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(1. Blatt)

Donnerstag, den 31. Oktober 1929

l. 131

81. Jahrs.

Wie kann es bester werden?

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Amtsblatt * MyemeMev amtlicherKazeLgerfür den Kreis Schlücht«

liche Bekanntmachungen tllbt Schlüchtern.

Bekanntmachung

Wir machen hierdurch nochmals auf die in der Schlüch- r Zeitung Nr. 118 vom 1. Oktober 1929 veröffent- Ünordnung des Herrn Landrats vom 26. Sept. ds.

- Nr. 8665 aufmerksam, wonach (Eigentümer, ter und Nutznießer von Gbstbäumen zur Bekämpfung Zwstspanners (Frostnachtschmetterlings) bis zum 15. ober ds. Is. Klebringe an den Stämmen der Apfel- llirschbäume anzubringen haben.

Diejenigen (Eigentümer, Pächter und Nutznießer von bäumen in hiesiger Gemarkung, die dieser Anordnung ßetzt noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch auf- .rt, das versäumte bis spätestens zum 6. November 3$. nachzuholen, andernfalls ihre Bestrafung gemäß ^der Unordnung erfolgen muß.

r Schlüchtern, den 29. Oktober 1929.

Die Polizeiverwaltung. Gaenßlen.

Bekanntmachung

I Huf Grund des Artikels I der Verordnung über Sonn=

Branti ^ruhe im Handelsgewerbe vom 5. Februar 1919 (R. G.

; S. 176) wird die Offenhaltung der Ladengeschäfte tmmeir - -

; r folgt gestattet:

Iam Sonntag, den 3. und 1 0. November 1929 > 2 11,30 bis 13,30 Uhr (11,30 vormittags bis 1,30 Uhr He. i Mittags),

en K kam Sonntag, den 1. Dezember 1 929 von 13 : umjpi 116 Uhr (14 Uhr nachmittags),

opfen Iam Sonntag, den 8. Dezember 1 929 von 13

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sJ8 Uhr (16 Uhr nachmittags). ' Zchlüchtern, den 29. Oktober 1929.

Die Polizeiverwaltung. Gaenßlen.

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chlüchtern, den 28. Oktober 1929.

Die Polizeiverwaltung: Gaenßlen.

Zielfernrohr.

Brosche des Heff. Landesvereins vom Roten Kreuz.

Schal (Umschlagetuch).

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as Volksbegehren als gescheitert anzusehen.

tvorwärts" waren gegen Mitternacht aus Orten Kreisen mit insgesamt 11 175 000 Stimmberechtigten 138 (Eintragungen gezählt. Der Durchschnittssatz der agungen in diesen Orten ist 5,4 Prozent. IDenn auch Ergebnisse 00m flachen Land diesen Durchschnittssatz etwas nach oben verschieben werden, so kann doch jetzt angenommen werden, daß die für das ZustandsKom- F^s Volksbegehrens notwendige Eintragungsziffer nicht Dicht worden ist. In Berlin sind rund 240 000 Einträg­en erfolgt. Das sind 7,6 Prozent der Stimmberechtigten. p(n, 30. 10. Nach den vorläufigen Ermittelungen m sich in Köln von etwa 530 000 Wahlberechtigten 3 Personen in die Listen für das Volksbegehren eingei- en- Einige kleine Außenbezirke stehen noch aus.

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remen, 30. 10. Die Gesamtzahl der (Eintragungen oos Volksbegehren beträgt im bremischen Staatsge- 20 974 gleich 81/2 Prozent. Huf die Stadt Bremen allen davon 17 079 gleich 8 Prozent.

llurt, 30. 10. Don 99 899 Wahlberechtigten haben in Erfurt 11 712 Personen in die Listen für das Volks- gren eingetragen.

armstadt, 30. 10. Im ganzen Volksstaat Hessen n 1$ von 913 867 Stimmberechtigten 27 586 für W Volksbegehren ausgesprochen, d. s. 3 018 Prozent. Provinz Starkenburg trugen sich von 429127 Mmberechtigten 8264 oder 1,92 Prozent in die Listen » in Gberhessen von 218 270 Stimmberechtigten 15 467 ',0 Prozent, in Rheinhessen von 266 470 Stimmbe- Jigten 3855 gleich 1,34 Prozent. Das Ergebnis in den Men Städten ist folgendes: Darmstadt 67 000 Stimm- P^te, 1551 (Eintrag., Offenbach 57 000 Stimmbe-

