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(1. Blatt)

GamStag, den 16. November 1929

81. Jahrs,

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gliche Bekanntmachungen

Krelsausschxß.

SanitStskolonnen-Ansbildung.

M. 175 R. K. Wie bereits in meiner Bekantmachung 119, September d. 3s. L.-Nr. 163 R. K. (Schlüch- Zeitung Nr. 116 vom 26 September d. 3s.) gefeilt worden ist, sollen in diesem herbst und Winter tfc jur Ausbildung in der Krankenpflege stattfinden. k Besprechung über diese Angelegenheit, insbesondere!

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t l® L die Bildung von freiwilligen Lanitätskolonnen, sind E^ Wmenkünfte für die Beteiligten wie folgt anberaumt

durch

? Äen:

Kr Schlüchtern und Umgebung: am Sonntag, den ) F 24. November d. 3s., nachmittags 3 Uhr in

| Schlüchtern im Kreistagssaal.

s ^ Kr Stein au und Umgebung: am Sonntag, den 24.

November d. 3s. nachmittags 3 Uhr in S tei =

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nau im Rentereigebäude.

P 5almünster-B ab Soden und Umgebung: am Sonntag, den 24. November d. 3s., nachmittags 5 Uhr in Bad Loden im Turnsaal der neuen Schule.

Wahllokal: Stadtverordnetensitzungssaal im Rathaus.

Abstimmungsbezirk 2 umfaßt:

Hanauerstraße, Wassergasse, Kirchstraße, Sackgasse, Brau- gasse, Brückenauerstraße, Kaiser- und Kronprinzenstraße, Kurfürstenstraße, Elmer- und Ahlersbacherlandstraße, Hos­pitalstraße, Elmweg, Altebahnhofstraße, Häbäckerweg, Bahnhof, Acisbrunnen, Bahnstrecke und Räthe.

Wahllokal: Kleinkinderschule.

Die Stimmzettel sind amtlich hergestellt und werden am Rbstimmungstag im Abstimmungsraum den Stimmberech­tigten ausgehändigt. Die Stimmzettel enthalten die zuge­lassenen Wahlvorschläge, das Kennwort und die Namen der ersten 4 Bewerber jedes Vorschlags.

Die Stimmabgabe hat in der Weise zu erfolgen, daß der Wähler durch ein Kreuz oder Unterstreichen, oder in sonst erkennbarer Weise, den Wahlvorschlag bezeichnet, dem er seine Stimme geben will. Stimmzettel, die dieser Bestimmung nicht entsprechen, sind ungültig.

Schlüchtern, den 6. November 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

dort

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für 5terb fritz und Umgebung: am Sonntag, den 24. November d. 3s., nachmittags 3 Uhr in Sterb-

fritz in der Gastwirtfckaft Böhm.

Sie Volksabstimmung.

Volksentscheid undGoldener Sonntag".

ntcni rürUttrichshausen und Umgebung: am Sonntag,

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den 24. November & 3s., nachmittags 3 Uhr in Uttrichshausen in der Gastwirtschaft Die- gelmann.

Sämtliche Personen, die gewillt sind, einer Sanitätsko-

..ine beizutreten und sich im Krankenpflegedienst ausbilden stus blassen, werden gebeten, zu den anberaumten versamm- ARm zu erscheinen und sich zur Teilnahme anzumelden tz^ Mzwar jeder Teilnehmer in dem (Orte, der ihm am _ iMMsten gelegen ist. Bei der großen Bedeutung, die " k Ausgestaltung eines gut arbeitenden Ersthelherdienst^s s 3fra preise zukommt, bitte ich jeden, der Lust und Liebe zur acht, 8*e hat, tatkräftig mitzuarbeiten, damit in den Sanitäts- gani sonnen eine Einrichtung geschaffen werden kann, die Mich! Eerer Heimat zum Segen dient.

Herren Bürgermeister des Kreises bitte ich, in ihren Minden für die gute Sache sich nachdrücklich einzusetzen MW die bereits gemeldeten oder als geeignet bekannten MWgmänner der Gemeinde nochmals besonders zum Bei- W k zu einer Sanitätskolonne anzuregen. Es wird erwartet, | m erster Linie die im Ersthelferdienst ausgebüldeten Konen sich einer Sanitätskolonne anschließen. Dchlüchtern, den 9. November 1929.

