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Nr. 30 (1. Blatt) Samstag, den 1«. März 192« 80. Jahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
L a n d r a L s a m L.
I.-Nr. 1891. Zwecks Ablegung der vorgeschriebenen Nachprüfung vor dem Herrn Kreismedizinalrat haben sämtliche Hebammen des Kreises Zchlüchtern sich am Dienstag, dem 10. April d. 3s. vormittags 91/2 Uhr im hiesigen Kreishaus einzufinden.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Hebammen sofort zu dem angegebenen Termin zu laden und ihnen aufzugeben, das neue Lehrbuch mitzubringen.
Zchlüchtern, den 6. März 1928.
Der Kom. Landrat. 3. D.: Zchultheis.
I.-Nr 1862. Die Herren Bürgermeister ersuche ich, eintretendenfalls dafür zu sorgen, daß Löschmannschaften, die zur Bekämpfung von Waldbränden angefordert werden müssen, die notwendigen Werkzeuge mitbringen. Die Nussicht, einen Waldbrand schnell zu unterdrücken, ist von vornherein günstiger, wenn die zur Hilfe eilenden Mannschaften geeignete Werkzeuge, vor allem Aexte, Spaten, 5chaufeln, eiserne Rechen und hacken mit sich führen.
Bei dieser Gelegenheit mache ich die Herren Bürgermeister erneut auf die Polizeiverordnung vom 24. Februar 1908 — Reg.-Amtsblatt S. 53 von 1908 — aufmerksam.
Zchlüchtern, den 5. März 1928.
Der kom. Landrat. 3. D.: Zchultheis.
3.=Hr. 1716. Diejenigen Herren Bürgermeister und Stanbesbeamten, welche mit der Einsendung der 3mpf= listen für das Jahr 1 928 noch im Rückstände sind, werden an deren alsbaldige Einsendung erinnert. Zchlüchtern, den 7. März 1928.
Der Kom. Landrat. 3. D.: Zchultheis.
— KreisaussHuß.
I.-Nr. 1015 K. A.
llreisHunde st euer- Nach Veranlagung betr.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises mache ich auf die in diesem Monat zu erfolgende N a ch- veranlagung zur Kreishundesteuer aufmerksam.
Die Kreishundesteuerordnung ist im Kreisblatt Nr. 41 vom 8. April 1926 abgedruckt, vergleiche auch Kreis- blatt — Verfügung vom 12. April 1921 — I.-Nr. 500 K. st. — (Zchlüchterner Zeitung Nr. 93 von 1921).
Zchlüchtern, den 7. März 1928.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
Eine Polizeiverordnung über die Körung der Bullen ist im 2. Blatt ab gedruckt.
Stadt Schlüchtern.
Städtische Latei«sch«le Schlüchtern.
(Se^ta bis Obertertia einschließlich, Lehrplan des Reform- realgymnasiums bezw. der Gberrealschule.)
Die Anmeldungen von Schülern und Zchülerinnen für sämtliche Klassen zu Ostern d. 3s. werden noch bis zum 23. März von dem Unterzeichneten mündlich oder schrift- entgegengenommen. Dabei sind Geburtsschein und Impfschein bezw. Wiederimpfschein, sowie das Abgangszeugnis der bisher besuchten Zchule einzureichen. Das Abgangs- Zeugnis kann auch bei der Aufnahmeprüfung vorgelegt werden. Die Aufnahmeprüfung für die Klassen Ouinta ms Obertertia findet am 17. April d. 3s., vormittags 9,W statt. Die Zeit der Aufnahmeprüfung für Se^ta • wird noch bekannt gegeben.
Zchlüchtern, den 29. Februar 1928.
Der Leiter der städtischen Lateinschule: Dr. Renner, Stubienrat.
Die arabischen Wirren.
. ^ach einer Meldung aus Jerusalem gibt das Sekretariat per Regierung von Palästina bekannt, daß sich das Gerücht, Saub habe den heiligen Krieg ausgerufen, nicht bestätigt.
