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Schlüchtemer Zeitung

Kreis-KmtMcüt * Mgemeinev amtlich er Anzeiger für Kar kreis Schlächtern

Nr 67

Dienstag, den 8. Juni 1926

78. Fahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

J.-Nr. 5231. Nach der Bekanntmachung der Herren Kssortminister vom 18. Januar 1882 Negierungsamts- Matt Seite 72 soll die Aufstellung der Schöffenlisten tMns der Gemeindebehörden alljährlich bis zum 1. August I nnb ihre Einsendung an die betreffenden Amtsgerichte bis I jum 1. September erfolgen. Unter Hinweis auf die Vor- I fristen in den §§ 31 bis 38 des Gcrichtsverfaffungsgesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 22. März 1924 (R. G. 8t S. 299 ff) und diejenigen meiner Bekanntmachung vom 25. August 1886 Kreisblatt Nr. 67 werden die Herren Bür­germeister und Gutsvorsteher des Kreises veranlaßt, die Schöffenlisten rechtzeitig sorgfältig aufzustellen, öffentlich auszulegen und mit der vorgeschriebenen Bescheini­gung versehen, b i s zum 1. S e p t e m b e r d. I. an das zuständige Amtsgericht einzusenden.

In die Schöffenliste sind alle zum Schöffenamt befähigte männliche und weibliche Gemeindeangehörige einzutragen. Schlächtern, den 2. Juni 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

J.-Nr. 5232. Im Monat Mai d. J. sind folgenden Per­

sonen Jagdscheine ausgestellt worden:

a) Jahresjagdschcine.

Hilbig, Willi, Schulamtsbewerber, Jüntersbach

Dr. Pook, Friedrich, Frankfurt a. M.

Merkl, Oskar, Frankfurt a. M.

Borgmann, Karl, Apotheker, Pforzheim

Schunk, Konrad, Rentmeister, Schlächtern Mann, Fritz, Justizrat, Kaiserslautern

Dr. Strube, prakt. Arzt, Uttrichshausen

Klähne, August, Kaufmann, Oldenburg

Elsaffer, L. Justizobersekretär, Schwarzenfels

Koch^ Willi, Metzgerincister, Frankfurt a. M.

b) Tagesjagdschcine.

Baier, Oberleutnant, Bad Brückenau

Steins, Rudolf, Schneidermeister, Hannover.

Schlächtern, den 1. Juni 1926.

Der Landrat. J. V.) Schultheis.

J.-Nr. 5344. Auf Veranlassung des Herrn Regierungs- Präsidenten ersuche ich die Herren Bürgermeister und Vor­steher der Gesamtschulverbände dafür zu sorgen, daß die Beiträge zur Landesschulkasse allmonatlich pünktlich an die hiesige staatliche Kreiskasse abgeführt werden. Bei verspäteter Einzahlung werden Verzugszuschläge berechnet.

Schlüchtern, den 5. Juni 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

In der Zeit vom 7. bis einschl. 10. Juni d. Js. findet die Reinigung der Schornsteine in folgenden Straßen statt: Hanauerstraße, Alte Bahnhofstraße, Schloßstraße, Wasser- gasse, Kirchgasse und Sackgasse.

Schlüchtern, den 3. Juni 1926.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Betr. Zahlung her Holzgelder.

An die Zahlung der am 15. Mai und 1. Juni d. Js. fällig gewordenen Nutzholz- u n d Bre im: h 0 l z - gelber sowie an die Abholung der noch bei der Stadtkasse befindlichen H 0 l z z e t t e l wird hiermit erinnert.

Die Erledigung hat schnellstens zu erfolgen.

Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahlung der rückständigen S t a a t S l 0 S h 0 l z g e l d^c r bis spätestens zum 15. Juni d. Js. bei der Stadtkasse ju erfolgen hat. Die Eintreibung beginnt nach diesem Termin.

Schlüchtern, den 3. Juni 1926.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanutmachung

Am Mittwoch, den 9. d. Mts. nachmittags

Uhr wird im Stadtwald Distrikt 23 und 24 (Ballings) das dort lagernde Fichtenreisig an Ort und Stelle öffentlich Erkauft.

Schlüchtern, den 7. Juni 1926.

Der Magistrat:

Reichsratssitzung.

