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Nr. 84 (1. Blatt)Samstag, den 13. Juli 1929 81. Iahrg.

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Amtliche Bekanntmachungen

l : Sprechstunden beim Landratsamt: Dienstags :

: und Freitags, vormittags von 9 bis 12 Uhr:

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Die nachstehend aufgeführten Bauleistungen für den Neu­bau einer Turnhalle für die Volksschule in Schlüch- tern sollen vergeben werden und zwar:

Los 1: Erd-, Maurer- und Asphaltarbeiten.

Los 2: Zimmererarbeiten.

Los 3: Dachdeckerarbeiten.

Los 4: Spenglerarbeiten.

Kngebotsformulare, Bedingungen, Zeichnungen pp. lie- ; gen im StaStbauamt, Schloßstraße 15, während der Dienst­stunden zur Einsicht offen.

Hngebotsformulare können daselbst in Empfang genom­men werden. Die Angebote sind bis spätestens Freitag, ' den 1 9. Juli 1 929, vormittags 1 0 Uhr dem Stabt= ' bauamt geschlossen einzureichen.

Die Deffnung der Angebote geschieht daselbst zu der : vorstehend festgesetzten Zeit in Gegenwart etwa erschienener öewerber.

Zuschlagserteilung bleibt vorbehalten.

Schlächtern, den 12. Juli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Hm Montag, den 15. Juli 1 929 nachmit­tags 6 Uhr verkauft die Staöt das Gras von 2 Grund­stücken im Mordgraben öffentlich meistbietend an Grt und Stelle.

Zusammenkunft der Kaufliebhaber am Bahnübergang an der Fuldaerstraße.

Schlächtern, den 12. Juli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

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Die evangelischen Verhandlungslührer

Der preußische Kultusminister Dr. Becker und Staats­sekretär Lammers empfingen am Donnerstag den Präsi­denten des Evangelischen Oberkirchenrates, K a p p l e r, den Vorsitzenden der Generalsynode D. W i n k l e r und den Geheimen Konsistorialrat K a r natz zu Barbe- sprechungenfürdieAufnahmederVerhand- lungen zwischen den evangelischen Kirchen und dem Preußischen Staatsministerium, die das Ziel verfolgen, nach Erledigung des Konkordats zu paritätischen Vereinbarungen mit den evangelischen Kirchen zu gelangen. Es wurden zunächst nur technische Fragen besprochen und insbesondere festgelegt, daß die genannten Herren Verhandlungsführer der evangeli­schen Kirchen sein sollen. Auf Grund der Parallelver- Handlungen mit der katholischen Kirche ist, wie wir hören, zu erwarten, daß nunmehr von evangelischer Seite zunächst in der Art die Wünsche der Kirchen vorgetragen werden, wie es seinerzeit durch die Bischöfe für die katholische Kirche geschehen war. Darauf wird das preußischeKabinett, das am13. August zur Unterzeichnung des Konkordats zum ersten Male wieder voll zusammen- kitt, zu den Wünschen der evangelischen Kirchen Stellung nehmen und Richtlinien entwerfen. Es ist nicht ausge­schlossen, daß unverbindliche Sachbesprechungen kleinerer Art schon in der Zwischenzeit stattfinden, doch wird erst nach dem 13. August in den Hauptverhandlungen fortfahren.

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Räumung der zweiten Zone

Mtb. Koblenz, 11. Juli. Das Reichsvermögensamt er­hielt ein Schreiben der französischen Kommandantur, worin Anweisung für den Abtransport von Vorräten, Wohnungs- und Büroeinrichtungen und sonstigen Material ber Besatzung gegeben wird. Es ist dies die erste Mitteilung an eine deutsche Stelle, aus der sich ersehen läßt, daß t a t - sachlich in derKoblenzerZoneVorbereitun- gen zur Räumung getroffen werden. Die Vorräte und das Material werden nach der dritten Zone ge- chafft. Hierher sollen demnächst auch eine Anzahl amt- ucher Besatzungsstellen verlegt werden, worauf wohl die Forderungen nach Wohnungsgestellung in der dritten Zone Surückzuführen sind. Von der Verlegung von Truppen nach °er dritten Zone ist bisher nichts bekannt. Sie wird aber in den betreffenden rheinischen Gebieten befürchtet!

