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Schlüchtemer Zeitung

ßreis-Kmtsblatt * Allgemeiner amULcherKtHeLger für KZn Kreis SchlüchteM

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»t. 30

(1. Blatt)

Samstag, bett 9. Mär; 1929

«1 Jahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

Landrat samt.

I.-Nr. 1751. Die Grtspolizeibehörden mache ich auf die im Deutschen Reichs- und preußischen Staatsawiger Nr. 55/1929, sowie im Landwirtschaftlichen Ministerialblatt 1929 Seite 63 ff veröffentlichte viehseuchenvolizeiliche An= Ordnung, betreffend die Ein- und Durchfuhr von Hunden vom 5. Februar 1929, aufmerksam. Nötigenfalls kann die Anordnung hier eingesehen werden.

Schlächtern, den 7. März 1929.

Der Land rat. 3. D.: Schultheis.

Kreisausschuß.

Augendpflege.

I-Nr. 2261 F. Dom 12. bis 19. d. Mts. findet im Rahmen des sozialvädaaoailchen Iunalehrerkursus auf dem Baberts^of eine Laiensvielwoche. geleitet vom künstlerisch"n Mitarbeiter des Bühnenvolksbundes Dr. Gentges. statt. Um die hier gebotene Arbeit zugleich für die Iugendvflege der Kreises auszuwerten, möchte ich die Herren Pfarrer, fester und anderen Iugendführer des Kreises auf diese Veranstaltung besonders Hinweisen.

Meldungen zur Teilnahme an dem Kursus bitte ich auf schnellstem Wege, spätestens bis Montag früh, beim Kreis* Wohlfahrtsamt einzureichen. Sollten sich genügend Teil­nehmer melden, so würde die Arbeit nachmittags in die Aula in Schlüchtern verlegt werden. Interessenten, die sich nicht nur für die Nachmittage in Schlüchtern, sondern zur Teilnahme an der ganzen Laienspielwoche auf dem Haberts- Hof frei machen können, kann dort Unterkunft für die oben­genannte Zeit vermittelt werden.

Schlüchtern, den 7. März 1929.

Rreiswohlfahrtsamt: Dr. Müller.

Kreishundelkeuer-Nackveranlaaung.

J.-Nr. 920 K., A. Die Herren Bürgermeister und Guts­vorsteher des Kreises mache ich auf die in diesem Monat M erfolgende N a chvsranlagung zur Rreishundesteuer auf­merksam.

Die Rxeishundesteuerordnung ist im Rreisblatt Nr. 15 vom 2. Februar 1929 abgedruckt. Vergleiche auch Kreis* blatt-verfügung vom 12. April 1921 I.-Nr. 500 K. A. (Schlüchterner Zeitung Nr. 93 von 1921).

Schlüchtern, den 4. März 1929.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

J.-Nr. 1031 K. A. Die Bestellung eines

2. Ureisvollziehungsbeamten auf Privatdienstvertrag wird beabsichtigt.

Geeignete Bewerber wollen sich innerhalb 8 Tagen bei dem Unterzeichneten melden.

5chlüchtern, den 6. März 1929.

Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Staatliche Slufbaiiklassen zu Schlüchtevu.

Der vorige Ostern eröffneten ersten Anfbauklcisse (Unter­tertia) wird Ostern 1929 die Obertertia anaealiedert.

Anmeldungen von Schülerinnen und Schülern zu Liiern dieses Jahres werden bis zum 1 y. März von dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich entgeaenge- nemmen. Dabei sind einzureichen: ein selbstaefertigter LebenS- lauf, Geburtsschein, Impf- bezw. Wiederimvsschein sowie das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Wenn dieses noch nicht vorliegt, kann das letzte Schulzeugnis bet? gefügt und das Abgangszeugnis nachgeliefert werden. Durch den Klassenlehrer ist unmittelbar an die Schulleitung ein Gutachten über Begabung und Leistungsfähigkeit der Schülerin (des Schülers) vorzulegen.

Die Aufnahmeprüfung für Untertertia findet Dienstag, den 19. und Mittwoch, den 20. März 1929, von 9 Uhr vormittags ab statt. Es sind mitzubringen Schreib­unterlage, Federhalter mit Feder und Bleistift.

Ausführliche Prospekte über die Schule und das Tchülerinnenbeim werden auf Wunsch zugesandt.

Schlächtern, den 18. Februar 1929.

Der Leiter der Staatlichen Aufbauklassen: Dr. Fenner, Studienrat.

Städtische Lateinschule Schlächtern.

(Sexta bis Obertertia einschließlich, Lehrplan des Reformrealgymnasiums bezw. der Oberrealschule).

Die Anmeldungen von Schülern und Schülerinnen fär sämtliche Klassen zu Ostern d. Je. werden bis zum 's. M a r z von dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich ^"tgegengenommen. Dabei sind Geburtsschein und Impf­schein bezw. Wiederimpfschein sowie das Abgangszeugnis ^r bisher besuchten Schule einzureichen. Wenn dieses noch

nicht vorliegt, ist das letzte Schulzeugnis beizufügen. Das Abgangszeugnis muß dann nachgeliefert werden. Die Auf­nahmeprüfung für Sexta findet Dienstag, den 26. März d. Js., nachmittags 2 Uhr statt, die Aufnahmeprüfung für die übrigen Klassen Mittwoch, den 10. April, vormittags 9 Uhr. Es sind mitrubringen : Schreibunterlage, Federhalter mit Feder und Bleistift.

