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Kruckunö vevta-.H.Steinfelö Söhne* «Seschäftsst'.LLhnho-fstv.d * frrnjpr-.Kl>4»y * Postfih«kk:P!<mkftwtaM.rrrao Rr. 83 (1. Blatt). Donnerstag, den 15. Juli 1926 78 Jahrg.

; Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags: und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr.:

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Der Landweg von Mottgers nach Altengronau wird wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten vom 15. bis einschl. 28. d. MtS. für Lastfuhrwerke, einschl. Lastautos, gesperrt.

Uebertretungen werden nach der Polizeiverordnung vom 6. April 1877 (Amtsblatt S. 137) bestraft.

Schlächtern, den 14. Juli 1926.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Kreisausschutz.

J.-Nr. 3918 K. A. Auf die am Sonnabend, den 17.

Juli d. J. in Schlüchtern stattfindende

Jungbullenkörung

mache ich nochmals besonders aufmerksam.

Schlächtern, den 9. Juli 1926.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Betr. Erhebung in der Erwerbslosenfürsorge am 2. Juli 1926.

Arbeitsnachweis, Tgb. Nr. 2989. Auf Anordnung des Präsidenten der Reichs arbeitsverwaltung soll eine Erhebung in der Erwerbslosenfürsorge nach dem Stande am 2. Juli 1926 stattfinden. Die betr. Anfragekarten gehen den Arbeit­gebern bis zum 10. Juli 1926 zu, und wir bitten dringend die betr. Arbeitgeber, die Arbeitgeber, die Antwortkarten bis spätestens den 20. Juli d. I s. an mich wieder zurückzusenden.

Schlüchtern, den 6. Juli 1926.

Der Vorsitzende des Krciöurbeitvnachweises

Stadt Schlüchtern.

Betr. Stratzeureinigung.

Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß auch bei haussierten Straßen die Reinigung der Bürger- steige und der StraßenrinnendenAnliegern obliegt.

Bei gepflasterten Straßen muß außerdem die ganze Fahrbahn von den Anliegern gereinigt werden.

Die Reinigung hat jeden Mittwoch und jeden Samstag sowie an den Tagen vor kirchlichen Festen nachmittags bis Sonnenuntergang zu erfolgen. Bei trockenem Wetter muß vor dem Kehren stets ausreichend mit Wasser gesprengt werden.

Die Polizeiorgane sind angewiesen, Zuwiderhandelnde unnachsichtlich zur Bestrafung zu melden.

Schlüchtern, den 13. Juli 1926.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Betr. Hundesteuermarken.

Wir haben festgestellt, daß trotz unserer Aufforderung in der Schlüchterner Zeitung vom 5. Juni 1926 eine große Zahl Hundesteuermarken bei der Stadtkaffe noch nicht abge­holt worden sind. An die säumigen Hundebesitzer ergeht hierdurch nochmals die Aufforderung, die Marken bis spä­testens 24. d. Mts. abzuholen.

Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Besitzer von Hunden, welche dieser lctztmaligcn Aufforderung nicht ent­sprechen, gemäß der vichscuchenpolizeilichen Anordnung vom i?. 2. 1926 (Schlüchterner Zeitung Nr. 33) zur Anzeige zu bringen.

Schlüchtern, den 13. Juli 1926.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

jvekanntmaUung.

Auf Grund des § 23 der Verordnung über den Kraft- fahrzeugverkehr vom 5. Dezembex 1925 (R. G. Bl. S. 439) wird die Schmiedsgasse, Linse ngasse u. Sack­gasse für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen aller Art gesperrt.

Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Schlüchtern, den 13. Juli 1926.

Die Polizeiverwaltung: I. V.: Fenner.

Bekanntmachung.

Die Stadt verkauft am Donnerstag, den i;. d. Mts. abends 6 Uhr im Schulhof des Klosters ein Quantum altes Fußboden holz.