Mich

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Der Landrat: Dr. Müller.

tudt Schlüchtern.

B e k a n n t m a ch u n g.

[ Diejenigen, einen selbständigen Haushalt führenden Mahner, die für das Jahr 1930 Losholz zu beziehen nMMnschen, werden hierdurch aufgefordert, dies bis zum ^ 231 Nov. ds. 3s. mittags 12 Uhr auf dem . ~ Zimmer 4 anzumelden. Spätere Anmeldun- Essen unberücksichtigt bleiben.

00: bemerkt wird, daß sich jeder Besteller selbst in die ^tttWelegte Liste eintragen muß. Kann ein Besteller aus MM^enden Gründen nicht selbst erscheinen, dann ist ge- ^ie Bestellung schriftlich an den Magistrat einzu-

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8 ^'^er Bekanntmachung nicht entsprechende Rnmel= pen werden zurückgewiesen.

Schlüchtern, den 14. November 1929.

Der Magistrat: Gaenßlen.

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i Bekanntmachung.

Grund des § 34 Abs. 1 und § 51 Abs. 1 der Wahl- l, ^9 für die Wahlen zu den Gemeindevertretungen in vom 25. 3uli 1929 und des § 36 Abs. 1 und 1 der Wahlordnung für die Wahlen zu den ^Euandtagen (Kommunallandtagen) und Kreistagen omsung vom 25. 3uli 1929 wird hierdurch bekannt

E ®n' " die Neuwahlen für die Stadtverordnetenver- un9, den Kommunallandtag und den Kreistag am "ta9, den 1 7. November 1 929, ununter« tan-^n vormittags von 9 Uhr bis nachmit- Uhr stattfinden.

.Zeitig wird bekannt gegeben, daß die Stadt in 2 1 ^^ungsbezirke eingeteilt worden ist.

U - bimmungsbezirk 1 umfaßt:

>d°" ^S06^^, Ultestraße, Ludovika von Stumm-Straße, Dreibrüder-, Garten-, Graben- und Breiten- ^'' Kbih f ^$e: Dreispitzenhohle, Schloß- und Linlengasse, |LlQMi^' Lotichirp- und Klosterstraße, Schmieds- und

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Die" )b«»

$ur den voraussichtlich durchzuführenden Volksent­scheid ist, wie bereits bekannt geworden, der 22. Dezember in Aussicht genommen worden. Da dieser Tag der sogenannte Goldene Sonntag" ist, hat der Einzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages sich dahin aus­gesprochen, daß, wenn eine Verlegung des Volksentscheides auf einen anderen Sonntag als die beiden letzten Sonntage vor Weihnachten nicht möglich sei, folgende Maßnahmen seitens der zuständigen Regierungsstellen getroffen werden müßten:

a) der Abstimmungssonntag solle auf jeden Fall für den Verkauf frei bleiben, d. h. es soll die Offenhaltung der Ver- kaufsläden in dem bereits zugchuudemu Umtanäe^üchM bleiben,

b) es solle außer den bereits zur Offenhaltung frcigcgebc- nen Sonntagen ein weiterer Sonntag im Dezember freigegeben werden als Ersatz dafür, daß am Abstimmungssonntag mit Rücksicht auf die Abstimmung das Verkaufsgefchäft voraus­sichtlich Einschränkungen erleiden wird.

Der Neichsminister des Innern hat hiervon den Landes­regierungen Kenntnis gegeben mit dem Beifügen, daß seiner­seits gegen die Wünsche des Einzelhandclsausschusses des Deutschen Industrie- und Handelstages keine Bedenken be­stehen. Was Punkt b) anlange, so stelle er zur Erwägung an­heim, ob ihm dadurch Rechnung getragen werden soll, daß für die Orte, wo übungsgemäß nur die beiden letzten Sonntage vor Weihnachten für der Weihnachtsverkauf freigegeben werden, auch noch der 8. Dezember freigegeben wird.

Der Mord in Düsseldorf.

