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(1. Blatt)

Dienstag, den 6. August 1929

81. Jahrs.

Amtliche Bekanntmachungen

ndratsamt.

Verfassungsfeier.

Am Verfassungstage (11. August) sind nach der ver° dmng über das öffentliche Flaggen vom 29. Juni d. Is. ; preuß. Gesetzsamml. S. 79 alle staatlichen und minimalen Dienstgebäude sowie die Gebäude der öffent- ^en Schulen (Schulhäuser) zu beflaggen. Die Beflaggung in den Reidjsfarben Schwarz-Rot-Gold und in den antesfarben Schwarz-Weiß zu erfolgen. In Bezug auf ie Durchführung der Verordnung im Einzelfalle sind auch re sonstigen Vorschriften genauestens zu beachten.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, bezüglich der Kom- malen Dienstgebäude und Diensträume sowie der Schul- iüfer das Erforderliche, insbesondere auch bezüglich etwa ch notwendiger Beschaffung von Flaggen, unverzüglich i veranlassen.

Schlüchtern, den 2. August 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

3.=Hr. 6709. Die Herren Bürgermeister der Landge- inben werden auf den im Ministerialblatt für die innere rmaltung S. 609 enthaltenen Erlaß des Herrn Ministers .^i Innern vom 18. 3uli d. 3s. p. III. $. V. 29/12, üben ir. staatliche Auszeichnungen besonders hingewiesen. Ich he die Herren Bürgermeister persönlich dafür verant- tlich, wenn mir in den Gemeinden vorkommende Iubi- i pp. nicht so frühzeitig bekannt gegeben werden, daß i etwaige Auszeichnung rechtzeitig erwirkt werden kann. Schlüchtern, den 1. Ruguft 1929.

Der Landrat: Dr. Müller.

-ür. 6851. Im Monat Iuli sind im Kreise Schlüch- » folgenden Personen Jagdscheine ausgestellt worden a. Iahresjagdscheine:

|r. Meyer, Iohannes, Landesbranddirektor, Weimar,

Diese Ausfertigung braucht zunächst nicht von der Gemein­devertretung festgestellt zu sein. Fristverlängerun- gen können nicht gewährt werden, worauf ich jetzt schon aufmerksam mache.

Im übrigen bestimme ich, daß die durch die Gemeinde­vertretung festgestellte und ausgelegte Gemeinderechnung für 1928/29 nebst den dazu gehörigen Belägen bis zum 1. Oktober 1 929 hier vorzulegen ist. Line Verlänge­rung dieses Termins kann nur aus ganz besonderen Grün- den erfolgen.

Schlüchtern, den 5. August 1929.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Gemäß § 2, Abschn. 1 der Polizeiverordnung, betreffend die Reinigung der Schornsteine, vom 1. Juni 1906 ist jeder Hauseigentümer verpflichtet, ein Kontrollbuch nach vorge­schriebenem Muster bereit zu halten.

Wie uns der Bezirksschornsteinfegermeister mitteilt, sind bei vielen Hauseigentümern die Kontrollbücher aufgebraucht, und es sind feine Aufforderungen, neue Bücher zu beschaffen, unbeachtet geblieben.

Die Hausbesitzer werden hiermit aufgefordert, die vorge- schriebenen Kontrollbücher zu beschaffen und für die Ein­tragungen des Schornsteinfegermeisters bereit zu halten.

Schlüchtern, den 2. August 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Bekanntmachung.

Am Mittwoch, den 7. August 1929, vormittags 8H2 Uhr wird auf dem Rathaus (Kanzlei) der Schafpferch öffentlich verpachtet.

Schlüchtern, den 5. August 1929.

Der Magistrat.

Kicker, Heinz, Kaufmann, Bielefeld, ist, Bernhard, Wagner, Neustall, geringer, Karl, Eisenbahnarbeiter, Altengronau, Kirchner, Iosef, Iagdaufseher, Bad Soden, Hofmeister, Wilhelm, Straßenmeister, Sterbfritz, Tulcr, Lehrer, Salmünster, Wasser, IustizoberseKretär, Schwarzenfels, 1 Mller, Heinrich, Landwirt, Heubach, Webrandt, Reinhard, Landwirt, Marjoß, Sippelius, Wilhelm, Maurer, Kerbersborf, 1 pern, Karl, Musikdirektor, Frankfurt a. M., . Mio, Emil, Lehrer, Niederkaufungen, Maser, Georg, Eisenbahnassistent, Iossa, Willi, Metzgermeister, Frankfurt a. M.

I b. Unentgeltliche Iagdscheine: 3" Schimmelpfeng, Oberförster, Mottgers, «rothe, Förster, Häuserdick, Mndler, Hegemeister, Salmünster, Domke, Förster, Bad-Soden, Krüger, Förster, Salmünster, Sauer, hilfsförster, Salmünster, Forstmeister, Salmünster, malkmus, Aloys, Forstlehrling, Ulmbach, olonigen, Forstsekretär, Steinau, Dohlender, Fritz, Forstlehrling, Ulmbach, baumstimler, Förster, Schwarzenfels.

