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M. 120

(1. Blatt)

Samstag, den 6. Oktober 1928

80. Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

kLandratsaMt.

J.=Hr. 8507. 3m Interesse der Kreisbevölkerung wird »wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Sprech- rhinben des Landratsamts auf Dienstag und Freitag, vor- Imittags von 9 bis 12 Uhr, festgesetzt sind. Den Kreisein- J gesessenen wird in ihrem eigenen Interesse empfohlen, die DSprechstunden einzuhalten, da sie zu anderer Seit nicht »darauf rechnen können, daß sich die gewünschte Rücksprache »ermöglichen läßt.

5chlüchtern, den 2. Oktober 1928.

Der Landrat: Dr. Müller.

I.-Nr. 8593. Unter Bezugnahme auf meine verfü- Igung vom 6. April 1926 Nr. 3065 Schlüchterner Zei­tung Nr. 43 ersuche ich die Grtspolizeibehörden, die Katafterblätter für die gewerblichen Anlagen bis zum !. November d. 3 s. an den Herrn Gewerberat in Fulda veinzusenden. pünktliche Einhaltung des Termins ist unbe­dingt erforderlich.

3. (Oktober 1928.

Zchlüchtern, den

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

Rr. 8300. Die Herren Bürgermeister bezw. Schul- iVerbandsvorsteher werden an die alsbaldige Erledigung meiner Verfügung vom 2. August d. 3s. Nr. 6684 (Kreisblatt Nr. 94), betr. Stundenvergütungssätze der Hand­arbeitslehrerinnen, .erinnert.

Zchlüchtern, den 2. Oktober 1928.

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

3.=Hr. 8509. Im Monat September d. 3s. fm - Stuben Personen Iagdscheine ausgestellt worden:

a. Iahresjagdscheine

Rlaier, Heinrich, Landwirt, Heuengronau, Druschel, Friedel, Dentist, Schlüchtern, Eraudt, Heinrich, Mühlenbesitzer, Steinau, Rappe, Apotheker, Steinau, Karste, Rentmeister, Schlüchtern, Sauer, Friedrich, Schreinermeister, Uttrichshausen, Luch, Alois, Kaufmann, Frankfurt a. M., Decker, Karl, Fabrikdirektor, Hamburg, Dr. Strube, praht. Rrzt, Uttrichshausen, Kla^, Direktor, Bad-Brückenau, Lins, Iohannes, Landwirt, Gberzell,

..... Schreiber, Nikolaus, Landwirt, Marjoß.

b) Tagesjagdscheine

Dux, Friedrich, Kaufmann, Augsburg, Pape, Hans, stud. für. Detmold, Schütz, Iohann, Lehrer, Magdlos, Draumüller, Fritz, Bad-Brückenau.

Schlüchtern, den 2. Oktober 1928.

Der Landrat. 3. v.: Schultheis.

W ck-

Den Wandergewerbetreibenden wird dringend empfoh­ln, den Antrag auf Ausstellung des neuen, auf das Ka= 1929 lautenden Wandergewerbescheines mög= sW schon im Oktober zu stellen, da bei der Menge der wäge und wegen der erforderlich werdenden Ermitte- ngen die Ausfertigung längere Zeit in Rnspruch nimmt, nderenfalls kann die Rushändigung der Scheine zu Be= bes neuen Iahres nicht gewährleistet werden. Bei J Hntragftellung ist ein etwa 6 mal 9 Ttm. großes, o x ^geführtes, unaufgezogenes und lediglich die Per- % des Antragstellers wiedergebendes neues Lichtbild n lugeben. Die zuständigen Behörden sind angewiesen, bei orlage von Lichtbildern, die diese Eigenschaft nicht erM- ", die Entgegegnahme der Anträge abzulehnen. Rußer- die gesetzliche Verwaltungsgebühr zu entrichten.

Diese beträgt im allgemeinen:

D für gswerbliche Leistungen und Schaustellungen 2K^, 2- für den Handel mit:

O geringwertigen Waren 3 MC, wertvollere Waren 5 MC,

c) Ferkeln und Ziegen allein oder in Verbindung mit anderen waren 3 MC,

Schweinen, Schafen und Kälbern 5 MC,

e) Pferden, Rindvieh allein oder in Verbindung mit Schweinen, Schafen und Kälbern bei mittlerem Um­fange 8 MC,

/n , D wie vorstehend bei großem Umfange 10 MC.

1148.)

Dassel am 21. 9. 1928.

Der Reg.-Prästbent.

Kreisausschuß.

I.-Nr. 10612 F.

Unentgeltliche Sprechtage für Sprackgestörte in der Landestaubstummenanstalt in Homberg

durch den Facharzt für Sprachstörungen, Herrn Dr. med. Hoepfner, Kassel, finden wie folgt statt:

Sonnabend,den 13. Oktober 1928,

//

3. November 1928, 1. Dezember 1928.

Sprachgestörte, die die Beratung des Facharztes in Rnspruch nehmen wollen, werden ersucht, dieses spätestens 3 Wochen vor dem Sprechtag dem Kreiswohlfahrtsamt mitzuteilen unter Angabe von Hamen, Wohnort und Ge­burtstag, ferner zu welchem Sprechtag sie sich in Homberg einfinden werden.

