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(1. Blatt)
Dienstag, den 4. Juni 1929
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tätliche Bekanntmachungen
Kreisausschuß.
lest. Veränderungen im Gemeinbezuchtviehbestand. ^Ar. 2334 K. A. Die Anzeigen über Zu- und Abgänge , Gemeindezuchtvieh (Bullen und Ziegenböcken) gehen ch immer so lückenhaft bei dem Herrn Landwirtschaftsrat iller ein, daß eine korrekte Buchführung nicht möglich 3^ ordne daher hiermit an, daß künftig jeder Zu- id Abgang eines Gemeinde Zuchtbullen oder Ziegen- ^; mir spätestens innerhalb 8 Tagen schriftlich anzuzei- m ist. Genaueste Befolgung dieser Unordnung wird er- ertet.
Schlächtern, den 30. Mai 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
Madrid und Paris vor dem Reichskablnett.
Berlin, 2. Juni. Im Reichstag fand eine längere Mmlsterbesprechung statt, in der eingehend die Ergebnisse der Pariser Verhandlungen und die Frage der kommenden Völker- bundsratstagung in Madrid besprochen wurden.
Die Beantwortung einer Anfrage über die Pariser Verhandlungen zurückgestellt.
Berlin, 2. Juni. Die Reichsregierung hat durch Schreiben am 31. Mai es abgelehnt, die Interpellation der deutschnatio- nalen Fraktion über die Pariser Verhandlungen unmittelbar nach der Sitzung des auswärtigen Ausschusses und vor der Abreise des Außenministers nach Madrid zu beantworten. Sie könne sich mit einer alsbaldigen Aussprache über die Reparationsfrage im Plenum vorläufig noch nrcht einverstanden erklären, weil dazu nach ihrer Ansicht der Abschluß der Verhandlungen und das Vorliegen des Berichtes des Sachverständigen-Ausschusses notwendige Voraussetzung sei.
einver-
3=llr. 396 Gew. Unter Bezugnahme auf die in Nr. 5 des Kreisblattes veröffentlichte Bekanntmachung vom j, Mai d. Is. — I.-Nr. 370 Gew. — werden die Herren
2 irgermeifter ersucht, jedem Gewerbesteuerpflichtigen einen | irbni& zur Abgabe einer Gewerbeertragssteuererklärung
1929 zuzustellen und die ausgefüllten Steuererklärungen
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spätestens 5. Iuli 1929 hierher zurückzusenden.
| Die erforderliche Unzahl Vordrucke ist Ihnen bereits 3m
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Mgen.
Lchlüchtern, den 31. Mai 1929.
tr Vorsitzende des Gewerbesteuerausschusses: Dr. Müller.
ist. 4800. Den Herren Bürgermeistern wird in den näch- m Tagen die Hebeliste für die Landwirtschaftsammerbeiträge mit einem Begleitschreiben der Land- rtschaftskammer zu Kassel vom 6. Mai d. Is. Nr. 45 zugehen.
Unter genauer Beachtung der Ziffern 1—10 dieses Schrei* weiter^
dafür zu sorgen, daß die Beiträge sowie
3t. pünktlich an die Landwirtschaftskammer einge- mdt werden.
§chlüchtern, den 30. Mai 1929.
Der Landrat: Dr. Müller.
/Wir. 2485 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land-
Morgan abgereist. — Die Unterzeichnung am Dienstag oder 1 Mittwoch.
Paris, 2. Juni. Der amerikanische Sachverständige Morgan ist am Sonnabend früh nach Amerika abgereist. Er hat dem stellvertretenden amerikanischen Sachverständigen L a - m 0 n t seine Vollmachten zur Unterzeichnung des Abkommens zurückgelasten. Man rechnet in deutschen Sachverständigenkreisen, daß die Redaktionsarbeiten der Konferenz bald soweit beendet sein dürften, daß der Bericht den einzelnen Abordnungen zur letzten Lesung vorgelegt werden könne. Die Unterzeichnung des Abkommens, immer vorausgesetzt, daß keine Schwierrgkeiten im letzten Augenblick entstehen, würde dann etwa am Dienstag oder am Mittwoch erfolgen können.