Schlüchtern, den 14. Juli 1926.

Der Magistrat: Fenneb.

Landwirte. striegelt das Dieb gegen ;

Dasselfliegeneler!

Europäischer Rationalitäten^

Die Genfer Tagung.

Der kommende europäische Nationalitäten-Kongreß, der im September zum zweiten Male seit feinem Bestehen in Genf Zusammentritt, schreitet in seinen Vorarbeiten günstig fort.

Der Kongreß wird die bisherigen Führer aller europäischen nationalen Minderheiten der Deutschen, Juden, Kroaten, Litauer, Polen, Russen, Slowenen, Tschechen, Ungarn usw. zu einem Austausch der Anschauungen, Erfahrungen und Ab­sichten vereinigen. Besonders aufmerksam sollen auf dem Kongreß, der von den Beschlüssen des vergangenen Jahres ausgeht, die in Estland und in anderen Staaten bereits er­zielten Fortschritte bei der Regelung der Nationalitätenfrage der Minderheiten behandelt werden.

Auf dem Kongreß sind nur nationale Gruppen zugelassen, deren Majorität auf dem Standpunkt einer bewußt empfinden­den Nationalität steht. Vorsitzender des Ausschusses für die Organisation des Kongresses ist Dr. Wilfan, slowenischer Ab­geordneter im italienischen Parlament. Die deutschen Minder­heiten in Lettland werden durch Dr. Paul Schiemann ver­treten sein.

Zum deutsch-schwedischen Handelsvertrag.

Berlin, 13. Juli. Heute sind im Auswärtigen Amt die Ratifikationsurkunden zu dem Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Schweden vom 14. Mai ausgetauscht worden. Der Austausch wurde auf deutscher Seite vom Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. v. Schubert, und auf schwedischer Seite von dem schwedischen Gesandten in Berlin, As Wirsen, vorgenommen. Der Vertrag tritt am 1. August 1926 in Kraft.

Das französisch-spanische Marokko-Abkommen unterzeichnet.

Paris, 13. Juli. General Primo de Rivera begab sich heute nachmittag nach dem Quai d'Orsay, wo kurz nach 12 Uhr der französisch-spanische Vertrag offiziell unterzeichne! iuüu»t, von französischer Seite durch Briand und von spanischer Seüe durch Primo de Rivera. Im Anschluß an die Unterzeichnung wurden die Vertreter der französischen Presse empfangen, denen Primo de Rivera und Briand die Bedeutung des zustande gekommenen Abkommens erläuterten.

Der Aufenthaltsort Abd el Krims.

Paris, 13. Juli. Wie Havas bekannt gibt, scheine es nunmehr festzustehen, daß Abd cl Krim auf die Insel Comoro und nicht nach Madagaskar, wie ursprünglich geplant war, gebracht werde.

Die Streiklage in England.

London, 13. Juli. Den Blättern zufolge ist die Lage in den Kohlenbezirken im wesentlichen unverändert und von einer beginnenden Rückkehr der Bergleute zur Arbeit ist nicht die Rede. Nur in Warwickshire haben sich seit voriger Woche 500 Arbeitswillige gemeldet, so daß dort jetzt etwa 2500 Mann beschäftigt sind.

Amerika und die Abrüstungskonferenz.

New Aork, 13. Juli. Nach einer Meldung derAssociated Preß" aus Washington hat das Staatsdepartement die Ge­rüchte als unzutreffend bezeichnet, wonach Staatssekretär Kellogg Präsident Coolidgc davon in Kenntnis gesetzt habe, daß die Genfer Verhandlungen, soweit die Vereinigten Staaten und England interessiert seien, als zusammengebrochen be­trachtet werden müßten. Es sei auch von feiten der nach Genf entsandten Beobachter, wie das Staatsdepartement erklärt, m Washington kein derartiger Bericht eingelaufen.

Meuterei aus einem portugiesischen Kriegsschiff.

