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Nr. 76(1. Blatt)Dienstag, den 2S. Juni 1929 S1. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen

Landratsamt.

I.-Nr. 5500. Das den Herrn Bürgermeistern bezw. Schul- verbandsvorstehern bereits übersandte Formular zur Ueber­sicht über die Zahl der die öffentliche Volksschule besuchenden schulpflichtigen Kinder nach dem Stande vom 1. Mai d. 3s. ist nach Benehmen mit dem betreffenden Schulleiter sorg­fältig auszufüllen und bestimmt bis zum 1. n. Mts. hierher zurückzusenden. Der Termin muß unbe­dingt eingehalten werden.

Schlächtern, den 22. Juni 1929.

Der Sandrat: Dr. Müller.

I.-Nr. 5462. Die Aeischbeschauer und Trichinenschauer werden an die pünktliche Tinsendung der Viertelsahres- llachweisungen (Postkarten) an den Herrn Veterinärrat erinnert.

Schlächtern, ^en 20. Juni 1929.

Der Sandrat: Dr. Müller.

Stadt Steinau.

Bekannt maiffung

Der Haushaltsplan der Stadt Steinau liegt auf Grund des § 76 der Städteordnung vom Freitag, den 21. ds. Mts. ab 8 Taqe lang, im Nathause im Zimmer des 5tadtsekretärs zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen. Steinau, den 21. Juni 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Gefunden: eine Pferdepeitsche.

Steinau, den 21. Juni 1929.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

Um Mittwoch, den 2 6? d. Mt s., vormittags 1/28 Uhr Wim Zimmer Nr. 3 6es KntMwfes"-Oer Schafpferas"' - * pachtet werden.

Steinau, den 22. Juni 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Aufruf!

Helft, baO das GaarlanS deutsch bleibt, indem Ihr seine Kinder bei Tuch aufnehmt und ihre Siebe zum deutschen Vaterland festigt. Der Hausfrauen- verein und der V. D. A. haben es übernommen, schulpflich­tige Kinder und Jugendliche aller Stände aus dem Saar­gebiet in Schlächtern und Umgegend für die Ferienzeit im August unterzubringen. Wir rechnen damit, daß die oft­bewährte Gastfreundschaft der Bevölkerung des Kreises 5chlüchtern uns auch dieses Mal nicht im Stich läßt. An= Meldungen nehmen entgegen und erteilen Auskunft.

Für den D. D. R.

Gertrud Anacker, Studienassessorin

Leiterin der Schulgruppe der Aufbauklaffen

Sehrer H. Schreiber,

Leiter der Schulgruppe der Lateinschule.

Für den HauSfrauenverein.

M. Gähringer, 1. Vorsitzende

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Gtabtralswaklen in Colmra. Die Nationalso­zialisten gewinnen 0 Gitze.

Toburg, 23. 6. (WB) Bei einer lvahlbeteiligung Don 70 Prozent fanden hier heute die Wahlen zum Stadt­rat statt, die durch den Volksentscheid der Nationalsozialisten notwendig wurden. Ts erhielten die Nationalsozialisten 13 W. die Socialdemokraten 7. die Deutschnationalen 3, Liberale Vartei 2 Sitze. Bisher hatten die National- l°3ialiften 4. die Socialdemokraten 8. die Bayrische Volks - aartei 1, die lvirtschaftspartei 4, die Demokraten 2, die Oeutschnationalen 3 und die Nationalliberale Partei 3 ritze.

Der brodelnde Balkan.

stn der serbisch-bulgarischen Grence kam es in den letz- rrn Tagen zu ernsteren Zwischenfällen. 600 verhaftete vulgären wurden in einem schnell errichteten Konzentra- wnsloger untergebracht. Sonntaa wurden zwei bulgari-

Bauern und eine Bäuerin beim Ueberschrpiten der Drence mit amtlicher (Erlaubnis von serbischen Soldaten ^geschossen.

Die Dartelen im Mecklenburger Landtag.

Das bisherige Trgebnis der Wahlen zum Mecklenbur- men Landtag ist folgendes: Socialdemokraten 20 (1927: 21) Sike, (Einheitsliste 23 (24), Kommunisten 3 (3), Volks­wohlfahrt 1 (2), Demokraten 1 (2), Nationalsozialisten 2 (0), Bauernpartei 1 (0).

Die Generalsynode zur Konkordatssrage.

Eröffnung der außerordentlichen Tagung.

Bei nahezu vollzähliger Anwesenheit der Synodal- mitglieder wurde am Sonnabend nachmittag die außerordentliche Tagung der Generalsynode, der obersten Vertretung der evangelischen Kirche der alt­preußischen Union, in Berlin eröffnet.