, Berlin, 7. Juni. In Der letzten Vollsitzung er­klärte sich der ReichSrat einverstanden mit einer Verord­nung, wonach der Eigenverbrauch bei Landwirten von der Umsatzsteuer befreit werden soll, wenn die Ge- Mtsumme der vereinnahmten Gelder einschließlich des Eigenverbrachs im vorausgegangenen Wirtschaftsjahr 10 000 Mark nicht überstiegen hat.

Am den Volksentscheid.

Die Bischöfe gegen die Enteignung.

. Die sämtlichen deutschen Bischöfe haben zu dem Volks­entscheid über die Fürstenenteignung in einer Erklärung Stel­lung genommen, in der.es heißt:

Dir Oberhirten Deutschlands halten den Zeitpunkt für gekommen, der Verwirrung sittlicher Grundsätze entgegen- zutreten, die aus Anlaß der Frage der Fürstenabfindung leider in weitesten Kreisen Boden gefunden hat und durch maßlose Agitation immer mehr gesteigert wird. Wer Gerechtigkeit sür jeden fordert, darf sie den Fürstenhäusern nicht verweigern. Es ist nun allerdings nicht Sache der bischöflichen Autorität, in den Einzelfällen zu entscheiden, welche Stücke seitherigen fürstlichen Besitzes nach ihrer Herkunft und ihrem rechtlichen Charakter als Privateigentum und welche als Staatseigentum anzusprechen sind. Es ist auch nicht Sache der bischöflicher Autorität, in jedem Einzclfall abzumessen, inwieweit die Rück­sicht aus die wirtschaftliche Bedrängnis und die kulturellen Bedürfnisse des Volkes ein besonderes Entgegenkommen von feiten der Fürstenhäuser im Ausmaß ihrer Forderungen ver­langt: ein Entgegenkommen, das unbestreitbar in dieser Zeit allgemeiner Not auch zahllosen anderen Besitzenden als ernst« Pflicht obliegt.

Aber dagegen erheben die Bischöfe Hre Stimme, einen 3» ßüssterchause jene Rechte abzuspvechen, die jedem Menschen edem Staatsbürger und jeder Familie zustehen jene Rechte sie durch Sittengesetz geschützt sind und sie auch in der Ber jassung Anerkennung gefunden haben. Eine rechtwidrige Ver zewaüiguug würde erfolgen, wenn eine unzulässige imd un gerechte Enteignung durchgeführt würde. So ist als unzulässig tine Enteignung zu bezeichnen^ die, und soweit sie ohne Not ihne gerechte, zwingende Gründe erfolgt. Ungerecht würde si fein, wenn sie ohne solche Entschädigung erfolgen würde, 00 als angemessen zu betrachten ist unter Berücksichtigung bei wirklichen Wertes einerseits und der Verhältnisse des in fchwe rer Krise befindlichen Volkswohls andererseits. Unsere Diöze sanen erwarten mit Recht, daß die Oberhirten warnend Mahnend mit aller Offenheit erklären, daß die Vergewaltigung der Rechte der Fürstenhäuser ebenso wie die Vergewaltigung der Rechte anderer unvereinbar ist mit d;u Grundsätzen de christlichen Sittengesetzes."

Die Stellung des evangelischen Kirchemmsschusses.

Auf seiner Tagung in Eisenach hat der Deutsche Evange fische Kirchenausschuß zum Volksensscheid über die Fürsten Enteignung folgende Entschließung gefaßt:Angesichts de bevorsteheirdcn Volksentscheids erklärt der Deutsche Evange fische Kirchenausschuß, ohne zu den politischen und juristische, Fragen Stellung zu nehmen, vor der Oeffentlichkeit, die ge plante entschädigungslos Enteignung bedeutet die Entrechtun deutscher Volksgenossen und widerspricht klar und unzweideuti den Grundsätzen des Evangeliums."

Die Freien Gewerkschaften für den Volksensscheid.

Die Spitzenorganisationen der Freien Gewerkschafter Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Allgemeiner Freie Angestelltenbund und Allgemeiner Deusscher Bea inten bunt haben an ihre Mitglieder einen Aufruf gerichtet, in dem e heißt: ,Mm 20. Juni gibt es nur eine Antwort für die F01 derung der Fürsten: das einmütige ,Da" aller Arbeite: Angestellten und Beamten für die ensschädigungslose Ew eignung."