Schlächtern, den 18. Februar 1929.

Der Leiter der Städtischen Lateinschule: Dr. Fenner, Studienrat

Stadt Steinau.

Abschrift.

Rechte zur Benutzung eines Wasserlaufs in einer der im § 46 des Wassergefetzes vom 7. Aorif 1913 (preuß. Gesetz-Sammlung $. 53) bezeichneten Arten erlöschen nach § 380 des Wassergesetzes mit Ablauf des 30. April 1 9 2 9, wenn nicht vorher ihre (Eintragung in das Wasser­buch beantraat worden ist.

Dazu gehören folgende Rechte, wenn sie am 1. Mai 1914 bestanden haben und nach § 379 des Wassergesetzes mfreckterhalten geblieben sind:

1) das Wasser eines Wasserlaufs zu gebrauchen und zu verbrauchen, namentlich auch es oberirdisch oder unterirdisch, unmittelbar oder mittelbar abzuleiten:

2) Wasser oder andere flüssige Stoffe oberirdisch oder unterirdisch unmittelbar oder mittelbar in einen Wasserlauf einzuleiten:

3) den Wasserspiegel eines Wasserlaufs zu senken oder zu heben, namentlich durch Hemmung des Wasser­ablaufs eines Wasserlaufs eine dauernde Anfamm* lung von Wasser herbeizuführen,'

4) Häfen und Stichkanäle anzulegen, letztere soweit sie nicht selbständige Wasserstraßen bilden:

5) Anlegestellen mit baulichen Vorrichtungen von grö­ßer.

6) kommunale oder gemeinnützige Badeanstalten in Wasserläufen anzulegen.

Im Grund buch eingetragene Rechte erlö­schen nicht.

Noch nickt gestellte Anträge auf Eintragung von sol­len Wasserreckten in das Wasserbuch sind bei dem Berwks- »-lssckuß in Rastel oder bei der zuständigen Wasservolizei- Horde schriftlich oder zu Protokoll zu stellen. Höhere Auskunft erteilen die Kulturbauämter in Rassel und Fulda, sowie der Bezirksausschuß in Rassel.

Rastel, den 27. Oktober 1928.

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses. I. v.: gez. Bickell. B.A. 1284/28.

*

wird veröffentlicht.

Steinau, den 14. Februar 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Drasibent kontier aeaen bie neuen Einwanderunosonoten.

Washington. 7. März (WB) Die Senatoren Ane und Froster (Hortb Dakota) hatten heute mit Präsident Remter eine Unterreduna. Nach dieser Besvreckuna erklär­ten die Senatoren, der Präsident werde vom Sufthminifter ein Gutachten einfordern, ob er nach dem Einwanderunas- gefeh vervflicktet sei die neuen Quoten. gewm br er sich im normen Iahre selbst öffentlich ausgesprochen habe, zu proklamieren.

Vera 6rm wieder in den Handen der Reaiernnaskrnvven.

Nem pork 8. Mam (WB) Nach einer Meldung aus Vera (Erur ist die Stabt wieder von den Regierungstrunpen beseht worden. Die Aufständischen wurden vollkommen ae* scklaaen und suchten ihr Heil in der Flucht. Ein Teil der Rebellen, der sich in der Ricktung auf Tehuantevsc zurück­ziehen wollte, mußte umkehren und wurde gefangen ge­nommen.

Kämpfe an der mexikanifch-omerltonifcken Grenze.

New Vork, 8. März (WB) wie Associated Preß aus (EI Paso (Texas) berichtet, haben die mexikanischen Auf­ständischen das Feuer auf die Stabt Iuarez. die an der amerikanischen Grenze geaenüber (El Paso liegt, eröffnet. Um 1 Uhr mittaas war die Verbindung zwischen El Paso und Iuarez vollständig unterbrochen. Iuarez wird von 200 Mann Regierungstrunnen verteidigt. Die Angreifer werden auf 500 Mann geschätzt. Die amerikanischen Mi­litärbehörden erklären, daß zwei Panzerwagen auf dem Brückenköpfe der Rio Grande-Brücke stationiert würden, um das amerikanische Eigentum zu schützen für den Fall, daß die Geschosse der kämvfenden Parteien auf amerika­nischer Seite einschlagen sollten.

Die Modecheitendebatte.

Nach der Rede Stresemanns. Der Standpunkt Englands mch Frankreichs. Enttäuschung bei der deutschen Delegation.

Schwierige Lage.

Ungünstiger Verlauf der Aussprache.

Die große Debatte im Völkerbundsrat über das Recht der nationale»Minderheiten zeigte deutlich, daß die Ententestaaten kein Verständnis haben wollen für die Wünsche und Forderungen, die der deutsche Außenminister Dr. Stresemann in seiner einleitenden Rede vorgetragen hatte.

