Einzelbild herunterladen
 

Nr. 68

(1. Blatt)

Donnerstag, den 6. Juni 1929

81. Jahrs

Amtliche Bekanntmachungen

«ndratsamt.

Bezirks-Polizeiverordnung,

treffend die Errichtung von Diemen in der Nähe von Wal­dungen und Gebäuden.

Auf Grund der §§ 6, 12 und 13 der Verordnung über Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen M 20. September 1867 (GS. S. 1529), der §§ 137 und 15g des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom jo, Juli 1883 (GS. S. 195), des Artikels 3 der Verord­nung über Vermögenestrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 (RGBl. S. 44) und des Gesetzes, betreffend die Außer- fraftfe^ung einiger in der Provinz Heffen-Nassau geltenden ku- und feuerpolizeilichen Bestimmungen vom 18. Mai 1903 (GS. S. 177) wird mit Zustimmung des Bezirksausschusses ür den Umfang des Regierungsbezirks Kassel folgende Poli- merordnung erlassen:

Hospital-, Graben-, Kaiser-, Kronprinzen-, Garten-, Drei- brüder-, Kurfürsten-, Breitenbacher-, Bahnhof-, LotichiuS-, Kloster-, Brückenauerstraße, Braugasse, Fuldaerstraße, Amts- berg, Weinberg- und Ludov. von Stummstraße.

Schlüchtern, den 3. Juni 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Die Zettel über das zur Verteilung kommende Loosholz werden am

Freitag, den 7. Juni 1929

in der Turnhalle in der Grabenstraße ausgegeben und zwar:

von vormittags 8

//

//

9

10

11

bis 9 Uhr

//

nachmittags 2

5

4

//

//

H

10

11

12

3

4

5

//

//

//

Buchstabe A-L

//

//

//

V-F G-H 3-K L-P R-S T-Z

Diemen (auch Schober, Feimen genannt) von Heu, Stroh der unausgedroschenem Getreide dürfen nur in einer Ent- ernung von wenigstens 30 Metern von den nächstliegenden Salbungen sowie von den nächsten, sämtlich mit Ziegeln, Schiefern oder sonst feuerhemmend gedeckten Gebäuden er­richtet werden. Bei anderer Gebäude-Bedachung ist eine Entfernung von wenigstens 100 Metern einzuhalten.

Schlüchtern, den 4. Juni 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden, veit nicht sonstige weitergehende Strafbestinimungen Platz ifen, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder im Unver- igensfalle mit entsprechender Haft bestraft.

Diese Polizeiverordnung tritt mit ihrer Verkündung in traft. (A 11. 3060.)

Die Verlängerung des RepublitfchuhgeseheS.

Die Regierungsvorlage über die Verlängerung des Re» publikschutzgesetzes um drei Jahre wurde am Dienstag von dem zuständigen Ausschuß des Neichsrates angenommen. Sie kommt am Donnerstag im Plenum des Neichsrates zur endgültigen Verhandlung.

Anträge auf verstärkten Zollfchutz.

Die Deutschnationale Volkspartei, die Thristlich-Natio- nale Bauernpartei und die Deutsche Bauernpartei haben im Einvernehmen mit den Führern der landwirtschaftlichen Spitzenorgamsationen Brandes, Spiele, Hermes und Fehr im Reichstage zwei Rnträge auf verstärkten Zollschutz für

Der Reg.-Präsident.

Ü.Mr. 4911. Der Landwirt Johannes Staaf und der 5tembrucharbeiter Nikolaus Firnges, beide zu Nreffenbach, inb als Schiedsmann bezw. Schiedsmannsstellvertreter für )en Zchiedsmannsbezirk Kreffenbad; wiedergewählt und be- tätigt worden.

Zchlüchtern, den 3. Juni 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

T-Nr. 4867. Im Monat Mai d. 3s. sind folgenden rrsonen Jahresjagdscheine ausgestellt worden: Müller, Kaspar, Maurermeister, vollmerz, Dr. pook, Friedrich, Frankfurt a. M., Merkt, Dskar, Kaufmann, Frankfurt a. M., Möller, Heinrich, Jagdaufseher, Wallroth, 5chulzki, Gbersteuersekretär, Schlüchtern, 5uß, Louis, Landwirt, Dittenbrunn (Gemeinde Altengro- nau).

5chlüchtern, den 3. Juni 1929.

Der Landrat: Dr. Müller,

J-Nr. 4882. Die Herren Bürgermeister mache ich noch- ftak darauf aufmerksam, daß die Abfohlungsergebnisse m die ihnen übersandten Deckregister genau einzutragen Mb letztere umgehend an den Stationswärter zurückzu- geben sind, sowie daß die Füllengelder jedesmal unge- Mmt an den Stationswärter gezahlt werden müssen.