Wichtige Reichsralsbeschlüsse

Fünf Vorlagen.

In der Vollsitzung des Reichsrates widmete der Vor­sitzende, Rcichsministcr des Innern Dr. Külz, dem General­direktor der Deutschen Rcichsbahugescllschaft, Dr. Ocser einen Nachruf, in dem er besonders die Pflichttreue des Ver­storbenen in feinen verschiedenen Amtsstellurwen bervorhob Der Reichsrat stimmte dann der von der Reichsregierun; vorgeschlagenen Ernennung des Geheimen Regierungsratet Werner aus bcm Reichsjustizministcrium zum Oberrcichs- an walt als Nachfolger des in den Ruhestand tretender Oberreichsanwaltes Dr. Ebermaher zu. Dem d cuts ch- s ch w c dischcn Handelsvertra g wurde gleichfalls zu- gestimmt. Angenommen wurde auch ein Gesetzentwurf zu: Durchführung gewisser Artikel des Bölkerbundsvertrages, be dem es sich um eine Folge deS neuerlich in Paris abgeschlosse­nen Uebcrcinkvmmens über die Luftschiffahrt handelt Der Reichsrat erklärte sich einverstanden mit einer Verord­nung, wonach der Eigenverbrauch bei Land wir- t c n von der Umsatzsteuer befreit werden soll, wenn die Gc- samssumme der vereinnahmten Gelder einschließlich deS Eigenverbrauches im vorausgegangenen Wirtschastsjah: 10 000 Mark nicht überstiegen hat. Den 150 Millionen Gold mark Vorzugsaktien der Deusschen Reichsbahngesellschaft, NN die das Reich eine Dividendengarantie bis 7 Prozent über­nommen hat, wurde die Mündelsicherheit zugesprochen.

" Karinal Faulhaber wird sich zum Eucharistischen Kon- greß nach Chicago begeben. Da der Erzbischof von München der einzige deutsche Kardinal ist, der diesen Kongreß besucht, wurde er, wie derBayerische Kurier" erfährt, von Kardinal Bertram (Breslau) als Vorsitzendem der Fuldaer Bischofs- konfereuz ausdrücklich ersucht, auch namens dieser Bischofs- konferenz den Katholiken in Amerika nochmals Dank für bic Hilfe in den kritischen deutschen Wirsschaftsjahren auszn- ^rcchen.

Neues vom Tage.

Im Preußischen Landtag wurde der Antrag auf AushÄuni der Immunität des völkischen Abgeordneten Wulle angenommen

Wie in Berlin verlautet, soll in den nächsten Tagen Mi Nominierung des bisherigen Geschäftsträgers in Kairo, Mertens für. den Wiener Gesandtenposten erfolgen.

m ~ Aus maßgebender Quelle erfährt dieGermania", daß bei Pragdent des päpstlichen literarischen Instituts, Pater Michael d'Herbignh, gelegentlich seines Besuches in Rußland keine Wieder­aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der russischen Sowjetregierung angebahnt habe, wie früher: Zeitungsnachrichten mitteilten.

Zum Generaldirektor der Reichsbahn ist der bisherig« Stellvertretende Direktor, Dr. Dorpmüller, gewählt worden.

Wie derBayerische Kurier" mitteilt, hat Geheimrat Dr Heim aus Gesundheitsrücksichten seinen Austritt aus der Bayeri­schen Landesbauernkammer genommen. Seit Gründung der Kam mer war Dr. Heim ihr erster Präsident, ist aber bei Beginn bei ledigen Session bei der Wahl zum Präsidenten unterlegen.

Blättermeldungen zufolge hat Dr. Eckener am Sams­tag abend bei Delitzsch einen Autounfall erlitten, durch den er jedoch nur unerhebliche Verletzungen erlitt.

Nach einer Blättermeldung aus Paris sollen sich ver­schiedene Stämme in Marokko erneut gegen die Spanier er­hoben haben. Die Lage sei ernst.

Nach einer Havasmeldung. aus Liffabon hat die Re­gierung durch Dekret das Parlament und sämtliche Parla­mentausschüsse aufgelöst.