Paris, 13. Juli. Havas meldet aus Lissabon, es gehe das Gerücht um, daß die Besatzung des Kreuzers, der General Gomez Costa nach Angra de Heroismo gebracht habe, revoltiert und den General in Porto an Land gesetzt habe. Fünf Divi­sionen des Nordens hatten sich für General Gomez Costa und gegen die jetzige Regierung erklärt. Die Agence Havas gibt diese Nachricht unter Vorbehalt wieder.

" Die scharfe italienische Tanger-Note. Wie her diplo­matische Korrespondent desDaily Herald" berichtet, stellt die italienische Note, in der eine größere Beteiligung an der Re­gierung von Tanger gefordert wird, keineswegs eine Bitte in freundlicher Form dar. Die italienische Regierung habe sowohl in London wie in Paris scharfe Vorstellungen er­hoben, die in undiplomatischer Sprache andeuteten, daß Großbritannien und Frankreich sich irrten, wenn sie an- nähmen, daß Italiens koloniale Bestrebungen durch die Ab- trehntg eines Stückes von Abessinien befriedigt werden könnten.

*^ Italien und die Schweiz. Zu den Auseinandersetzun­gen Steifheit der Schweiz und Italien über die angebliche Germanisierung des Kantons Tessin veröffentlicht Italien ein offiziöses Kommunique. Darin wird den Schweizern Vor- geworfen, daß sie gegenüber Italien ein übertriebenes Miß­trauen an den Tag legten. Italien wird sich gewisser Verhält­nisse wegen das Recht nehmen, die Vorgänge mit Mißtrauen zu verfolgen. Es sei doch leicht zu verstehen, daß es gerne wissen möchte, inwieweit die zahlreichen Deutschen, die im Tessin Häuser und Grundstücke gelaust hätten, Bürger der Schweiz seien.

Neues vom Tage.

Gegen das Munitionslager Witkowice bei Krakau wurde ein Attentatversuch unternommen. Von den Tätern wurde einer erschossen, einer verletzt und einer unverwundet verhaftet.

Am Dienstag Abend stürzte in der Nähe des Flug­platzes Fürth ein französisches Großflugzeug brennend ab. Die beiden Piloten konnten sich durch Abspringen retten, wurden aber schwer verletzt, während zwei Monteure verbrannten.

Ueber Italien sind an verschiedenen Punkten wieder schwere Unwetter niedergegangen, die schweren Schaden anrichteten.

Auch aus Südslawien werden schwere Unwetterschäden gemeldet. In Koprivnica sind 300 Häuser eingestürzt.

Durch Hochwasserschäden sind in der Provinz Sachsen über 300 000 Morgen Ernte vernichtet, davon allein im Regierungsbezirk Merseburg über 200 000 und im Regie­rungsbezirk Magdeburg über 100 000 Morgen.

Im Attenlatsprozeß in Smyrna wurden 13 Ange­klagte zum Tode verurteilt. Zwei abwesende Angeklagte wurden ebenfalls zum Tode verurteilt.

Die Film-Oberprüsungsstclle hat sich aus den Protest hin, der von den Regierungen Bayerns, Württembergs, Thüringens, Hessens und Mecklenburgs eingebracht worden ist, erneut mit der Ausführung des FilmsPanzerkreuzer Potemkin" beschäftigt und nach fünfstündiger Beratung das Verbot der Aufführung für das ganze Reich ausgesprochen.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Turchsührungs- verordnung zum Auswertungsgesetz über die Aufwertung der Gut­haben bei Fabrik- und Werksparkassen sowie die Ansprüche an die Betriebspensionskassen. Die Verordnung umfaßt 25 Artikel.

Caillaux und Churchill haben in London das englisch-fran­zösische Schuldenabkommen unterzeichnet.