Schlüchtern, den 3. Oktober 1928.

Kreiswohlfahrtsamt. Dr. Müller.

Allg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Bekanntmachung.

Nachdem Herr prakt. Rrzt Fömmel zu Schlüchtern an Stelle des verstorbenen Herrn Sanitätsrat Dr. med. Freudenthal, als Kassenarzt für den Rrztbezirk Schlüch­tern II zugelassen worden ist, gehen bis auf Weiteres die Kassenarztgeschäfte vorerst ab 1. Oktober 1928 auf Herrn Fömmel über, was hiermit versicherten und Rr- beitgebern zur Kenntnis gebracht wird.

Schlüchtern, den 29. September 1928. Der Vorstand der Allgemeinen Grtskrankenkasse für den Kreis Schlüchtern. Preiß, Vorsitzender.

Stadt Schlüchtern.

Oeffentliche Mahnung.

Die noch rückständigen Gewerbesteuerzahlungen für 19^/27, GewerbeertrAussteuern für das 1. und 2 Viertel- jähr 1928, Gewerbekapitalsteuer-Vorauszahlungen für die­selbe Zeit, städt. Grundvermögenssteuer-Zuschläge, Holzgel- der, Losholz, Schulgelder, Wassergelder, Pachtgelder, Poli­zeistrafen, Mieten, Kanal- und Rnerkennungsgebühren, so­wie alle anderen Abgaben werden hierdurch angemahnt.

Ueber alle Abgaben sind Benachrichtigungen zugestellt worden. Die Zahlung hat bei der Stadtkasse Schlüchtern zur Vermeidung der Beitreibung schnellstens zu erfolgen. Anträge und Eingaben halten die Zahlung nicht auf.

Mahnungen erfolgen nur öffentlich, nicht durch Be= Händigung von Mahnzetteln.

Schlüchtern, den 3. Oktober 1928.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

In den nächsten Tagen werden die Formulare für die am 10. d. Mts. stattfindende Personenstandsaufnahme zuge­stellt werden. Dieselben sind so rechtzeitig auszufüllcn, daß sie vom 11. Oktober ab zur Abholung bereit liegen. Bemerkt wird, daß der Magistrat berechtigt ist, die recht­zeitige und ordnungsmäßige Ausfüllung und Ablieferung der Listen durch Zwangsstrafen bis zu 5000 MC gemäß § 202 Reichsabgabenordnung zu erzwingen. Es ist in früheren Iahren vorgekommen, daß die Beauftragten der Stadt 3 bis 4 mal in den Haushaltungen vorsprechen muß­ten, um endlich oder auch dann noch nicht die Liften zu- rückzuerhalten. Dies erfordert Zeit und unnötigen sonstigen Rufwand. In diesem Iahre werden die Listen nur einmal zurückgefordert werden und es haben die dann noch Säu­migen zu gewärtigen, daß mit Zwangsstrafen gegen sie vorgegangen wird.

Schlüchtern, den 4. Oktober 1928 .

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Für das Rechnungsjahr 1928 werden folgende Zu­schläge als Gemeindesteuern erhoben:

275% zur Grundvermögenssteuer,

400% zur Gewerbesteuer vom Ertrag,

800% zur Gewerbesteuer vom Kapital.

Die Zuschläge sind durch den Bezirksausschuß in Kassel genehmigt und durch den Herrn Oberpräfibenten zuge- lassen worden.

Schlüchtern, den 4. Oktober 1928.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Der deutsche DampferMaria Pinango" ist einem (Telegramm zufolge in der Nähe der Rzoren im Sturm gesunken. Die gesamte Besatzung ist gerettet.

Die Stadtverordnetenversammlung Berlin genehmigte Donnerstag abend mit den Stimmen der SozialdemoKraten und der Mittelparteien den Plan des Magistrats, aus lau­fenden Mitteln 15 Millionen Mark für Wohnungsbauten bereitzustellen.

Räumung und Reparationen.

40 Milliarde« Goldmark Reparationsendsumme?

Von den in Genf vom Rat der Sechs beschlossenen beiden Kommissionen, der Finanzkommission und der Feststellungs- und Versöhnungskommission, wird, wie es scheint, als erste die Finanzsachverständigenkommission gebildet werden. Die Pariser ZeitungJntransigeant" glaubt zu wissen, daß bereits ein Ein­verständnis bezüglich des Datums und des Sitzungsortes zwischen den Alliierten und Deutschland erzielt worden sei, und zwar soll die Kommission Anfang Dezember in Paris zusammentreten.

