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Nr. 23

Dienstag, den 22. Februar 1S27

79. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

LandratSamL.

J.-Nr. 1560. Der Landweg zwischen Schlüchtern-Hohen- zell wird bis auf Weiteres für Lastkraftwagen gesperrt. Der Verkehr ist über Niederzell zu leiten.

Uebertretungen werden nach der Straßenverkehrsordnung vom 24. Sept. 1926 (Beilage zum Reg.-Amtsblatt Nr. 40 von 1926) bestraft.

Schlüchtern, den 21. Februar 1927.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

Kkre-sausschM.

J.-Nr. 1722. Der Herr Landeskrüppelarzt (Spezialarzt für Orthopädie) wird am Samstag, den 5. März 1927 von vormittags 9V2 Uhr ab im hiesigen Kreishause (Kreistagssaal) Sprechstunde abhalten.

Ich mache hierauf die Eltern und Vormünder der mit einem Krüppelleiden behafteten Kinder aufmerksam und er­suche dringend, diesen nur alljährlich einmal stattfindenden Sprechtag recht zahlreich zu besuchen. Die ärztliche Bera­tung ist kostenlos.

Die Herren Vormundschaftsrichter und Ärzte, sowie die Gemeindeschwestern, di^sine persönliche Rücksprache wünschen, bezw. sich für dieses Gebiet der Gesundheitsfürsorge interes­sieren, werden zu dem Krüppelberatungstage ergebenst ein­geladen.

Schlüchtern, den 15. Februar 1927.

Der Vorsitzende des Kreiswohlfahrtsamts, von Trott zu Solz.

Stadt Schlüchtern.

Oeffentliche Mahnung.

An alle Zahlungspflichtigen, die ihre im Monat Feb­ruar 1927 bezw. für Vorm.St.ttr an Die Stadtkaffe -Schläch­tern laut Aufforderung vom 4. Februar 1927 im Kreisblatt zu entrichtenden Steuern und Abgaben nicht bezahlt haben, ergeht hierdurch öffentliche Mahnung.

Bei Meidung kostenpflichtiger Einziehung sind sofort zu zahlen:

Preußische Grundvermögenssteuer mit Stadtzuschlag, Preußische Hauözinösteuer, Gewerbeertragsteuer für 1925, Gewerbeertragsteuer für 1926 (3. Rate), Gewerbekapitalsteuer- Vorauszahlungen bis zur endgültigen Veranlagung für 1925 und 1926, Holzgelder, Schulgelder, Wassergelder, Hunde­steuern, Hütegelder sowie alle sonstigen angeforderten Abgaben.

Schlüchtern, den 17. Februar 1927.

Der Magistrat: Fenner.

Bekanntmachung.

Der für den 1. März d.. angesetzte Pferde-, Rind­vieh-, Schweine-, Ziegen- und Schafmarkt findet wegen der in einer Gemeinde des Kreises Schlüchtern herrschenden Maul- unh Klauenseuche nicht statt.

Schlüchtern, den 18. Februar 1927.

Der Magistrat: Fenner.

Verkauf von Baugelande.

Zum Zwecke der Gewinnung von Baugelände soll der zu dem städtischen Anwesen Fuldaerstraße Nr. 47 gehörige Garten auf geteilt und durch den Ausbau einer neuen Straße alsbald baureif gemacht werden.

Zur Verfügung stehen zunächst 7 Bauplätze, von denen einer an der Fuldaerstraße zwischen dem Anwesen der Firma M. Wolf und dem Finanzamt, einer an der Bahnhofstraße zwischen Hotel Stern und dem Anwesen der Firma H. Stein­feld Söhne und 5 an der neu auszubauenden Straße liegen. Die Bauplätze, die eine Durchschnittsgröße von 56 Ar haben, werden hiermit zum Verkauf ausgeschrieben. Kauf­liebhaber wollen schriftliche Anträge an den Magistrat ein­reichen, auch wird mündliche Auskunft im Rathaus Dienst­zimmer des Stadtinspektors erteilt. Daselbst kann auch der Plan eingesehen werden.

