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Schlüchtemer Zeitung

Kreis-Kmtsbtatt * Myemernee amtlich erKnzeiger für Ken, Kreis Ächlüchtem

Ät. 150 (L Blatt)

Samstag, den 18. Dezember »92V

78. Jahrg.

Amtliche Betanntmachungen

Landrat-amt.

J.-Nr. 11578. Die Ortspolizeibehörden mache ich auf die unter Ziffer 748 des Regierungsamtsdlattes Nr. 49 ver­öffentlichte viehseuchenpolizeiliche Anordnung, betr. die Ein­und Durchfuhr ausländischen Geflügels aufmerksam.

Schlüchtern, den 14. Dezember 1926

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 11871. In der Gemeinde Dietershausen, Kreis

Fulda, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Schlüchiern, den 15. Dezember 1926. Der Landrat.

4frrei0um»f stillst.

J.-Nr. 5209 K. A. Bei der am 4. Dez. d. Js. in Mott- gers stattgefundenen Körung sind die Jungbullen der nach­stehend aufgeführten Besitzer angekört worden:

Adam Börner in Elm mit 721/2 Punkten, Joh. Zirkel in Züntersbach mit 721/2 Punkten, Ulrich Kreß in Elm mit 72 Prmkten, Peter Schneider in Schwarzenfels mit 70 Pkt., Gemeinde Elm mit 87 Punkten, Fr. Sperzel in Breunings mit 70i/2 Punkten, Kath. Kohlhepp in Schwarzenfels mit 76 Pkt., Gemeinde Heubach mit 73 Punkten, Gemeinde Schwarzenfels mit 95 Punkten, Freiherrlich v. Kühlmann-Stumm'sche Verwaltung mit 73 Punkten.

Vier Bullen wurden zurückgestellt.

Schlüchtern, den 13. Dez. 1926.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

J.-Nr. 6559 K. A. Nachdem die Standesregister

Formulare für 1927 hier eingegangen sind, ersuche ich Herren Standesbeamten des Kreises dieselben umgehend Kreisausschußbüro Hierseldsrabholen Hüiassew Bei der Holung sind gleichzeitig die Kosten für die alphabetischen gister einzuzahlen. Dieselben betragen für:

und die im

Re-

StandeSamt Schlüchtern , Salmünster , Soden Steinau Elm Gundbelm Heubach Hintersteinau Hobenzell , Hütten Marjoß Mottgers Neuengronau , Oberkalbach Oberzell Romsrhal Sannerz Schwarzenfelo Sterbfritz , Ulmbach , Uitricksbausen Vollmerz Wallroth Züniervbach

0.90 RM.

0.90 ,

0.70 ,

8-45 1F 0.60 0.60 0.60 0.60

1.05 1.65 1-45 0.70 0.70

0.60 0.60

0.70 0.60

1.05 1-55 0.90 ,

0.60

105 0.80 0.60

U

des betreffenden Stan-

Die Kosten fallen den Gemeinden «tSamtsbczirks zur Last.

Schlüchtern, den 17. Dezember 1926.

Der Vorsitzende des KreisauSschusses.

^lr.: Verzinsung gestundeter Abgaben und Be zugszinsen.

J.-Nr. 6696 K. A. Auf Grund des Gesetzes zur Er- ^nzung der Abgabengesetze vom 25. 11- 1926 (P. 0. 31ö) beträgt der Zinsfuß für gestundete öffentliche Ab- & nicht gestundet und ist nicht rechtzeitig Zahülng gc- N/ so sind an Zinsen 10 vom Hundert von der Fälligkeit 6,1 M zahlen.

Schlüchtern, den 14. Dezember 1926.

Der Vorsitzende des KreisauSschusses.

Schlüchtern.

Tarnung für Hauseigentümer und Wohnungs-

«. Auf Grund verschiedeiwr*Vorkommnisse der letzten Zeit pt der Magistrat sich genötigt, fortan m allen »allen, m ^^.Wohmmgcn oder Wohnräumc ohne die c^s 0 r d e r-

M sie sää W W UMM ^ WiM

liche Genehmigung des Magistrats (W 0 h - nungsausschusseö) an Wohnungssuchende überlassen und von diesen bezogen oder von dem Hauseigentümer selbst in Gebrauch genommen werden, die sofortige Räum­ung der unerlaubt bezogenen Räume anzuordnen und ohne Rücksicht auf eine etwa erfolgende Anfech­tung der Räumungsverfügung unnachsichtlich im Wege unmittelbaren polizeilichen Zwanges zur Durchfüh­rung zu bringen. (§ 11 Satz 2 des Wohnungsmangel- gesetzes vom 26. Juli 1923, R. G. Bl. I S. 754, § 2 Abs. 2 der Preußischen Auöführungsbestimmungen vom 11. Sept. 1923, G. S. S. 432, Ziffer 6 der Ausführungsvorschriften vom 3. Juli 1920, G. S. S. 361).