Das Blatt gibt dann nach Informationen, die es aus beftunterrichteten Quellen geschöpft haben will, folgende Dar­stellung des zu behandelnden Hauptproblems: Deutschland werde außer den notwendigen Sicherheitsgarantien die Mobili­sierung seiner Schuld im Bereiche des Möglichen anbieten, um als Gegenleistung die vorzeitige vollständige Räumung des lin­ken Rheinufers zu erhalten. Die in London 1921 genannte Schuldziffer von 132 Milliarden Goldmark werde von Deutsch­land seit dem Inkrafttreten des Dawes-Planes angefochten.

Es schRnt, so meint derJntransigeant", daß im Augen­blick ein 9 Kommen zwischen dem Reich und den Alliierten aus der 8ajL einer Regelung von 40 Milliarden Goldmark, von denen Frankreich 30 Milliarden Goldmark erhalten würde, sehr wahrscheinlich sei. Diese Schuld könnte vollständig nach viel­leicht sechs bis acht Jahreuinnd mehr m Abschnitten von zwei bis fünf Milliarden Goldmark mobilisiert werden. Dafür würde sich die vollständige Rheinlandräumung vor 18 Monaten vollziehen. Falls die Vereinigten Staaten und England ihre Forderungen gegenüber Frankreich ermäßigten, könnte Frank­reich ebenfalls seine Forderungen an Deutschland herabsetzen.

Die großen Schwierigkeiten.

Wie aus London gemeldet wird, rechnet man in dortigen diplomatischen Kreisen mit der Möglichkeit der baldigen Ueber- sendung einer bcutfdfeu Note an Großbritannien, Frankreich, <%al%. Jap»v und Belgien, in der bte Einleitung von Räu- m.mgsoerhandlungen vorgeschlagen wird. Nach der Auffassung desDaily Telegraph" werden die Verhandlungen sehr schwierig sein, da' die deutsche Regierung jede ausländische Neberwachung des Rheinlandes ablehne, die über den 10. Januar 1935 hinausgehe und Poincare auf Reparations­zahlungen bestehe, die groß genug seien, um die gesamten Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frank­reichs zu decken und für die Abtragung der gesamten fran­zösischen Kriegsschulden an England und Amerika ausreichten. Präsident Coolidge und Schatzsekretär Mellon wiederum lehn­ten jede Verminderung der französischen Schulden an Amerika ab.

Unter diesen Umständen sei es schwierig, eine schnelle und endgültige Lösung der Reparationsfrage zu ermöglichen, die mit der gewünschten Räumung verknüpft sei. In Pariser Berichten wird mit der Möglichkeit einer Zusammenkunft der Finanzsachverständigen Deutschlands und der alliierten Mäc-Fe in Paris Anfang Dezember gerechnet.

Poincare gegen Abstriche im Rüstungsetat.

In der Finanzkommission der französischen Kammer sprach Poincaro in seiner Eigenschaft als Finanzminister. Er stellte angesichts des weiteren Anwachsens der Ausgaben für gewisse Ministerien eine Ausgabeueinschränkung in Aussicht. Das Gleichgewicht des Haushalts müsse gewahrt bleiben und der Haushalt sowie das Finanzgesetz bis zum 31. Dezember verabschiedet werden. In diesen beiden Fällen werde die Re­gierung die Vertrauensfrage stellen. Wie weiter gemeldet wird, habe Poincars darauf hingewiesen, daß die Kommission bei der Prüfung des Ausgabenbudgeis bis jetzt schon Kredit­erhöhungen von nahezu 79 Millionen Franken beschlossen habe. Daraus würde sich ein Defizit von über 23 Millionen Franken ergeben.

Poincars wandte sich gegen weitere Streichungen am Etat für Heer und Flotte, da sie von den beiden in Frage kommen­den Ministern für unmöglich erklärt worden seien. Er könne deshalb derartige Anträge nicht aunehmen.

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Schweinepest-Skandal in Schlesien.

DasB. T." meldet aus Breslau: Aus dem niederschlesi- schen Städtchen Schlawa an der polnischen Grenze wird über ein Schweinemassensterben berichtet. Ueber 1000 Tiere sind von der Schweinepest befallen worden. Es sind schwere Verfehlungen gegen das Viehseuchen- und Nahrungsmittel- gesetz festgestellt worden. Eine Molkerei-Genossenschaft ver­heimlichte die Krankheit seit 3uni und verkaufte eine große Menge der Tiere nach Berlin als Schlachtware. Der tierärztliche Fleischbeschauer in Schlawa behauptet, die Krankheit, die bekanntlich sehr leicht erkennbar ist, nicht bemerkt zu haben. Mit der skandalösen Angelegenheit be­schäftigt sich nun die Glogauer Staatsanwaltschaft.

Das Ehemnitzer Schwurgericht verurteilte nach zwei­tägiger Verhandlung den Papiermaschinengehilfen Erich Kästner aus Penig, der sein dreijähriges Kind erschoß und seine Schwiegermutter durch Uevolverschüsse schwer ver­letzte, wegen Mordes zum Tode und zu lebenslänglichem Ehrverlust.