kreLs-Kmtsblatt * MyemeLner amtlicherMzeitzer für öerr Kreis Ächlüchtem -emkun-Vevtag. tz.Steiafetd Söhne* Sestd^t-^'^ichahofstr.6 * fernspv.rwE* pvstfthkrktuIvmrksurtiuM.rrryo Rr. 47 Donnerstag, den 19. April 1928 80. Zahrg.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landratsamt.
Bekanntmachung über die Ernennung des La«s deswahllciters. Vom 11. April 1928.
(Hr. 13333.) Huf Grund des § 6 des Gesetzes über die Wahlen zum preußischen Landtag (Landeswahlgesetz) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1924 (Gesetzsamml. S. 671) wird im Einvernehmen mit dem Ständigen Ausschuß des Landtags verordnet:
Die Hauptwahlen zum Preußischen Landtage finden gleichzeitig mit den Hauptwahlen zum Reichstag am 20. Mai 1928 statt.
Berlin, den 11. April 1928.
Das preußische Staatsminifterium: Braun. Grzesinski.
Verordnung über die Neumahl des Preußischen
Landtags. Vom 11. April 1928.
(Hr. 13334.) Huf Grund des § 8 des Gesetzes über die Wahlen zum preußischen Landtag (Landeswahlgesetz) in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1924 (Gesetzsamml. S. 671) habe ich den Präsidenten des preußischen Statistischen Landesamts, Geheimen Gberregie- rungsrat Dr. Saenger, zum Landeswahlleiter und das Mitglied des Statistischen Landesamts Vizepräsidenten Dr. Höpker zum Stellvertreter des Landeswahlleiters ernannt.
Die Anschrift des Landeswahlleiters lautet: Berlin SW 68, Lindenstraße 28; die Drahtanschrift: Landeswahlleiter Berlin; der Fernsprechanrus: Dönhoff 7960.
Berlin, den 11. April 1928.
Der preußische Minister des Innern: Grzesinski.
Verordnung über die Auslegung der Wählerverzeichnisse für die Wahl des Preußischen Land- togs, Bom U. April 1928. —
(Nr. 13335.) Der Reichsminister des Innern hat durch Verordnung vom 4. April 1928 bestimmt, daß für die am 20. Mai 1928 stattfindende Neuwahl des Reichstags die Stimmlisten oder Stimmkarteien in der Seit vom 29. April 1928 bis zum 6. Mai 1928 einschließlich, jedoch in denjenigen Gemeinden, in denen mit meiner Zustimmung eine Gemeindewahl mit der Reichstagswahl verbunden wird, vom 15. April 1928 bis zum 28. April 1928 einschließlich ausgelegt werden.
Auf Grund des § 13 Abs. 1 Satz 1 und des § 103 öbs. 1 Satz 1 der Landeswahlordnung vom 29. Oktober 1924 (Gesetzsamml. $. 684) bestimme ich diese Fristen gleichzeitig zu Auslegungsfristen für die ebenfalls am 20. Mai 1928 stattfindende Neuwahl des preußischen Landtags. Berlin, den 11. April 1928.
Der Preußische Minister des Innern: Grzesinski.
I.-Nr. 2054. An Stelle des verstorbenen Bezirksbrand- meisters Gaul habe ich den Grtsbrandmeister H. Hoffmann 3U Salmünster zum Bezirksbrandmeister des Feuerwehr- bezirks 3, umfassend die Gemeinden Salmünster, Soden, 6hl, Eckardroth, Kerbersborf, Romsthal und Wahlert, ernannt.
Schlüchtern, den 15. April 1928.
Der kom. Landrat: Dr. Müller.
I.-Nr. 2849i Die Ortspolizeibehörden werden ersucht, von dem Eintreffen einer Wanderschafherde sofort öem Herrn Veterinärrat Nachricht zu geben.
Gleichzeitig mache ich erneut auf die viehseuchenpoli- Zeiliche Anordnung, betr. Wanderschafherden und die Be= banntmachung des Herrn Regierungspräsidenten zu Rassel vom 14. Ianuar 1927 — Reg. Amtsblatt 5. 12 und 13 — aufmerksam.