Zuwiderhandelnde haben außerdem Bestrafung mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. und mit Gefängnis big zn 5 Jahren oder mit einer dieser Strafen zu gewär­tigen. (§ 17 des Wohnungsmangelgesetzes).

Schlüchtern, den 16. Dezember 1926.

Der Magistrat. Gacnßlen.

Bekanntmachung.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß Bestellungen auf Weihnachtsbäume bis einschl. Montag, den 20. Dezem­ber 1926, vormittags 10 Uhr im Rathaus Kanzlei entgegengenommen werden. Spätere Bestellungen werden nicht mehr berücksichtigt.

Schlüchtern, den 17. Dezember 1926.

Der Magistrat. Gacnßlen.

Bekanntmachung

Das Verzeichnis über die für das Jahr 1926 zur Er­hebung kommenden Viehseuchenabgaben liegt in der Zeit vom 22. Dezember 1926 bis einschl. 4. Januar 1927 im Rathaus Kanzlei zur Einsichtnahme öffentlich aus. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind bis zum 4. Jan. 1927 beim Magistrat anzubringen.

Schlucht rn, den 15. Dr- mv 1026.

Der Magp.. it. Gacnßlen.

Sie innerpolllische Krise.

Ein Beschluß der Sozialdemokraten.

Die schon längst drohende Krise im Reich ist nun auch offen ausgebrochen, und zwar hat die sozialdemokratische Reichs­tagsfraktion den Anstoß dazu gegeben, indem sie folgenden Be­schluß gefaßt hat:Die sozialdemokratische Fraktion ist zu Ver­handlungen über die Bildung der großen Koalition bereit, sie ist aber der Auffassung, daß hierzu der Rücktritt der Reichs­regierung erforderlich ist." Wie man weiter hört, beabsichtigt die sozialdemokratische Fraktion, ein Mißtrauensvotum ein- zubringen, wenn die Reichsregierung nicht von sich aus zurück- tritt.

Die Beratungen des Reichskanzlers.

Die mehrstündige Beratung des Reichskanzlers mit den Führern der Regierungsparteien im Reichstag endete mit dem Ergebnis, daß der Beschluß des Kabinetts, nicht zurück- zutreten und sein Schicksal vom offenen parlamentarischen Kamps abhängig zu machen, allgemein gebilligt wurde.

Ferner wurde beschlossen, daß eine neue Besprechung der Parteiführer stattfinden soll. In dieser neuen Sitzung will Dr. Marx eine Formulierung seiner Regierungserklärung zur Begutachtung vorlegen, über die dann noch zu verhandeln sein wurde. "

Die sozialdemokratische Fraktion trat zur Beratung darüber zusammen, ob und wann sie ein Mißtrauensvotum einbringen soll.

*< Das Reichskabinett und Genf. In der besonderen Sitzung des Rcichskaöinetts, in der Dr. Stresemann Bericht über die Genfer Tagung des Bölkerbundsrales erstattete, wurde der Bericht von den Ministern ohne Debatte mit Zustimmung entgcgengeuommcn. Reichskanzler Dr. Marx nahm Gelegen­heit, Dr. Stresemann den Dank der Regierung für die Arbeit der Delegation auszusprechen.

-h. Die Kommunisten fordern Auslösung der Reichswehr. Im Reichstag ist ein kommunistischer Antrag eingeaanäen, der die Auflösung der Reichswehr sordert. An ihre Stelle soll eine Miliz treten, die aus der werktätigen Bevölkerung unter Kon­trolle der Arbeiterorganisationen gebildet wird.

*« Die Besichtigungen der I. M. K. Die Besichtigungen der Interalliierten Kontrollkommission dienen der Erledigung von Punkten des Novembe-rprogramms vom Jahre 1925. Damals wurde in beiderseitigem Einverständnis ein Kalender aufgestellt, welcher Daten festlegte, an denen gewisse Besich- tiaungcn vorgenommen werden sollten. In diesen Rahmen fallen auch die Besichtigungen in Königsberg.

Neues vom Tage.

Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 15. Dezem­ber ist gegenüber dem Stande der Vorwoche um 0,5 v. H. zurückgegangen.

Nach Meldungen aus Lissabon ist in Südportugal ein Militäraufstand ausgebrochen. Die Regierung hat alle Gegen­maßnahmen getroffen.

Auf der Chaussee Seehausen-Stendal mürbe am Don­nerstag abend ein Chauffeur von drei Fahrgästen erschossen und in den Chausseegraben geworfen. Die Täter entkamen.

Im Reichstag gab der Reichskanzler Dr. Marx eine Erklärung ab, daß die Regierung beschlossen habe, nicht zurück- zutreten.