Sptimismus an der Vörse.

Das Börsengeschäft botin der abgelaufenen Woche für den außerhalb des Börsenhandels stehenden Beobachter ein so abwechslungsreiches-Bild, daß es selbst an manchen Börsen- tagen infolge feiner Vielgestaltigkeit eine Ueberraschung für die Börsenbesucher bildete. Immer wieder ließ-sich due ac. wssje Unsicherheit fessstellen, die sich bei allen Phasen des Ge­schäfts zeigte und selbst durch die hin und wieder hervor- tretcnbe Haussebewegung nicht zu überwinden war. Es niögcn dabei gewisse Ermüdungserscheinungen vorübergehend initge- wirkt haben, aber ein bestimmter Anlaß, der diese Unsicherheit hätte stützen können, lag nicht vor. Die Stimmung unterlag an fast jebent Börsentag, ohne daß sichtbare Momente mit- wirkten, einem steten Wechsel, wobei aber der feste Unterton durch die die Börse beherrscheri-de Zuversicht einen kräftigen Widerstand fand. Trotz allem nahm das Geschäft einen ganz bedeutenden Umfang an und nicht nur die Kursmakler Hatien wieder einmalalle Hände voll" zu tun, sondern auch die Banken betätigten sich in ausgedehntem Maße durch Käufe am Effektengeschäft. Der Optimismus der Börse crftihr eine wei­tere Steigerung insofern, als unverinittelt das Ausland als Käufer deusscher Akiiengattungen auftrat, wodurch auch bic Unternehmungslust des deusschen Privatpublikrims, allerdings in noch bescheidenen Grenzen, auf den Plan gerufen wurde. Die forsschreitende Konsolidierung im innerdeutschen Wirt­schaftsleben, sowie -der wieder recht leichte Geldstaud regten auch die Spekulation zu größeren Käufen an. Wenn eS trotz­dem zu Rückschlägen kam, die vereinzelt die Kursgewinne wie­der verloren gehen ließen, so ist dies in börsentechnischen Motiven begründet, denen eine größere Bedeutung nicht zu­gesprochen werden kann, weil einem Rückschlag stets ein Aus­gleich der Kusse auf dem Fuße folgte.

Die Flüssigkeit des Geldmarktes wurde vorübergehend beeinträchtigt infolge der an Ultimo stets hervortretenden großen Ansprüche, womit ein scharfes Anziehen des Zinssatzes für tägliches Geld in Verbindung stand. Nach Uebmuiubimg des Ultimos, der an der Börse keinerlei ungünstige Merkmale hinterließ und den üblichen glatten Verlauf nahm, trat wieder stärkeres Geldangebot zutage, so daß der Satz eine Scirkuug von 6 auf 5 Prozent zu verzeichnen hatte.

Im Dcviscnverkehr stauben die beiden westlichen Valuten unverändert im Mittelpunkt des Interesses. Die Unsicherheit, die in dem steten Schwanken dieser Valuten zum Ausdruck kommt, gab dem ganzen Blarkt baS Gepräge und führte zu einer bedeutenden "Geschäftsbelebung. Die Steigung der west­lichen Valuten ist trotz aller Stützungsversuche stets nach unten gerichtet.

Die Mecklenburg. Landtagswahlen.

Ein Nnck nach links.

Schwerin, 7. 6. (WB) Um 1 Uhr vormittags lag das Ergebnis der Landtagswahlen aus 1138 von insgesamt 1412 Bezirken vor. Es fehlen also noch 247 Bezirke.^ Oas vorläufige Ergebnis lautet: Dcnsscbnalionalc 57 3^2, Social­demokraten 101637, DcutfcbvöUtfd'e 2 3 643, Kommunisten 17 200, Deutsche Volkspartei 21474, Demokraten 17 939/ Gruppe für Volkswobl 7 152, Wirtfcbaftspartci 15 106, Na- tionalsozialistifcht Arbeiterpartei 4 185

Zu dem bisher vorliegenden Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg schreibt die .Montagspost', daß die Sozial- drmokraten einen großen Sieg errungen hätten, da sich ihre Stimmen nahezu verdoppelten. Auch der »Montag Morgen' spricht von einem Linksruck in Mecklenburg.