Schlüchtern, den 18. Februar 1927.

Der Magistrat: Fenner.

Verbot des Befahrens der Kloster- und Lotichiusstraße mit Lastkraft­wagen und Lastfuhrwerken.

Auf Grund des § 23 Abs. 1 der Verordnung über Kraftfahrzeugverkehr vom 5. Dez. 1925 und des § 18 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung vom 24. Sept. 1926 wird hierdurch das Befahren der Kloster- und Lotichiusstraße mit Lastkraftwagen und Lastfuhrwerken verboten.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 RM. oder mit Haft bestraft.

Schlüchtern, den 16. Februar 1927.

Die Polizeiverwaltung: Fenner.

Sirtfiefer hält an der Verordnung fest. TieFreigabe der gewerblichen Räume wird aufrecht erhalten.

Wie aus parlamentarischen Kreisen berichtet wird, sprach sich Minister Hirtsiefer auf eine Anfrage über seine Stellung zn den Beschlüssen des Landtags zu seiner Verordnung über die Lockerung der Zwangs­wirtschaft dahin aus, daß er eine Abänderung der Ver­ordnung ablehnen müsse. Es handelt sich um eine Rechtsverordnung, die ans Grund des Reichsgesen

über den Wohnungsmangel erlassen worden ist. Die­ses Reichsgeset; ermächtigt die Landesregierungen zum Erlaß der notwendigen Bestimmungen. Der Minister erinnerte daran, daß er auf das deutlichste bereits hin- gewiesen habe, daß es für ihn nur zweierlei gebe: Eut- weder man nimmt die Verordnung an oder man lehnt sie ab. Einem solchen Beschlusse des Parlaments werde er sich fügen. Nachdem in namentlicher Abstim­mung die Aufhebung der Verordnung abgelehnt wor­den sei, bleibe für ihn nur ihre Aufrechterhaltung.

Ueber die Haltung der Regierungsparteien ver­lautet, daß das Zentrum geschlossen hinter dem Mini­ster steht. Die Sozialdemokraten halten ebenfalls eine weitere Hinausschiebung des Inkrafttretens der Verordnung, nachdem die Aufhebung der Verord­nung abgelehnt worden ist, für bedenklich. Die demo­kratische Hraktion dagegen hält es für das richtigste, daß der Minister die Verordnung zurückziehe und eine neue Verordnung unter Berücksichtigung der wesent­lichen Beschlüsse, die Annahme gefunden haben, erlasse.

Heuer Erfolg der Kantontruppen.

Die Nordarmee von Schanghai abge - . drängt.

Nach englischen Blättermeldungen aus Schanghai soll der Befehlshaber der chinesischen Nordarmee, Ge- noz-at j$ 11rtiMi 1 taiur. ;'ncH?.p> triutnenJi» ^-^ail etwa 60 Meilen südlich von Schanghai abgeschnitten sein. Die Südtruppen setzen ihren Vormarsch mit - großer Eile fort und sollen bereits Kiaschung erreicht haben. *

Verschärfung des Generalstreiks.

Kriegsznstand in der Chinesen stadt. Alarm im Fremdenviertel.

Der Generalstreik in Schanghai, der als Protest gegen die Landung der englischen Truppen ausgerufen wurde, umfaßt ungefähr 80 000 Arbeiter. An dem Aus­stand sind insbesondere die Angestellten der Verkehrs­mittel und der Post sowie der Warenhäuser und der Baumwollfabriken beteiligt. In der Nähe der inter­nationalen Niederlassung wurden mehrere Straßen­bahnwagen umgeworfen. Ferner wurden die Zugänge zum Zentralpostamt von Streikenden besetzt; die Streikposten wurden später von der Polizei entwaffnet. Weiter wurde das Gebäude der britisch-amerikanischen Tabakfabrik von Streikenden angegriffen; die Menge, die die Fenster mit Steinwürfen zertrümmerte, wurde schließlich von der Polizei zerstreut.

