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; Nr 74

Dienstag, den 21. Juni 1927

79. Jahrg

; Amtliche Bekanntmachungen.

; Landratsamt.

I wählen zur Zahnärztekammer für Preußen.

> I In der Zeit vom 14. bis 21. Hon. d. 3s. finden die I Neuwahlen statt.

Dom 4. bis 17. 3uli werden die Wählerlisten in den ; I Landkreisen im Kreishause, in den Stadtkreisen im Rat= . | hause zur Einsicht der Beteiligten ausliegen.

Einsprüche gegen die Wählerliste sind unter Beifügung ' I der erforderlichen Unterlagen spätestens innerhalb einer I Woche nach Ablauf der Auslegungsfrift beim Unterzeichne- I ten anzubringen. Dieser hat innerhalb 8 Tagen über den I Einspruch zu entscheiden. Seine Entscheidung kann binnen I 8 Tagen durch Beschwerde bei dem Herrn Minister für I Volkswohlfahrt angefochten werden, der endgültig ent­scheidet.

Breslau 5, den 1. 3uni 1927.

Tauenzienplatz 7.

I Dr. Paul Treuenfels, vors. d. Zahnärztekammer f. Preußen.

stufforderung zur (Einreibung von Vorschlagslisten fürdie

Beisitzer des Landesarbeitsgerichts in Kassel".

A. VI. 12318 a. 3m Einvernehmen mit dem hiesigen I Herrn Vberlandesgerichtspräsidenten setze ich die Zahl der Leisitzer für das Landesarbeitsgericht in Kassel anderweit lauf je 8 auf Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer fest.

3n Abänderung meiner Aufforderung vom 28. Mai 11927 fordere ich daher die vorschlagsberechtigten wirtschaft­lichen Vereinigungen und öffentlich-rechtlichen Körperschaf­ten im Bezirke der Arbeitsgerichte in Kassel, Torbach, Esch- lwege, Hersfeld, Marburg und Zchmalkalden hiermit auf, mir bis zum 28. Juni 1927 erneute Vorschlagslisten für die I Ernennung von je 8 Beisitzern des Landesarbeitsgerichts in l Kassel nach dem bereits bekanntgegebenen Muster einzu- I reifen.

Kassel, den 14. Juni 1927.

Der Regierungspräsident. 3. D.: gez. Koppen.

Kreisausschuß.

Betr.: Einbau einer Wohnung im Dachstock des Nebengebäudes für die KreisverWaltung

SchMchtern.

Nachstehend verzeichnete Arbeiten und Lieferungen für die Ausführung obigen Umbaues sollen vergeben werden:

I -j- 11 Erd- und Maurerarbeiten

Titel

K

111

Zimmerarbeiten

IV

Dachdeckerarbeiten

*

V

Spenglerarbeiten

*

VI

Glaserarbeiten

*

VII

Schreinerarbeiten.

Selbst-

Angebotsformulare können gegen Erstattung der kosten vom Kreisbauamt in Schlächtern, solange der Vorrat

jrklcht, bezogen werden, woselbst auch die Zeichnungen zur Fi)t offen liegen.

Die Angebote sind verschlossen und portofrei mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis zum 25. Juni 1927 vor­mittags 10 Uhr bei dem Kreisbauamt in Schlächtern einzu- reichen, woselbst sie in Gegenwart der etwa erschienenen Be- retber geöffnet werden.

Freie Wahl unter den drei Mindestfordernden bleibt vorbehalten.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Schlächtern, den 17. Juni 1927.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes. J. V.: Preiß.

Betr.: Abschli-bung der Rechnunasbücher für 1926

J.-Nr. 2761 K. A. Diejenigen Herren Bürgermeister ^r Landgemeinden, welche noch mit der Erledigung meiner Wtrfügung vom 6. April 1927 J.-Nr. 1615 K. K.

Meisblatt Nr. 43) betr.: Abschließung der Rechnungsbücher für 1926, im Rückstände sind, werden hieran mit 8 tägiger erinnert.

Schlächtern, den 18. Juni 1927.