Aus dem Haushaltsausschutz des Reichstages.
Berlin, 2. Juni. Der Haushaltsausschutz des Reichstags erledigte den Haushalt des Reichsfinanzniinisteriums nach den Vorschlägen der Regierungsparteien. Angenommen wurde auch die Entschließung der Regierungsparteien, die die Reichsregierung ersucht, die Frage der Besteuerung der Betriebe der
's Minden, welche mit der Erledigung meiner Verfügung ?z m 26. März d. Is. — I.-Nr. 515 K. A. — (Kreisblatt
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t 39) betr. Beitreibung rückständiger Gemeindeabgaben >» m Rückstände sind, werden hieran nochmals mit » 8 tägigen Frist erinnert.
Schlächtern, den 31. Mai 1929.
Der Vorsitzende des Rreisausschusses.
Betr. Aufstellung des Voranschlags für das Rechnungsjahr 1920/30.
p.=Hr. 2484 K. R. Unter Bezugnahme auf mein Rundreiben vom 3. Mai d. Is. — I.-Rr. 1988 K. A. — uche ich die Herren Bürgermeister der Landgemeinden um ^gehende Aufstellung und (Einreibung des Voran- Jlags für das Rechnungsjahr 1929/30 in zweifacher Aus* Mgung.
^chlüchtern, den 31. Mai 1929.
Der Vorsitzende des Rreisausschusses.
unterziehen und die volkswirtschaftliche und finanzpoliti Bedeutung der Frage klarzustellen, ferner einen Gesetzentwurf vorzulegen, bei dem die Betriebe der öFentlichen Hand zur Bereitstellung der erforderlichen Unterlagen verpflichtet werden.
Eine ganze Familie durch Gas getötet.
Berlin, 2. Juni. Am Samstag wurde die Berliner Feuerwehr nach Adlershof gerufen, wo in einem Hause der Handjerystraße Gasgeruch bemerkt worden war, der aus der Wohnung der Mieter drang. In den Betten fand man eine Kriegerwitwe Anna Dehmel sowie den 15jährigen Sohn Heinz mit seiner zehnjährigen Schwester Margot und einem 14jährigen Paul Schmidt, der dort als Untermieter wohnte, tot auf. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Aerzte stellten fest, daß der Tod schon einige Stunden vorher em- getreten war. Es Wie int ein Halali ^«11»«.
Noch immer der Fall Rosen.
Breslau, 3. Juni. Aus Grund der gesamten Ermittelungsergebnisse, die neue, zum größten Teil den Verdacht gegen Frau Reumann (Rosenprozeß) erheblich verstärkende Tatsachen enthalten, ist erneut die Untersuchungshaft gegen sie angeordnet worden, die llfftteckt worden ist. Ihre Verhaftung er-
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^VterAschofffürelnen neuen Eintommensteuertarif. Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Kschofs hielt " Hannover auf dem 10. Nordwestdeutschen Handwerker- eine Rede, in der er für einen neuen Einkommen- ■uertarif und eine Senkung der Realsteuern eintrat.
D-Zug Berlin-München Überfahrt Auto.
- . Merlin-Münchener D-Zug Überfuhr bei der Station
J DEzsch, zwischen Leipzig und Altenburg, ein mit zwei > besetztes Automobil. Das Auto wollte — an= : E.nenk bei offener Schranke — den Bahnübergang noch 2 h'/^'.nurde aber von dem Zuge erfaßt und etwa 50 - L ^ mitgeschleift. Dabei explodierte der Benzintank und wagen geriet in Brand, von den Insassen erlitt der ."ttgutsbesitzer von Ztockheim aus Zeben so schwere Der* rj daß er bald nach dem Unfall starb,-der Führer b ^^ens Mühlenbesitzer Zchwarzberger aus Zeben wurde b verletzt. Der Zug setzte mit über einstündiger ver- f . seine Fahrt fort, doch mußte in Planen die Ma- C ausgewechselt werden, da auch sie bei dem Zusam- >s 1*05 beschädigt worden war.