^Ek ' 497 (Eintrag., Gießen 23 000 Stimmberechtigte, ^./,?^9en noch nicht mitgeteilt, Mainz 79 500 Stimm- ^' 227 Tintrag., Worms 33 000 Stimmberechtigte,

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7jungen. forA'lel, 30. 10. Am letzten Tage wurden für das Weil n ^rcn in Kassel 1188 (Eintragungen vorgenom- ' 0" 122 744 stimmberechtigten haben insgesamt an der (Eintragung für das Volksbegehren teilge-

^ükrmi^ a. M. 30. 10. Nach den vorläufigen ""gen des Städtischen Wahlamts betragen die Tin- J<m für das Volksbegehren in Frankfurt insge- D" rund 425 000 Personen wahlberechtigt sind, R also nur etwa 1,5 Prozent für das Volksbe- ^ ausgesprochen.

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ap 19.

Die französische Kabinettsbildung noch nicht geklärt.

Paris, 29. 10. Die Frage der französischen Kabinetts­bildung ist nach der Absage der Socialisten weiter unge­klärt. Daladier hatte heute bereits den Plan gefaßt, dem Präsidenten der Republik seine Mission zurückzugeben. (Er wird jedoch morgen vormittag nochmals im Tlysee er­scheinen, um dem Präsidenten seinen endgültigen Beschluß bekannt zu geben.

Finanzleute flüchten aus dem Leben.

In seiner Wohnung in der Bayerischen Strafte erschoß sich Dienstag nachmittag der 50 Iahre alte Kommerzien- rat Richard Heinemann, der Inhaber des gleichnamigen Finanzierungsgeschäftes, das fein Büro Unter den Linden hat. Die Gründe, die Kommerzienrat Heinemann zum Selbstmord veranlaßten, sind noch nicht ganz geklärt. (Es steht nur soviel fest, daß ihn sowohl wirtschaftliche Schwie­rigkeiten als auch wenig glückliche Familienverhältnisse in den Tod getrieben haben.

Der Inhaber eines der ältesten Privatbankhäuser Kas­sels, Andre und Hertzog, der Hauptmann a. D. Julius Jinn, wurde mit einem Iagdhund auf dem Saurasen auf der Wilhelmshöhe erschossen aufgefunden. Der zweite In­haber des Bankhauses, Bankier Hertzog, wird vermißt. Ls verlautet, daß infolge einer Reihe größerer Insolvenzen die Zahlungsabwicklung der Bank Schwierigkeiten aufwies und daß die beiden Inhaber infolge ihrer verfehlten Spe­kulationen zum Selbstmord getrieben worden sind.

Schiffsuntergang auf dem Michigansee.

New A 0 r k, 30. Oktober. Infolge des starken Sturmes ist auf dem Michigansee der DampferWisconsin" gesunken. Das Schiff hatte 60 Personen an Bord, von denen 17 ums Leben gekommen sind. Auf die SOS-Rufe derWisconsin" waren Hilfsschiffe herbeigeeilt, die jedoch wegen des hohen Seegangs nur schwer an die Unfallstelle gelangen konnten.

Berlin, 30. Oktober. In der Voruntersuchung wegen der s^hte^afi offanschläge hat der Untersuchungsrichter, Land- geuuu, ^.rektor Masur, der sich zurzeit zur Vernehmung in Altona befindet, Haftbefehl gegen Herbert Schmidt und Alfred kapp-engst auf Grund der Paragraphen 5 bis 7 des Spreng. stoffgesetzes erlassen. Schmidt ist geständig, von den Bomben­anschlägen Kenntnis gehabt und an dem Bombenanschlag in Hiebüü teilgenommen zu haben. Er befindet sich in Haft.

Deutscher Langstreckenflug ParisKönigsberg.

Paris, 30. Oktober. Die deutschen Flieger Siebel und Schultz sind am Dienstag um 7,43 Uhr in Le Bourget bei Paris nach Königsberg aufgestiegen, um in einem zweisitzigen Kleinflugzeug mit 40-k8.-Motor den 1100 Kilometer betragen­den Langstreckenrekord für Leichtflugzeuge mit zwei zu brechen. Sie hoffen mit ihren 200 Litern B Ziel bequem zu erreichen.