Der Vorsitzende des KreiSausschusses.

. - Die deutsch« Delegation ist aus Genf nach Berlin zurück, tikehrt.

e - Im Berliner Auswärtigen Amt fand der Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem zwischen dem Deutschen Reich und Königreich Bulgarien am 22. Dezember 1926 in Sofia unter- dlchneten deutsch-bulgarischen Vertrag über den Rechtsverkehr patt. Der Vertrag wird am 7. August d. I. in Kraft treten.

Die Meldung Berliner Blätter von einer Verhaftung von M deutschen Staatsangehörigen in Rußland ist falsch. Mittcilun- aus authentischer Quelle zufolge ist kein einziger ausländischer Staatsangehöriger, insbesondere kein Reichsdeutscher, verhastet

Bekenntnis zum Vaterland.

Kahl-Rede auf dem Kirchentag. Gegen die Kriegs­schuldlüge.

Die weiteren Verhandlungen des Deutsch-Evange­lischen Kirchentags in Königsberg brachten eine große Rede des bekannten Kirchenrechtslehrers Professor Dr. Kahl, der das Thema Kirche und Vaterland behan­delte. Redner erklärte,

die Beziehungen zwischen Kirche und Vaterland seien im tiefsten Wesen sittlich-religiösen Charakters und führte danach etwa folgendes aus:

Die Verbindung des Christen mit dem Vater­land ist vorbildlich in Luther verkörpert, für den Obrig­keitstaat und Vaterland in Gottes Ratschluß verankert sind. So sind ihm Religiöses und Vaterländisches un­löslich verbunden. Alle die großen Deutschen in Dich­tung, Philosophie, Theologie haben in seinem Geiste ge­handelt. Mitten unter ihnen steht die evangelische Kirche. Ihre Kundgebungen können deshalb auch keine Machtansprüche darstellen oder politischen Charakter tragen, sondern nur kirchliche Ziele verfolgen. Bei Ge­wissenskonflikten muß die Norm der Entscheidung im Evangelium gesucht werden:Seid Untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen!"

Bei der Erörterung der kirchlichen Kundgebungen zu den Fragen des kirchlichen und öffentlichen Lebens bezeichnet Geheimrat Kahl als eine besondere Auf­gabe den Kampf gegen die Kriegsschuldlüge. Das Gottesurteil über den Vcrsailler Vertrag sei noch nicht gesprochen, es werde fallen. Bis dahin warten die Kirchen im Glauben an Gottes Gerechtigkeit und tun ihre Pflicht und Schuldigkeit. Redner schloß mit einem Dank für alle Treue Ostpreußens in alter und neuer Zeit:Durch Gewalt räumlich getrennt, aber eine Kirche, ein Vaterland."

Hindenburg an den Verein Deutscher Zeitungsverleger.

Unter zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen Reiche versammelte sich der Verein Deutscher Zeltungs- Verleger in Dresden zu seiner diesjährigen Haupt­tagung. Den Auftakt der Tagung bildete eine Fest­versammlung im Vereinshause, die von dem Vorsitzen­den Dr. Krumbhaar -Liegnitz eröffnet wurde. Der Bedeutung entsprechend hatten Reichspräsident und Reichskanzler, sowie verschiedene Minister Glückwunsch­telegramme gesandt. Das Telegramm des Reichspräsi­denten lautet.

Der verantwortungsvolle« Arbeit des deutschen Zeitr ngswesens gelten meine aufrichtigen Wünsche. Möge auch Ihre diesjährige Hauptversammlung von dem Bestreben beherrscht sein, bei der Erfüllung Der Ausgaben der deutschen Presse, die in dem Verein Deutscher ZeitungSverleger zusammengefa^te« Mräfte im Geiste der Unterordnung des Trennenden unter die großen gemeinsamen Aufgaben zum Wohle - des Vaterlandes einzusetzen."