Düsseldorf, 15. November. Es scheint sich zu bestätigen, daß der unbekannte Mörder, wie er in einem Briefe an eine hiesige Zeitung berichtete, noch eine weitere Leiche bei dem Gute Papendell bei Gerresheim vergraben hat. Die Hand­tasche mit den Schlüsseln, die dort im August von einem Land­wirt gesunden worden war, ist von der Krimina^sPolizei als das Eigentum einer vermißten Frau festgestellt worden. Die Ausgrabungen an der angeblichen Fundstelle werden darauf­hin voraussichtlich wieder ausgenommen werden.

Die Hilfe für di deutschen Rutzlandauswanderkr.

Ueber die Hilfe, die den deutschen Rußlandauswanderern geleistet werden soll, teilt das ,,B. T." noch mit: Man i denkt daran, einen Teil in Deutschland selbst anzusiedeln und dem übrigen die Auswanderung nach Kanada und Brasilien zu ermöglichen. Ein Teil der Flüchtlinge dürfte in einem der noch bestehenden Flüchtlingslager Unterkunft finden. Die Einsetzung eines Reichskommissars für die Flüchtlingsfürsorge wird erwogen. 3n Aussicht genommen ist für diesen Posten ein Reichstagsabgeordneter, der schon aus früherer Tätigkeit Erfahrungen auf diesem Gebiete hat. Dom Haushaltsausschuß des Reichstages werden zu­nächst sechs Millionen Mark angefordert werden.

3m Gegensatz dazu will derLok. Anz." erfahren ha­ben, daß der Betrag, den die Reichsregierung in einer Vor­lage vom Reichstag fordern wird, nicht über drei Mil­lionen Mark hinausgehen werde.

Die Neuporker Bundesreservebank ermäßigte ihren Diskontsatz von 5 auf 4Vs Prozent.

Bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen in der Potsdamer Straße in Berlin wurden sechs Personen verletzt.

3n der chinesischen Provinz Honan sind bei Tenfeng zwischen nationalistischen Truppen und Streitkräften der Kuomunchun-Partei schwere Kämpfe im Gange. Tausende von verwundeten Nationalisten und ebenso viele Gefan­gene Kuominchun-Anhänger sind in Hankau eingetroffen.

Von Woche zu Woche.

Von Argus.

Der Wochenchronist gibt im allgemeinen keine politischen Werturteile ab. Gelegentlich aber darf er wohl eine Ausnahme machen. Beispielsweise wenn er, wie heute, ein Ereignis aus dem englischen Parlament registrieren kann, das für deutsche Begriffe geradezu undenkbar ist. Nämlich: Als der Premierminister Macdonald, der, wie alle Mitglieder der der­zeitigen englischen Regierung, der Arbeiterpartei angehört, nach seiner Amerikareise zum ersten Male wieder im Unterhause erschien, erhob sich der Führer der Opposition, der konservaime Abgeordnete Baldwin, begrüßte Herrn Macdonald mit herz­lichen Worten und fügte hinzu, der Premierminister habe in Amerika, wo er bekanntlich wichtige Unterhaltungen mit dem Präsidenten Hoover hatte, nicht als Parteimann, sondern als Engländer verhandelt, und dafür habe er den Sans des eng­lischen Volkes verdient. Also geschehen im englischen Unpr- haus. Wäre so etwas in Deutschland, in diesem von Panei- leidenschaften zerrissenen Deutschland möglich oder auch nur denkbar? Leider nein. Wir sind noch längst nicht so weit w-e die Engländer, die auch in dem politischen Gegner noch den Volksgenossen sehen. Die englische Gepflogenheit erscheint uns aber besser als die deutsche. Nun ist das deutsche Volk dafür bekannt, daß es gerne ausländische Sitten und Gebräuche nah- ahmt. Das ist nicht immer lobenswert. In diesem Falle aber wäre es das. Wie wär's also, wenn wir für den Reichstag und auch für die politische Oeffentlichkeit die Methode der ritterlichen Behandlung des politischen Gegners von England übernähmen?