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- Der Rechtsausschutz des Sächsischen Landtags hat die Auf­hebung des 9. November als gesetzlichen Feiertag beschlossen.

Der Fahrdienstleiter von Reichelsdorf, Eisenbahnsekretär Hans Linhuber, der wegen des Eisenbahnunglücks von Reichels­dorf von der Staatsanwaltschaft verhaftet worden war, ist aus der Haft entlassen worden, weil weder Fluchtverdacht noch Ver­dunkelungsgefahr vorliegt.

Im Kriegsgerichtsprozetz gegen den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra wurden sämtliche Angeklagte freigesprochen. Lediglich die beteiligten Offiziere erhielten Ge­fängnisstrafen.

Wie aus Moskau gemeldet wird, sind die beiden bekannten Diamantenhändler Kleiner und Teitz wegen Diamantenschmuggels auf der Stelle erschossen worden. Damit steigt die Zahl der Hin­gerichteten der letzten Tage auf 63.

Aus Washington wird gemeldet, datz die Rückgabe des deutschen Eigentums zunächst die Entschädigungen für 94 deutsche Dampfer, 6200 Patente und die Funkstation von Long Island umsatzt.

Wie verlautet, arbeiten in New Aork die bei Morgan zu­sammengetretenen Bankiers verschiedene Pläne aus, um der aus der Börse entstandenen Lage zu begegnen. In Washington ist eine Beruhigungserklärung herausgegeben worden. Man spricht von einem baldigen Aushören der Entwertung der Marktwerte.

Der Kurssturz an der Neuyorker Effektenbörse hat sein Ende noch nicht erreicht. Hm Dienstag erlitten ein­zelne Papiere abermals Kurseinbußen bis zu 70 Dollar. (Es wurden 16410000 Aktien umgesetzt.

Bei Uebungen in der westlichen Ostsee stieß Diens­tag vormittag das deutsche TorpedobootLeopard" mit dem LinienschiffSchleswig-Holstein" zusammen. Das Tor­pedoboot wurde beschädigt und wurde durch dar Torpedo­bootLuchs" nach Kiel geschleppt.

In 400 Meter über Miami (USA) ist in einem gro­ßen Transportflugzeug ein Mädchen zur Welt gekommen.

Im Alter von 73 Iahren starb in Wundichow (Kr< Stolp) General der Kavallerie und Generalinspekteur a. D. von der Marwitz. Im Weltkrieg befehligte er den Vor­marsch der deutschen Kavallerie durch Belgien.

Auf der deutschen Wirtschaft lastet ein schwerer Druck. Es gibt keinen Berufszweig, der nicht laute Klagen führte. Am schlimmsten sieht es in der Landwirtschaft aus; aber auch Industrie, Handwerk, Handel und Verkehr ringen schwer um ihre Existenz Zahllos sind die Reden und Auf­sätze, die sich mit der wirtschaftlichen Notlage des deutschen Volkes befassen. Mögen die Gründe, die für die Zerrüt­tung der Wirtschaft ins Feld geführt werden, auch noch so rschieden sein, darin stimmen schließlich alle Beobachter überein: die zentrale Ursache aller wirtschaftlichen Schwie­rigkeiten ist in der K a p i t a l a r m u t zu suchen.

Bei dieser Feststellung beruhigt man sich für gewöhn­lich. Nur selten aber fragt man, worauf der Mangel an Kapital zurückzuführen ist. Mit der Antwort, die man dar­auf erhält ist man für gewöhnlich schnell bei der Hand. Daran tragen Krieg, Revolution, Friedensdiktat, Sanktio­

nen, Inflation und Reparationslasten die Schuld. Der Schluß, der aus dieser Feststellung gezogen wird, ist nahe­liegend genug: Immer sind es die anderen, die für unsere Not verantwortlich gemacht werden; vor allem dürfen die Reparationszahlungen nicht länger geleistet werden.

So einfach aber liegen die Dinge nicht. Was Krieg und Revolution, der Machtfpruch von Versailles und die Sanktionspolitik vernichtet haben. was insbesondere durch den Ruhreinbruch wirtschaftlich zugrunde gegangen ist. bleibt verloren und läßt sich nicht wieder gutmachen. Auch hat das waffenlose deutsche Volk keinen anderen Ausweg, als zunächst den auferlegten Tribut zu zahlen. Wie sich in Zukunft auf der Basis des Joungplanes die Dinge gestalten werden, hängt von der wirtschaftlichen Lei­stungsfähigkeit des deutschen Volkes und der Aufnahme- bereitschaft des Auslandes für deutsche Waren ab.

