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str. 100 Dienstag, den 21. Angust 1S28 80. Jahrg.

j Amtliche Betanntmachnngen.

Landratsamt.

[ I^Nr. 7116. Die durch meine Verfügung vom 15. d. ®W. - Br. 6973 Schlüchterner Zeitung Nr. 98 für die Schlächtern - Brückenauerlandstraße, zwischen Herolz md Sannerz, angeordnete Verkehrssperre wird aufgehoben. [ Schlächtern, den 20. August 1928.

Der Landrat. Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Die Liste über diejenigen Personen der Stadt Schlüchtern, die zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen »erden können, liegt in der Zeit vom 21. bis einschließlich M. ds. Mts. im Rathaus Dienstzimmer des Stadt- , Werinspektors zur Einsicht aus. i Schlüchtern, den 20. August 1928.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Nacholympia-Kämpfe in Berlin.

Berlin, 18. August. Am ersten Tag des inter- natwnalen Sportfestes, zu dem zahlreiche ausländische Wilnehmer der Amsterdamer Olympiade eingetroffen waren, schnitten die Deutschen erfolgreich ab. Im End- lauf über 100 Meter gewann Ho üben in 10,8 Se­kunden vor dem Frankfurter Gerling. Die Ausländer waren in diesem Rennen nie im Vordertreffen. Der Zweite beim Endlauf über 100 Meter in Amsterdam, | englische Neger London, gab bei 80 Meter aus- Nchtslos im Rennen liegend auf. Der Allensteiner Hrrschseid verbesserte im Kugelstoßen den deutschen Rekord auf 15,87 und stellte damit die Weltbestleistung tes Amerikaners Kuck, die bei den olympischen Spielen erzielt wurde, ein. Bei den Leistungen der Frauen ragt besonders die neue Weltrekordleistung im Speer- wecsen der Damen durch die Lübeckerin Fräulein H ar . gus mit 38,39 Meter hervor.

Ein dänischer Politiker vermißt.

Ln . Kopenhagen, 20. August. Einer der bekann- Msten dänischen Politiker aus Nordschleswig, Als ^a^n' öer ^lige Jahre dem Preußischen La^Ätag als Abgeordneter für Sonderburg-Apenrad« »^gehört s^t einigen Tagen vermißt. Nissen hat Neffe angetreten, ohne ein Ziel anzugeben.

»lieger Mariens in Frankreich vorübergehend verhaftet. Paris, 18. August. Der Flieger Arthur Mar- ens, der sich aus einer Propagandafahrt für die Inter­nationale Luftfahrt-Ausstellung im Oktob«^ Berlin wTtnoet, mußte auf seiner Etappe Äf»^ Paris M notlanden. Französische Gendarmen bc- WmgnahmtAi das Flugzeug und nahmen Mariens fest, K /Eine Papiere angeblich nicht in Ordnung wären. N.^lchhonische Rückfrage in Paris Wurde er aller- bald wieder frei gelassen.

L T- Nach einer Rede Venizelos' kam es in Athen zu Mutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern Pangalos' und Venizolos'. Pangalos selbst und einige seiner Freunde wuen auf die Menge geschossen und fünf Personen, darunter ^ne schwer verletzt haben.

, ~ In Chaumont ist der Expreßzug Nancy-Dijon auf eine Rangierkolonne aufgefahren, wodurch 18 Reisende leicht Metzt wurden.

, ~ 3n Ecuador ist ein revolutionärer Anschlag entdeckt und rechtzeitig vereitelt worden. Zahlreiche führende Mit- S'eder der Liberalen Partei wurden hingerichtet.

~ In München entstand in einer Wirtschaft ein Streit, dessen Verlauf zwei Männer erstochen wurden. Der ^ter wurde verhaftet.

~ Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist am Sonn- Q0 Abend von Oberhof kommend wieder in Berlin eint getroffen.