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Don den Grenzen Arabiens liegen ernstere Nachrichten ^9 die daraus hindeuten, daß im nördlichen Gebiet der ^Menschen Wahhabiten bereits den von 3bn Saub oer= Mundeten heiligen Krieg begonnen haben. Eine britische Abteilung von zehn Panzerwagen, zehn Flugzeugen und Der Anzahl von Transportwagen ist in der Nähe der von Nedsched südwestlich von Basra stationiert, ^arinetrüppen und Matrosen des Kriegsschiffes „Emerald" "r.chziehen täglich die Straßen. Es wird berichtet, daß .,cAbteilungen von Wahhabiten Dörfer im Trans- I°rbanlanb angegriffen und besetzt haben und daß die Auto- ''wbilstraße von Bagdad nach Damaskus zeitweilig unter= brachen sei.
DeuSschIanh für den AnttkriegSpaN.
Eine Erklärung Stresemanns.
Der Genfer Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" Iviü aus guter Quelle erfahren haben, daß Außenminister Dr. Stresemann in Washington habe mitteilen lassen, daß er geneigt sei, die Idee, die Staatssekretär Kellogg in seiner Note an die französische Regierung über den Abschluß eines Anti- kriegspaktes entwickelt habe, unverändert anzünehmen.
Die Räumungsfrage.
Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" erklärt, Reichsautzenminister Dr. Stresemann habe auf die Frage, ob er im Juni die Frage der Rheinlandräumung aufwerfen werde, weder eine bejahende noch eine verneinende Antwort abgeben wollen.
Ein Hamburger Dampfer bei Cuxhaven gestrandet.
Hamburg, 9. März. Der Hamburger Fischdampfer „Altenwerder", der regelmäßig nach England fährt, ist in der vergangenen Nacht im Schneetreiben auf Krautsand bei Cuxhaven gestrandet. Die Lage des Schiffes ist ungünstig, da die Schlepper mcht herankommen können.
Grotzfeuer auf Bornes.
Sistgapore, 9. März. Ein verheerendes Grotzfeuer hat in Sibu (Britrsch-Borneo) das ganze Geschäftsviertel ein- geäschert. Ein Schiff ist von Kuching abgefahren, um Hilfe zu bringen. Einzelheiten fehlen.
Ein neuer Transozeanflug?
London, 9. März. Daily Expretz zufolge beabsichtig! die englische Fliegerin Elsie Mackai gemeinsam mit dem Flieger, Hauptmann Hinchcliffs, von dem Flugplatz Cranwell (Lincolnshire) aus in einem amerikanischen Eindecker aufzu- steigen, um den Atlantischen Ozean in westlicher Richtung zn überqueren. Die Fliegerin ist die dritte Tochter des bekannten
Die Auslandsgeschädigten und Langkopp.
Berlin, 9. März. Für den Farmer Langkopp, der in der vorigen Woche den Attentatsversuch im Reichsentschädigungsamt unternommen hat, sind jetzt die Verbände der Ausländsdeutschen eingetreten. Der Ostafrika-Verband, der Verband enteigneter Deutscher aus Neu-Guinea, der Kamerun-Verband, der Verband der geschädigten Südwestafrikaner und der Koloniale Zentralverband haben sich zusammengetan unk Rechtsanwalt Dr. Frey ersucht, die Verteidigung Langkopps zu übernehmen.
Das Glück des Lehrers.
Berlin, 9. März. Das Große Los der Pveußisch-Sü-d- deutschen Klassenlotterie von 500 000 Mark fiel in der einen Abteilung auf einen verheirateten, 38 Jahre alten Lehrer, der in einem größeren Dorfe zwischen Pforzheim und Karlsruhe wohnt. Der Lehrer hatte bisher immer nur ein Achtel gespielt. Da er stets mit dem Einsatz herausgekommen war, faßte er Mut und kaufte sich ein ganzes Los, auf das jetzt der Haupttreffer gefallen ist.
Brand in einer Pulverfabrik.