Nach der großen Rede Stresemanns sprach zunächst der Pole Zaleski, der eine Begründung für die von Polen geforderte Zurückweisung des deutschen Antrages gab, sodann der Rumäne Titulesku und Chamberlain. Beide pflichteten im lvesenUichen dem p 0 I n i s ch e n Standpunkt bei. Als nächster Redner unterstützte der finnländsiche Außen­minister den deutschen Antrag. Sodann ergriff Stresemann von neuem das Wort zu einer Antwort an Chamberlain. dann folgte eine große Rede B r i a n d s , d^r in sehr ironischer Weise Stresemanns Antrag zurückwies und für den polnischen Standpunkt eintrat.

In den Kreisen der deutschen Abordnung in Genf hat die bisherige Entwicklung der Minderheitenaussprache, insbeson­dere die Reden Chamberlains und Briands, einen außerordent­lich ungünstigen Eindruck gemacht. Deutschland befindet sich demnach im Rat in einer sehr schwierigen Lage und hat bisher uur mit der Unterstützung Kanadas und Finnlands zu rechnen.

Chamberlain bei Stresemann.

Der englische Außenminister Chamberlain erschien am Donnerstagvormittag kurz nach 10 Uhr im Hotel Metropole und stattete Dr. Stresemann einen Besuch ab, der bis gegen >512 Uhr dauerte.

Es wird angenommen, daß Dr. Stresemann m dieser Unterredung Chamberlain sehr nachdrücklich sei» Befremden über den Verkarst der letzten Ratsverhandlungeu und die Art, m der von enMsttmr Kette zar Minderheitenfrage im Rahmen w» Bölk-xbundes Stellung genommen worden ist, aus- gedruckt hat.

Ueber die einstündige Unterredung zwischen Dr. Stre­semann und Chamberlain wird in der üblichen Weise nur mitgeteilt, daß die Reparattonen, die Rheinlandbesetzung und die Minderheiten besprochen worden sind. Auch sollen zwischen den beiden Außenministern die bisherigen Er^bnisse der Sachverständigenarbeiten in Paris sowie der weitere Ver­lauf der Pariser Arbeiten erörtert worden sein.

Die Unterredung habe ausschließlich den Charakter eines allgemeinen informatorischen Gedankenaustausches getragen und sei in der gleichen Linie wie die Unterredung zwischen Stresemann und Briand verlaufen. Von englischer Seite wird ferner mitgeteilt, daß Stresemann im Lavfe der Unterhaltung seinen Dank für die Rettung der Deutschen aus Satol ausge­sprochen habe.

Eine unzulängliche Lösung.

Der Völkerbundsrat hat am Donnerstag den Bericht des japanischen Botschafters Adatschi über das weiter einzu- schlagende Verfahren in der Minderheitenfrage entgegen« genommen. Der Bericht sieht zunächst die Einsetzung eines Dreierkomitees vor, das aus Adatschi, Chamberlain und Qui- nones de Leon bestehen soll. Dieses Dreierkomitee soll bis zur nächsten Juni-Tagung die nötigen Vorarbeiten in der Minderheitenfrage leisten. Das Ratskomitee, das aus Amt­lichen 14 Mitgliedern des Rates bestehen soll, würde bann zwei Tage vor der Juni-Tagung zusammentreten, um den Be­richt des Dreierkomitees zu prüfen, worauf dann abschließend der Rat als Plenum grundsätzlich zu der Minderheitenfrage Stellung nehmen soll.

Von deutscher Seite muß dieser Vorschlag als in keiner Weise geeignet bezeichnet werden. Dieses Dreierkomitee Adat­schi, Chamberlain und Quinones de Leon ist seiner persön­lichen Zusammensetzung nach eindeutig gegen die Minder- Heiteninteressen gerichtet. Von ihm kann eine sachliche förder­liche Arbeit in keiner Weise erwartet werden.

Ein polnisch-rumänischer Geheimpatt?

Ueber einen polnisch-rumänischen Geheimvertrag, der sich in der Hauptsache gegen Rußland richten soll, berichtet die Koronoer ZeitungLietuvos Aibas". Der Geheimvertrag soll am 1. Oktober 1920 zustandegekommen sein. Bei einer Gefahr sollen die vereinigten polnisch-rumänischen Streitkräfte sofort eine breite und schnelle Offensive gegen Rußland ergreifen. Weiter soll in dem vertrage darauf hingewiesen werden, daß in. einem Kriege zwischen Polen und Rußland Litauen nicht neutral bleiben könne. Das Blatt will den Vertrag, über den es aus zuverlässiger Quelle orientiert sein will, noch im ganzen veröffentlichen.

Bei der am Samstag vormittag stattfindenden Schlußsitzung der gegenwärtigen Ratstagung des Völker­bundes wird das spanische Ratsmitglied Quinones de Leon den Rat offiziell einladen, seine nächste Tagung in lila* brtb abzuhalten. Unter den Rats mitgliedern besteht be­reits Uebereinstimmung, die Einladung einstimmig anzu- nehmen.