In Köln stieß am Sonntag Abend ein Omnibus us Remscheid mit einem Straßenbahnwagen zusammen. abei wurde eine Frau getötet und etwa dreißig Personen zumteil schwer verletzt.

y ~ Don dem am Sonntag zum Fluge über den Atlan- Dzean in Ottawa gestarteten FlugzeugGreater ockford« ist bis in die späten Abendstunden des Sonn- 'S8 noch keine Nachricht eingetroffen.

. 77 Nach den ersten bekannt gewordenen Ergebnissen der 2$en Parlamentswahlen ergibt sich in Athen durchweg nc Diehrheit für die Liste Venizelos'.

, ~ Der englische Staatsmann Lord Haldane ist Sonn- 3 nachmittag in seiner schottischen Heimat in Cloan Worden.

K 7~ Nach Meldungen aus Washington sieht Präsident | ®lb9c ^^ durch den kürzlichen Abschluß des französisch- huschen Flottenabkommens geschaffene Lage dadurch ernst ^ ^ es die amerikanische Stellung zur See berühren

Die Ensscheidmg der S.p.D.

Bedauern über den Kabinettsbeschlntz. Die sozial- demokratischen Minister bleiben.

Die gemeinsamen Beratungen der sozialdemo­kratischen Parteiinstanzen Reichstagsfraktion und Parteiausschuß haben das erwartete Ergebnis ge­habt: Bedauern über das Verhalten der sozial- demokratischen Minister in der Panzerschisfrage, ent­sprechend dem Beschluß des Parteivorstandes, aber keine politischen Konsequenzen in der Rich­tung auf eine etwaige Kabinettskrise. Beide Kör­perschaften nahmen in getrennter Abstimmung mit etwa Vierfünftelmehrheit unter Ablehnung aller weiterge­henden Anträge der sächsischen Parteiorganisationen, die bekanntlich den Rücktritt der sozialdemokratischen Minister und den Austritt aus der Koalition gefordert hatten, folgende Entschließung an:

Die sozialdemokratische Reichstagssraktion und der sozialdemokratische Parteiausschutz treten dem am 15. August gefaßten Beschlutz des Partei- und Frak­tionsvorstandes über die Haltung der der Reichsregie­rung angehörigen Parteigenossen zu der Jnangriss- nahme des eigentlichen Baues des Panzerkreuzers A bei. Sie bedauern, daß die sozialdemokratischen Mini­ster dem Beschluß des Kabinetts unter Verzicht auf vorherige Befragung der Fraktion und des Parteiaus- schusscs zugestimmt haben. Fraktion und Parteiaus- schuß halten die engste Fühlungnahme zwischen ihnen und den der Regierung angehörenden Genossen in allen politischen Fragen für eine unabweisbare Notwendig­keit. Fraktion und Parteiausschuß halten die Beteili­gung an der Regierung mit Rücksicht aus das Gesamt- interesse der Arbeiterschaft für außerordentlich wichtig. Sie leiten daher aus der Entscheidung des Kabinetts, die die Ausführung eines vom letzten Reichstag beschlos- lenen Gesetzes betraf, trotz ihrer grundsätzlich abwei­chenden Auffassung über den Ersatzbau des Panzer­kreuzers nicht die Notwendigkeit ab, unsere Genossen zum Rücktritt aus dem Kabinett aufzuforderit."

Die sozialdemokratische Reichstagssraktion hat sich weiter mit der vom Reichstag im Juli gefaßten Ent­schließung über die allgemeine Verlängerung der Unter­stützungsdauer in der Krifensürsorge von 26 auf 39 Wochen befaßt. Sie gab der Erwartung Ausdruck, daß dieser Beschluß alsbald ausgeführt wird.

Entfesselte Naturgewalten. Tropeuorkan in Haiti. Sturmflut und Erdbeben in Algerien.

Die Republik Haiti, nach Cuba die auSgedehu- teste Insel unter den Großen Antillen, ist von einem troprschen Sturm heimgesucht worden, wie er seit 42 Jahre» nicht mehr erlebt worden ist. Zahlreiche Dör­fer wurden durch den Orkan zerstört. Nach den bis­herigen Schätzungen hat der Orkan mindestens zwei­hundert Todesopfer gefordert. Mehr als 10 000 Men­schen sind ohne Obdach.

