Einzelbild herunterladen
 

Schlöchtemer Zettuny

Kreis-Amtsblatt * Myememev amtlich erAnzeigw für Hen. Kreis Schlüchtem

Krmkunb Vevtatz-.tz.Sternfeld Söhnen Gefct>ästsft:Bcchnhofstv.6 * fernspv.Nr.149★ Postscheck:foankfui£a.M.2329o

Kr 147 (L Blatt) Samstag, den 1L Dezember rb26

78. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

J.-Nr. 11549. Der Landesausschuß hat beschlossen, für des Jahr 1927 eine Viehseuchenabgabe für Pferde, Esel usw. in Höhe von 2 RM., für gekörte Hengste in Höhe von 8 ®. und für Rindvieh in Höhe von 0,75 RM. für jedes Stück zu erheben. Für Ziegen werden für 1927 Beiträge vor­läufig nicht erhoben.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, denen ich die Hebelistenformulare zugehen lasse, werden ersucht, die -Hebelisten unter Beachtung der Bestimmungen der Viehseu- idenenffchädigungssatzung für den Bezirksverband des Regie- flmgsbezirks Kassel (Regierungsamtsblatt 1912 S. 249, rt920 S. 356, 1923 S. 45 und 1925 S. 159) sofort! wfzustellen und bis zum 20. Januar 1927 vollständig auf- zerechnet und abgeschlossen hierher einzureichen. Vor diesem Termin muß die vorgeschriebene 14tägige Offenlegung der Wm stattgefunden haben.

In Einzelfällen, in denen wegen schwieriger wirtschaft- ilicher Verhältnisse ein Viehbesitzer nicht in der Lage ist, die »Abgabe auf einmal zu entrichten, sollen die Gemeinden er- Imäcytigt sein, solche in zwei Halbjahresraten zu erheben. In »das Verzeichnis ist aber die volle Abgabe einzustellen. Die IW der gekörten Hengste Und den für sie zu entrichtenden INgabcbctrag und die Erhebegebühren ersuche ich in den Ll- I iten mit roter Tinte unter der Linie einzutragen und für sich I wfzurechnen.

Eine besondere Aufnahme des Viehbestandes findet nicht I statt, den Hebelisten sind nach § 8 der Viehseuchenentschädi- »Wgssatzung die Ergebnisse der am 1. ds. Mtö. erfolgten lAeyzählung zugrunde zu legen.

I Die Verzeichnisse sind mit den vorgeschriebenen Be­reinigungen zu versehen.

I Schlüchtcrn, den 6 Dezember 1926. __..-**- Der Landrat. von Trott zu Solz.

Z.-Nr. 6415 K. A. Der Dienstmagd Katharine Rüb jfi MmjeH ist für 40jährige treue Dienstzeit bei dem Land- I An Adam Schreiber in Hohenzell eine Prämie von 40 RM. Kreismitteln bewilligt worden.

1 Zchlüchtern, den 7. Dezember 1926. ~ Vorsitzende des Kreisausschusses, von Trott zu Solz.

L^ladt Schlächtern

Zahlung von Abgaben.

I Im Monat Dezember 1926 sind an Steuernjmb Ab- MÄn für Dezember 1926 bezw. Vormonate an die Stadtkasse It-tithtern zu zahlen: _

1- Preußische Grundvermögenssteuer lt. Steuerjettel »"«züglich 250 o/o Stadtzuschlag (hierbei ist die Erhöhung I Ttadtzuschlags ab 1. 4. 1926 nachzuzahlen). 2. Preußische Hauszinösteuer (1000 o/o, soweit nicht Er­legungen vorliegen). _

I 3. Gewerbeertragösteuer (375 °/o von der lt. Steuerbe|cneib blewerbestcucr-Äuöschusseö erfolgten Veranlagung für zu zahlen ist bis 10. Dezember 1926 die Hälfte 2. Rate abzüglich der geleisteten Vorauszahlungen, Maeuerzettel bezw. besondere Benachrichtigung).

