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Nr. 87

(1. Blatt)

Samstag, den 20. Juli 1929

81. Jahrs,

H

Amtliche Bekanntmachungen

LandratsaMt.

I.-Nr. 6119. Die nach Ziffer 258 der Ausführungsan- weifung zur Neichsgewerbeordnung vom 1. Mai 1904 und 25. November 1909 Reg. Amtsblatt S. 151/1904 M 352 /1909 von den Ortspolizeibehörden bisher dem Hewerbeaufsichtsbeamten in Fulda einzureichenden Kata= fterblätter über die gewerblichen Anlagen (Betriebe) sind für die Folge bis spätestens zum 1. Oktober st 3 s. hierher einzusenden. Die genaue Einhaltung des Termins ist nottdenbig.

Zchlüchtern, den 18. 3uli 1929.

Der Landrat. 3. D.: Schultheis.

| I-Nr. 6267. 3m Regierungsamtsblatt für 1929 Seite 168 ist eine Polizeiverordnung über die (Einreibung von Verzeichnissen der Hausarbeiten veröffentlicht. Diese Ver­zeichnisse sind alljährlich von den Unternehmern, Zwischen- mistern und Ausgebern bis zum 1. September der Orts- Mzeibehörde und -dem Gewerbeaufsichtsamt einzureichen. Formulare zu den Verzeichnissen sind in der Waisenhaus- ^uchdmckerei in Kassel zu haben. Das Regierungsamtsblatt ton bei den Ortspolizeibehörden des Kreises eingesehen

Schlächtern, den 15. 3uli 1929.

Der Landrat. 3. V.: Rang.

Kreis ausschu ß.

Kursus für Gbst- und Gemüfeverwertung.

l-ür. 3269 K. A. Für die Zeit von Montag, den 22. Mi bis Mittwoch, den 24. 3uli 1929 einschl. ist ein turfus für Obst- und Gemüseverwertung in der ehemaligen iminarküche zu Zchlüchtern vorgesehen. Insbesondere soll iie Bereitung von Süßmosten alles reifen Obstes (gärungs- ofe 5rüchteverwertung) an Beispielen gelehrt weroen. An- nelbungen sind tunlichst bis zum 2 0. Juli d. 3s. an die Kretin der landwirtschaftl. ffaushaltungsschule, Frl. Huf- tagel in Zchlüchtern, zu richten.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, uf vorstehende Bekanntmachung in geeigneter Weise auf= "erksam zu machen.

Schlächtern, den 17. Juli 1929.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. 3. v.: Rang.

^-Nr. 3305 K. A. Die Wahl des Johannes Knüll III n Mallroth zum Beigeordneten der Gemeinde wallroth abe Jb gemäß § 55 der Landgemeindeordnung für die >wvinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 bestätigt.

Schlächtern, den 16. Juli 1929.

_ ' Der Landrat. 3. v.: Rang.

tHg. Ortskrankenkasse Schlüchtern.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Bei­nen aus den Zahltagen für die Monate April, Mai M Juni 1929 wird hiermit in Erinnerung gebracht.

Hebetermine finden statt:

1- In Stein au, am Mittwoch, den 24. Juli 1929, ^vormittags 10 bis 4 Uhr nachmittags, in der Eckartschen ^wirtschaft daselbst.

3. In Salmünster, am Mittwoch, den 31. Juli von vormittags 9 bis 12 Uhr, im GasthauseZum ^gel" daselbst.

^ In Soden, ebenfalls am Mittwoch, den 31. Juli M von nachmittags 1% bis 472 Uhr im GasthauseZur >»W Wirtschaft W°lft daselbst

2. In Sterbfritz, am Mittwoch, den 7. August 1929, ^nachmittags 3 bis 7 Uhr, in der Böhm'schen Gastwirt-

Mar wie seither auch für alle den genannten Orten "fliegenden Gemeinden.

An den Hebetermintagen am 24/7. und 31/7. bleibt in Schlüchtern für Ein- und Auszah lung en Waffen.

. Rückstände, die nach diesen Tagen noch verbleiben, M alsdann unverzüglich zurzwangsweisen und kosten- '"»igen Einziehung gelangen.

t Die Herrn Bürgermeister bitten wir, dieses im Interesse r Gemeindeangehörigen, wie seither, auch ortsüblich be- Minachen zu lassen.

Schlächtern, den 18. Juli 1929.

Vorstand der Allg. Ortskrankenkasse.

"°dt Schlüchtern.

o Bekanntmachung.

Utontag, den 2 2. Juli 1 929, vormittags

^ r wird auf dem Rathaus Kanzlei der Zchaf- A öffentlich meistbietend verpachtet.

Wächtern, den 18. Juli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Bekanntmach u n g.

Die Bürger hiesiger Stabt werden ersucht, die Herren Preisrichter der 3. 3. Weitzel'schen Stiftung, Landwirt Sebastian Baumann, Landwirt Johannes Simon und Land­wirt und Bäcker Konrad Urbach, auf Feldfrüchte, die sich zur Prämierung eignen, aufmerksam zu machen. Anmelde- schluß: Samstag, den 27. Juli 1929. Spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Zchlüchtern, den 18. Juli 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

Stadt Steinau.