Schlüchtern, den 4. Juni 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

M. 4866. Nach der Bekanntmachung des Herrn Nesort- Misters vom 18. Januar 1882 Regierungsamtsblatt beite 72 soll die Aufstellung der Schöffenlisten seitens er Gemeindebehörden alljährlich bis zum 1. August und M Einsendung an die betreffenden Amtsgerichte bis zum September erfolgen. Unter Hinweis auf die Vorschrif- en m den §§ 31 bis des Gerichtsverfässungsgesetzes

22. März 1924 (NGBl. S. 299 ff) und diejenigen Jener Bekanntmachung vom 25. August 1886 Kreisblatt r' 67 werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher

Kreises veranlaßt, die Schöffenlisten rechtzei tig ®rgfältig aufzustellen, öffentlich auszulegen und mit vorges^iebenen Bescheinigung versehen, biszum 1. JPtember d. 3s. an das zuständige Amtsgericht ein­enden.

^n die Schöffenliste sind alle zum Schöffenamt befähigte und weibliche Gemeindeangehörige einzutragen.

Schlüchtern, den 3. Juni 1929.

___ Der Landrat: Dr. Müller.

^tadt Schlüchtern.

tj .Jn cher Zeit vom 5. Juni bis etnfebf. 22. Juni 1929 ct die Reinigung der Schornsteine in folgenden Straßen r ^adt statt: Ahlersbacher-, Elmerlandstraße, Elmweg,

Der Ausbruch des Vesuvs.

Neapel, 4. 6. (IDB) heute nachmittag gegen f^Z Uhr erfolgte ein neuer Ausbruch des Vesuvs, der unter don- nerähnlichem Krachen und einer riesigen Rauchsäule große Lavamassen und schwere Steinblöcke herausschleuderte. Nach diesem Ausbruch hat die Tätigkeit des Kraters fast ganz aufgehört, und der Direktor des Vesuv-Gbservatoriums ist der Ansicht, daß die Ausbruchstätigkeit in kurzer Zeit beendet sein wird.

Eintreffen der Deutschen Delegation in Madrid.

Madrid, 4. 6. (WB) Staatssekretär v. Schubert ist heute abend mit dem fahrplanmäßigen pariser Schnellzug pünktlich 20,35 Uhr in Madrid angekommen. Mit ihm eingetroffen sind Ministerialdirektor Gauß, Gesandter Frey- tag, Geheimrat Frhr. v. Weizsäcker und einige andere der deutschen Delegation zugeteilte Beamte. Das spanische Natsmitglied Botschafter Tuinones de Leon hatte sich mit verschiedenen leitenden Beamten des spanischen Außenam- tes zur Begrüßung am Bahnhof eingefunden. Der deutsche ; Botschafter Graf Welczeck war der deutschen Delegation bis Toledo entgegengefahren.

Am Freitag Sitzung über die Konkordatsfrage.

Berlin, 5. Juni. In der Konkordatsfrage find die Frak­tionen des Preußischen Landtages zu einer Sitzung im Preu­ßischen Staatsminffterium eingeladen worden. Die Sitzung dürste voraussichtlich am kommenden Freitag stattfinden.

*< Handelsspionage im Saargebiet. Den Gerichtsbehörden ist es gelungen, im Saargebiet einen Fall von Handels­spionage aufzudecken. Eine große deuffche Fabrik für Kühl­schränke in Saarbrücken war umfangreichen Diebftählen von geheimen Schriftstücken auf die Spur gekommen, die sich auf die Fabrikationsmethode der Firma bezogen. Nach genauer Beobachtung entdeckte man den Schuldigen in der Person eines saarländischen Angestellten, der sofort verhaftet wurde. Bei Der Vernehmung machte dieser das Geständnis, daß er die Diebstähle für eine Konkurrenzfirma in Straßburg aus­geführt hätte. Als die Gerichtsbehörden in Straßburg eine Haussuchung Vornahmen, wurden die Schriftstücke wieder- aefunben.

ist es ge:

eine

wieder-

F Reichsaußemninister Dr. Stresemann wird am Mittwoch zm Tagllng des BölkerbundsratS nach Madrid reisen.

Der Aktionsausschuß der Pariser Postboten hat einen 84stündigen Generalstreik beschlossen. Der Unterstaatssekretär für das Postwesen erklärte, daß die Beamten sich bei gleichzeitiger Arbeitseinstellung den schwersten Strafe» «mssetzen würden.

Die beiden Kammern des griechischen Parlaments wählten den Admiral Konduriotis zum Staatspräsidenten. Die Amtsdauer des Präsidenten beträgt vier Jahre. Man rechnet aber damit, daß Konduriotis nach sechs Monaten ein Rücktrittsgesuch eiureichen Wird.

Wie aus Washington berichtet wird, soll der zum amerika­nischen Botschafter in Lolwon ernannte General Dawes einen Ver­such zur Einstellung des amerikanisch-englischen Wettrüstens ein- leiten. Präsident Hoover arbeite auf einen neuen für beide Rationen annebuchareu Mahstad für die Rüstungsbeschränkung hin.

Störenfried Schien.

Am die belgischen Sonderwünsche. Schacht an Oweü Joung. Durchsichtige französische Manöver. Die eng­lische Auffassung. Die Pariser Verhandlungen vor dem Auswärtigen Ausschuß des Reichstags.

Ein Brief Dr. Schachts.