Eine zweite Sturmkatastrophe hat die Küste der französischen Kolonie Algerien betroffen. Am mei­sten hat

die Hafenstadt Djedjelli

gelitten. Die Katastrophe begann mit Hagelschlag, wor­aus ein Orkan einsetzte, der von einem Erdbeben und einer Sturmflut begleitet war. Zuletzt folgte ein sint­flutartiger Regen. Zahlreiche Gebäude sind vollständig zerstört worden, u. a. mehrere Spitäler. Die Zahl der Opfer steht noch nicht fest. Nach den bisher vorlie­genden Meldungen sind zehn Bewohner von Dschischelli getötet und sieben Matrosen eines Schleppdampfers, der in die Sturmflut geraten war, ertrunken. Die Zahl der Verwundeten soll sich auf etwa 150 belaufen, dar­unter viele Soldaten, da die Kaserne zusammengebro­chen ist. Das Erdbeben wurde an der ganzen Küste entlang verspürt.

EisenbahlMgM in Vaden.

14 Verletzte.

Auf dem Bahnhof Radolfzell am Bodensee fuhr eine Güterzuglokomotive aus den im Bahnhof stehenden Personenzug KonstanzBasel von hinten aus. 14 Rei­sende wurden leicht verletzt. 12 davon konnten nach Anlegung von Notverbänden die Reise fortsetzen. Zwei Reisende erlitten einen Nervenschock und mußten ins Krankenhaus gebracht worden. Der Sachschaden ist gering.

Ein dreister Güterraub

wurde in der Nähe von Marienborn (Prov. Sach­sen» verübt. Mehrere verwegene Burschen sprangen nachts auf einen Güterzug, der infolge einer Steigung ziemlich langsam fahren muffte, öffneten einen Wagen und warfen hinaus, was ihnen mitnehmenswert er­schien, insbesondere Stoffe, Zigarren usw. Diese Sachen wurden von Helfershelfern auf ein bereitstehendes Auto geladen. Die Täter konnten unerkannt entkommen.

Gegen ein Ostlocarno.

Kundgebung der Heimattreue« Oberschlesier in Laubau.

Der sechste deutsche Oberschlesiertag der Landes­gruppe Schlesien Heimattreuer Oberschlesier in Lau- ban gestaltete sich zu einer bedeutsamen politischen Kundgebung.

Im Mittelpunkte der Veranstaltung stand die Fest­ansprache des Generaldirektors Dr. Jng. h. c. Schmidt- Hirschberg, der als Ziel der oberschlesischen Heimat­bewegung die Stärkung der Treue zum Deutschen Reiche sowie der Widerstandsbewegung gegen das Ver- sailler Diktat, durch das die Oberschlesier von ihrer Heimat losgerissen wurden, bezeichnete. Entschiedener Widerspruch müsse jedoch in erster Linie gegen die Lüge von der deutschen Schuld am Kriege eingelegt werden. Darin eingeschlossen sei als Hauptursache der sogenannte Drang nach dem Osten, der von den Geg­nern als Hauptursache sür den Ausbruch des Welt­krieges angeführt werde.

Die jetzige Grenzziehung im Osten bedeute eine Gefahrenquelle, nicht nur für den Frieden Deutsch­lands, sondern für die ganze Welt. Wir wollen, so führte der Redner weiter aus, mit den Polen in Frie­den leben und erkennen auch die Lebensberechtigung des polnischen Staates an, nicht aber auf Kosten der Teut­schen. Die wirtschaftlichen Kräfte beider Länder müß­ten darauf ausgehen, auch ein politisches Bündnis zwi­schen den beiden Völkern zu schaffen, im Interesse des europäischen Friedens. Hand in Hand damit müsse aber unbedingt eine Neuregelung der Ostgrenze gehen. Die beste Sicherung gegen eine Bedrohung durch Rußland bedeute für Polen der Frieden und die Freundschaft mit Deutschland, die aber nie­mals durch ein Ostlocarno hervorgerufen werden könnte. Ein Ostlocarno gäbe es für keinen Deutschen. Darin habe sich endlich einmal eine Einheitsfront von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken in Deutsch­land gebildet. So schwer und drückend auch die Lage Ostoberschlesiens noch in den kommenden Jahrzehnten feix wr"Lc, die ober schreff sehe Bevölkerung werde .iie= mals die Treue zum Reiche brechen.