Präsident D. Winckler stellte in seiner Eröff­nungsansprache fest, daß die Generalsynode auf dieser außerordentlichen Tagung berufen sei, zu der durch den Abschluß des Konkordats für den evangelischen Volksteil geschaffenen Lage Stellung zu neh­men. Schon auf ihrer Tagung im Jahre 1927 habe die Generalsynode tu einer Ent­schließung zur Konkordatsfrage der Erwartung Ausdruck gegeben, daß ihr, wenn die weitere Entwick­lung der r inge eine Gefährdung der Lebensinteressen des errang Uschen Bolksteiles befürchten lasse, Gelegen­heit zur < c r^uteit Stellungnahme gegeben werde.

D. WirEn erinnerte weiter an das gemeinsame Schreiben Der acht evangelischen Landeskirchen Preu­ßens an das Ltaatsministerinm Ankang Juni d. I., worin diese crueut die Forderong gleichzeitiger und gleichwertiger, dem Wesen der evangelischen Kirche entsprechender Verträge nachdrücklich wiederholten. Eine Antwort anf dieses Schreiben sei bis heute nicht eingegangen. Mit dem einseitigen Abschluß eines Vertrages mit der katholischen Kirche und der Vorlage eines entsprechenden Gesetzes an die gesetzgebenden Körperschaften sei dann die Voraussetzung für eine Einberufung der Generalsynode erfüllt gewesen.

Der Präsident richtete zum Schluß an das Haus die Bitte, von einer sachlichen Erörterung des Gegen­standes in dieser ersten Sitzung abzusehen und die Materie unverzüglich dem Verfassungsausschuß zu überweisen. Die Generalsynode beschloß in diesem Sinne.

Reform der Arbeitslosen-Versichernug erst im August.

Berlin, 24. Juni. In einer Besprechung der Führer der Regierungsparteien mit dem Reichs­arbeitsminister Wissell über die Reform der Arbeits­losenversicherung wurde vereinbart, daß die einzelnen Parteien ihre Vorschläge dem Ministerium unterbrei­ten und daß die Regierung so rechtzeitig eine Vorlage einbringt, daß sie noch den Sozialpolitischen Ausschuß am 15. August beschäftigen und vom Plenum des Reichstags in der Augusttagung verabschiedet werden kann.

Berlin gewinnt den Dreistädte-Achter.

Berlin, 24. Juni. Berlin gewann den Dreistädte- Achter, der im Mittelpunkt des ersten Tages der Großen Grünauer Ruderregatta stand, überlegen in 7:13,8 vor Budapest und Wien. Der Sieg im Deutschen Vierer fiel an die Mannheimer Amicitia.

Großer Lagerhausbrand in Halle.

Halle, 24. Juni. In der Nacht zum Sonnabend wurde ein im Sophienhafen gelegenes Lagerhaus durch ein Großfeuer völlig eingeäschert. Große Vorräte an Fett, Schmalz, Paraffin, Mehl und Getreide fielen dem Brand zum Opfer. Nach siebenstündiger Lösch- i arbeit gelang es der Feuerwehr erst, des Feuers Herr zu werden und ein Uebergreifen auf die benachbarten Lagerhäuser zu verhüten.

Die Urheber des Sprengstoffanschlags in Hannover verhaftet.

Hannover, 24. Juni. Der im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag auf die Vorschuß-Vereinsbank genannte Kommunist Heinrich Buchholz, der auch die Kiste mit Sprengstoff in der Roten Hilfe eingestellt hatte, ist hier festgenommen worden.

Ein dramatischer Birschgang.

AIs der Inspektor und ein Lhaufseur vom Rittergut Moisall (Mecklenburg-Schwerin) sich auf der Suche nach Ibern Besitzer des Gutes Thiele befanden, der mit .seiner Thefrau von einem Pirschgang nicht heimgekehrt war, fanden sie den Gutsbesitzer und seine $rau mit schweren Schußwunden tot auf. Neben den Leichen lag eine leere Doppelbüchse. Der Schädel der $rau war durch einen Schuh zertrümmert. Bei dem Manne wurde ein Schläsen- schuß festgestellt. Man ist vorläufig bezüglich der Art, wie die beiden ums Leben gekommen, sind, nur auf Ver­mutungen angewiesen.

Nach einer französischen Agenturmeldung soll das spanische WasserflugzeugNumancia", das über die Azo­ren nach Amerika fliegen will, bei Ponte del Gada auf das Meer niedergegangen sein.

Das Befinden des Neichsyuhenministers Dr. Strese- mann war Sonntag vormittag recht gut. Die arteriellen Schmerzen im Bein haben nachgelassen. Dr. Strefemann wird sicherlich Montag im Reichstag in die über den (Etat des Auswärtigen Amtes stattfindende Debatte ein­greifen.

Amerika kommt zur Konferenz.

Aber nur in nichtamtlicher Form.