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^ Sonntag abend verlieh unter Führung des Staats* . ."ars Weismann die deutsche Delegation für den Völ- ' undsrat Berlin, um sich nach Madrid zu begeben. ^ Das Berliner Demonstrationsverbot für Versamm- .M unter freiem Himmel und alle Umzüge Jt mit "Ung vom 3. Juni aufgehoben worden.
folgte in Berlin.
Ein vergeßlicher Spion.
Prag, 3. Juni. Am Mittwoch nachmittag bemerkte der auf dem Flugplatz in Prag Diensttuende Gendarm, daß im Warteraum einer der Reisenden eine Aktentasche vergessen hatte. Wie sich bei der Untersuchung der Tasche herausstellte, enthielt sie geheime militärische Auszeichnungen. Als der Verlierer später die Tasche abholen wollte, wurde er verhaftet.
Jasper in Paris.
Brüt el, 3. Juni. Ministerpräsident Jasper hatte in P a' s mit dem belgischen Sachverständigen ^rancqi 1 eine Unterredung über die Frage der Entschädigung der seinerzeit in Belgtt.. -^oliebenen Mark- bestände. Francqui wird daraufhin die Verhandlungen mit dem Vertreter des Reichste anzministeriums aufnehmen. Man sagt, daß der belgische Standpunkt sich in dieser Angelegenheit nicht geändert habe.
Koaltti»«»probleme im Reich.
Mit dem Wiederzusammentritt des Reichstags Anfang Juni werden im Anschluß an die Kabinettsoeratungen die Koalitionsparteien sich über eine Anzahl wichtiger Probleme einigen müssen, die noch in der Sommertagung des Reichstages zur Entscheidung kommen sollen. Es handelt sich dabei vor allem um die Erledigung der Z 0 l l f r a g e n und um die Arbeitslosenversicherung. Reichs- ernährungsminister Dietrich hat dem Reichskabinett in zollpolitischer Hinsicht eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, über die innerhalb der Reichsregierung noch beraten wird. Solange das Kabinett noch nicht zu einer einheitlichen Formulierung gekommen ist und solange die Parteien ihre Stellung noch nicht zu erkennen gegeben haben, hat eine Aussprache über die endgültige Formulierung der Zollvorschläge wenig Sinn. Der Reichsernäh- rungsminister Dietrich hat im übrigen in öffentlichen Kundgebungen bereits mehrfach die Grundgedanken seiner Vorschläge erörtert. Entscheidendste Aufgabe im gegenwärtigen Augenblick ist die Hebung der gänzlich unzureichenden Viehpreise. Eine Reihe von Maßnahmen dazu ist in Vorbereitung. So liegt u. a. ein Gesetzentwurf über die See- grenzschlachthöfe vor, die unter einheitliche Verwaltung gestellt werden sollen. Im Hinblick auf das Brotgetreide hat Reichsernährungsminister Dietrich einen Vorschlag für eine Ausgleichgebühr für Weizen gemacht.
Die Koalitionsparteien werden weiter eine Einigung zu fällen haben über die Reform der Arbeitslosenversicherung. Wenn der Reichsarbeitsminister keine weiteren Reformvorschläge im gegenwärtigen Augenblick zu machen hat als die, die jetzt bekannt geworden sind, so muß damit gerechnet werden, daß aus dem Reichstag heraus ergänzende Forderungen zu den Vorschlägen des Reichsarbeits- ministeriums gemacht werden.
Es ist keine Frage, daß die kommenden Verhandlungen die gegenwärtigen Koalitionsparteien vor ernste Entscheidungen stellen. Es handelt sich in einer Reihe von Punkten um tiefgreifende fachliche Gegensätze. Aber da diese Gegensatze eben fachlicher Art sind. wird und muß es gelingen, ,:.-^LA..y«ilti au flnsen, ui^veu i^n^ ^rwend.g-.ltei:
Der Völkerbund-rat in Madrid.
Die deutsche Abordnung.