Infolge der Unruhen ist in der Chinesenstadt von Schanghai der Kriegszustand erklärt worden. Die englischen Truppen liegen in Alarmbereitschaft und haben Vorpostenstellungen außerhalb der internatio­nalen Niederlassungen in den Vororten von Schanghai bezogen. Die Marinemannschaften befinden sich eben­falls in Alarmbereitschaft.

Nach einer Meldung der Evening News macht sich der Streik am empfindlichsten in der Chinesen-Stadt fühlbar und ist weiter die französische Niederlassung mehr betroffen als die internationale Niederlassung. Es herrscht bereits Wassermangel. Das ausländische Freiwilligenkorps ist mobilisiert worden.

Ein japanischer Kreuzer und vier Torpedobootszerstörer sind nach Schanghai abgegangen. Die 8. britische Torpedo- bootszerstörerflotille ist von Malta nach Cbina in See ge­gangen. Ein holländischer Panzerkreuzer ist in Schanghai angekommen.

Der chinesische Verteidigungskommissar für Schanghai hat Drei Agitatoren wegen Aufhetzung der Arbeiterschaft ent- baupten lassen und ihre Köpfe zur Warnung am Postggbäude aufgehängt. Weitere 30 Personen wurden wegen anderer Vergehen enthauptet.

Zwischen dem britischen Unterhändler ^Mallen und dem kantonesischen Minister des Aeußern -ist" ein englisch- chinesisches Abkommen unterzeichnetivötdetM r nmr

Herriot und Painleve sind KK ö8m Bokstchld der fran­zösischen Liga für 9Jienfcl)en&tf>te')^

Nach einer von E^söüölMr Holtzkk'HWÄ^ähgebtnen Statistik werden dUrchschsiMch 29 WW

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Deutschland und der Dawes-Plan.

In der letzten Woche find uns zwei bedeutsame Reden bekanntgeworden über die weitere Gestaltung der deutschen Wirtschaft unter den Lasten des Dawes-Planes.Kann Deutschland seine Zahlungen aufrecht erhalten?" Darüber berichtete der Mitarbeiter am Dawes-Plan und Präsident derFirst National Bank" von Los Angelas Henry Robinson Das deutsche Volk sei jetzt in der Lage, volle Reparations­zahlungen zu leisten und trotzdem wirtschaftlich zu gedeihen. Deutschland würde unter der Last des Dawes-Planes nicht ins Wanken geraten, nur müßte es eine große Menge von Gütern und Rohstoffen infolge der Liquidierung des Repara­tionskredites ausführen. Das jährliche Einkommen Deutsch­lands betrage etwa 14 Milliarden oder mehr als das Zwanzig- sache der Reparationszahlungen. In die Sprache der Arbeit übersetzt, können die Reparationszahlungen gleichgesetzt wer­den der Leistung von ettva über zwei Arbeitsstunden wöchent­lich seitens jedes deutschen Arbeiters.

Es traf sich gut, daß unmittelbar darauf von berufenster Seite und zwar vom Reichssinanzminister ZW. Köhler daM die Antwort gegeben werden konnte. Der Reichsfinanz­minister erwähnte in seiner Etatrede, daß angesichts des Auf- ivandes von rund zwei Milliarden, den der neue Etat an Kriegs- und Reparationslasten bringt und angesichts der Steigerung um weitere 432 Millionen RM. für 1928 und weitere 290 Millionen für 1929 von ihm im gegenwärtigen Augenblicke noch keine Möglichkeit gesehen werde, wie Deutsch­land trotz allen guten Willens diese Beträge aufbringen solle. Sollte sich die rasche. Erstarkung der deutschen Wirtschaft nicht erfüllen, so müsse man für die Erfüllung des Dawes-Planes schwere Sorgen haben. Diese objektive Darstellung der an­haltenden starken Belastung der deutschen Wirtschaft durch den Dawes-Plan von so hoher Warte aus, ist schon wegen ihrer Objektivität und ihres Wertes dem Auslande gegenüber zu begrüßen, auch, wenn sie jeglichem Optimismus bar ist.