Bekanntmachung

Montag, den 22. Juli 1 929, nachmittags 7 Uhr findet eine Uebung der Freiwilligen Feuerwehr Stei= nau statt.

Unentschuldigtes Fernbleiben wird unnachsichtlich bestraft. Steinau, den 18. Juli 1929.

Das Kommando: 3. v.: Lynch.

Die Polizeiverwaltung: Dr. Kraft.

Bekanntmachung

Die Urliste derjenigen Personen, welche zu dem Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden kön­nen, liegt von Montag, den 2 2. Juli 1 929 ab eine Woche im Zimmer Nr. 3 des Rathauses offen.

Steinau, den 18. Juli 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

Geschlossene Siedlung in der alten Kreisbaum- schule bei Herolz.

Die hessische Heimstätte zu Kassel hat auch in diesem Jahre zur Förderung der Bautätigkeit auf obigem $ieb= (ungsgelänbe Mittel aus dem Hauszinssteueraufkommen zur Verfügung. Da es sich um eine neue Ansiedlung handelt, sollen alle Bewohner des Kreises Zchlüchtern, die sich mit der Absicht tragen, einen Wohnungsneubau zu errichten, zur Bewerbung um einen Ziedlungsplatz zugelassen sein. Bewerber wollen sich bis zum 27. d. Mts. an die Zweig­stelle der hessischen Heimstätte zu Kassel in Hanau, Ka­nalplatz 7, wenden.

Die ReparationSlonserenz.

Der Streit um den TagungSort. Die Derhandürngs- gegenstande.

Wie aus Paris gemeldet wird, geht hinter den Kulissen der Streit um den Ort der internationalen Konferenz weiter. Die französische Presse ist mit wenigen Ausnahmen der Auf­fassung, daß die Abhaltung der Konferenz in Luzern so gut tote sicher ist. Dem französischen Standpunkt sei die in Europa herrschende Hitze zugute gekommen, so daß jeder Staatsmann das Arbeiten an einem schönen Ort mit frischer Luft der Londoner Hitze vorziehen dürfte. Die Zahl der Mini­ster, die an der Konferenz teilnehmen werden, wird auf etwa 30 geschätzt.

Im übrigen spricht man von einer Dreiteilung der Ver­handlungen, 1. der Noungplan und die mit ihm verbundene Frage der Verteilung der deutschen Zahlungen, 2. die nach Frankreichs Auffassung fest miteinander verbundenen Fragen der Rheinlandräumung und der Einsetzung eines Feststel- lungs- und Versöhnungsausschusses, und 3. die internationale Völkerbank, wie man sie heute nennt, die ihre besondere Ver­fassung erhalten und deren Direktorium gewählt werden soll.

Verschleppung bis zum Oktober?

Das Londoner BlattEvening Standard" hört, daß man in Paris anrege, die Regierungskonferenz bis zum Oktober zu verschieben, um vorher auf der Septembertagung des Völkerbundes Gelegenheit zu einer Aussprache zwischen Mac- donald, Henderson und Briand zu schaffen.

G. G G. Rufe des russischen DampfersWolga".

3m Hafen von Tonstanza eingetroffene Dampfer berich­ten, daß sie nachts $. CD. S.=Rufe bes 2 000 Tonnen großen russischen DampfersWolga" empfangen hätten, der am 16. Juli mit Passagieren unb Fracht in See ging. Der Dampfer sei auf eine schwimmende Mine geraten. Cr habe um 3 Uhr gemeldet, daß er sinke, unb daß 17 Mann der Besatzung und 14 Passagiere bereits ertrunken seien.

Expresizug der Rocku Islandbahn verunglückt.

Der aus Thicago kommende Expreßzug der Nocky 3s= land-Bahn stürzte Donnerstag früh gegen 3 Uhr in der Nähe von Stratton von einer durch starke Regengüsse un­terspülten Eisenbahnbrücke in einen Fluß. Jedoch der größte Teil des Zuges blieb auf der Brücke hängen, und nur ein Packwagen und ein Pullmannwagen gerieten unter Wasser. Nach den letzten Meldungen wurden acht Fahrgäste und ein Angestellter der Pullmann-Gesellschaft getötet und > über 20 Personen verletzt.

Kriegsgefahr im Osten.

Vue russische Note an China. Rußland beruft seine diplo­matischen Vertreter und seine Konsule in China ab. Der Eisenbahnverkehr Rußland-China wird eingestellt. Marschall Tschiankaischek erklärt. TruPPenzusammenstöße?

Abbruch der russisch-chinesischen Beziehungen.

In dem russisch-chinesischen Streit wegen der ostchinesischen Eisenbahn ist eine neue Verschärfung eiugetreten. Wie darüber aus Moskau gemeldet wird, hat das Äußenkommifsariat der Sowjetunion dem chinesischen Geschäftsträger in Moskau eine neue Note zugestellt.