Am Sonntag hat sich, einer Berliner Meldung zufolge, unter Führung des Staatssekretärs Dr. v. Schubert die deutsche Abordnung zur Tagung des Völkerbmwsrates nach Madrid begeben. Der Abordnung gehören an: Vom Auswärtigen Amt Ministerialdirektor Dr. Gauß, Geheimral von Weizsaecker, Gesandter Freytag, Legationsrat Strohm, als Referent für die Minderheitenfragen Legationsrat Nöbel, als Referent für die Ostfragen, und Dr. Tripeloury von der Presseabteilung der Reichsregierung.
Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strefemann wird voraussichtlich am nächsten Mittwoch mit dem Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Pünder und dem Leiter der Presseabteilung, Ministerialdirektor Zechlin ebenfalls nach Madrid abreise«.
Französische Befürchtungen.
Der Ausfall der englischen Wahlen hat in fron* zösischen politischen Kreisen, fotoeti sie der gegenwärtigen Regierung nahesteheu, Nnbehagen hervorgerufen. Mau Äaubt,. Daß Die französisch-englischen Beziehungen, wenn auch nicht in allen Fragen, so doch bei der Behandlung einer Reihe von internationalen Problemen leiden werden.
Mit besonderem Jutereffe sieht man der bevorstehenden Madrider Völkerbundsratstagung entgegen. Sollte es sich bewahrheiten, daß Allsten Chamberlain nochmals nach Madrid geht, so dürfte er vermutlich außerordentlich zurückhaltend sein und die zukünftige Regierung nicht binden wollen, mit Ausnahme der Rheinlandfrage, in der die Arbeiterregierung keine andere Politik als die der bisherigen konservativen Regierung befolgen wird. Wesentlich anders ist es dagegen in der Minderheitenfrage. Hier dürfte sich Macdonald dem Standpunkt des Kanadiers Danadurand nähern, der von dem deutschen Standpunkt bekanntlich nicht wenig abweicht.
Auch an eine Annäherung Mischen der deutschen und englischen Regierung glaubt man in französischen Kreisen. Diese Annäherung werde automatisch erfolgen, durch die Tatsache, daß England und Deutschland beide durch mehr oder weniger sozialistisch gerichtete Regierungen regiert werden.
— In Mstrin-Vrewitz fand heute nachmittag unter reger Anteilnahme der Bevölkerung und der Behörden und in Knwesenheit des Landtagpräsidenten Barteis und des Reichstagspräsidenten Paul Löbe die Enthüllung und Einweihung eines Ebert-Gedenksteines statt.
— Nach einem in Teheran, der Hauptstadt Persiens, eingetroffenen Bericht des Gouverneurs der Provinz Nho- rossan sind bei dem Erdbeben, das diese Provinz am 1. Mai heimgesucht hat, 3 253 Menschen ums Leben gekommen. Das Erdbeben hat 88 Dörfer zerstört.
— Bei den elsässischen Nachwahlen zum Generalrat wur- den im Bezirk Tolmar die Rutonomisten Dr. Nicklin und Rosse wiedergewählt. Die Nachwahl war nötig geworden, weil vom Staatsrat die Mandate Dr. Nicklins und Rosses für ungültig erklärt worden waren.
— I» Gefängnis von DLimburg (SeWkmdZ brach eine Meierei unter den politischen Gefangenen aus. Etwa hundert Haft- Knoe, fast aSe Kommunisten, begannen M revoltieren und dre Feuster der Zellen zn zerschlage.
— Der «ue päpstliche Staat beabsichtigt, um seine Aufnahme in die Wettpostumon nachznsncheu. Der Schweizerische Burches- rat, der als Anmeldestelle fungiert, wird das Gesuch den Mltglreds- staate« zur Kenntnis bringen.
__ZN^fche« der Sowjetunion «nd der Fvrd-Automsbil-Gcsell- schüft wurde ei« Vertrag geschlossen, nach dem Rußland sich zur Abnahme von Ford-Produkten im Werte von 38 Millionen Dollar muerhalb vier Jahren verpflichtet.
— Mc das amerikanische Büro für Wirtfchastsforschung m't- teilt, betrug das amerikanische Einkommen im Jahre 1928 rund 98 Milliarde« Dollar. - -