4. Gewerbekapitalsteuer (Vorauszahlungen nach dem bis- M Steuerzettel bis zur endgültigen Veranlagung). M Alle angeforderten Abgaben wie Holzgelder (aller Schulgelder, Wassergelder, Hundesteuern usw., noci} eine Anzahl Reste aus dem Rechnungöiahr 1925. L Die Steuer- und Abaabenzettel sind zur Vermeidung einer Wk^benden Bearbeitung unbedingt bei der Zahlung vor-

I Schlächtern, den 9. Dezember 1926.

Der Magistrat. Gacnßlen.

Nobel ^rirdcnsprcisträger

to ll0' 10- 12. Das Nobel-Komitee hat in ferner gcstn- den Nobcl-Fricdcnö-Preiü für das ^ahr 1926

-.. Wen Außenminister Dr. Strcscmann und dein ftan- Außenminister Briand, den im vorigen * zurück- -hi Cn(^rcis ^ür 1925 dem britischen Außenmnnstcr Allsten mal und dem ainerikanisclren Außenprasldenten, Uc« ^«les Dawes verliehen. der Strecke KölnAachen wurde am Donnerstag k; "'folge vorzeitigen OeffnenS der Schranke em mi u!0?? besetzter Kraftwagen von einem D-Zug ulci- Person getötet.__=____ .

M Sie ää

Sie innerpolitische Lage.

Eine wichtige Sitzung des Reichskabinetts.

Das Reichskabinett hat eine wichtige Sitzung abgehalten, in der es sich u. a. mit der Frage des Zuckerzolles, mit der Gewährung von Weihnachtsbeihilsen für die Beamten und mit der innerpolitischen Lage beschäftigte.

Reichskanzler Marx machte ausführlich Mitteilung über die Vorstellungen der Sozialdemokraten über die Rede des Abg. Dr. Scholz in Jnsterburg. Es wurde die Möglichkeit erörtert, den durch diese Rede hervorgerusenen Konflikt bei- zulegen. Im Anschluß an die Kabinettssitzung hatte der Reichs­kanzler Besprechungen mit den Führern des Zentrums.

Wie dieVossische Zeitung" wissen will, haben der Reichs­kanzler und maßgebende Persönlichkeiten des Zentrums den Fraktionsvorsitzenden der Deutschen Volkspartei nicht in Zweifel darüber gelassen, daß sie für eine Koalition mit den Deutsch­nationalen nicht zu haben sein würden und daß es schwere innerpolitische Komplikationen gäbe, wenn die Sozialdemokratie in eine Kampfstellung gegenüber dem Kabinett gedrängt würde. Da man in Kreisen der Volkspartei Wert darauf lege, daß die Austragung des Konflikts bis zur Rückkehr Dr. Stresemanns aus Genf vertagt werde, hält es das genannte Blatt für möglich, daß die Entscheidung auf die nächste Woche verschoben werde, da man damit rechnet, daß die Völkerbundstagung in Genf spätestens Anfang der kommenden Woche beendet sein wird

Entwaffnung und Kontrolle.

Ein deutscher Kompromißvorschlag.

Der Berliner Korrespondent desJournal" will be­richten können, daß deutscherseits folgendes Kompromiß in der Entwoffnungs- und Kontrollfrage als möglich bezeichnet werde:

1. Deutschland gibt seine Zustimmung zur Einrichtung einer ständigen Kontrolle im Rheinland. 2. Diese Kontrolle wird nicht länger dauern als bis zum Jahre 1935, also bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Rheinland nach dem Vcr- failler Vertrag geräumt werden muß. 3. Deupchland wird durch wenigstens ein Mitglied in dem Jndestigationskomite« vertreten sein, dessen Sitz nicht in Deutschland sein wird. 4. Seine Machtbefugnisse erstrecken sich nicht über daß Rhein­land und über die entmilitarisierte Zone hinaus, aber auf Ver­langen eines Mitgliedes des Ausschusies kann dieses auch Kontrolloperationen in gewissen der deutschen Grenze benach­barten französischen und belgischen Gebietsteilen vornehmen.