Aus Washington wird gemeldet, daß die Ver­einigten Staaten voraussichtlich bereit sein werden, an der diplomatischen Konferenz der Alliierten und der deutschen Regierung teilzunehmen, nm bei der Besprechung der Nachkriegsfragen vertreten zu sein. Doch werde die Teilnahme Amerikas ebenso nicht­amtlich sein, wie bei der Sachverständigenkonferenz. Die meisten Fragen, wie die Rheinlandrän- mnng und die Rückgabe des Saargebiets, gingen hauptsächlich Europa an und berührten ameri­kanische Interessen nur soweit, als der allgemeine Friede und die Festigung der Lage in Europa in Be­tracht kämen. Die Stellungnahme der amerikanischen Regierung wird dahin ausgelegt, daß sie in der Räu­mung des Rheinlandes und des Saargebietes die zwei Hauptfragen sieht, deren Lösung auf die endgültige Befriedigung Europas günstig einwirken werde.

Borbereitungen für die Konferenz

England verlangt London a r s Tagungsort.

Wie das amtliche englische Reuterbüro mitteilt, haben zwischen den interessierten Regierungen Ver­handlungen über den Zeitpunkt und den Ort des Zusammentritts einer Konferenz von Vertretern der Mächte begonnen, denen es obliegen würde, den Be­richt der Reparationssachverständigen und die Frage der Rheinlandräumung einer Prü­fung zu unterziehen.

Während die britische Regierung bereit ist, sich in der Frage des Zeitpunktes den Wünschen der übrigen Mächte anzuschließen, obwohl auch hierfür nur gerin­ger Spielraum vorhanden ist, besteht hinsichtlich des Tagungsortes nach wie vor keine Neigung, den fran­zösischen Wünschen nachzugeben. Die englische Regie- . ung ist entschlossen, an London als Tagungsort festzuhalten und rechnet dabei auch auf die deutsche Unterstützung.

Hm das Getreidemonopol.

Die Sachverständigen dafür, ö e Reichstag dagegen.

Der Sachverständigenansschuß für die Getreide­wirtschaft hat am Sonnabend seine Beratungen über das Getreidemonopol und die Preishöhe fortgesetzt, aber nicht beendet. Am Montag sollen die Vertreter des Müllereigewerbes zur Frage des V e r m a h - lungszwanges für inländisches Getreide gehört werden.

Gleichgültig, ob eine Einigung über ben Preis er­zielt werden kann oder nicht, dürfte das Gutachten zum Ausdruck bringen, daß die Mehrheit der Sachverstän­digen sich für eine monopolartige Lösung entschieden hat. Praktische Bedeutung wird das Bekenntnis zum Monopol jedoch nicht haben, weil im Reichstag keine Mehrheit für das Monopol vorhanden ist. Abgesehen von den Deutschnationalen dürften nur noch der Deutsche Bauernbund und die Bayerische Volkspartei für das Monopol stimmen.

Welche Wege man auch gehen wird, die Aus­sicht, noch vor dem 1. Januar von den Schweden- Zöllen loszukommen, besteht nicht mehr. Infolgedessen müssen die Zwischeuzölle außer Kraft gesetzt wer­den. Zu dieser Maßnahme braucht die Regierung nur die Zustimmung des Handelspolitischen Ausschus­ses, die ohne weiteres zu haben ist. Ausreichende Hilfe kann diese Aktion jedoch nicht bringen. Wie uns von parlamentarischer Seite versichert wird, sollen Reichstag und Regierung jedoch entschlossen sein, noch in den nächsten Tagen ein Hilfsprogramm für die Landwirtschaft aüszustellen.

Parteiführerbesprechung über die Zollfrage

Am Sonntag nachmittag fand eine Besprechung der Parteiführer mit dem Reichsernährungsminister über die gesamten Zollfragen statt. Es handelt sich außer um die Erhöhung der Getreidezölle auch um die Zölle für Vieh und Fleisch, für Milch und Milch­erzeugnisse sowie für Kartoffeln, ferner u. a. um die Schuhzölle. Am heutigen Montag soll sich bereits das Kabinett mit den: Ergebnis dieser Parteiführer­besprechung beschäftigen.

Des Segelfliegers letzter Weg.

Heilsberg, 24. Juni. Am Sonnabend mittag fand hier die Beisetzung des Segelfliegers Ferdinand Schulz statt. Nach einer kurzen Trauerfeier in der Turnhalle der neuen Knabenvolksschule wurde der Sarg von Fliegerkameraden auf den Leichenwagen gehoben, der sich dann nach der katholischen Pfarrkirche in Bewegung setzte. Nach Beendigung der Totenmesse etzte sich ein riesiger Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung, wo nach einer kurzen Trauerfeier die Beisetzung erfolgte. Während der Trauerfeier kreisten zwei Flieger über dem Friedhof.