Schlüchtern, den 16. April 1928.
Der kom. Landrat. I. v.: Schultheis.
I.-Nr. 3281. In dem Verlag von Otto Stollberg, G. jm.b. h. stub 2 Kommentare „Die Wahl zum Reichstag" von ul'nisterialrat Dr. Georg Raisenberg, Reichsministerium des ^unern, und „Die Wahl zum Landtag" von dem gleichen Verfasser erschienen.
Beide Wahlführer sind von den zuständigen Stellen M empfohlen worden. Der preis beträgt je SM/C 4.—.
Abnahme von je 10 Stück aufwärts ermäßigt sich der Preis auf je 3iJl(, 3.60, von 50 Stück aufwärts auf je 3.20.
Ich beabsichtige deshalb eine Sammelbestellung zu Sachen und ersuche die Herren Bürgermeister mir b e st i m m t b s 3 u m 2 3. d. M t s. ihre Bestellungen mitzuteilen.
. Später eingehende Bestellungen Können uich t b e r ü ck s i ch t i g t werden.
Zchlüchtern, den 17. April 1928.
Der kom. Landrat: Dr. Müller.
Kreisausschutz.
Betr.: Veredelungskursus.
1 I.-Nr. 1733 K. H. Wie in jedem Frühjahr findet auch dieses Iahr ein veredelungskursus statt, bei welchem den Gbstzüchtern, Landwirten und sonstigen Interessenten Gelegenheit geboten wird, sich die praktischen Fertigkeiten beim Abwerfen der Bäume, dem Schneiden der Edelreiser und Ausführung der Veredelung anzueignen.
Die Umstellung im Obstbau, die sich in der Beschränkung der Obstsorten auswirkt, und die Förderung auf dem sGbstmarkt, viel Gbst und wenig Sorten aber guter Beschaffenheit anzuliefern, verpflichtet den Landwirt und Gbst- züchter, den Umpfropfarbeiten das größte Interesse entgegen zu bringen. Es kann deshalb allen, die an der Obstzucht Interesse haben, nur empfohlen werden, diese Gelegenheit zu benützen, die erforderlichen Renntnisse und Fertigkeiten sich anzueignen.
Der Rursus ist eintägig und findet in der Rreisbaum- schule in Schlüchtern statt. Erforderlich ist ein Veredlungs- messer und ein Abziehstein, die vom 'Aursusleiter bezogen werden können. Anmeldungen nebst Entrichtung einer Einschreibegebühr von 1.— Mark sind an Herrn Rreisgärtner Holstein, Schlüchtern, Dreibrüderstraße 6 vorher zu bewirken.
Der Rursus findet Anfang nächster Woche statt.
Schlüchtern, den 16. April 1928.
Der Vorsitzende des Rreisausschusses. Dr. Müller.
Abschließung der Rechnungsbücher für 1 927.
I.-Nr. 1513 K. H. Die Herren Bürgermeister und Gemeinderechner der Landgemeinden mache ich daraus aufmerksam, daß die Rechnungsbücher und die Hebeliste für das Rechnungsjahr 1927/28
am 31. Mai 19 2 8 abzuschL-ßem^tpir-alst. nach, diesem Tage eingehenden B^ träge aus 1927 in die Rechnungsbücher und die Hebelisten von 1928/29 einzutragen sind.
Zum 1 0. Juni d. I s. wollen mir die Herren Bürgermeister über folgende Punkte berichten:
1. Sind die Rechnungsbücher und das Aufsichtsbuch abgeschlossen und mit der Iahreszusammenstellung versehen?
2. Ist die hebeliste sowohl bei Soll wie bei Ist bei jedem Steuerpflichtigen aufgerechnet und ist eine Iahreszu- sammenstellung am Schlüsse der Liste angefertigt?
3. Stimmt die Schluß-Summe des Aufsichtsbuches mit derjenigen der Rechnungsbücher und bei Einnahme auch mit der Hebeliste überein?
4. Welchen Bestand oder welche Ueberzahlung ergibt der Iahresabschlutz?
Schlüchtern, den 7. April 1928.