Der bisher unentwegt gewinnftolzen Börse kamen diese Aeußerungen naturgemäß wenig gelegen. War an sich schon durch den Äursrü^M- W der letzten Wach' M- BörsenchTttang etwas unpchörs harte die Spekulation durch diese Ausführungen eine Belastungsprobe zu bestehen. Das zweite Geschütz fuhr die Deutsche Bank in ihren monat­lichen Mitteilungen auf, wobei ihr auch unter Hinweis auf die üben ieben hohen Kurse an einer Dividende gemessen und an der Spielluft des Publikums ihre Absicht durch einen stärkeren Kurseinbruch zunächst gelang. Wenn nun der Flaute noch am selben Tage wieder eine starke Kursbefesti­gung, ausgehend von den günstigen Siemensberichten, folgen konnte, so beweist diese Tatsache, daß die Börse tatsächlich sehr nervös geworden ist und ihre Disposition je nach dem Vor­liegen günstiger oder ungünstiger Berichte aus der Wirtschaft bezw. Aeußerungen aus der Wirtschaftslage vornimmt.

Daß unter diesen Umständen eher Geld verloren wie verdient ist, ist verständlich. Es muß nun allerdings wieder betont iverden, da die langanhaltende Aufwärtsbewegung an der Börse große Gefahren tu sich birgt, wobei darauf hinzu­weisen ist, daß erfahrungsgemäß jede längere Hausse oder Baisse ihre Auswüchse mit sich bringt. Es ist aber auch eine Börfeuerfahrung, daß die jeweiligen Bewegungen nach oben oder unten aus sich selbst heraus arsthören be^u. sich drehen. Es mag daran erinnert werden, daß vom Reichsbankpräfi- de«te« Dr. Schacht in den letzten Monaten schon einige Male gegen ine Börsenbewegung Sturm gelaufen wurde ohne eine letzte Wirkung cmszuübev. So verpuffte denn auch die Rede Dr. Köhlers xwb dor Deutschr -Bank-Bericht.

Am Augenblick ist für eine günstige Börsenentwickelung nach wie vor der Stand des Geldrnarktes maßgebend und hier sind noch keine Veränderungen eingetreten. Auch der, objektiv gesprochen, nicht allzu fette Erfolg bei der Unterbringung unserer neuen Reichsanleihe wird kaum eine stärkere An­spannung am Geldmärkte hervorrufen. Bekanntlich ist Vor­sorge getroffen, daß der Erlös aus den Anleihezeichnungen in irgendwelcher Form den Banken und damit dönttBöjtsen- geldmarkte wieder zur Verfügung gestellt -ws-rd.jj g^

Der Industriebedarf wächst zwar dauernd, doch hat die deutsche Industrie leider noch nicht eine volle AnIagHnöglich- keit der ihr noch zum großen Teil aus Auslandgoldmus-zur Verfügung stehenden Kapitalmenge. Im Segeltcil-r,i^^dl)cn sich erfolgreiche^ählMgeN von. MslaühsgelM mie soeben von Stinnes bekannt würde, bemerkbar: ,Mr7SpLiu- latiow wird alsö 'üiklh künftig noch immer BcrftffchöfDäPital an der Börse Här-BebfüMhg! stehest UüdMmib^ nächste Börsenentwückelüng noch uäch oben. feftgiltgt stiÜstDie Woche schloß am Aktienmarktes fest, wobeü'fiAÄiodmnlleue ^^te^hVr&n^)^ stellt,rÄ JiiS önH

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Wie aus London verlautet, soll.bte"e.englische RegLebüng eine Note an Rußland ausgearbeitet haben,üdir einetr^§te n Äärüttng an die Adresse der S«vjetregienmg dürmlle und lbtzte^lvavon in Kenntnis setze, daß der -engtiftbWWc^'^m delsvertrag aufgehoben würde, falls Rußlands seine Politik "üL-G-ina gegenüber England nicht ändere.