Die Lage in Paris ist noch immer die, daß ein ge­meinsamer Bericht der Sachverständigenkonferenz jederzeit abgeschlossen werden könnte, wenn Belgien nicht auf sei-

beharrte, daß Deutschland 37 Jahre lang je ark jährlich an Belgien als Sondervergütung bezahlen soll für die Aufwertung der während des Krieges von den Deutschen im besetzten Belgien ausgegebenen Marknoten. Der deuffche Hauptdelegierte Dr. Schacht hat in dieser Ange­legenheit ein Schreiben an den Konferenzvorsitzenden Owen Doung gerichtet.

ner 25

Er sagt darip, daß die deuffche Regierung bereit sei, mit der belgischen Regierung sofort Verhandlungen aufzunehmen mit dem Ziele einer endgültigen Regelung der Frage. Die deutsche Regierung habe den Ministerialdirektor Dr. Ritter zum Tonderbevollmächtigten für diese Frage ernannt Der Vorschlag sei seitens der deutschen Regierung mit dem festen Willen gemacht, das Hindernis für die normale Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Län­dern zu entfernen.

Man hätte meinen sollen, daß dieses Schreiben den belgi­schen Widerstand endlich bricht. Das ist aber nicht der Fall, die Belgier sind immer noch nicht zufrieden, und die Fran­zosen stellen sich an ihre Seite.

Französische Prefsemache.

Die Pariser ZeitungExzelsior" behauptet, der Brief Schachts an Houng deute, ohne alle Brücken abzubrechen, daraüf hin, daß die Einstellung auf feiten der deutschen Abord­nung viel weniger versöhnlich sei, als es die Nachrichten aus ^sregierirug rufe eine recht schwierige Tfprucb zwischen dem, was die deutsche dem, was man in Berlin sage, er»

oung deute, ohne alle Brücken abzubrechen,

Lage hervor. Der Wide

Abordnung treibe, und

scheine offenbar. Dr. Schacht, der in seiner Eigenschaft als Präsident der Reichsbank im letzten Augenblick über die bel­gische Markangelegenheit zu verhandeln ablebne, weil er das Prinzip der Aufwertung der völlig entwc.teten Papiermark nicht in Frage stellen wollte, hätte diese Bedenken nicht gehabt, als er vor zwei Jahren für die Aufwertung die Rückgabe von Eupen und Malmedy zu erhalten geglaubt hätte.

Dcr Versuch desExcelsior", Dr. Schacht gegen Berlin auszuspielen, ist eine sranzösische Mache. Es braucht nur dar­aus hingewiesen zu werden, daß der letzte Bries Schachts an Owen Aoung, wie sein Wortlaut zeigt, im Einvernehmen mit der Reichsregierung abgesaudt wurde.

London und Amerika zu den belgischen Forderungen.

In maßgebenden englischen Kreisen ist man auf Grund der aus Paris vorliegenden Meldungen davon über­zeugt, daß Belgien in der Marfforderung' schließlich feine Unterschrift unter den Doung-Plan nicht verweigern wird, da sowohl die britische One auch die amerikanische Delegation im Falle einer wirklichen Gefährdung des Pariser Ergebnisses den deutschen Standpunkt unterstützen würden, wonach diese Frage gesondert geregelt werden muß.

Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß die beteiligten Regierungen zu einer späteren Zeit das Pariser Abkommen zu ratifizieren haben, und daß in der Zwischenzeit sich sehr wohl eine Gelegenheit für einen direkten Ausgleich zwischen Deutschland und Belgien bieten sollte, so daß bis zum Zeit­punkte der Ratifikation auch diese Frage geregelt werden könnte.

DerNew Pork Herald" stellt zu dem Brief Dr. Schachts ausdrücklich fest, daß die amgrikauisc en Sachverständigen den deutschen Schritt als ein Zeichen des aufrichtigen Wil­lens betrachten, die Konferenz zu einem schnellen und er­folgreichen Abschluß zu bringen.

Neue belgische Bedingungen.

Aus Paris wird gemeldet: Ueber die Sitzung, die die Vertreter der Gläubiaermäckte am Dienstagvormittag ab- hielten, um sich über die belgische Markfordermrg zu unter­halten, verlautet aus französi cher Quelle, daß nunmehr eine Formel für eine Einigung gefunden sei.

Die belgischen Sachverständigen seien zur Unterzeichnung des Sachverstandigenberichtes bereit, wenn sie die Versiche­rung erhielten, daß der Aormg-Plan nicht in Kraft trete, be­vor die Markangelegenheit geregelt sei.

Uebereinstimmung in allen wesentlichen Vuntten.

Ueber die Dienstag nachmittag stattgefundene Vollsitzung der Neparationskonferenz in Paris wird folgendes Tom- munique ausgegeben: 3n der Vollsitzung des Sachver- ständigenausschusses ist heute nachmittag eine Ueberein­stimmung über alle wesentlichen Punkte erreicht worden. Der Ausschuß wird sich nunmehr dem beschleunigten Ab­schluß des Berichtes zuwenden in der Erwartung, daß dieser Bericht vor Ende dieser Woche zur Unterzeichnung bereit ist.