Nach der Begrüßungsrede Dr. Krumbhaars sprachen noch Vertreter der Reichsregierung, der sächsischen Regie­rung, Oberbürgermeister Dr. Blüher-Dresden, Dele­gierte der ausländischen Verlegerorganisationen u. a. Alsdann hielt Professor Dr. Wolfs einen Vortrag über die

Freiheit der Presse, ihre Grenzen und Voraussetzungen, und erklärte zum Schluß: Das Wesen der Zeitung verlangt Presse­freiheit, Persönlichkeiten und Eigenart. Die Preise ist ein Diener am Gemeinwohl und an den Inter­essen der Volksgesamtheit. Wichtiger aber als das ge­schriebene Pressegesetz bleibt das ungeschriebene, das von den Freiheiten der Presse uns edelsten Gebrauch machen heißt.

Reichsgeschliche Regelung kirchlicher Feiertage?

Berlin, 20. Juni. Die Zentrum-Ifraktion hat im Reichstag einen Antrag eingebrachs, der die Behand­lung der Frage der kirchlichen Feiertage sicherstellen und mit der Beratung über den Nationalfeiertag verbinden soll. Als reichsrechtlich anerkannte Feiertage sollen gelten: der Neujahrstag, der Ostermontag, der Himmel­fahrtstag, der erste und zweite Weihnachtsfeiertag, fer­ner der Karfreitag, der Fronleichnamstag und der Bußtag am Mittwoch vor dem letzten Trinitatissonn- tag, soweit diese Tage nach dem am 11. August 1919 bestehenden Landesrechte staatlich anerkannte Feiertage waren.

Die Gebührenerhöhung der Reichspost auf unbestimmte Zeit verschoben.

Berlin, 19. Juni. Im Verwaltungsrat der Reichspost wurde eine Entschließung des braunschweigischen Ministerial­direktors Boden gegen 8 Stimmen angenommen, in der der Reichspostminister ersucht wird, durch eine neue Vorlage die Frage der Gebührenerhöhung einer schleunigen Klärung zuzu- führen. Damit ist vorläufig die Gebührenerhöhung der Reichs- Post auf unbestimmte Zeit vertagt.

Der Abbau an der Vörse.

Die Reichsbank hat soeben unter die von ihr eingeleitete Restriktion der Börsenkredite einen Schlußstrich gezogen. Sie gab das durch ein kurzes Kommunique bekannt, in dem fest­gestellt wurde, daß an der Börse die Report- und Lombard­positionen um mehr als 50 Proz. gegen Ultimo April erstrebte gegangen sind. Fast ist das durch die Maßnahmen erstrebte Ziel des Abbaues an der Börse bereits erreicht. Auch die'Börse kann damit den schwarzen Monat vom 12. Mai bis 15. Juni als abgeschlossen ansehen. An sich bringen die Feststellungen der offiziellen Reichsbankveröffentlichung keine Ueberraschung. Die Kursrückgänge, die nach Bekanntgabe der generellen Reportkredit-Einschränkung eintraten, verringerten automatisch die Kreditansprüche der Börse. Ob der Erfolg allerdings ein- getreten ist, den man zu erreichen wünschte, ist eine Frage.

Erzielt ist zunächst tatsächlich ein Abbau des übertrieben heraufgesetzten Kursniveaus und die Ueberführung bestimmter Geldbeträge von der Börse in die Wirtschaft. Auf der anderen Seite ist aber die Funktionsfähigkeit des Aktienmarktes außer Tätigkeit gesetzt. Das Publikum hat sich neuerdings vom Ge­schäft so weit zurückgezogen, daß zeitweise sogar von einer Stagnation gesprochen werden konnte, während die Berufs­spekulanten ebenfalls keine Neigung zum Neueingehen größerer Engagements bekundeten. Die Kapitaldecke der deutschen Wirt­schaft ist jedoch noch nicht so groß, daß diese auf die Inanspruch­nahme des Emissionsmarktes für einige Zeit verzichten könnte. Gegenwärtig ist ihr aber und das stellt einen weite­ren Erfolg der Restriktion dar die Deckung ihres Kapital­bedarfs auf dem Wege über die Börse unmöglich gemacht. Sicherlich hat das der Reichsbankpräsident erkannt und deshalb durch sein neuestes Kommunique wieder eine Beruhigung und einen Neuaufbau des Börsengeschäfts herbeiführen wollen. Dazu kommen die Ausführungen über den tatsächlichen inneren Wert der Farbenaktien.