Im übrigen bleibt aber die Tatsache bestehen, daß w i r selbst einen großen Teil derSchuld an unserem wirtschaftlichen Niedergang tragen. Heute steht einwand­frei fest, daß die deutsche Mark nicht bis an die Grenze des Nichts herabzusinken brauchte, wenn sich die politischen und wirtschaftlichen Fübrer des deutschen Volkes über das

der Gerechtigkeit auch nicht um Haaresbreite äbzuweichen. Heute wissen wir ferner, daß die Not des deutschen Volkes gewissen Kreisen zum Vorwand diente, sich feierlichen Ver­pflichtungen mit einem Federstrich zu entledigen.

Reich, Länder und Gemeinden gingen mit bösem Bei­spiel voran. Sie stellten den Zinsendienst für die öffent­lichen Anleihen ein und entwerteten dadurch ein gewaltiges Milliardenvermögen. Durch das Anleiheablösungsgesetz ist ein großer Test des deutschen Privateigentums in den Besitz der öffentlichen Hand überführt worden, also sozialisiert worden. Ebenso wurden durch die sogenannte Aufwertung Milliarden und Abermilltarden ihren rechtmäßigen Besitzern entzogen und zugunsten von Staat und Gemeinde sowie pri­vater Schuldner umgeschichtet, zu denen auch schwerreiche Millionäre gehörten.

Reich, Länder und Kommunen wähnten, durch diese Maßnahmen ihre Finanzen verbessern und die Steuern senken zu können. Gerade das Gegenteil trat ein. Indem sie den Zinsendienst einstellten und Anleihen und Hypotheken entwerteten, verschütteten sie ergiebige Steuerquellen. Da­für fielen ihnen aber Hunderttausende von proletarisierten Existenzen zur Last, die von der öffentlichen Fürsorge unterstützt werden mußten. So erhöhten sich die Steuern und fozialen Abgaben. Der Privatwirtschaft aber gingen ungezählte Milliarden verloren; dadurch wurde der durch Krieg, Revolution, Fliedensdiktat, Sanktionen, Inflation und Reparationen verursachte Kapitalmangel nur ver­größert; der Zinsfuß stieg; die Produktion verteuerte sich; die Kaufkraft sank; die Konkurrenzfähigkeit auf dem Welt­markt wurde geschwächt; die Arbeitslosenziffer erreichte eine beängstigende Höhe; die deutsche Wirtschaft verschuldete immer tiefer an das Ausland; die Zahlungsbilanz blieb passiv.

Der Kapitalmarkt versteifte sich aber in noch weit hö­herem Maße, als die Hauszinssteuer eingeführt wurde. Durch diese werden im Durchschnitt mindestens 35 Prozent der Miete dem Privateigentümer genommen und in dem­selben Verhältnis, die im Haus- und Grundbesitz angelegten Kapitalien ertraglos gemacht. Hierbei handelt es sich um 35 Milliarden Reichsmark, über die die Privatwirtschaft nicht verfügen kann, weil sie von der öffentlichen Hand mit Beschlag belegt worden sind. In dem Augenblick, da die Hauszinssteuer beseitigt, und das dadurch sozialisierte Volksvermögen der freien Wirtschaft wieder zuwachsen würde, dürfte allein schon dem Kapitalmangel in weitem Umfang abgeholfen und der Zinsfuß wesentlich erniedrigt werden.

Wenn das deutsche Volk erst einmal einsehen wollte.

daß seine wirtschaftliche Notlage zu einem wesentlichen Teil durch eine Gesetzgebung verschuldet wurde, die der fundamentalen Bedeutung des Privaleigentümers durch-

g des Privaleigentümers durch- nicht immer Rechnung getragen hat,

1 g getragen hat, Weg^erkennen, der es ' in näm-

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würde es auch bald den richtigen Weg erkennen, i einer besseren Zukunft entgegenführte. Wir brauche lich nur dafür zu sorgen, daß das entwertete Volksvermö­gen so schnell und so weit wie möglich wieder hergestellt wird, und der wichtigste Schritt zu unserer wirtschaftlichen Gesundung ist getan; dann steht wieder ausreichendes Ka­pital zu erträglichen Zinsen zur Verfügung.