besten aus Mitgliedern des Rates nnd Mitgliedern der Versammlung bestehe, würden Richtlinien mit ans den Weg gegeben werden können, nm die Erreichung eines positiven Ergebnisses zu sichern.
Die Entscheidung über die Macht, die als nichtständiges Mitglied im Völkerbundsrat sein soll, läge in den Händen der Mehrheit der Völkerbundsversammlung. Entscheide sich diese, so werde Deutschland diese Entscheidung hinnehmen, gleichgültig ob es bei ihr sich in der Mehrheit oder Minderheit befindet.
-*-■ Zusammenarbeit der Regierungsparteien. Im Reichs- tag fand eine Sitzung des interfraktionellen Ausschusses statt, in der die Zusammenarbeit der Regierungsparteien nochmals erörtert wurde. Ueber die notwendigen grundsätzlichen "Fragen herrschte Einigkeit. Der Vertreter des Zentrums, der Abge. ordnete Guärard, wird eine Formulierung der angenommenen Grundsätze vornehmen und diese dann den Regierungsparteien übermitteln.
Neues vom Tage.
- Der neue deutsch« Botschafter in Madrid, Gras Welcreck tft dort angekommen.
— Der Ausschutz zur BorbereitUng des Nationaldenkmals der ,m Weltkrieg Gefallenen hat sich für die Errichtung eines Ehren, Hains in Mitteldeutschland ausgesprochen.
— Nachdem Reichskanzler Dr. Luther dem englischen Außen, mrnister Chamberlain die ablehnende Antwort der deutschen Dele. gation mitgeteilt hatte, begab sich Chamberlain sofort zu Briand, mit dem er eine längere Unterredung hatte.
— Wie der Havas-Vertreter aus Gens meldet, bestätigt man, datz die schwedische Delegation bedaure, daß ihre oppositionelle Haltung als deutschfreundlich ausgelegt werde. Sie habe sich bereit- erklärt, eine feierliche Erklärung abzugeben, daß Schweden im September zugunsten der Zuteilung eines ständigen Sitzes an Polen stimmen werde.
— Im Laufe der Nacht zum 14. März ist es gelungen, von den in der Karsten-Zentrumsgrube verschütteten 34 Bergleuten 32 zu retten. Zwei konnten nur als Leichen geborgen werden.
— Am 14. abends fand in Genf eine Besprechung zwischen dem schwedischen Delegierten Unden und der deutschen Delegation statt. Anschließend daran stattete Vander- velde einen längeren Besuch im Hotel Metropole ab.
— Einer Reutermeldung aus Genf zufolge berät der Völkerbundsrat zur Zeit über einen Vorschlag Vandcrveldes, nach dem Deutschland einen ständigen Sitz erhalten und sich unmittetbar darnach zugunsten der Schaffung einen weiteren nichtständigen Sitzes aussprechen würde, wobei es der Septembersitzung des Völkerbundes überlassen bleibt, das Land zu wählen, dem dieser nichtständige Sitz eingeräumt werden soll.
— Blättermeldungen aus Berlin zufolge hat die Zahl der Eintragungen für das Volksbegehren in Berlin eine Million erreicht, wenn nicht überschritten. Im ganzen Reich sollen bis jetzt ungefähr sieben Millionen für das Volksbc- nebrer^ gestimmt haben.
— Nach einer Blättermelkung tft in der 'Rahe von Paris eine einzelne Lokomotive einem Personenzug in die Flanke gefahren und hat einen Wagen zertrümmert. 35 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt.
Schweres Eisenbahnunglück in Amerika.
wen. San Lose (Costarica), den 15. 3. Zwischen Alajuela und Cartago ereignete sich aus der Eisenbahnbrücke über den Vivillafluß ein schweres Unglück. Von einem mit etwa 1000 Ausflüglern besetzten Eisenbahnzug stürzte ein Wagen in den Fluß. Die Zahl der Toten und Verletzten wird auf nahezu 300 geschätzt.
Der ehemalige bayrische Kultusminister b. Landmann gestorben
München, 14. März. Im Alter von 81 Jahren ist der frühere bayerische Kultusminister Dr. von Lanomann gestor- ben. Er leitete von 1895 bis 1902 das bayerische Kultusministerium und hat sich als Gesctzcskommentator und durch seine Arbeiten auf dem Gebiete der Sozialpolitik und des Gewerberechts besonders bekannt gemacht.
Verschiebung der französischen Regierungserklärung.
Baris, 14. März. Die Blätter teilen übereinstimmend mit, daß infolge der Schwierigkeiten in Genf die Verlesung der Regierungserklärung, die" am Dienstag nächster Woche erfolgen sollte, wahrscheinlich auf Donnerstag vertagt wird. Man nimmt an, daß Briand Genf frühestens am Montag abend verlassen kann.
Keine Zugeinschränkung bei der Reichsbahn.
Berlin, 14. März. Wie eine Korrespondenz von zuständiger Seite erfährt, trifft die Meldung, daß ab 15. April der Pcr- sonenzugverkehr in Deutschland eingeschränkt werden soll, in dieser Form keineswegs zu, Hinsichtlich der Sparmaßnahmen sind natürlich auch gewisse Einschränkungen in allen Betriebszweigen der Reichsbahn vorgesehen, eventuell auch hinsichtlich des Verkehrs selbst, von einer allgemeinen Einschränkung des Personenzugverkehrs kann aber niemals die Rede sein und für eine Beunruhigung des Publikums liegt durchaus keine Veranlassung vor.
Mitbürger habt Ihr schon Eure Pflicht getan?
Wenn nicht, dann zeichnet Euch in die Liste für das Volksbegehren gegen den Raub der Fürsten ein. Die Liste liegt täglich auf dem Bürgermeisteramt auf. Denkt noch daran, daß Ihr fast alle euer Vermögen durch die Schuld der Fürsten verloren habt und man gibt Euch nichts dafür, wem das bewußt, der zeichne stch ein. Darum handelt schnell! Wer sich nicht einzeichnet, der versündigt sich am ganzen deutschen Volk! seichnungSschlusi am Mittwoch abend 6 Ähr! Der Vorstand der G. V. D