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Schlüchterner Leitung

Kreis-Amtsblatt * Myememev mnLlicherMH Lgev für Kar Kreis Ächlüchtem

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Nr. 43

Dienstag, den 13. April 1926

78. Sahrg.

AmtlicheMekanntmachnngen.

Landratsamt.

J. Nr. 3120. Im Interesse der Kreisbevölkerung wird wiederholt darauf hingewiesen, daß die Sprechstunden in dem fandratsamt auf Dienstag und Freitag, vormittags von 9 bis 12 Uhr, festgesetzt sind. Den Kreiseingesessenen wird in ihrem eignen Interesse empfohlen, die Sprechstunden einzu- hüllen, da sie zu anderer Zeit nicht auf Abfertigung rechnen können.

Schlüchtern, den 7. April 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

J.-Nr. 3130. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, ein­tretendenfalls dafür zu sorgen, daß Löschmannschaften die notwendigen Werkzeuge mitbringen. Aussicht einen Wald- bmnd schnell zu unterdrücken, ist von vornherein günstiger, wenn die zur Hilfe eilenden Mannschaften geeignete Werk­zeuge, vor allem Aexte, Spaten, Schaufeln, eiserne Rechen und Hacken mit sich führen.

Bei dieser Gelegenheit mache ich die Herren Bürger­meister erneut auf die Polizeiverordnung vom 24. 2. 1908 - Reg. Amtöbl. S. 53 von 1908 aufmerksam.

Schlüchtern, den 7. April 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

A. VI. No. 1016. Das nach Ziffer 257 der Ausfüh- mngsanweisung zur Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904 (HMBl. S. 222/3) für jede gewerbliche Anlage zu führende Katasterblatt Muster Y hat eine neue Fassung erhal­ten. Der Unterschied gegenüber dem früheren Muster besteht hauptsächlich in der Aufnahme der Angestellten in die' ge­werbliche Statistik.

Ich ersuche Sie, zu veranlassen, daß daö neue Muster von den Ortspolizeibehörden mit tunlichster Beschleunigung eingeführt wird, damit die Katasterblätter zum 1. November d. Js. mit den entsprechenden Angaben den Gewerberäten zur Berichtigung ihrer Kataster zugestellt werden können (vergl. Ziffer 258 der Ausführungsanweisung).

Bei Bestellung des Katasterblattes ist anzugebcn, daß die Fassung nach dem Muster im Handelsministerialblatt auf Seite 48/49 für 1926 zu erfolgen habe.

Cassel, den 4. März 1926.

Der Regierungspräsident.

J.-Nr. 3065. Vorstehende Verfügung wird den Orts­polizeibehörden mit dem Ersuchen um sofortige weitere Veranlassung mitgeteilt.

Die pünktliche Einsendung der Katasterblätter zum 1. November j. Js. an den Gewerberat in Fulda mache ich den Lttspolizeibehörden zur Pflicht.

Die neuen Vordrucke zu den Katasterblättern können von Karl Heimanns-Verlag in Berlin W. 8 Mauerstraße 44 be­zogen werden.

Schlüchtern, den 6. April 1926.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 3218/'3m Kreise Schlüchtern finden in diesem 3ahre topographische Erkundungen der Landesaufnahme statt. Die ausführenden Beamten sind mit offenen Ausweisen »»sehen.

Die Ortspolizeibehörden ersuche ich, die Beamten in Ausübung ihrer Aufträge auf Anfordern zu unterstützen und ^"en sonst nötige Hilfe zu leisten.

Schlüchtern, den 9. April 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

J.-N. 3121. Im Monat März d. Js. sind folgenden

Personen Jagdscheine ausgestellt worden:

Jahresjagdscheine.

Möller, Heinrich, Jagdaufseher, Wallroth

Jäger, Johannes, Landwirt, Heubach

Klüh, Philipp, Landwirt, Heubach

Müller, Heinrich, Landwirt, Heubach

Hamprecht, Gerb., Schulamtsbewerber, Jossa

Dr. F. Ziemßcn, Rechtsanwalt u. Notar, Berlin.

Schlüchtern, den 7. April 1926.

Der Landrat. J. V.: Schulbus.

«rr-Lsausschutz.

AbschNetzung der Rechnungsbücher für 1925.

J.-Nr. 1985 K.-A. Die Herren Bürgermeister und Ge- "'einderechner der Landgemeinden mache ich darauf aufmerk- / daß die Rechnungsbücher und die Hebeliste für das ^clmungsjahr 1925/26 am 3 o. April 19 2 6 abzu- lchließen und alle nach diesem Tage eingehenden Beträge "us 1925 in die Rechnungsbücher und die Hebeliste für 926/27 einzutragen sind.

3um 10. Mai d. Js. wollen mir die Herren Bürger- Mister über folgende Punkte berichten:

1. Sind die Rechnungsbücher und das Aufsichtsbuch ab­geschlossen und mit der Jahreszusammenstellung versehen?

2. Ist die Hebeliste sowohl bei Soll wie bei Ist bei jedem Steuerpflichtigen ausgerechnet und ist eine Jahreszusammenstellung am Schlüsse der Liste gefertigt?