5. Die Räumung des Rheinlandes muß im Laufe des Jahres 1927 vollzogen sein.

Wie zu dieser Angelegenheit ferner aus Genf gemeldet wird, berechtigen die formlosen Unterhaltungen der juristischen Sachverständigen über die Abänderung des Jnvestigations- Protokolls und seine Ausführungsbestimmungen zu der An­nahme, daß die Juristen zu einem Ergebnis kommen werden, das den deutschen Wünschen, wie sie im wesentlichen in der Note des Reichsministers des Aeußeren vom Januar ds. Js. formuliert sind, gerecht wird. Es steht fest, daß der Gedanke einer Zwischenlösung endgültig ausgeschaltet ist. In einigen Punkten, so insbesondere hinsichtlich der nunmehr aufgegebenen sogenannten örtlichen ständigen Kontrollorgane in der entmilitarisierten Rheinlandzone und in bezug auf die ursprüng­lich den Jnvestigationskommissionen zngestandcncn Exekutive ist bereits eine Einigung erzielt.

Haushaltsausschnß -es Reichstages.

Der Rcichsfinanzministcr über die Steuerlasten.

Im Haushaltsausschuß des Reichstages erklärte Reichs- sinanzminister Dr. Reinhold, er stelle mit Freuden fest, daß die Teutschnationalen zugäben, daß sie sich bei ihrer Kritik der Finanzpolitik des Ministers getäuscht haben. Ueber die Finanzgebarung des letzten Etatsjahres äußerte sich der Minister dahin, daß es ihm gelungen sei, zum Zwecke der Wiederankurbelnug der Wirtschaft die öffentlichen Lasten herabzusetzen.

Auch der Bericht des Generalagenten für die Repara­tionen sage über diese Maßnahmen aus, daß die Steuersenkung des Frühjahrs für die deutsche Wirtschaft sehr Produktiv ge­wesen sei. Darüber hinaus habe aber der Minister dafür gesorgt, daß die Mittel, die sich regelmäßig in den öffentlichen Kassen anznsammcln Pflegen, nunmehr in produktive Arbeit verwandelt wurden. Abgesehen von der Finanzierung vieler anderer Arbeitsangclcgcnheitcn wurde dadurch in erheblichem Maße der Arbeitslosigkeit gesteuert.

Schließlich wurde mit diesen Mitteln auf dem Wege der Erpottkrediwersichernng die Aussuhrmöglichkeit nicht unbe­trächtlich gehoben. Zur Etatsfrage des Jahres 1927 und 1928 Äußerte sich der Minister dahin, daß die Lage außerordentlich angespannt sei. Auf die Dauer könne die deutsche Wirtschaft eine derartige Ucberbürdnng mit Lasten nicht ertrank

Der Schulstreik in Westfalen nimmt immer größere Dimensionen an.

Aus Tettian werden neue Angriffe auf die spanische Marokkofront seitens verschiedener Stämme gemeldet.

SS UM S

Neues vom Tage.

Nach einer Meldung aus Belgrad ist Nikolaus Pa- schicsch heute früh 8.15 Uhr gestorben.

Aus Princeton (Jndiana) wird gemeldet, daß dort ge- stern vormittag wahrscheinlich infolge einer Explosion im Bergwerköschacht mehr als 30 Bergleute getötet wurden.

Nach einer Meldung derVoss. Itg." wird ReichSmini- ster Dr. Strefemann nach seiner Rückkehr aus Genf eine mehrwöchige Erholungsreise nach dem Süden antreten.

Auf Verlangen des preußischen Landtags unterbreitet der preußische Finanzminister soeben eine Uebersicht über das Ergebnis des Personalabbaus in Preußen. Danach sind ins­gesamt 15 612 Personen abgebaut, wodurch dem Staate eine Ersparnis von 30 374 584 Mark entstanden ist.

In Nordjapan werden infolge heftiger Schneestürme 60 Fischerboote vermißt.

Die amtliche Großhandelsindexziffer ist gegenüber der Vorwoche um 1,0 v. H. auf 131,3 gestiegen.

Wie die Berliner Blätter hören, ist die erste Rate von fünf Millionen Mark, die an das Hohenzollernhaus gezahlt wurde, dazu benutzt worden, um finanzielle Verpflichtungen abzudecken.