Zchlüchtern, den 1. August 1929.

Stadt Steinau.

Gchafpferchverpachtung.

Der Pferchnutzen von der städtischen Schafherde soll Mittwoch, den 7. d. Mts., abends 9 Uhr im Rat­haus verpachtet werden.

Steinau, den 2. August 1929.

Der Magistrat: Dr. Kraft.

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Der Landrat. I. D.: Schultheis.

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^K7 ' 4306/29. Der Brandingenieur, Diplomingenieur e - fcft>a^/ ^crl® Hilfsarbeiter des Feuerlöschdirektors für e chglernngsbezirk Kassel tätig ist, ist mit Verfügung vom Tage zum zweiten Feuerwehraufsichtsbeamten;

2 IÄ1^ Kassel bestellt worden.

K Mel, den 26. Juli 1929.

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Der Regierungspräsident.

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r . 3566 K. A. Nach § 91 der Landgemeindeord- E» m die Gemeinderechnung binnen 6 Wochen nach B des Rechnungsjahres dem Bürgermeister einzurei- ' D011 diesem binnen weiteren 6 Wochen der Gemeinde- ^9 vorzulegen, von letzterer festzustellen und sodann Wo -strn? öffentlich auszulegen.

li Rücksicht darauf, daß die Unterlagen aus den Ge-

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D ' LTUWn für das Rechnungsjahr 1928 zur Auf- abt» "er bis zum 15. September b. 3s. dem preuß. ^andesamt in Berlin einzureichenden Finanz- ti ^nötigt werden, veranlasse ich die Herren Bürger- ro ""o Gemeinderechner der Landgemeinden, dafür die Gemeinderechnung für 1928 unverzüg- usgestellt wird unb in einer Ausfertigung ohne a9® bis zum 3 0. August d. 3s. hier eingeht.

Wie Amerika den Zeppelin erwartete.

Wieder allgemein große Begeisterung.

Nicht nur New York und Lakehurst, sondern ganz Amerika hatte wieder einen großen Tag. Ueberall bildete die zweite Amerikafahrt des LuftschiffesGraf Zeppelin" das Tagesgespräch, das Interesse hatte gegenüber der ersten Fahrt in keiner Weise nach­gelassen. Mit fieberhafter Spannung verfolgte man die Fahrtberichte und Positionsmeldungen, die von Zeitungsboten in den Straßen New Yorks durch Extrablätter bekanntgegeben wurden. Längere Zeit folgte das Luftschiff der Dampferlinie. Später mußte der Kurs wegen ungünstiger Winde etwas südlich genommen werden. Die Fahrtgeschwindigkeit betrug durchschnittlich 100 Kilometer in der Stunde.

In Lakehurst herrschte Feststimmung. Sämt­liche Hotels waren längst überfüllt. Schon zu Beginn des Wochenendes strömten unübersehbare Scharen hin­aus, eine schier endlose Kraftwagenschlange lag in den Straßen, die zur Stadt führen. Zahlreiche Wochen­endler hatten sich eingeriMet, tot Freien zu übernach­ten, um die Ankunft des Luftkrenzers zu erwarten. Fm Lustschiffhafen hatte man rechtzeitig alle Vorkeh­rungen für

die Landung des Zeppelin getroffen. Der Ankermast war instand gesetzt worden, damit das Luftschiff daran befestigt werden kann,' bei schönem Wetter hatte man vorgesehen, das Luftschiff in die Halle zu bringen. Die Beamten der Einwan­derungsbehörde haben die Anweisung erhalten, als erste das Luftschiff nach seiner Landung zu betreten. Die Eisenbahnverwaltung hatte einen Spezialzug gestellt, der eine Stunde nach der Landung die Fahr- gäste nach New York bringen soll.

Ganz Aew Dort aus den deinen.

Da man annahm, daß das Luftschiff das Festland bei New York erreichen würde, setzten die New Yorker alles daran, dem Zeppelin einen würdigen Empfang zu bereiten. Auf den Dächern hatte man sich häuslich eingerichtet, um das Luftschiff in seiner ganzen Größe sehen zu können. Auf den Straßen und Plätzen wogte ein reges Leben, wie es nur bei besonderen Gelegen­heiten zu beobachten ist. Wo ein Durchblick war, suchte man den Horizont ab, in der Hoffnung, das Luftschiff zu erspähen.

Zeppelin kommt!" Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht durch die Stadt. Die Sirenen der im

Hafen liegenden Schiffe heulten und verursachten et» ohrenbetäubendes Geräusch. Die Mensche« suchten eilends die Straßen a«f, die Fenster Öffneten sich nni jeder versuchte dem Luftschiff zuzuwi«ke«.

Das Luftschiff senkte zum Zeichen des GruHes die Spitze und zog in ruhiger Bahn to mäßiger Höhe einige Schleifen über der Stadt. Nachdem noch Post abgeworfen war, entfernte sich das stolze Schiff in Richtung Lakehurst.