Der chinesische Geschäftsträger in Moskau hat am Don­nerstag um feine Pässe gebeten und wird Freitag Moskau verlassen. Er wird über Berlin reisen, da die Eisenbahn­verbindung zwischen der Sowjetunion und China unterbrochen ist. Sämtliche chinesischen Konsulate in Rußland sind am Donnerstag geschlossen worden.

In dieser Note wird mitgeteilt, daß die Sowjetregierung beschlossen hat, sofort sämtliche Vertreter der Sowjetregierung, diplomatische, konsularische und Handelsvertreter, die sich in den chinesischen Gebieten befinden,

aus China abzuberufen.

Ferner müssen sämtliche diplomatischen und Konsularvertreter Chinas sofort das Gebiet der Sowjetunion verlassen. Der

Eisenbahnverkehr

zwischen China und der Sowjetunion wird sofort unterbrochen. Gleichzeitig erklärt die Sowjetregierung, daß sie ihre Ansprüche auf die Ostbahn nach wie vor aufrechterhalte und alle Maß­nahmen zum Schutze ihrer Interessen im Fernen Osten treffen werde.

Im übrigen stellt die Sowjetregierung fest, daß die Nan­kingregierung in ihrer Note die Beschlagnahme der Ostbahn aufzuheben und außerdem die Gesinnung der Sowjetunion um eine Verständigung zwischen beiden Völkern a b l e h n e. Die

' yiAffijchD Kote an Ruß and enthalte aum mehrere Un- Wahrheiten. ;

Die letzte chinesische Note vor dem Abbruch.

In der letzten Note Chinas an Rußland vor dem Abbruch der Beziehungen heißt es u. a., es seien nicht weniger als lOOu Chinesen in Rußland grundlos von der politischen Polizei ver­haftet worden, während die chinesische Regierung russischen A auf teilten in China größtes Entgegenkommen erweise.

Die chinesische Regierung verlange die Freilassung der verhafteten chinesischen Staatsbürger und werde die gleichen Maßnahmen in bezug auf die Angestellten der ostchinesischen Eisenbahn ergreifen, falls ihre Forderungen erfüllt werden.

Eine Rede des Präsidenten der Nanking-Regierung.

Marschall Tschiangkaischek, der Präsident der chinesischen Nationalregierung in Nanking sagte in einer Rede über die Differenzen Chinas mit Rußland, die Ueber­nahme der chinesischen Osteisenbahn fei nichts ungewöhnliches gewesen. Rußland habe bei verschiedenen Gelegenheiten betont, daß es die Eisenbahn an China zurückzugeben wünsche.

Wenn die Sowjetregierung die chinesischen Rechte achte und dem Abschluß von Verträgen auf der Grundlage vollkom­mener Gleichberechtigung und Gegenseitigkeit zustimme, sei die Nanklngregierung bereit, die diplomatischen Beziehungen wieder herzustellen.

Schon Kampfhandlungen?

Falls die nachstehende Meldung richtig ist> haben bereits die ersten T r u p P e n z u s a m m e n st ö ß e stattgefunden. Die Meldung lautet:

In Peking wird von chinesischer Seite ein Gerücht ver­breitet, wonach die Sowjetrussen den Versuch machten, den Amurfluß in der nördlichen Mandschurei zu überqueren. Die Rußen seien zurückgeschlagen worden.

Von japanischer Seite verlautet, die russischen Trup­pen sind mit Flugzeugen und Kriegsmitteln ausgerüstet. Die militärischen Vorbereitungen an der mandschurischen Grenze halten an. Im Gebiete Blagewjeschtschensk und Manchuli (?) wurden 40 000 Mann zusammengezogen. Verschiedene Ab­teilungen dieser Truppen sind mit Flugzeugen ausgerüstet. Die Truppenbewegungen in der Mongolei umfassen vor allem Kavallerie.

Zahlenmäßig sind die nach der Grenze zusammengezogenen chinesischen Truppen weit stärker, doch ist ihre Ausrüstung nicht annähernd so gut als die der russischen Truppen. Der General Tschangksueliang, der mandschurische Heerführer, befindet sich noch immer in einem Seebad. Er hat ein Telegramm des Präsidenten Tschiangkaischek erhalten, das ihn zur Rückkehr nach Mukden auffordert, um die Verteidigungsarbeiten an der Grenze persönlich zu leiten.

Die chinesischen Behörden haben neue Haussuchungen in Charbin bei der Filiale derDalbank" vorgenommen,' wobei der Direktor verhaftet und eine Menge Material beschlagnahmt wurde. Die chinesische Polizei behauptet, daß diese Bank die kommunistische Bewegung im Fernen Osten finanziert babe.

Die Nankingregierung hat Marschall Tschanghsueliang zum Oberbefehlshaber sämtlicher chinesischen Streitkräfte in der Nordmandschurei ernannt. Sie hat dem Kosaken-Ataman Scm- jonow und dem früheren russischen Generalstäbler Klersche ge.