Der preußische Wohlfahrtsminister unterbreitete dem Landtag einen Gesetzentwurf, wonach der Fiuanzminister ermäch­tigt werden soll, im Wege des Kredits 10 Millionen RM. zur verstärkten Förderung des Baues von Werkwohnungen und Eigenheimen für Landarbeiter und Landhandwerker aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu beschaffen.

Das LinienschiffHannover" ist aus Dillagarcia, von den holländischen Behörden begrüßt, eingetroffen. Während des eine Woche dauernden Aufenthalts des deutschen Schiffes finden zu Ehren der Besatzung verschiedene Festlichkeiten statt,

Von Woche zu Woche.

Bon Argus.

Die Vorbereitungen für bie Tagung des Völkerbuws- rttes in Genf, die in der Vorwoche in Paris in Form von Besprechungen zwischen dem Ministerpräsidenten Poincara und den Außenministern Briand und Chaniberlain statt­gefunden hatten, sollen eine Einigung über die Ziele der Genfer Beratungen zwischen Frankreich und England ergeben haben, aber es ist bisher noch zweifelhaft, ob der deutsche Außenminister Strefemann diesen Vorschlägen zu­stimmen wird. Immerhin ist es auch jetzt nicht"ausge­schlossen, daß man sich noch in zwölfter Stunde einigt, um Differenzen zu vernieiden, die für die Zukunft sich nicht als angenehm erweisen würden. Denn dem Völkerbund ist ein Zwischenfall passiert, der als eine kritisches Hagelwetter ersten Ranges gelten kann.

Der russische Außenminister Tschitscherin, der nach Deutschland gekommen ist, um wegen wirtschaftlichen, poli­tischen und gesundheitlichen Angelegenheiten mit maßgeben­den Autoritäten zu konferieren, Hai sich in einer Rede in Berlin vor Zeitungsleuten zu der Bemerkung verstiegen, daß er den Völkerbund eine Mausefalle nannte, in der er sich nicht fangen lassen werde, da Rußland keinen Vorteil davon habe. Auch sonst sagte er nicht gerade schmeichelhaftes über den Bund und seine Mitglieder. Am schlimmsten kam Eng­land fort, und Tschitscherin fordert die europäischen Festland­staaten geradezu auf, einen Block gegen Großbritannien zu bilden. Was Deuffchland betrifft, so erklärte er, daß die deutsch-russischen Beziehungen im letzten Jahre so fest geworden feien, daß Moskau sich unbedingt auf Deutschland verlassen könne. Zwischen Polen und Rußland lassen die nachbarlichen Beziehungen zu wünschen übrig, infolge des Großmachtdünkels der Warschauer Regierung. Zu Frank­reich hat sich das Verhältnis gebessert. Die Lage in Ostasien ist es, die England zu Moskau auf so gespannten Fuß stehen läßt. Diese gerade in Berlin gehaltene Rede hat in London, Paris und Genf nicht den angenehmsten ßinbruef gemacht, und im Völkerbund kann man erkennen, daß sich über Nacht für diesen und für die französisch-englischen Pläne unliebsame Zwischenfälle ergeben können. Die Franzosen machen sich außerdem auch Sorgen wegen einer denffch-italienischen An­näherung gegen sie. Uns soll es recht sein, wenn Mussolini die deutsche Friedensliebe anerkennt, und er das Seinige tut, um namentlich in Wirtschaftticher Beziehung ein gutes Ein­vernehmen zu sichern.

Die Besprechungen, die in Genf zwischen den Ministern der großen Staaten eingeleitet worden sind, haben sich einst­weilen auf vertrauliche Unterhaltungen beschränkt und gehen nur langsam vorwärts. Optimistische und pessimistische Meldungen hierüber kreuzen sich, und es bleibt abzuwarten, wie der Ausgang sich gestalten wird.

Die interalliierte Militärkommission gibt noch nicht zu, daß Deutschland die Abrüstungsvcrpflichtungcn in vollem Umfange erfüllt hat, so daß wir also weiter arbeiten müssen. Erst wenn wir alle Ansprüche erfüllt haben, soll bekannilich die Ueberwachung an den Völkerbund übergehen, aber auch die Fesffetzung der Befugnisse dieses Bundesausschusses wird

"d» MÄM!