Von der bulgarischen Gesandtschaft in Berlin wird mit- geteilt, daß alle Gerücht? über die Auslandsreise des Königs Boris aus der Luft gegriffen sind. Der König hat sich am 10. d. M. mit seiner Schwester tatsächlich ins Ausland begeben, versolgt mit dieser Reise aber keine politischen Ziele.

Der Sultan von Marokko hat dem Präsidenten der fran­zösischen Republik einen formellen Besuch im Elysee abgestattet. Darauf besichtigte er das Grabmal des unbekannten Soldaten, an dem er einen Lorbeerkranz niederlegte. Die Bevölkerung brächte dem Sultan große Ovationen dar.

Der Sommer von 1926.

Zehn Jahre sind jetzt feit der Schlacht an der Somme verflossen, die mit ihrer Kampfdauer von fünf Monaten die längste Schlacht in der Weltgeschichte gewesen ist und die mit ihrer artilleristischen Wirkung ihresgleichen im modernen Kriege nicht gehabt hat. Die Lage war für die deutschen Trup­pen sehr kritisch, und wiederholt hat nicht viel gefehlt, daß der von den sehr starken französischen und englischen Truppen geplante Durchbruch der deutschen Front vollzogen wurde. Erst als gegen den September Hindenburg und Ludendorff zur Leitung der militärischen Operationen nach dem Westen berufen wurden, trat eine Besserung der Verhältnisse ein. Der Abschluß der Riesenschlacht erfolgte aber erst Ende November 1916, ohne daß die Zertrümmerung der deutschen Linien er­reicht worden wäre. Nur unter unsäglichen Mühen und Auf­bietung aller Kräfte war dieses Ergebnis verhindert worden.

General von Folkenhayn, der Chef des Großen General- stabes, hatte für den Anfang Februar den allgemeinen 'An­griff auf Verdun, die stärkste französische Festung, angeordnet. Er erwartete, daß ein bedeutender Teil der französischen Armeen nach der Festung gezogen und somit das Vorgehen der deutschen Truppen auf die hierdurch geschwächten Stellen der gegnerischen Front erleichert werden mürbe. Indessen diese Berechnung des deutschen Generalstabschefs erfüllte sich nicht. Wenn auch verschiedene Forts von Verdun von den Angreifern genommen worden waren, so >var dock die Festung so stark und ihre attilleristische Ausrüstung so überlegen, daß die Er­oberung scheiterte. Während der Belagerung von Verdun massierten sich die Streitkräfte der Entente zu dem großen Vor­gehen gegen die deutsche Front an der Somme.

Wie früher schon, war auch jetzt ein Zusammengehen mit den Russen für den Juni 1916 vereinbart worden, das aber nicht zu gleicher Zeit erfolgte. Im Westen war man mit den Vorbereitungen zu dem wiederholten Durchbruchsvessuch noch nicht so schnell fertig geworden, und im Osten war der russische Angriff überraschend "schnell abgewiesen. So kam es, daß das französisch-englische Borräcken erst am 24. Juni an der Somme in einer Breite von 40 Kilometern erfolgte. Die deutsche Heeresleitung brächte im Laufe der Monate 123 Divisionen ins Feuer, dock war ihre Trups»enzahl der des Gegners er­heblich unterlegen. Die Engländer und Franzosen bmuchten nur halb so lange im Gkfcht zu stehen wie die Deurschen, die durch das lange Aushalten in newenzerreißendem Trommel- jener schließlich doch zermürbt iverdeil mußten. Die amerika­nische Kriegsindustrie hatte der Entente eine Menge der schwersten Geschütze und KamPfinafchinen geliefert, denen die deutsche Artillerie kaum gemahfen war. Nach dem Befehl der Heeresleitung sollten die deutschen Linien behauptet wer­ben, und so mußten verlorene Stellungen mit Strömen von Blut wiedererobert werden. So gestaltete sich der Sommer 1916 für die Deutschen geradezu furchtbar, und es ist erklär-