DerDemokratische Zeitungsdienst" teilt mit, daß das Gerücht über eine Spaltung in der demokratischen Reichstags- fraltion absolut unwahr ist.

Nach einer Meldung aus Königsberg weilte das Mitglied der Interalliierten Militärkontrollkommission, der italienische Oberst Asariti in Königsberg, um die Festungsanlagen zu inspi­zieren.

Wie aus Haus Doorn gemeldet wird, muß der ehemalige deutsche Kaiser heute wegen Ertältung und Influenza das Bett hüten.

Der belgische Staatsanzeiger veröffentlicht eine Verord­nung, durch die die Bestimmungen über die Ein- und Ausfuhr von Wertpapieren aufgehoben werden. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.

In Brüssel ist ein deutsch-belgisches Komitee gegründet worden, dessen Aufgabe darin bestehen soll, Wege für eine geistige Annäherung zwischen Deutschland und Belgien zu erkunden. Das Komitee wird einen Vorstand wählen, dem sechs Belgier und sieben Deutsche angehören sollen.

Von Woche zu Woche.

- ' D>. deutsche £eIndium gut. Tagu»«p der BötHrLunb^ roi . Genf unter der Führung des ,c>-mrßen"m.st^s Dr. Stresemann ist von achttägiger, anßercrdenüich ange­strengter Tätigkeit aus der Schweiz nach der deutschen Haupt­stadt zurückgekehrt und der Leiter unserer auswärtigen Politik hat dem Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Reichskanzler Dr. Marx über seine Erfolge Bericht erstattet. Dr. Stresemann, dem mit seinen Kollegen Briand, Chamber- lain und dem Amerikaner Dawes der Friedensnobelpreis verliehen worden ist, kann diesmal Wirklich von Ergebnissen reden, die im ganzen befriedigend genannt werden können, wenn er auch noch nicht in allen Punkten von vollen End­resultaten sprechen kann. Er hat den Franzosen und Eng­ländern gegenüber Energie und Festigkeit bewiesen und ist in wichtigen Punkten damit durchgedrungen. Wir können nur wünschen, daß sich alle Hoffnungen, die auf die Zukunft gesetzt worden sind, im vollsten Umfange erfüllen toerben.

Worauf es vor allem ankommt, das ist die Tatsache, daß Dr. Stresemann von Briand und Chambcrlam die Auf­hebung der interalliierten Militärkommission für Ende Januar 1927 erreicht hat, und daß über die Befugnisse der Jnvestlgaiions - (Untersuchungs-) Kommission des Völker­bundes, die an die Stelle der Militärkonimission treten soll, eine Verständigung herbeigeführt worden ist. Briand und Chamberlain haben sich damit einverstanden erklärt, daß die neue Kommission nicht nach eigenem Ermessen, sondern nach der Weisung des Bölkerbundsrales von Fall zu Fall handelt, so daß also der Rat der eigentliche Vollstrecker der bean­tragten Nachforschungen ist. Diese Untersuchungen gelten nicht nur für Deutschland, sondern für alle zum Völkerbund gehörigen Staaten. In Frankreich und in England hat man diese Neuerungen im allgemeinen gebilligt, um endlich mit dieser Streitfrage aufzuräumen, nur die weit rechtsstehenden Chauvinisten haben sich schlecht damit befreunden können, und Briand hat manche Warnrufe deshalb hören müssen. Das Kabinett Poincars, also auch der Ministerpräsident selbst, hat indessen ausdrücklich zugestimmt. Ebenso die britische und die deutsche Regierung. Daß ein Erfolg Deutschlands vorliegt, ist außer Zweifel, wenn auch verschiedentlich ver­sucht wird, ihn herabzumindern.

Unerledigt geblieben ist bisher auch die Angelegenheit lveiterer Entscstigungen im Osten, die von den Polen gefordert werden, und das von England verlangte Verbot der Ausfuhr von deutschen Waffen nach dem Auslande. Hierüber soll noch direkt zwischen den verschiedenen Regierungen verhandelt und eventuell eine Entscheidung durch das Haager Schiedsgericht herbeigeführt werden. Die Erledigung der letzteren Sache gestaltet sich dadurch schwierig, daß London nicht nur die Ausfuhr der Waffen, sondern auch von Halbfabrikaten, Sirmaturen, Werkzeugen und Maschinen aller Art untersagen will. So würden z. B. Dampfkessel für Schiffsbauten und Dieselmotoren zur Herstellung von Flugzeugen untersagt werden. Es ist kein Zweifel, daß die Produktion der deutschen Industrie durch solche Maßnahmen erheblich zugunsten der britischen Fabrikation eingeschränkt werden würde. Unberührt geblieben ist die Räumung des linken Rheinufers, der Bezirke Koblenz und Mainz, sowie des Saargebietes, doch meint man,