3. Stimmt die Schlußsumme des Aufsichtsbuches mit der­jenigen der Rechnungsbücher und bei Einnahme auch mit der Hebeliste überein?

4. Welchen Bestand oder welche Ueberzahlung ergibt der Jahresabschluß?

Schlüchtern, den 7. April 1926.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. J. V.: Preiß.

Betrifft: Abgabe der Server öe-Ertrags-Steuer- ertlärungen.

J.-Nr. 234 Gew. Die Frist zur Abgabe der Gewerbe- ertrags-Steuercrklärungen wird bis zum 20. April 1926 verlängert.

Schlüchtern, den 12. April 1926.

Der Vorsitzende des Gewerbesteuerausschusses. I. V.: Schaefer.

dolschasterbefprechungen.

Der deutsche Botschafter bei Briand.

Anläßlich seiner letzten Unterredung mit Briand hat v. Hoesch, der deutsche Botschafter in Paris, das deutsch-französische provisorische Wirtschaftsabkommen «ntc zeichnet.

Außerdem wurden Fragen der Militärkontrolle und der Stand der Luftfahrtverhandlungen erörtert. Hinsichtlich der Erweiterung des Völkerbundsrates stellte v. Hoesch folgende Fragen:

1. Wird die Kommission rein beratende» Cha­rakter haben? 2. Werden die Mitglieder Bevollmäch­tigte sein oder nur sachverständige Berater? 3. Wie wird sich das juristische Verhältnis des deutschen Ver­treters zu den übrigen Delegierten gestalten? 4. Wird die Kommission außer der Erweiterung des :V iK noch andere Fragen zu prüfen haben?

Eine endgültige Antwort auf diese Fragen ist noch nicht erfolgt, sodaß mit einem weiteren Besuch von Hoeschs am Quai d'Orsay zu rechnen ist.

Auch der deutsche Botschafter in London, Sthamer, will in dieser Angelegenheit Schritte beim Foreign Office unternehmen. Fest steht bereits, daß die ein­zelnen Mächte beschlossen haben, sich in der Kommis­sion durch ihre Völkerbundsdelegierten vertreten zu lassen. Die italienische Regierung hat als erste vor­gestern der französischen Regierung mitgeteilt, daß der italienische Völkerbundsdelegierte Scialoja zum Ver­treter Italiens in der Kommission ernannt wird.

Es verlautet, daß Frankreich nicht durch Briand, und England nicht durch Chamberlain vertreten wer­den wird.

Spanien traut dem Stieben nicht.

Neue Offensive Abd el Krims?

Man ist in spanischen Militärkreisen mit den vorbereitenden Friedensverhandlungen mit dem Ris nicht einverstanden.

Frontoffiziere behaupten, daß die Kämpfe von Abd el Krim sofort wieder ausgenommen werden wür­den, falls ihm die Vorschläge Frankreichs und Spaniens zu hart erscheine» sollten.

Von verschiedenen Generälen wird daher noch vv^ Eröffnung der Friedensverhandlungen eine große Offensive befürwortet, um Abd el Krim für die Frie­densbedingungen reif zu machen.

Auch auf dem Kriegsschauplatz herrscht durchaus die Ansicht vor, daß man vor einem Waffenstillstand noch möglichst günstige Ausgangsstellungen erobern müsse, von denen aus jederzeit mit Leichtigkeit neue Küinpfe mit Abd el Krim ausgenommen werden könn­ten, die dann zur endgültigen Unterwerfung des Rif- führers führen würden.

Eine gemeinsame Aktion der französischen und spanischen Flotte im Alhueeinas-Abschnitt ist bereits vorbereitet.

Rücktritt des Reichsjustizministers Marx?

Berlin, 12. April. In parlamentarischen Kres­sen verlautet, daß Reichsjustizminister Marx, dem Drän­gen seiner engeren Anhänger folgend, von seinem Amte zurücktreten werde, um den durch Fehrenbachs Tod frct= gewordenen Vorsitz in der Zentrumsfraktion zu über- nehmen.

Belgiens Anleihe-Schwierigkeiten.

Brüssel, 12. April. Finanzminister Janssen er­hielt in London von englischen Finanzkreisen keine be­stimmten Zusagen für die Gewährung einer Sanie- rungsanleihe an Belgien. Man erklärte sich lediglich bereit, unter gewissen Voraussetzungen die Frage einer Anleihe neu zu studieren, sobald das Problem der Kriegsschulden endgültig geregelt und das Budget- gleichgewicht gesichert wären. Im Grunde genommen haben aber die Londoner Besprechungen des belgi­schen Finanzministers keine neue Sachlage geschaffen, wenn auch die Fortsetzung der Verhandlungen über Kre­dite jetzt gesichert erscheint.

Neues vom Tage.

Der nach einer Aussprache mit dem Reichskanzler aus Ver­tretern der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft, des Wein­baues und der Gewerkschaften zur Prüfung des deutsch-spanischen Handelsvertrages zusammengesetzte Ausschuß hat eine Denkschrift über das Ergebnis seiner Arbeiten fertiggestellt.