Das schwedische FlugzeugSoerige", das eine Ueber- Ouerung des Ozeans von Schweden nach Amerika versuchen und vor mehreren Wochen mehrfach vergebens versuchte, ?°n Island aus Grönland zu erreichen, ist Donnerstag nachdem es sein vorhaben wieder ausgenommen hatte, Um 6 Uhr M. E. Z. auf Grönland gelandet.

ß Nach einer Berliner Blättermeldung wurde einer ^iahl bei b er englischen Besatzungsbehörde beschäftigter ^gestellter in Wiesbaden gekündigt. Man glaubt, daß W Kündigungen mit einer bevorstehenden Nhemlandräu- mun9 im Zusammenhang stehen.

Die UniversitatsreNoren beim Kultusminister

Infolge einer Aufforderung des Preußischen Kultus­ministeriums weilten am Mittwoch die Rektoren aller preu­ßischen Universitäten in Berlin. Im Öftufe des Vormittags fand im Kultusministerium eine gemeinsame Aussprache über das Verbot der Universitätsversammlungen am Ver­sailles-Tage statt. Der Kultusminister, der verhindert war, wurde von Ministerialdirektor Dr. Richter vertreten. Am Nachmittag hatte dann der Kultusminister Dr. Becker die Rektoren zum Tee zu sich eingeladen. Wie wir hören, hat die Aussprache den Wunsch nach Verständigung und die Abneigung gegen eine Verschärfung der Meinungsverschie­denheiten zutage treten lassen.

Eisenbahner und Aonng-Plan

Reichsverkehrsminister D. Stegerwald hatte am Mitt­woch eine Aussprache mit Vertreter sämtlicher Eisenbahner­organisationen über die mit dem Poung-Plan zusammen­hängenden Fragen. Während die Vertreter des Freige­werkschaftlichen Einheitsverbandes und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer nunmehr eine Neuregelung der Rechts- und Dienstverhältnisse durch Tarifvertrag verlang­ten, blieben die Eisenbahnerorganisationen des Deutschen Beamtenbundes und der Hirsch-Dunckersche Allgemeine Eisenbahnerverband bei ihrer grundsätzlichen Forderung, daß die Reichsbahn wieder an das Reich fallen und die Reichsbahnbeamten wieder den Reichsbeamtengesetzen unter­stellt werden sollen. Tarifvertragliche Regelung lehnten sie ab.

England hat freie Hand im Rheinland

London, 11 Juli. Der Außenminister Henderson gab am Mittwoch auf wiederholte Anfragen im Unterhause be­kannt, daß England völlig freie Hand Hinsicht lich der Zurückziehung seiner Truppen aus dem Rheinlande hätte und daß die englische Regierung nicht daran dächte, mit Frankreich ein Tauschgeschäft vorzunehmen. Die englisch» Regierung sei in keiner Weise . -bur 4a me Verpflichtung de; französischen Regierung geMp^ über gebunden, das Rheinland nur mit ihrer Zustimmung oder nur gleichzeitig mit der französischen Besatzungsarmee zu räumen. Auf eine Anfrage Wedgewoods, ob England etwa hinsichtlich des Ioung-Berichtes oder in anderer Be­ziehung Konzessionen an Frankreich in der von dem eng­lischen Volk so sehr gewünschten Räumung machen müsse, versicherte Henderson, daß ein Tauschgeschäft in der be­schriebenen Art von englischer Seite nicht beabsichtigt sei.

Der Aufwertungsstreit gegen Preußen.

, Leipzig, 12. Juli. Der VI. Senat des Reichsgerichts hat im Aufwertungsstreit der kurhessischen Familienstiftung gegen Preußen die Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Vergleichsvorschlages bis zum 20. Juli 1929 befristet. Wie aus Berlin gemeldet wird, wird der Preußische Finanzminister den Vergleichsvorschlag des Reichsgerichtssenats a b l e h n e n.

