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* Rr. 65 Donnerstag, Seu 31. Mai 1928 80. Jahrg.
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Amtliche Bekanntmachungen.
Land rat samt. " M^UH
A. VII. Nr. 998 a. Nach § 126 ber G. G. steht die Befugnis zum halten oder zur Anleitung von Lehrlingen Personen, welche sich nicht im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, nicht zu.
Nach § 126 a. G. O. kann die Befugnis zum Halten und zur Anleitung von Lehrlingen solchen Personen ganz über auf 8eit entzogen werden, welche sich wiederholt groben Pflichtverletzungen gegen die ihnen anvertrauten Lehrlinge schuldig gemacht haben, oder gegen welche Tatsachen vorliegen, die sie in sittlicher Beziehung zum Halten oder zur Anleitung von Lehrlingen ungeeignet erscheinen lassen.
Die Ueberwachung des Lehrlingswesens ist vornehmlich Zache der Handwerkskammern.
3m Interesse einer wirksameren Durchführung jener Gesetzesbestimmungen erweist es sich nach den in letzter Zeit gemachten Erfahrungen als erforderlich, daß die Handwerkskammern von Fällen der vorbezeichneten Art unterrichtet werden.
Ich ordne daher an, daß die Ortspolizeibehörden künftig von jedem ihnen durch die Gerichte mitgeteilten Fall der Verurteilung eines selbständigen Handwerkers
. a. zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte oder
b. wegen eines Vergehens bezw. Verbrechens gegen die Sittlichkeit oder wegen
c. grober Pflichtverletzung gegen die ihm anvertrauten Lehrlinge
unverzüglich der Handwerkskammer Kenntnis zu geben haben. Diese Mitteilung ist auch dajnn zu machen, wenn der verurteilte zur Zeit der Verurteilung keine Lehrlinge hält.
Kassel, den 22. Mai 1928.
Der Regierungspräsident.
I.-Nr. 4595. vorstehende Anordnung wird ben (Drts= Polizeibehörden zur genauen Beachtung mitgeteilt.
Schlüchtern, den 25. Mai 1928.
Der kom. Landrat. I. v. :5chultheis.
Stadt Schlüchtern.
; Der Regierungspräsident.
(I — A. VI Nr. 2521 — Rassel, den 22. Mai 1928.
Zum Bericht vom 15. b. Mts. — 382 —.
4 Unter Bezugnahme auf § 3 der dritten Verordnung M über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft vom M 13. Oktober 1927 (G. S. S. 195) genehmige ich hiermit I bis Ende März 1929, daß für die Stadt Schlüchtern die A Vorschriften des Wohnungsmangelgefetzes nebst den erlasse- I nen Rusführungsbestimmungen Anwendung finden. Diese Genehmigung wird unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs erteilt.
Ich ersuche, diese Genehmigung amtlich zu veröffentlichen.
(£. S.) I. A. gez. Lidhrger.
Kn den Magistrat in Schlüchtern.
Wird veröffentlicht.
~ In der Stadt Schlüchtern treten mit dieser veröffent- D lichung die Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes nebst M den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen und unserer Verordnung über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel vom M 29. 3uli 1925 (Schlüchterner Zeitung Nr. 99 vom 20.
August 1925) wieder in Kraft.
Es wird darauf hingewiesen, daß demge - 'B mä^ bie verfügungsberechtigten (hausei- 9entümer ufw.) fortan wieder verpflichtet sind, dem Magistrat unverzüglich Anzeige zu M erstatten, sobald eine Wohnung oder sonstige Zwangsbewirtschaftete Räume unbenutzt B sind, gekündigt sind oder sonst frei werden.
Schlüchtern, den 29. Mai 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
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Bekanntmachung.
U Der Betrieb der städtischen Badeanstalt K wird am 4. Iuni b. Is. eröffnet.
Die Badezeiten sind wie folgt festgesetzt: Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag 5—8 Uhr für Männer- 2—5 Uhr nachmittags für Frauen.
Dienstag und Donnerstag 2—5 Uhr nachmittags für Wärmer- 5—8 Uhr nachmittags für Frauen.
Sonntags 7—8 Uhr vormittags für Männer- 8—9 Nhr vormittags für Frauen.
Die Badepreise bleiben die vorjährigen.
Schlüchtern, den 30. Mai 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Bekanntmachung
Die Heberolle über die von den Unternehmern land- unb forstwirtschaftlicher Betriebe für das Iahr 1928 zu zahlenden Rest-Umlagebeiträge liegt in der Zeit vom 31. Mai bis einschl. 13. Iuni 1928 im Rathaus Städt- Kasse — öffentlich aus.
Schlüchtern, den 25. Mai 1928.
Der Magistrat: Gaenßlen.
Jugoslawische Beschwerde in Rom.