B a r m e n, 9. März. In der Pulverfabrik in Beyenburg brach in einem Schuppen, in dem sich Leuchtraketen und anderes Material befanden, ein Brand aus, der den Schuppen vollständig einäscherte. Dabei explodierte ein großer Stapel Raketen. Das angrenzende Pulvermagazin wurde von der Feuerwehr unter Wasser gesetzt, um weitere Explosionen zu verhindern. Der Sachschaden ist erheblich.
^ Notprogramm. — Wahlvorbereitungen. Im Reichs- tag empfing der stellvertretende Reichskanzler, Dr. Hergt„ in Gegenwart des Reichsfinanzministers Dr. Köhler und des Ministerialdirektors Dr. Hotholz die Führer der ehemaligen Koalitionsparteien zu einer Besprechung über das Notprogramm. JBie interfraktionellen Verhandlungen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. — Am Donnerstag trat im Reichstage der Parteivorstand des Zentrums mit dem Parteiausschuß und den Vorständen der Landesorganisationen der Zentrumspartei zusammen, um sich u. a. mit der Vorbereitung zu den Wahlen zu beschäftigen.
— Nach Blättermeldungen sollen demnächst Verhandlungen stattfinden zwecks Auslegung einer kommunalen Zammelanleihe von 600 Millionen Mark zur Ablösung der kurzfristigen Schulden der Gemeinden.
Der frühere Polizeipräsident von Kassel, Freiherr v. Korff, ist heute an einem Gehirnschlag gestorben.
— In verschiedenen Städten Aegyptens kam es zu Demonstrationen streikender Studenten, bei denen 28 Studenten und 8 Polizisten verletzt wurden.
— Eine schwere Vampfkesselexplosion ereignete sich in einer Spiritusfabrik in Bielitz. Fünf Arbeiter wurden schwer verbrannt, drei erlitten leichtere Verletzungen.
- • 3m Entschädigungsausschuß wurde heute die erste Lesung des Kriegsschädenschlußgesetzes beendet. Die zweite Ausschußlesung wird voraussichtlich in der nächsten Woche stattfinden.
Von Woche zu Woche.
Von Argus.
Im Reichstag ist wieder Hochbetrieb. Haushaltsausschuß und Plenum arbeiten mit Bienenfleiß an der Verabschiedung des Etats für 1928. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, kann man damit rechnen, daß das Notprogramm rechtzeitig, d. h. zum 31. März, verabschiedet wird. Dies wird um so eher der Fall sein können, als man einzelne Teile, die besonders umstritten sind, zurückstellen will. Bei der Etatsberatung gab es verschiedene Ministerreden. Besonders interessant waren davon die Ausführungen des neuen Reichswehr Ministers Groener zum Marine-Etat. in denen er davon sprach, daß der Große Generalstab der Vorkriegszeit gegen die damalige deutsche Flottenpolitik ein- l gestellt gewesen sei, ferner eine große Rede des Reichswirtschaftsministers Curtius über die deutsche Wirt- schafts- und Handelspolitik und schließlich Ausführungen des Reichsverkehrsministers Dr. Koch, der mutellte, daß sich das Reichskabinett gegen eine Erhöhung der Eisenbahntarife ausgesprochen habe. — Die schwere Not unserer Zeit wurde wieder einmal aufgezeigt durch die Feststellung des Haushaltsausschusses, daß Deutschland an Kriegslasten > jährlich weit über 4 Milliarden Mark aufzubringen hat.