Der päpstliche Nuntius in Berlin, Monsignore Pacclli, ist in Rom eingetrosfen. Besondere politische Anlässe sind mit dem Besuch nicht verbunden, obschon der Nuntius natürlich über die deutschen Dinge der Kurie eingehend Bericht erstatten wird.

Der deutsche Botschafter von Hösch stattete Briand einen Besuch ab. Nach Angabe von französischer Seite bezog sich die Unterredung aus die bevorstehenden Arbeiten der mit der Prüsung der Erweiterung des Völkerbundsrates beauftragten Kommission.

König Georg von England hat ein Glückwunschtelegramm an Mussolini gerichtet, in dem er bedauert, daß das Attentat von einer britischen Staatsangehörigen ausging.

In Bukarest verlautet, daß der frühere Kronprinz Karol beabsichtige, doch wieder nach Rumänien zurückzukehren.

In Saloniki ist es zu einer Meuterei griechischer Truppen gegen die Regierung gekommen.

Die Washingtoner Regierung schlägt die Ginberufung einer Konferenz der Seemächte aus den 8. Juni vor, um über die Pro­bleme der Verschmutzung der Seewege durch Oel zu beraten. Unter den eingeladenen Mächten befinden sich Großbritannien, Deutsch­land, Frankreich und Holland.

Der preußische Innenminister Severing trat am Sonn­tag seine angekündigte Reise in das besetzte Gebiet an.

Auf einem Tankschiff ereignete sich in Port Arthur (Texas) beim Verladen von Petroleumfässern eine schwere Explosion, bei der 20 Personen getötet und 30 verletzt wurden.

Mussolini ist am Sonntag früh 7 Uhr auf dem KriegsschiffCavour" in Tripolis eingetroffen. Es sollen außergewöhnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen worden sein, um seine Sicherheit zu gewährleisten.

Nach einer Blättermeldung aus Vigo soll in Lissabon ein neuer Aufstandsversuch mißlungen sein. Um 3 Uhr früh soll die Ruhe wieder vollkommen hergestellt worden sein.

AmundsenS LuftschiffNorgc." ist am Sonntag früh in Pulham gelandet.

In Toulouse ist in der Nacht zum Sonntag ein aus dem 15. Jahrhundert stammender Kirchturm eingestürzt und hat zwei Häuser vollkommen zertrümmert und zwei weitere beschädigt. Zwei Personen wurden getötet und eine verletzt.

Loolidges Emopapolilil.

Eine Absage an den Völkerbund.

Der amerikanische Botschafter in London, Houghton, der zur Berichterstattung über die politische Lage in Europa in Washington gewesen war, ist soeben nach London zurückge­kehrt. Die englische Presse beschäftigt sich ausführlich mit bic= fein Vorgang und verschiedene Blätter schreiben hierzu, daß man in politischen Kreisen Londons der zukünftigen Politik der Vereinigten Staaten in europäischen Dingen äußerst pcssi- mistilch gegenüberstehe.

Man glaubt, daß die pessimistische Auffassung Hougthons über die europäische Lage großen Eindruck auf Coolidge ge­macht hat und den Präsidenten weiter in seiner Ansicht gestärkt hat, daß Amerika sich von dem Völkerbund und der europäi­schen Politik fcrnhaltcn müsse. Auch die Absage Rußlands an den Völkerbund und die Abrüstungskonferenz, so glaubt man zu Wissen, habe Coolidge neuen Anlaß gegeben, der Völkerbundspolitik fernzubleiben, da man in Amerika der Ansicht ist, daß das Fernbleiben Rußlands vom Völkerbund die ganze Organisation zu völligen Ohnmacht verurteile.

Rußlands Nachbarstaaten würden auf seinen Fall ihre Rüstungen einschränken, solange Rußland voll bewaffnet bleibe und damit eine ständige Kriegsgefahr für diese Staa­ten barf-cHc.

Friede»sverhandlungen in Mrollo.

Beginn noch in dieser Woche.

Wie aus Paris gemeldet wird, teilte Painleve den: Ministerrat mit, daß die offiziellen Friedensverhandlungen mit Vertretern Abd el Krims in den nächsten Tagen in Oudjda, einem Orte an der algerisch-marokkanischen Grenze, eröffnet werden. Als französische Bevollmächtigte werden daran General Simon, der bisherige Kommandant des Front­abschnittes von Taza, ferner Duclos, Generalsekretär in Rabat, Pousat, Unterbireftor für afrikanische Angelegen­heiten am Onai d'Orsay teilnehmen. Wie Painleve weiter ausführte, steht die Ernennung des spanischen relegierten unmittelbar bevor. Die französisch - s pa n 11 w e n Unterhändler werden sich zu Vorbesprechungen in Paris treffen, um die Friedensbedingungen für Abd el Krim auszustellen. Sie werden dann gemeinsam nach r ubibe reisen. Abd el Krim hat bereits drei Bevollmächtigte ernannt deren Namen der französischen Regierung zedoch nicht bekannt, gegeben sind. Man rechnet damit, daß die erste offizielle sammenkunft zwischen den Unterhändlern im Laufe dieser Woche in Oudjda erfolgen wird.