Belgrad, 30. Mai. Nach Meldngen hat der jugoslawische Gesandte in Rom, Rakitsch, bei dem italienischen Staatssekretär für Auswärtiges, Grandi, wegen der in verschiedenen italienischen Städten gegen Jugoslawien vorgekommenen Zwischenfälle, die auch" an dem Vermögen jugoslawischer Untertanen Schaden verursacht hatten, schriftliche Vorstellungen erhoben. Es wird darin u. a. darauf hingewiesen, daß m Zara faszistische Demonstranten jugoslawische Geschäftsläden geplündert und sogar ddn jugoslawischen Konsul, Simitsch. tätlich angegriffen hätten, daß ferner in mehreren italienischen Städten die serbische Fahne heruntergerissen und das Bild des Königs Alexander zerfetzt worden sei.
Die jugoslawische Regierung könne diese Demonstrationen nicht ohne weiteres hiunehmen und sei angesichts der langen Reihe von Anlässen zu Beschwerden genötigt, Genugtuung zu fordern. Staatssekretär Grandi teilte mit, daß die italienische Regierung ihre Antwort schriftlich erteilen werde.
Folgenschwerer Autormsall. — 25 Verletzte.
Essen, 30. Mai. Heute morgen gegen 7^-Uhr stürzte bei Kettwig ein mit 27 Mädchen aus Steele besetzter Lastkraftwagen beim Ausweichen vor einem anderen Kraftwagen die Böschung hinunter und begrub die Insassen unter sich. Verletzt wurden 20 Mädchen, darunter acht schwer. Die Verletzten fanden in Kettwiger Krankenhäusern Aufnahme. Die Mädchen wollten eine Rheintour unternehmen.
Linz, 30. Mai. In Hofkirchen im Mühlkreis, Ridau Peilstein, im oberen Jnnviertel, Amdorf und St. Florian im Bezirk Schärding wurden am Pfingstmontag Erderschüttc- rungen wahrgenommen, die etwa drei Sekunden dauerten. Die Erdbeben ivaren ziemlich stark, stoßartig und von dumpfem Rollen begleitet.
Wo ist die 3falia?
Kingsbay, 30. Mai. Eine drahtlose Nachricht der „Citta di Milano", die hier eingegangen ist, besagt, daß der Dampfer, der in der Nähe von Kingsbay im Eise liegt, eine drahtlose Verbindung mit einem Walfischdampser herstellen konnte, der eine wahrscheinlich von der „Jtalia" kommende Nachricht, die nur schwer entziffert werden konnte, erhalten hat. Daraus scheint hervorzugehen, daß die „Jtalia" eine Not- l a n d u n g a u f d e r I u s e I A m st e r d a m im Norden von Spitzbergen vorgenommen hat. Der Kommandant der „Citta di Milano" will die Hälfte seiner Mannschaft baldmöglichst an Land zu setzen versuchen und sie nordwärts zur Rettung Vordringen lassen. Doch machen starke Winde und Nebel die Expedition sehr schwierig. Man kann also vielleicht jetzt die Hoffnung hegen, die „Jtalia" anzutreffen, falls sich die Nachricht von ihrer Landung bestätigt.
Hilfsmaßnahmen für die „Jtalia".
In einem Interview mit „Norsk Telegram-Byraa" erklärte Kapitän Riiser Larsen, er hoffe, daß die „Hobby" in einigen Stunden von Tromsö abgehen werde.
Der Dampfer „Braganza" sei bereits auf dem Wege nach Spitzbergen. Riiser Larsen hält es für wahrscheinlich, daß die Meldungen, wonach die „Jtalia" hier oder dort gelandet sein soll, Mißverständnisse seien, welche durch die Telegramme zahlreicher drahtloser Stationen verursacht wurden, die an alle die Bitte enthielten, der „Jtalia" wenn möglich zu helfen.
Die Jtalia vom Zyklon vernichtet?
Don der „Italia" ist bis zum Mittwoch früh noch immer keine Nachricht eingelaufen. Dem „B. T." zufolge kommen von dein geophysikalischen Institut in Tromsoe besorgniserregende Feststellungen, die darauf hindeuten, daß die „Italia" in der Nähe von Tap de Driesland von einem Zyklon vernichtet worden sei.
— Im Riesengebirge haben die an den Pfingstfeier- tagen niedergegangenen Wolkenbrüche schwere Sachschäden angerichtet. Fast sämtliche Brücken und Stege sind weggespült.
— Bei einer blutigen Schlägerei in Halle wurde ein junger Mann von einem Polißeibeamten erschossen und zwei durch Schüsse schwer verletzt.
— Auf Verlangen Japans haben die chinesischen Nordtruppen Tsingtau geräumt.
— Während der Pfingstfeiertage haben sich weitere Phosgen-Erkrankte in den Hamburger Krankenhäusern gemeldet.
— In Paris wurden an den Pfingstfeiertagen acht Personen durch Verkehrsunfälle getötet. 28 wurden verletzt, davon viele schwer.
Ställen und Südslawien.
Große serbische Demonstrationen gegen Italien. — Die Fensterscheiben eines italienischen Konsulats zertrümmert. Diplomatische Proteste. — Italienische Gegendemonstrationen.
Die südslawischen Demonstrationen.