*

Das Reichskabinett ist wieder vollzählig. Der bisherige Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s ist zum Reichs- a u ß e n m i n i st e r, der Reichstagsabgeordnete Dr. M o i - denhauer, bisher Professor der Versicherungswissenschast an der Universität Köln, ist zum Reichswirtschafts­mini st e r ernannt worden. Da beide Männer zur Deutschen Volkspartei gehören, die auch schon bisher diese Aemter be­setzte, ist der Besitzstand der Parteien gewahrt worden. Auch sonst bedeuten die Ernennungen keine Ueberraschung. Nun wäre zu wünschen, daß das wieder vollzählige Reichskabinen recht bald eine Initiative ergreift, die gar nicht energisch genug sein kann, um Die vielerlei Sringtichen.iiluervolüiühe" Pro­bleme, die ihrer Erledigung harren, einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Wir rechnen dazu in erster Linie die Sanä- rung der Reichsfinanzen.

Da kein Zweifel daran ist, daß der Reichstag die Gesetzcs- Vorlage, die dem Volksbegehren zugrunde lag Ablehnung des Poung-Planes nicht an nehmen wird, ist darüber eine Volksabstimmung nötig. Sie soll am 22. Dezemb<r, also am Sonntag vor Weihnachten, stattfinden. Die Geschäfts­welt ist davon natürlich nicht erbaut, weil es sich um den Goldenen Sonntag" handelt, auf den sie große Hoffnung setzt. Aber die Reichsregierung erklärt, daß aus technischen Gründen ein anderer Termin nicht in Frage komme.

*

Angeblich gibt es keine Geheimdiplomatie mehr. Aber nur angeblich. In Wirklichkeit existiert sie anscheinend ruhig weiter. Wenigstens muß man das auf Grund ganz be­stimmter Vorkommniffe annehmen. In den öffentlichen Ver­handlungen zwischen Deutschland und Frankreich war näm­lich nie davon die Rede, daß Deutschland jetzt, über elf Jahre nach Kriegsende, Bahnanlagen in der Pfalz auf Geheiß der Franzosen zerstören müsie. Pariser Blätter aber brachten vor kurzein die Nachricht, daß derartiges in deutsch-ftanzösischen Verhandlungen vereinbart worden sei. Da man über diese Verhandlungen nichts hörte, sind sie wohl geheim geführt wor­den. Von deutscher Seite gab es eine offizöseVerlautbarung" mit allerlei dunklen Andeutungen. Kein Mensch wurde daraus klug. Aber in diesen Tagen erschienen nun auf der Bahnlinie Munster am Stein-Odernheim Männer mit Hacken und Spa­ten und fingen an, das zweite Gleis dieser Strecke zu zerstören. Die Franzosen haben das offenbar verlangt, weil diese Bahn- : inte angeblich strategischen Zwecken dient. Was soll man dazu agen? Frankreich, dieses in Waffen starreilde Frankreich, mit ;>em größten stehenden Heer der Welt, fühlt seine Sicherheit betwoht durch das zweite Gleis einer ein paar Kilometer langen deutschen Eisenbahnstrecke! Und das trotz Völkerbund, trotz Locarno-Pakt, trotz Kellogg-Vertrag und wie die anderen äußeren Zeichen des guten deutschen Willens zur Verständi­gungspolitik heißen. Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man über diesen neuesten Arisfluß der Besorgnis Frankreichs um seineSicherheit" lachen. Aber es ist leider feine lächerliche Sache, sondern eine tiefernste Angelegenheit, daß Deutschland auf französisches Diktat noch elf Jahre nach Friedensschluß erhebliche Wirtschafts- und Verkehrswerte zusamnrenhauen muß. War das wirklich nicht zu verhindern?

Die neue französische Regierung Tardieu hat inzwischen ziveimal in der Kammer ein Vertrauensvotum erhalten. Zuerst war es eine Mehrheit von 75, dann eine solche von 60 Stim­men. Großes Aufsehen hat eine Rede des neuen französischen Ministerpräsidenten Tardieu erregt, in der er bezüglich der Räumung der besetzten deutschen Gebiete allerlei Ausflüchte machte. Diese Rede ist wohl auch Gegenstand von Besprechun­gen gewesen, die der deutsche Botschafter in Paris, v. Hoesch, mit dem französischen Außenminister Briand und mit Herrn Tardieu selbst hatte. Für Deutschland ist die Lage gailz klar: bei den Haager Verhandlungen wurde vereinbart, daß die dri.te Zone des besetzten Gebietes spätestens am 30. Juni 1930 zu räunren ist.