Als zweiter Festredner ging Justizrat Dr. Fried- länder-Breslau, der Vorsitzende der Landesgruppe Schlesien, auf den Begriff des Dienstes am Vaterlande ein, wobei er betonte, die einzige Tendenz der ober- schlesischen Heimatbewegung bestehe darin, Ostoberschle­sien wieder zum Reiche zurückzuführen und Westen und Osten zu vereinigen.

Ostpreußen i« Gefahr!

In einer Sitzung des Landesverbandes Ostpreußen und der ostpreußischen Grenzvereinsvorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei in Königsberg gelangte eine Entschließung zur Annahme, in der es herßt, daß die immer klarer und schärfer zum Ausdruck gebrachte Absicht Polens, über die Beherrschung LitauenS zur Umklammerung und schließlichen Eingliederung Ost­preußens in den polnischen Staat zu gelangen, die vaterlandsliebende und unbedingt reichstreue Bevölke- rung der Provinz in dauernd zunehmende^Besoranis und Unruhe versetze. Die Lösung der polnisch-li­tauischen Frage im polnischen Sinne müsse eine schwere Gefahr für den Bestand Ostpreußens als abgetrennten Gebietsteil zur Folge haben. Es wird verlangt, daß die zuständigen Stellen des Reichs sofort energische Schritte in London, Paris und bei allen sonst in Frage kommenden Mächten urrternehmen sollen, um diese fortgesetzte Beunruhigung Ossdeuropas zu beendigen.

Das Große Los unv 200 000 Mark heraus.

Berlin, 20. August. Am letzten Sonnabend ist neben dem Großen Los von 500 000 Mark, das auf die Nummer 359 651 fiel, noch ein anderer großer Gewinn, nämlich der Betrag von 200 000 Mark, auf die Losnummer 54 597 gezogen worden. Dieses Los wird in Berlin und Nürnberg gespiell.

Die Vaterländischen Verbände zum Kellogg-Pakt.

Berlin, 20. August. Die Vereinigten Vaterlän­dischen Verbände Deutschlands geben zum Kriegsüch- itungspakt folgende Erklärung bekannt:Wir natio­nalen Deutschen sind viel friedliebender als die meisten ausländischen Staatsmänner, die jetzt den Kriegsäch­tungspakt unterschreiben wollen. Wir erklären es aber für widersinnig, auf dem Papier einen neuen Rne- denspakt zu schließen, ohne zugleich die Kriegsursachen zu beseitigen. Wir verlangen deshalb als Vorbedin­gung für einen Dauerfrieden nicht nur Räumung des Rheinlandes und Aufhebung der Dawes- fron, sondern auch Wiederherstellung der deutschen Grenzen und Rückgabe unserer Kolonien als Lebensnotwendigkeit unseres Volkes, das sonst zur Ver- zrveiflung getrieben werden muß."

Verbot aller Nationalhymnen auf der Pressa.

Köln, 20. August. Die Direktion der Inter­nationalen Presse-Ausstellung Köln 1928 hat mit Rück­sicht auf verschiedene unliebsame Vorfälle in der letz­ten Zeit das Spielen aller Natioiralhymnen in den Gaststätten der Ausstellung verboten. Mit dem Ver­bot aus der Pressa will man vor allen Dingen einer Enttvürdigung her Nationalhymnen vorbeugen. Das Verbot soll auch das Deutschlandlied einschließen.