Graf Zeppelin" über Lakehurst.

Berlin, 5. 8. (WB) Nach Angabe des amerikanischen Rundfunks, der auf dem Berliner Sender übertragen wurde, befand sich das LuftschiffGraf Zeppelin" um 12,10 Uhr nachts MLZ. bereits über Lakehurst.

Die Landung bestGraf Zeppelin" verschoben.

Berlin, 5. 8. (WB) Nach der amerikanischen Rund­funkangabe, die durch den Stuttgarter Rundfunk auf die deutschen Sender übertragen wurde, hat sich die Schiffs­leitung desGraf Zeppelin" im letzten Augenblick ent­schlossen, doch noch New Pork zu überfliegen und dann erst gegen 343 Uhr morgens MEZ. in Lakehurst zu lan­den. Der Grund hierfür liegt darin, daß mit dem Ein­treten der Nacht ein Abflauen des außerordentlich starken Windes erwartet wird und außerdem eine spätere Zeit nicht so viel Gasabgabe nötig machen würde.

Lakehurst, 4. 8. (WB) Das LuftschiffGraf Zeppe­lin" erschien um 19,38 Uhr (0.38 MLZ) über dem Lan­dungsplatz von Lakehurst, von zahlreichen zu seiner Be­grüßung aufgestiegenen Flugzeugen umkreist. Die Silber­hülle des Zeppelins bot an dem Abendhimmel, wie eine Silhouette erscheinend, einen prächtigen Anblick. Dr. Lcke- ner funkte dem Stationsbommanbeur, das Luftschiff fliege zunächst nach New Pork und wäre um 20.30 Uhr (1.30 MLZ.) zurück. Das Luftschiff steuerte dann nordwärts und entschwand in kurzer Zeit in den Wolken. Die zahlreichen Z. ^ ja, bh «> .^ßer Sicht war,

und räumten dann den Flugplatz. Um 20 Uhr abends (1.00 Uhr MEZ) erschienGraf Zeppelin" über der Bucht von New Pork und um 20.20 Uhr über der Stabt New Pork.

Graf Zeppelin" über New Aort.

New York, 5. 8. (WB)Graf Zeppelin" um 20.30 in etwa 800 Fuß Höhe langsam Manhattan überftiegend, bot bei hereinbrechender Nacht, sich gegen den Wolkenhim- mel abhebend einen wundervollen Anblick. Das Luft­schiff fuhr bis zum Zentrum Manhattans, zog dann eine große Schleife und überflog New Iersen in Richtung La­kehurst.

Rückkehr best «Graf Zeppelin" nach Lakehurst.

Lakehurst, 5. 8.( WB)Graf Zeppelin" wurde um 21,28 Uhr (2,28 Uhr MLZ.) hier wieder gesichtet. Um 9.30 Uhr (2,30 Uhr MLZ.) kreiste das Luftschiff über dem Flugplatz von Lakehurst, um die Landung vorzu- nehmen.

«Graf Zeppelin" gelandet.

Lakehurst, 5. 8. (WB) Das LuftschiffGraf Zeppe­lin" landete um 9,52 Uhr (2,52 Uhr MLZ.) in Lakehurst.

Die Ausammenstöhe in Nürnberg.

Nürnber g, 5. 8. (WB) Bei dem Zusammenstoß am Sonntag nachmittag am Hauptmarkt im Lafe Merk wurden etwa 20 bis 25 Mann festgenommen. Der Ueberfall an der Lorenz-Rircke soll sich so abgespielt haben, daß zwei Vassanten von Hitlerleuten angerempelt wurden. Als sie sich das verbaten, fielen die Hakenkreuzler über sie her und die beiden Belästigten wurden geschlagen und getre­ten. (Es soll ein Toter und ein verletzter zu verzeichnen sein. Am Kulturucrein hatten sick etwa 400, Kommu­nisten angesammelt, die sich den Nationalsozialisten ent- gegenstellten. Das Ueberfallkommando war bald zur Stelle und trieb die Streitenden mit dem Gummiknüppel aus­einander, wobei es blutige Köpfe gab.

Außer an den Sammelstellen der Nationalsc^ialisten siebt man nur wenig Hitlerleute unterwegs. Am Hauptbahnhof, von wo aus der größte Teil der Besucher bereits abends die Rückreise angetreten hatte, herrscht reges Treiben. Schutzpolizisten mit Karabinern sind in großer Zahl ver­teilt, ' um den Verkehr in normalen Bahnen zu halten. Allch in den Hauptstraßen und am Ring geht es sehr lebhaft zu. Um 1/2 21 Uhr war die Ruhe in der Stadt wiederhergestesst. Gerüchterweise verlautet, daß es in den späten Abendstunden nochmals zu Zusainmenstößen gekom-

men ist.

Die britische Delegation für die Reparationsbon. die deutsche Delegation begab sich am Sonntag Abend im ferenz ist am Sonntag nach dem Haag abgereist, Auch Sonderzug nach dem Haag.