Poincars und der Joung-Plan.

Paris, 12. Juli. In der französischen Kammer äußerte sich Pomcarü über den Doung-Plan. Werde Deutschland, wenn der Noung-Plan von Frankreich abgelehnt wird, so er­klärt Poincare, nicht sofort etwa folgendes erwidern: Wer hat von uns Deutschen eine Verpflichtung über 62 Jahre im Aoung-Plan verlangt und mit der französischen Verpflichtung begründet, an die Vereinigten Staaten gleichfalls 62 Jahre -ahlen zu müssen. Wenn ihr das Abkommen mit Amerika nicht ratifiziert, dann liegt für uns Deutsche keinerlei Veranlassung vor, uns allein euch gegenüber für 62 Jahre zu binden. Das würde für Deutschland eine völlig neue Lage ergeben und der Noung-Plan wäre gefährdet.

Vor dem Abbruch der sowjetrusfisch-chinesischen Beziehungen?

Moskau, 12. Juli. Wie berichtet wird, ist matt über das Vorgehen der chinesischen Polizeibehörden in Charbin in Moskauer politischen Kreisen sehr empört. Die Sowjetregie- rnng wird dem chinesischen Geschäftsträger eine scharfe Protest­note übergeben. Man befürchtet, daß ein Abbruch der diplo- matische^ Beziehungen unvermeidlich ist.

60 Rüsten in Charbin verhaftet.

Peking, 12. Juli. Auf Veranlassung des Marschalls Tschangshueliang wurden in Charbin 60 Sowjetbürger ver­haftet. In den beiden russischen Handelsgesellschaften wurden Haussuchungen vorgenommen, die mehrere Stunden dauerten. Der russische Generalkonsul legte sofort Protest gegen die Haussuchungen ein.

Donnerstag abend wurde der Eigentümer des Tarl- ton-Hotels in preßburg Henri Präger im sechsten Stock seines Hauses erhängt aufgefunden. Präger, dessen Hotel das größte in preßburg ist, zählte zu den vermögendsten Bewohnern des Staates.

Die englische Admiralität hat nunmehr die Hoffnung auf Rettung des gesunkenen UnterseebootesH 47" end­gültig aufgegeben. Donnerstag abend liefen der Kreuzer Nednoy" und ein Geschwader Torpedobootszerstörer an die Unfallstelle aus, um die letzten Ehren zu erweisen.

Vereinigte Staaten von Europa?"

Briand für dieVereinigten Staaten von Europa". Er will eine Konferenz einberufen. Widerspruch in der fran­zösischen Presse. Deutsche Bedenken.

Ein Plan Briands.

Wie aus Paris gemeldet wird, finden die Gerüchte, die von einer Konferenz zur Vorbereitung der Vereinigten Staa­ten von Europa wissen wollen, nunmehr Bestätigung durch Auslassungen desOeuvre", dem man gute Beziehungen zum Außenminister Briand nachsagt. Das Blatt schreibt hierüber: An dem Tage, an dem Briand Oesterreich warnte in Deutsch­land aufzugehen, sondern in Europa, waren seine Pläne be­reits fertig, Europa zusammenzuschließen. Er wollte es zu­erst vielleicht wirtschaftlich, dann politisch dazu bringen, sich seiner für sich selbst und nicht gegen zemanden gemeint ist Amerika bewußt zu werden.

Zur Verwirklichung dieses seines alten Traumes schickt sich Briand jetzt an. Zu seinem großen Plan, der sehr viele interne Fragen, besonders die Anschluß- und Minderheiten­frage beseitigen soll, hat Briand jetzt zahlreiche günstige Meinungsäußerungen aller im Völkerbund ve-t'.retenen Mächte erhalten, so daß er hofft, seinen Plan im September der Völkerbundsversammlung in großen Zügen unterbreiten zu können. Gegen Ende des Jahres soll dann eine Konferenz stattfinden, die die erste Grundlage für eine europäische Orga­nisation schaffen soll."

Französische Kritik.