Der Vorsitzende des Rreisausschusses.
Zurückberufung des Eisbrechers „Monicalm".
New Pork, 17. 4. (WB) (71/2 Uhr abends amerikanischer Zeit) Eanad. Preß meldet aus Sydney in Neuschott- land: Der Eisbrecher „Montcalm", der nach den letzten Meldungen nur noch wenige Meilen von Greenly Island entfernt war, jedoch infolge der dichten Eisfelder nur langsam vorwärts kam, ist zurückberufen worden.
Zum Fluge^Fitzmaurice nach Clark City.
Fatherpoint, 17. 4. (WB). Die Landung des Flugzeuges Schillers mit Fitzmaurice an Bord in Clark Tity erfolgte um 3,50 Min. nachmittags örtlicher Zeit. Das Flugzeug traf unterwegs ein kanadisches Flugzeug mit Pressevertretern, das von Seven Island nach Greenly Island flog. Die beiden Flüge wurden durch eine Besserung des Wetters ermöglicht.
— Gewaltige Wassermassen, die aus stillgelegten Berg- werksanlagen hereinbrachen, überschwemmten einen Teil des berühmten Bergwerks von Fushung bei Mukden. Alle 470 in diesem Abschnitt tätigen Bergarbeiter, in der Hauptsache Thinesen, ertranken.
— Die chinesischen Nationalsozialisten haben ihren Vormarsch gegen die Nordtruppen wieder ausgenommen. Man nimmt an, daß 750 000 Soldaten auf einer Front von 400 Meilen beteiligt sind.
— In Beuchen ist am Dienstag ein zwei bis drei Sekunden dauernder wellenförmiger Erdstoß verspürt worden. Ueber Schäden ist nichts bekannt geworden.
— Dem B. T. zufolge ist das Disziplinarverfahren gegen den Berliner Staatsrechtslehrer Professor Dr. v. Moeller eröffnet worden. Dr. v. Moeller hat in seinem Kolleg Aeußerungen getan, die die republikanische Staats- form verächtlich machten.
— Mehreren Blättern zufolge haben die Ermittlungen zur Aufklärung der furchtbaren Straßenbahnkatastrophe an der Heerstraße in Berlin die Rriminalpolizei davon überzeugt, daß der Straßenbahnführer Redlich an dem Unglücksfall keinerlei Schuld trägt.
Von der Wen zur Reuen Welt.
Die Vorbereitungen des „Bremen"-Fluges.
Diplomingenieur Schinzinger von den Junkers- Flugzeugwerken, der in Baldonnel die technischen Vorbereitungen für den start der „Bremen" geleitet hatte, machte vor Vertretern der Presse noch einige nähere Mitteilungen zum Ozeanflug. a 3
hatte die „Bremen" ein Gesamtfluggewicht von 0682 Kg. Das Leergewicht der Maschine betrug 1350 Kq., d?^u kamen dann 1932 Kg. Benzol, 135 Kg. Oel, ferner das Gewicht der Besatzung mit 250 Kg. und Proviant usw. mit 18 Kg. Mit welch schweren Widrigkeiten das Flugzeug zu kampfen hatte, geht am besten daraus hervor, daß der Aktionsradius, der theoretisch auf 7000 Km. berechnet war, auf diesem Fluge praktisch nur gut 3500 Km. ausmachte. Unter den Fak- toren, die das Unternehmen trotzdem zum Gelingen führten, spielt das Vertrauen der Flieger in die Maschine und die bis ins kleinste gehende Vorarbeit eine erhebliche Rolle. Zur Navigation dienten Hauptmann Köhl drei Kompasse, ferner die Stellung der Sonne und der Gestirne. Da die Startbahn m Baldonnel nur provisorisch angelegt und durch drei Wochen Regenwetter völlig aufgeweicht war, brauchte die „Bremen" 1300 bis 1350 Meter Anlauf, während sie auf der Startbahn in Dessau im vorigen Jahre bereits nach etwa 500 Meter in der Luft war.