Im Mittelpunkte des außenpolitischen Interesses stehen die Beratungen des V ö l k e r b u n d s r a t e s in Genf. Der Beschluß, der über die bekannte Angelegenheit Szent Gotthard gefaßt worden ist, bedeutet eine schwere Niederlage der französischen Außenpolitik. Briand wollte ein förmliches Unter- fuchungsverfahren gegen Ungarn. Aber der Völkerbundsrat hat schließlich auf englischen Antrag beschlossen, von einem solchen Verfahren abzusehen und die ganze Geschichte zunächst einem Unterausschuß aus drei Mitgliedern zu überweisen. Dies ist ein vernünftiger Ausweg. Allgemein Politisch gesehen hat die Sache allerdings einen Haken: die förmliche Untersuchung unterbleibt nämlich nur, well man sich nicht getraut, gegen Italien vorzugehen. Dadurch bleiben auch die ge- .WMch^SpsnMrmeu, b^ -wis» n Ungarn ein-r^itc und sn Nachbarn (Südslawien, Tschechoslowakei, Rumänien) andererseits schon bisher bestanden haben, auch künftig ruhig weiterbestehen. Sie werden nicht kleiner, sondern nur immer größer dadurch, daß alle diese Mächte wieder europäische Großmächte als Beschützer hinter sich haben. Daraus erklärt sich natürlich auch die zögernde Haltung des Völkerbundsrates. Wenn dem aber nun so ist, wenn also der Völkerbund sich an wirklich schwere und gefährliche politische Differenzen nicht heranwagt — ja, wozu besteht er dann eigentlich? Fast nach jeder Ratstagung drängt sich einem diese peinliche Frage auf.
Die Arbeiten des Sicherheitsausschusses in Gens sind abgeschlossen. Das Ergebnis ist nicht gerade überwältigend, wenn es vielleicht auch nicht ganz so bedeutungslos ausfiel, wie man nach den ersten Verhandlungstagen annehmen mußte. Der deutsche Standpunkt, der durch den deutschen Delegierten v. Simson geschickt vertreten wurde, ist in einer Reihe von Punkten erfreulicherweise durchgedrungew. Im ganzen bleibt freilich immer wieder der Eindruck, daß die gesamten Erörterungen über das sogenannte Sicherheitsproblem nur dazu dienen, die Abrüstung, zu welcher nach dem Versailler Vertrag auch die Ententestaaten verpflichtet sind, hinauszuschieben.
Der italienische Diktator hat auf die große und eindrucksvolle Kundgebung des österreichischen Parlaments wegen der Bedrückungen der Deutschen in Südtirol ge- 1 Antwortet. Den berechtigten Klagen hat Mussolini einfa-b b:e 1 Drohung mit neuen Drangsalierungen entgegengesetzt. Es ist sehr bezeichnend, daß man in Genf sich auch nicht getraute, ein Wort gegend die wegwerfende Behandlung zu sagen, die Mussolini in seiner neuen Rede dem Völkerbund angedeihen ließ. Im übrigen wird auch das faszistische Italien erfahren, daß mit Kraftsprüchen, wie sie Herr Mussolini liebt, zwar viel, aber doch nicht alles zu erreichen ist!
Von den Wahlen, die im Laufe dieses Jahres in einer ganzen Reihe von Staaten abgehalten werden, liegen nun die polnischen bereits hinter uns. Wenn sie auch für die große Politik nicht von der Bedeutung sind wie etwa die deutschen und französischen, so darf man sie doch nicht unterschätzen. Das Ergebnis ist ein Erfolg dir Regierung P'lsudski — ein Erfolg, der allerdings nur durch einen Wahlterror, den man bei uns nicht kennt und der bei uns unmöglich wäre, erreicht worden ist. Die Regierung Pilsudski hat zwar auch in dem neuen Landtage keine Mehrheit, aber ihre Anhänger bilden das berühmte „Zünglein an der Wage": je nachdem sie sich auf eine Seite schlagen, wird dort eine Mehrheit entstehen. Erfreulich für uns sind die Erfolge unserer deutschen Stammesgenossen in den früher deutschen Gebieten, die jetzt zu Polen gehören. Hier hat auch der stärkste Behördendruck nichts auszurichten vermocht: die deutschen Mandate sind teils behauptet, teils noch vermehrt worden. Da der polnische Diktator Pilsudski seine Politik in der letzten Zeit deutlich auf einen Ausgleich mit Deutschland eingestellt hat, bedeutet der Erfolg seiner Richtung auch eine gewisse Konsolidierung des deutsch-polnischen Verhältnisses.
In der französischen Kammer wurde festgestellt, daß Frankreich während des Krieges der damaligen kaiserlich