DasEcho de Paris", das ebenfalls von einer Imitative Briands im Sinne der Vereinigten' Staaten von Europa spricht, übt an einem solchen Plane auffallend scharfe Kritik. Das Blatt begründet Briands Absichten folgendermaßen: Briand siehr die Schwierigkeiten seiner Politik von Locarno und Thoirh herannahen. Zuerst die Räumung, dann eine gr-ofte Offensive gegen das französische. Heer (Abrüstung) und gegen die Verbündeten Frankreichs in Mittel- und Osteuropa unter dem Verwände des MinderheitenrechieS. Zur Beschwö­rung so hul : , agen, kann Briand nicht einmal SD die Unterstützung Englands rechnen. /

Daß wir gezwungen sein werden in Ausführung der von Briand unterschriebenen Verpflichtungen nachzugeben, wird er als ein Opfer, das den edlen Idealen gebracht wird, bezeich­nen. Unsere Verbündeten von Warschau, Prag usw., dir durch das Nachgeben in der französischen Politik geschwächt wurden, werden den Rat erhalten, ihre Hoffnung und ihre Stärkung iy der europäischen Verschmelzen- z» stMM

Der deutsche Standpunkt.

Vereinigte Staaten von Europa"? gewiß ein schöne- Ziel. Aber es will uns scheinen, daß wir noch weit, sehr weit von seiner Verwirklichung entfernt sind. Und daß gerade die französische Politik durchaus ungeeignet ist, uns diesem Ziele näher zu bringen. Denn dieVereinigten Staaten von Europa" könnten doch nur ein Bund Gleichberechtig­ter sein, Frankreichs Politik aber geht darauf hinaus, einen großen und in jedem Betracht wichtigen Staat Deutsch­land dauernd niederzuhalten. Nur so ist Frankreichs An­klammern an den Versailler Vertrag, nur so seine ablehnende Haltung gegenüber der deutschen Forderung auf Räumung des besetzten Gebiets und Rückgabe des Saargebiets zu ver­stehen.

Wem es also Ernst ist mit einer Propagierung der Idee von den Vereinigten Staaten Europas, der muß zunächst ein­mal die Voraussetzung dafür schaffen, d. h. für eine andere Politik Frankreichs gegenüber Deutschland sorgen.

Im übrigen bleibt natürlich abzuwarten, ob es sich bei dem ganzen Plan nicht nur etwa um ein geschicktes Manöver handelt, das die Aufmerksamkeit der politischen Welt von den aktuellen Fragen wie Räumung usw. ablenken soll.

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Neue Unterredung Hoesch-Briand.

Von deutscher amtlicher Stelle in Paris wird folgende Verlautbarung ausgegeben:

Botschafter v. Hoesch hatte Mittwoch und Donnerstag weitere Unterredungen mit dem Generalsekretär des französi­schen Außenministeriums Berthelot und mit dem Außen­minister Briand. Die Unterredung dient der Fortführung der Aussprache über die mst der organisatorischen Vorbereitung der Regierungskonferenz zusammenhängenden Fragen.

Wie hierzu noch gemeldet wird, sind in der Unterhaltung noch einmal alle diejenigen Fragen besprochen worden, die be­reits zu Beginn der Woche Gegenstand eingehender Unter­redungen waren, insbesondere die Zweiteilung der bevorstehen­den Konferenz in einen politischen Teil und in einen zweiten Teil, der den Arbeiten über den shoung-Plan gewidmet sein soll. So hatte es die Reichsregierung richtig befunden, die­jenigen Gesichtspunkte, die sie eimal bereits durch Herrn V. Hoesch hatte vortragen lassen, noch einmal zu wiederholen, um ihnen mehr Nachdruck zu verleihen.

Was den Tagungsort anlangt, bleibt Frankreich bei seinem Vorschlag, die Konferenz in L u z e r n abzuhalten.

Das FlugzeugAngelano", über dessen Flug mir bereits mehrfach berichteten, befand sich heute um 12^2 Uhr 221 Stunden ununterbrochen in der Luft. Es fliegt weiter.