Mit einer neuen übertriebenen Hausse wird nach den Er­fahrungen der letzten Wochen wohl kaum zu rechnen sein, sie wäre volkswirtschaftlich auch sehr unerwünscht. Von Bedeutung für die Tendenz ist außerdem stärker als je die Entwicklung des Geldmarktes. Einen klqren Einblick hat manzurz^it in die Vmaltniffe leider nicht. Insbesondere läßt sich bisher die Wirkung der Diskonterhöhung der Reichsbank nicht deut­lich erkennen. Der Börsen-Geldmarkt hat durch sie jedenfalls bisher keine Erleicht^üng erfahren.

Die Dreimächtekonferenz.

Japans Haltung.

Wie dem Reuterschen Büro aus Tokio gemeldet wird, wird dem Führer der japanischen Abordnung zur Trcimächle- konferenz, Admiral Saito, freie Hand für die Verhandlungen gelassen.

Es sind ihm nur ganz allgemeine Grundsätze zur Be­achtung mit auf den Weg gegeben worden. So ist er in der Lage, den größtmöglichsten Vorteil aus der Atmosphäre zu ziehen, die sich bei den Erörterungen ergibt. Es ist unmöglich, zu sagen, wieweit Fragen wie: Singapore, Hawai und das Stärkeverhältnis zur See, in den Vordergrund treten.

Während Japan zweifellos darauf vorbereitet ist, sich jedem Versuch, das Stärkeverhältnis von 5:5:3 auf Hilfs- schiffe anzuwenden, zu widersetzen, wird es wahrscheinlich eine bestimmte Parität nicht Vorschlägen, sofern nicht Stimmung hierfür besteht. In diesem Falle dürfte es sich für das Ver­hältnis von 5:5:5 einsetzen und als Gegenleistung darauf ver­zichten, den in Singapore unb Hawai geplanten Unternehmun­gen Opposition zu machen.

Amerikanischer Optimismus.

Der Führer der amerikanischen Delegation auf der Kon­ferenz zur Einschränkung der Secrüstungen, Gibson, erklärte dem Vertreter des Reuterbüros: Die Pläne, die die Delegation zur Konferenz mitbringt, werden allgemeinen Charakter tragen und nicht starr sein. Wir werden nicht über die Anwendung der Grundsätze des Washingtoner Vertrages auf andere Schiffsklaffen 'hinausgehen. Ich bin voller Hoffnung, denn jeder hat den ernstesten Wunsch zum Ausdruck gebracht, etwas zu erreichen. Die von Großbritannien und Japan entsandten Vertreter zeigen, daß sie die Frage viel zu ernst nehmen, als daß sie sich mit einem leeren Ausgang der Konserenz zufrieden geben könnten.

Sie Aprilbilanz der Reichsbahn.

Schwankungen des Verkehrs.

Wie die Teutsche Reichsbahngesellschaft bekannt gibt, be­trugen ihre Einnahmen im April 1927: 1. aus dem Per­sonen- und Gepäckverkehr 112 540 000 Rm., 2. aus dem Güter­verkehr 257 587 000 Rm., 3. aus sonstigen Einnahmen: 33 046 000 Rm., zusammen 403 173 000 Rm. Die Aus- gaben beliefert sich auf: 1. für den Betrieb und die Unter­haltung 265 749 000 Rm., 2. für die Erneuerung von Reichs­eisenbahnanlagen 45 924 000 Rm., zusammen 311673 000 Rm., 3. für Dienst- und Reparationsschuldverschreibungen 45 128 000 Rm., 4. für feste Lasten 14 163 000 Rm., zusammen 370 694 000 Rm.; 5. Rückstellung für Abschreibungen 30 Mill. Rm., 6. allgemeine Rückstellung zum Ausgleich von Minder­einnahmen infolge Schivankungen des Verkehrs 2 209 000 Rm., zusammen 403 173 000 Rm.