Die Hauptschwierigkeit aber war die Wetterfrage, weil es schwierig ist, für eine so lange Zeit Voraussagen zu geben. Hauptmann Köhl hat übrigens die Absicht, über die Durchführung des Fluges Aufschlüsse zu geben, und in praktischen Kreisen sieht man darin den Hauptwert des Unternehmens, weil dadurch weitere Unterlagen für das Problem des Transozeanluftverkehrs gegeben werden.
Die Beschädigungen der „Bremen".
Noch immer herrscht ziemliche Unsicherheit über den tatsächlichen Umfang der Reparaturarbeiten an der „Sternen" und infolgedessen auch über das voraussichtliche Datum eines neuen Starts.
Beschädigt sollen außer dem Fahrgestell unter anderem die Kabine und der Propeller sein. Die Tragflächen dagegen sind in Stand. In vier bis fünf Tagen hofft man die Reparatur beendet zu haben.
Der Abflug Fitzmaurices von Greenly Island.
Schiller und Fitzmaurice haben am Montag vormittag 10 Uhr Greenly Island verlassen. Die Abreise erfolgte in dem am Sonntag auf Greenly Island gelandeten kanadischen Flugzeug. Nachmittags 3.30 lUir landete Fitzmaurice in Nataschkwan an der Nordküste des St. Lorenzgolfes. Als das kanadische Hilfsflugzeug mit Fitzmaurice heute früh von Greenly Island abflog, blieben Dr. Cuisinicr und ein kanadischer Mechaniker auf der Insel zurück, um Baron v. Hünefeld und Hauptmann Köhl bei der Wiederherstellung der „Bremen" zu helfen.
Die Reise von Fitzmaurice nach Quebec.
Der Abflug des Majors Fitzmaurice hat vorübergehend Beunruhigung hervorgerufen und Befürchtungen für den einheitlichen Verlauf der geplanten Empfangsfeiern laut werden lassen. Indessen lassen das Telegramm des New Boiler Oberbürgermeisters sowie aus Quebec eintreffende leldungen über den Plan der drei Flieger, von Quebec aus gemeinsam nach New Aork zu fliegen, keinen Zweifel darüber, daß die Ernpfangsfeier Programmäßig verlausen wird, umso, mehr, als nach letzten Meldungen aus Quebec die dortig« Aumnft von Fttzmaurue die Wiedermstanüjetzung der „Brennen" erheblich zu beschleunigen vermag.
Der Abflug könnte, wie diese Meldungen besagen, bereits am Tage nach dem Rückfluge von Fitzmaurice nach Greenly Island stattstnden. Fitzmaurice soll nämlich in Quebec die für die Allsbesserung der „Bremen" benötigten Ersatzteile auswählen, die mit dem Flugzeug nach Greenly Island gebracht werden würden. '
Hilfsmaßnahmen für die „Bremen"-Flieger.
Die Marconi-Gesellschast hat eine Meldung von dem Leiter der Point-Amour-Station erhalten, wonach die „Sternen* mit Baron v. Hünefeld und Hauptmann a. D. Köhl an Bord ihren Flug nach New Dork wieder aufnehmen werde, falls die Ausbesserung des bei "der Landung beschädigten Propellers beendet sein werde.
Fraulein Hertha Junkers traf, von New Aork kommend, mit dem Junkersflugzeug in Montreal ein. Im Laust des Tages war bereits ein Mechaniker der Firma Junkers mit einem Borrat von Ersatzteilen für die „Sternen" eingetroffen.
Vor dem Empfang in New Iork.
Die Pläne für den feierlichen Empfang der „Bremen"- Besatzung in New Dork sind schon in allen Teilen bis auf alle Einzelheiten ausgearbeitet. Wie beim Empfang Lindberghs werden auch diesmal alle Schiffe im Hafen zur Begrüßung ihre Sirenen ertönen lassen. Ein Flugzeuggeschwader wird über der Stadt kreuzen. Auf dem Platz vor dem Stadthause wird Bürgermeister Walker und andere hervorragende Persönlichkeiten New Iorks die Besatzung der „Bremen" mit einer Ansprache unter freiem Himmel willkommen heißen. 40 Radiostationen werden diese Feier über die ganze Welt verbreiten.