In den südslawischen Städten Sebenico und Spalato haben sich antiitalienische Kundgebungen ereignet. 200 Manifestanten versuchten das italienische Vizekonsulat in Sebenico zu erreichen. Als ihnen dies mißlang, wandten sie sich nach der Wohnung des Vizekonsuls. Der Vizekonsul war abwesend und weilte in Spalato. Nachdem die Demonstranten das Gitter durchbrochen hatten, drangen sie in den Garten und — nach erfolglosen Versuchen, in das Innere des Hauses zu dringen — zerschmetterten mit Steinwürfen die Fensterscheiben bis zum dritten Stockwerk.. Darauf zogen die Manifestanten in die Stadt zurück und warfen die Fensterscheiben der Schule und mehrerer italienischer Häuser ein.
Am Nachmittag des folgenden Tages versuchte in Spalato eine Gruppe von Manifestanten, in das Generalkonsulat ein- zudringen. Sie wurde daran durch Polizei behindert. Die Fensterscheiben des Konsulats wurden durch große Steine zertrümmert. Die Demonstranten griffen zahlreiche italienische Kaufläden an, von denen sie mehrere plünderten und bei anderen die Schaufenster einschlugen. Auch die italienische Schule wurde geplündert. Von zwei italienischen Dampfern, die im Hafen lagen, raubten die Manifestanten die italienische Flagge. Mehrere Italiener wurden angegriffen und geschlagen.
Die südslawische Polizei und Gendarmerie, von denen einige Verletzungen davontrugen, nahmen 30 Verhaftungen vor.
In Bolgrad fand nach Beendigung eines in der Universität gegebenen Konzerts eines Chors eine stürmische Kundgebung statt. Zahlreiche Studenten versuchten, vor die italienische Botschaft zu ziehen, wurden aber von der Polizei daran gehindert.
Die Ursache.
" Die Ursache der atttütalteutschen Kundgebungen ist in Ausschreitungen sadistischer Kriegsfreiwilliger in Zara gegen das südslawische Konsulat und gegen die sudsiawische Staatsflagge zu erblicken.
Anläßlich der Verbrennung der fut^lawischen Fahne in Zara kam es dann zu den geschilderten Kundgebungen. In Laibach und Agram versuchte die erregte Menschenmenge, in das italienische Konsulat vorzudringen, doch wurde sie durch Polizeiaufgebote daran gehindert. In Laibach gelang es der Gendarmerie durch energisches Eingreifen, die Verbrennung einer italienischen Fahne zu verhindern. Ebenso wurden Ver- fttche von Studenten, in Agram größere Demonstrationen zu verunstalten, durch sofortiges Einschreiten der Polizei verhindert.
Erste Folgen der Vorgänge in Zara und tu .m; t süd- fiawischcn St übten waren gegenseitige diplomatische Proteste in Rom und Belgrad. Sowohl die italienische als auch die Mslawische Regierung fordern die Untersuchung der Borfälle ach die Bestrafung der Schuldigen: von italienischer Seite. wurde außerdem noch die Forderung gestellt, daß m Sud- slawien überhaupt alle Demonstrationen gegen Italien verhindert werden, obwohl einwandfrei feststeht, daß . der Anstoß zu den letzten Vorgängen durch Provokationen von italienischer Seite gegeben wurde? Die südslawische Regierung hat indessen noch vor der italienischen Demarche an die Behörden den Auftrag erteilt, nicht nur Demonstrationen, sondern überhaupt alle Versammlungen und Manifestationen, bei denen es eventuell zu Demonstrationen gegen Italien kommen könnte, strengstens zu untersagen und eventuell mit Gewalt zu verhindern.
Wie vom serbischen Außenministerium bestätigt wird, ist der italienische Gesandte in Belgrad, General Bodrero, von seinem Posten abberufen worden. Ueber den Nachfolger Bodreros sei in Rom noch keine Entscheidung getroffen worden.
Italienische Gegendemonstrationen.
mehreren italienischen Städten veranstalteten Studenten Protestkundgebungen gegen die Angriffe auf staken in Südslawien. Bei Demonstrationszugen durch die Straßen Wurde die Nationalhymne gesungen. — Die römischen Studenten haben zum Protest gegen die Vorgänge im Generalkonsulat in Innsbruck einen Umzug veranstaltet.
Eine große deutsche Kundgebung.
Bom Verein für das Deutschtum im Ausland.
Die aroße Pfingsttagung des Vereins für das Deutsche inm im Ausland fand bei strahlendem Sonnenschein m K m unden (Oesterreich) und unter reger Betellrgung von Vertretern aller deutschen Stämme in Deutschland, Oesterreich und dem Greuzlande statt. Gottesdienste in den katholischen und evangelischen Kirchen leiteten die Tagung ein, an me fich Versammlungen des Deutschen Schulvereins, der Jugend- aruvven und der Vertreter der Studentenschaft anschlossen. Sportkämpfe, ein Gartenkonzert und eine Abendfeier, die mit einem gewaltigen Höhenfeuer auf den Bergen endete, bildeten den Abschluß des ersten Pfingsttages.